Forum: Politik
Möglicher Brexit-Kompromiss: Johnson bleibt nur noch der Wortbruch
Luke Dray/ Cover Images/ DPA

Premier Boris Johnson hat im Brexit-Drama kaum noch eine Option. Seine Rettung könnte nun ausgerechnet jener Deal sein, mit dem seine Vorgängerin gescheitert ist.

Seite 1 von 9
quark2@mailinator.com 10.09.2019, 17:08
1.

Der "May-Deal" ist aus meiner Sicht für UK unannehmbar. Er enthält alles das, was die Leaver nicht wollen und bietet wenig von dem, was die Remainer behalten wollen, sozusagen ein Verlust auf ganzer Strecke und man wäre besser dran, dann gleich ganz drin zu bleiben.

Ich sage es ungern, aber hier zeigt sich, wie ein Parlament voll von Remainern es schafft, die Regierung an effizienten Verhandlungen zu hindern und so letztlich den ganzen Brexit unmöglich zu machen, gegen den Willen des Referendums. Und ja, mir ist klar, daß die Leute keinen No-Deal im Auge hatten, als sie Leave wählten, aber sie hatten auch den May-Deal nicht im Auge. Ich hoffe, es kommt zu Neuwahlen und danach entweder zu Johnson mit einer ordentlichen Mehrheit, oder eben einer Regierung, die den §50 zurücknimmt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fuscipes 10.09.2019, 17:15
2.

Hat Johnson plötzlich doch noch ernstes Interesse an einem Deal mit Brüssel?
Sollte er zumindest, nachdem ein Brexit ohne Deal nun ausgeschlossen wurde.
Das Nordirland Teil des europäischen Binnenmarktes bleibt, so eine Art Sonderwirtschaftszone, bei Schottland wird das noch schwieriger, aber ein paar Tage bleiben ja noch, einige andere Punkte ebenfalls.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fx33 10.09.2019, 17:21
3. Gesichtswahrend...

Zitat: "Doch es ist fraglich, ob Johnson der alte Plan reichen würde, um seine Anhänger zufrieden zu stellen. Bisher war er mit dermaßen überzogenen Forderungen angetreten, dass er es nun kaum gesichtswahrend vertreten könnte, am Ende mehr oder weniger mit Mays ursprünglichem Deal dazustehen."
Gesichtswahrend kann Johnson nicht mal mehr zurücktreten. Er hat sich so sehr verzockt, dass er bis ans Ende seiner Tage als der große Destruktor in der britischen Demokratiegeschichte berühmt-berüchtigt sein wird. Wenn er den Deal jetzt doch noch macht, kann er sich immerhin zugute halten, dass er wenigstens - wenn schon die Demokratie - nicht auch noch das ganze Land in die Grütze geritten hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Palmstroem 10.09.2019, 17:23
4. Der einzig mögliche Deal

Da das britische Parlament einen Austritt ohne Deal ablehnt, bleibt ja nur der von Theresa May ausgehandelte Deal. Die EU wird sich nicht bewegen, weil dies durch das Votum des britischen Parlaments nicht nötig ist. Es bleibt nur eine Frage - warum hat das Parlament dann diesen Deal immer wieder abgelehnt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hanka-matho 10.09.2019, 17:25
5. Dann hoffen wir mal

dass er kalkulieren kann und feststellt, dass sich die Brexit Partei nach jedem Austritt erstmal erledigt hat und er mehr gewinnt, wenn er mit dem May Deal rausgeht. Einen gewissen Überlebenswillen und einen nicht allzu große Kondition im gegen den Strom schwimmen mal vorausgesetzt. und wenn seinen Herren das genehmigen natürlich. Ein Langstreckenläufer war er bisher auch nicht. Könnte klappen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SethSteiner 10.09.2019, 17:26
6. Soetwas wie ein Wille des Referendums gibt es nicht

Zitat von quark2@mailinator.com
Der "May-Deal" ist aus meiner Sicht für UK unannehmbar. Er enthält alles das, was die Leaver nicht wollen und bietet wenig von dem, was die Remainer behalten wollen, sozusagen ein Verlust auf ganzer Strecke und man wäre besser dran, dann gleich ganz drin zu bleiben. Ich sage es ungern, aber hier zeigt sich, wie ein Parlament voll von Remainern es schafft, die Regierung an effizienten Verhandlungen zu hindern und so letztlich den ganzen Brexit unmöglich zu machen, gegen den Willen des Referendums. Und ja, mir ist klar, daß die Leute keinen No-Deal im Auge hatten, als sie Leave wählten, aber sie hatten auch den May-Deal nicht im Auge. Ich hoffe, es kommt zu Neuwahlen und danach entweder zu Johnson mit einer ordentlichen Mehrheit, oder eben einer Regierung, die den §50 zurücknimmt.
Allenfalls gibt es einen Willen des Volkes und auch der war nicht klar. Das Referendum war ja auch überhaupt nicht bindend. Wenn Im Grunde nur Englang aus der EU will aber weder ein Schottland noch weite andere Teil, dazu ziemlich schmutzige Manipulationsversuche, die dann einen Ausgang möglich machen der zu einer Haudünnen Mehrheit für einen Brexit führen, hätte man den Plan gar nicht weiter verfolgen dürfen. Das hat man doch getan und das entgegen dem Willen der Hälfte der Bevölkerung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
haarer.15 10.09.2019, 17:36
7. Nur ein geordneter Brexit hilft Allen

Der bisherig ausgehandelte Deal ist nicht tot. Boris Johnson täte gut daran sich zu besinnen, dass dieses Abkommen mit der Backstop-Klausel so schlecht nicht ist. Dieser bisher auf Krawall gebürstete Premierminister scheint langsam zu begreifen, dass dieses ein beidseitiges Abkommen ist und jede Seite bedient werden wird. Ein paar Schönheitskorrekturen oder zusätzliche Erklärungen sind auch jetzt noch möglich. Ein geordneter Brexit würde dem Land und am Ende auch Johnson dienlich und gesichtswahrend sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
floulini 10.09.2019, 17:38
8. Was denn für ein Waffenstillstand?

Lieber Spiegel,

Nicht der sauberste Artikel oder? Das Karfreitagsabkommen ist doch kein Waffenstillstand zwischen Irland und Nordirland. Es ist ein Abkommen zur Entwaffnung beider Seiten innerhalb Nordirlands und ein Abkommen über die Teilhabe am politischen Prozess.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HerrPeterlein 10.09.2019, 17:40
9. Nordirland wird geopfert

Ich habe es schon vor Wochen geschrieben, als es hieß BJ will der EU etwas neues anbieten. Da die EU das Karfreitagabkommen nicht brechen darf und will, bedeutet dieses es kann keine geschlossene Grenze zwischen Irland und Nordirland geben. Technisch gibt es auch keine Möglichkeit wirksame Kontrollen bei einer "offenen" Grenze durchzuführen. Also muss Nordirland Bestandteil des EU-Binnenmarkts bleiben und die Kontrollen finden dann auf der See innerhalb von GB statt. Obwohl NI dann Teil von GB bleibt, werden praktisch die Gesetze und Regeln dort dann in Irland/Brüssel gemacht. Selbst der Euro würde schnell als inoffizielles Zahlungsmittel eingeführt werden. Als Freihandelszone würde es NI relativ gut gehen und Schottland + Wales würden schnell die eigene Mitgliedschaft in GB hinterfragen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 9