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Möglicher SPD-Kanzlerkandidat: Die Schulz-Frage
DPA

Verzichtet SPD-Chef Sigmar Gabriel auf die Kanzlerkandidatur und lässt seinem Freund Martin Schulz den Vortritt? Immer mehr Genossen sprechen sich für den Präsidenten des Europaparlaments aus. Welche Chancen hat er wirklich?

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iconoclasm 10.10.2016, 13:30
130.

Zitat von spiegelleser861
Gabriel ist mir nicht besonders sympathisch. Aber der EU-Schulz ist mir als Bürokrat zutiefst unsympathisch. Schulz steht für all das, was wir an der EU hassen: Elfenbeinturm, Selbstbedienungsladen, Griechenlandrettung, Flüchtlingschaos etc. Ob die SPD mit diesem Kandidaten auf 30% kommt?
Die SPD steht aktuell laut Sonntagsfrage bei ca. 23%. Selbst wenn Schulz noch ein paar Prozent drauf legt, was stark zu bezweifeln ist, reicht es nicht für rot-rot-grün.
Selbst wenn, mit so einer knappen Mehrheit ein Drei-Parteien-Bündnis ist Harakiri.

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GSYBE 10.10.2016, 13:31
131. Also...

Zitat von Kapaun
Außerdem steht Schulz für die in weiten Teilen der Bevölkerung ungeliebte EU. Daher würde das SPD-Ergebnis sich nicht verbessern, sollte er Kandidat werden, sondern im Gegenteil weiter verschlechtern.
Also heisst es nach Ihrer Logik, dass die Raute als gegen die EU wahrgenommen wird und von daher die guten C-Ergebnisse?

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iconoclasm 10.10.2016, 13:32
132.

Zitat von londonpaule
... doch ist für mich recht unzweifelhaft dass er die Demokratie in Deutschland beleben würde, aus mehreren Gründen: 1) ist er ein "Pitbull" und würde wie ein solcher auf Merkel losgehen und dieselbe aus der Reserve locken, das ist schonmal einiges, so kann sie sich in der Tat nicht hinter ihrer Raute verstecken, 2) spricht er "die Sprache des kleinen Mannes" und kommt von seiner direkten, unverblümten, recht aggressiven Art sicher auch bei potenziellen Pegisten an. Beide Faktoren, insbesondere der "Kettenhundfaktor" dürfte die Debatte im Zentrum beleben/verschärfen und der AfD das Wasser abtragen - wenn er es richtig macht. Schulz hat auch einen sehr ausgeprägten Machtinstinkt (weshalb ich ihn eigentlich nicht leiden kann, neben seiner Provinzialität), das braucht man aber wohl in der Politik. Insofern ist er insgesamt der ideale SPD Kandidat der breite Wählerschichten zurückgewinnen könnte. In der momentanen, extrem verfahrenen Situation (für das Land und die SPD) wäre es zu begrüßen wenn die SPD sich schnell auf den Pitbull einigen würde...
Merkel und Schulz vertreten doch von Griechenlandrettung bis Flüchtlingskrise die gleichen Positionen. Wie soll er da auf Merkel losgehen?

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thunderstorm305 10.10.2016, 13:32
133. Das ist doch kein Kandidat!

Herr Schulz, wer soll das sein bitte? Er mag vielleicht in Brüssel in Erscheinung getreten sein, aber ist damit sicher kein Kandidat für das Amt des Bundeskanzlers. Ich vermute dass Herr Gabriel davon ausgeht die nächste Wahl wieder zu verlieren. Damit wären seine Ambitionen als Kanzler dahin. Da schickt er lieber Herrn Schulz vor.

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Gudrun3 10.10.2016, 13:33
134.

Es wird 2017 zu einer Koalition von CDU/sPD/Rechts-Grünen kommen, und gemeinsamer Nenner dieser Regierung wird im Kern nach wie vor die Benachteiligung der nicht-wohlhabenden Bürger sein.

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iconoclasm 10.10.2016, 13:34
135.

Zitat von cedebe
Ganz klar pro Schulz, nicht weil er vielleicht andere Lager überzeugen könnte, sondern weil von den linken SPD-Sympathisanten keiner die SPD wählt, wenn Gabriel antritt. Hingegen schreckt Schulz keinen SPD-Wähler ab. Mit Schulz wären ggf. auch Stimmen von den ganz linken möglich, die aktuell von Frau Wagenknecht vergrault werden. Die SPD muss endlich aufhören, sich am rechten Spektrum anzubiedern, da gibt es genug andere...
Kleiner Rechenfehler. Wenn man Links Stimmen zur SPD holt wird es in Summe für Rot-Rot-Grün nicht mehr.

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Athlonpower 10.10.2016, 13:34
136. Deutschland war und ist kein Sozialstaat, es war eine Soziale Marktwirtschaft

Zitat von grommeck
Wie alle anderen SPD-Kandidaten derzeit. Diese Partei ist seit der Abkehr vom Sozialstaat unwählbar. Die Kanzlerin auch, aber sie ist das "kleine" Übel - leider.
Kleine Korrektur, Deutschland war und ist kein Sozialstaat, Deutschland war bis 2002 eine gut funktionierende Soziale Marktwirtschaft, die übrigens ein CDU-Kanzler mit einem CDU-Wirtschaftsminister zum Laufen gebracht haben,

erst die neoliberale Medienpropaganda in Folge der Reagan- und Thatcherära haben erst die Soziale Marktwirtschaft diskreditiert und anschließend mit GAZ-Gerd und Sauertopf-Münte liquidiert,

zum Wohle der Reichen, Superreichen und Finanzindustrie.

Nicht vergessen, jahrzehntelang galt die deutsche Soziale Martkwirtschaft als Muster für viele andere Länder, als der Mittelweg zwischen Manchesterkapitalismus und UdSSR-Kommunismus, deshalb mußte die Soziale Marktwirtschaft auch liquidiert werden und das konnte in Deutschland nur die SPD im Verbund mit den ihr ergebenen Gewerkschaften, die mal als mächtigste Gewerkschaften der Welt galten, jedenfalls solange sie sich für ihre Mitglieder einsetzten.

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dingstabumsta 10.10.2016, 13:34
137. Egal...

....wer den Kanzler bei der SPD machen wird, seit der Agenda 2010 und der rein für die Wirtschaft Instrumentalsierten sozialen Grundsicherung Hartz 4 wird die SPD -auch egal mit wem sie dann auch Koallieren wird - für mich nie mehr Wählbar sein!
Umstimmen könnte nur eine abschaffung von Hartz 4 Sanktionen (auch auf rechtlicher basis) und die rücknahme der Reformen die sich Agenda 2010 Schimpft.
Da dies einem Eingeständnis gleichzuziehen wäre, wird dies nur eine Rotere Regierung lösen können...an fehlendem Geld kann es ja nicht liegen (Rekord Steuereinnahmen etc.)

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distar99 10.10.2016, 13:35
138. sehe ich aus so.

Zitat von schmusi
Ob nun Schulz oder Gabriel oder Steinmeier den Kanzlerkandidaten gibt ist völlig egal. Mit ihrem sogenannten "realpolitischen" Kurs, der nichts anderes ist als ein Euphemismus für neoliberalen Bockmist, wird die SPD auf jeden Fall weiterhin verlieren. Eine Koalition mit Linken und Grünen, die sich auf eine Kanzlerkandidatin names Wagenknecht einigt - das hätte eine reale Chance auf einen Wahlgewinn, weil dann wirklich eine Andere Politik zur Wahl stünde. Kein Schwein braucht eine SPD, die auf CDU-light macht.
Soifz, würden alle enttäuschten Sozialdemokraten die Linke statt die AFD wählen, bräuchten wir uns um einen sozialdemokratischen K-Kanditaten keinen Kopf machen müssen. Wagenknecht kann Politik und sicher auch Kanzlerin. :-)

Es ist zum Haare raufen, dass das Asylproblem als wichtigste Frage in Deutschland behandelt wird, obgleich durch die geschlossenen Grenzen ohnehin keine Flüchtlinge mehr kommen.
Das die Renten weiter privatisiert werden sollen, die Verteidigung besser ausgestattet wird statt in Bildung zu investieren, interessiert wohl niemanden.
Mit dem Einzug der AFD in den Bundestagg bekommen wir bestenfalls wieder eine GroKo, wenn nötig mit der FDP oder den Grünen als Mehrheitsbeschaffer.

Nie war das Ergebnis einer Wahl so vorhersehbar wie heute.

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schmusi 10.10.2016, 13:36
139. Der

Zitat von Don_Draper
(...)Und vielleicht hat die Agenda 2010 der SPD geschadet, aber nicht Deutschland. Es wurden Reformen umgesetzt, die Kohl nicht gewagt hat anzupacken. Da hatte Schröder den Mut. Es ist doch komisch, Deutschland geht es wirtschaftlich am besten, was nicht der Verdienst von Merkel ist, aber Schröder und die SPD werden dafür abgestraft. Wenn wir immer noch der kranke Mann Europas wäre, wie in den 90igern(...)
Wenn sie informiert wären, wüssten sie, dass sich das Arbeitsvolumen nach den Agenda-Reformen nicht erhöht hat.
Vorhandene Arbeit ist lediglich unter mehr Arbeitnehmern aufgeteilt worden.
Die Agenda 2010 hat keine Arbeit geschaffen sondern lediglich Sozialstaatsabbau, Lohnzurückhaltung und Niedriglohnsektor, was zu einem krankhaften Importdefizit (=Exportüberschuss) geführt hat.

Ein Exportüberschuss, wie ihn Deutschland aufweist, wird von Ökonomen jedoch keineswegs als Zeichen einer erfolgreichen Wirtschaft betrachtet. Denn er bedeutet, dass sich die anderen Länder verschulden müssen. Das sind Schulden die Deutschland aufgrund der wirtschaftlich schlechten Lage der Schuldner-Länder sehr warscheinlich nicht zurückbekommt. (Siehe Griechenland etc.).

Angestrebt werden müsste eine Balance zwischen Import und Export, damit wir in Europa insgesamt eine wirtschaftlich prosperierende Zone schaffen.

Schauen sie sich bitte auch mal die marode Infrastruktur, den prekären Abreitsmarkt, die Altersarmut und die dadurch unzufriedene und für rechte Parteien anfällige Bevölkerung an und fragen Sie sich dann bitte nochmal, was genau dank der Agenda 2010 eigentlich boomt?

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