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Monarchie in Swasiland: Majestät lässt wählen
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Swasiland ist eine der letzten absoluten Monarchien der Welt. Am Freitag wird in dem kleinen Königreich im Süden Afrikas gewählt. Doch die Wahl ist eine Farce: Parteien wurden vor 40 Jahren abgeschafft, das Parlament berät den König nur - und wird zur Hälfte von ihm persönlich ernannt.

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hmueller0 20.09.2013, 08:19
10. Europäische Nationen könnten zeigen, für welche Werte sie stehen

... aaaaah ja. Als europäischer Bürger wüsste ich das aber.

Viele Dinge, über die man sich im Artikel aufregt, sind doch - wenn auch evtl in abgewandelter Form - auch hier üblich.
z.B. sich "Demokratie" nennen, aber immer mehr demokratische Strukturen zurückdrängen bzw die vorhandenen nicht schützen. "Beratendes Parlament" - da nehmen wir doch mal den EU-Ministerrat und das EU-Parlament. ODer: Wenn eine Regierung mal wieder abegige Maßnahmen zur Image-Pflege durchsetzt, obwohl alle Experten die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Und dass ein guter Teil der Leute mit MAcht+Geld jegliches Gespühr für akzeptables Verhalten verloren haben - ist sicher auch nicht auf Afrika beschränkt (zb Staatschefs lassen sich mit gigantischem Aufwand an Steuergeldern zu teilweise lächerlichsten Meetings um die halbe Welt fliegen - und natürlichlich dann immer an den exklusivsten Locations und alles nur vom Feinsten - den Bürgern wird dann wieder erklärt dass man halt sparen muß)

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fatherted98 20.09.2013, 08:19
11. Neidisch...

...gucken Deutsche Politiker nach Swasiland...dort braucht man sich noch nicht mal im Wahlkampf anzustrengen....ach wär das schön wenns das auch bei uns geben...gell?

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BerndBerndsen 20.09.2013, 09:09
12.

Zitat von mgberlin
die "Armutsgrenze" ist sagt nichts über Hunger oder absoluten Mangel aus, sondern ist ein Verteilungsindikator, dabei werden nicht absolute bzw. internationale Werte, sondern das im Land vorherrschende "Median-Äquivalenzeinkommen", manchmal auch das Durchschnittseinkommen als Bezugsgröße verwendet. Wer das um mehr als 50% unterschreitet, gilt als "arm". Wenn also die Herrschersippe um König Mswati sich um gigantisch hohe Einkommen bereichert, bedeutet das, dass die Royals jeweils ein Vieltausendfaches des Durchschnittswerts beziehen und alle Anderen weitaus darunter. Die hohe Armutsquote ist also nicht trotz, sondern wegen Mswatis Reichtum so hoch. Genau so sähe das in einem kleinen Ölsultanat auch aus - allerdings mag die "relative" Armut dort immer noch einen absoluten Lebensstandard bedeuten, der mit Swasiland nichts zu tun hätte und auch hierzulande als wohlhabend gelten würde.
In der Regel wird das Medianeinkommen herangezogen. Und das ändert sich nicht, ob der König nun 1 Mio. oder 10 Mrd. Dollar im Jahr verdient.
Armut in Swasiland heißt Armut im ursprünglichsten Sinne des Wortes. Eigentlich wäre Elend das bessere Wort.
Die Lebenserwartung beträgt laut Wikipedia 31,7 (m) bzw. 32,2 (w) Jahre!!!
Die HIV-Rate liegt bei knapp 50 %. Ein Viertel der Bevölkerung ist auf Lebensmittelspenden aus dem Ausland angewiesen. Der Rest versorgt sich überwiegend selbst. Ein Größteil der Familien hat weniger als 1 Dollar pro Tag zur Verfügung.

Was mich an den Zahlen immer schockiert. Es gibt doch diesen Club der (angeblich) wohltätigen Millardäre.
Wenn sich die 10 Bestverdienenden/Wohlhabendsten zusammentun würden und die Hälfte der Einnahmen bzw. des Vermögens aufwenden würden, könnte man damit die 10-20 ärmsten Staaten der Welt komplett entschulden und finanzieren.
Diese Relationen sind doch krank.

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stefan2911 20.09.2013, 09:12
13. Och

Zitat von mgberlin
die "Armutsgrenze" ist sagt nichts über Hunger oder absoluten Mangel aus, sondern ist ein Verteilungsindikator, dabei werden nicht absolute bzw. internationale Werte, sondern das im Land vorherrschende "Median-Äquivalenzeinkommen", manchmal auch das Durchschnittseinkommen als Bezugsgröße verwendet. Wer das um mehr als 50% unterschreitet, gilt als "arm". Wenn also die Herrschersippe um König Mswati sich um gigantisch hohe Einkommen bereichert, bedeutet das, dass die Royals jeweils ein Vieltausendfaches des Durchschnittswerts beziehen und alle Anderen weitaus darunter. Die hohe Armutsquote ist also nicht trotz, sondern wegen Mswatis Reichtum so hoch. Genau so sähe das in einem kleinen Ölsultanat auch aus - allerdings mag die "relative" Armut dort immer noch einen absoluten Lebensstandard bedeuten, der mit Swasiland nichts zu tun hätte und auch hierzulande als wohlhabend gelten würde.
Im Artikel ist von der Armutsgrenzen-Definition der Weltbank die Rede, die besagt, dass arm ist, wer weniger als 1 US-$ pro Tag und Person zur Verfügung hat.

Der Rest von Ihren Ausführungen ist auch falsch, diese beziehen sich auf das Durchschnittseinkommen.
Wenn Sie nachschlagen, was der Medianwert bedeutet, dann stellen Sie fest, dass ein 1 Superreicher (Oder auch 49 % "Reiche") den Medianwert nicht verändern.

Das Medianeinkommen gibt das Einkommen der Person an, die in der Mitte der Einkommenhierarchie steht, d.h. die Anzahl der Personen die weniger Einkommen erzielen als den Medianwert ist genausogroß wie die Anzahl der Personen, die mehr zu Verfügung haben.

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heineborel 20.09.2013, 09:15
14. Absolute Armut?

Zitat von mgberlin
die "Armutsgrenze" ist sagt nichts über Hunger oder absoluten Mangel aus, sondern ist ein Verteilungsindikator, dabei werden nicht absolute bzw. internationale Werte, sondern das im Land vorherrschende "Median-Äquivalenzeinkommen", manchmal auch das Durchschnittseinkommen als Bezugsgröße verwendet. Wer das um mehr als 50% unterschreitet, gilt als "arm". Wenn also die Herrschersippe um König Mswati sich um gigantisch hohe Einkommen bereichert, bedeutet das, dass die Royals jeweils ein Vieltausendfaches des Durchschnittswerts beziehen und alle Anderen weitaus darunter. Die hohe Armutsquote ist also nicht trotz, sondern wegen Mswatis Reichtum so hoch. Genau so sähe das in einem kleinen Ölsultanat auch aus - allerdings mag die "relative" Armut dort immer noch einen absoluten Lebensstandard bedeuten, der mit Swasiland nichts zu tun hätte und auch hierzulande als wohlhabend gelten würde.
Es steht zwar nicht explizit im Artikel, aber eine kurze Recherche im Netz zeigt ganz fix dass tatsächlich über 60% absolut gesehen arm sind, also von weniger als 1,25$ pro Tag leben müssen. Mich wundert ehrlich gesagt, dass Sie annehmem, in einem Land wie Swasiland würden solche netten Indikatoren wie "relative" Armut verwendet.

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felisconcolor 20.09.2013, 10:40
15. Hallo?

Zitat von
Bisher hätten die Menschen den Zusammenhang zwischen der schlechten Situation im Land und der Verantwortung des Königs noch nicht hergestellt,
ist das bei uns denn etwa anders?
Nur das wir keinen König sondern eine Grosskanzlerin haben.
Und die hat entweder keine Ahnung, noch nie was von gehört oder in Belangen der Bürger die Ohren auf Durchzug.
Und wir haben angeblich eine Demokratie.
Hier müsste jeder Bürger dann in Saus und Braus leben können wenn ich den Artikel einfach mal weiter spinne.

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darthmax 20.09.2013, 10:46
16. Botschaft

Nun, da könnten wir ja ganz flink viel Geld sparen, wenn wir diese aufgeben.
Dann hat aber ein Botschafter weniger einen Arbeitsplatz.
Ob das aber auffällt, sei dahingestellt.

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the087 20.09.2013, 10:49
17. die Armut,

die im Bericht geschildert wird ist sehr wohl eine absolute und keine relative. Da die Feststellung durch die Weltbank erfolgte kann davon ausgegangen werden, dass sie ihren eigenen Indikator verwendet hat und demnach ist nicht arm, wer 50% unter dem einkommens-median verdient, sondern wer kaufkraftbereinigt weniger als 1,25$ am Tag zum leben hat

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Hermes75 20.09.2013, 12:21
18.

Zitat von BerndBerndsen
..... Was mich an den Zahlen immer schockiert. Es gibt doch diesen Club der (angeblich) wohltätigen Millardäre. Wenn sich die 10 Bestverdienenden/Wohlhabendsten zusammentun würden und die Hälfte der Einnahmen bzw. des Vermögens aufwenden würden, könnte man damit die 10-20 ärmsten Staaten der Welt komplett entschulden und finanzieren. Diese Relationen sind doch krank.
Und wenn morgen die gute Fee kommt und alle Entwicklungsländer entschulden würde, dann wäre alles gut?
Nein, leider nicht. Die Probleme sind vielfältiger. Die wichtigsten Voraussetzungen für einen funktionierenden Staat sind Bildung, Gesundheit und Sicherheit. Demokratie ist zwar schön zu haben, funktioniert aber erst wenn die anderen Bedingungen halbwegs erfüllt sind.
Das größte Problem in Afrika ist, dass jeder der in eine Machtposition kommt diese in erster Linie als Möglichkeit zur Selbstbereicherung und Versorgung seiner Angehörigen sieht. Es zählt nicht das Gemeinwohl sondern der persönliche Vorteil. Deshalb wird jedes Geld, dass man an die dortigen Staaten zahlt auch umgehend versickern ohne etwas zu bewirken.
Da ist der Ansatz direkt den Menschen zu helfen z.B. durch Bildungs- und Gesundheitsprojekte schon sehr viel sinnvoller.

Übrigens haben wir sogar mitten in Europa noch absolute Monarchien, z.B. den Vatikan.

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joachim_m. 20.09.2013, 13:24
19.

Zitat von mgberlin
die "Armutsgrenze" ist sagt nichts über Hunger oder absoluten Mangel aus, sondern ist ein Verteilungsindikator, dabei werden nicht absolute bzw. internationale Werte, sondern das im Land vorherrschende "Median-Äquivalenzeinkommen", manchmal auch das Durchschnittseinkommen als Bezugsgröße verwendet. Wer das um mehr als 50% unterschreitet, gilt als "arm". Wenn also die Herrschersippe um König Mswati sich um gigantisch hohe Einkommen bereichert, bedeutet das, dass die Royals jeweils ein Vieltausendfaches des Durchschnittswerts beziehen und alle Anderen weitaus darunter. Die hohe Armutsquote ist also nicht trotz, sondern wegen Mswatis Reichtum so hoch. Genau so sähe das in einem kleinen Ölsultanat auch aus - allerdings mag die "relative" Armut dort immer noch einen absoluten Lebensstandard bedeuten, der mit Swasiland nichts zu tun hätte und auch hierzulande als wohlhabend gelten würde.
Könnten Sie sich ihre absolut menschenverachtenden neoliberalen Statistikspielereien für andere Länder aufbewahren: Eine durchschnittliche Lebenserwartung von 49 Jahren sagt ja wohl alles! Aber Neoliberale sind ja Weltmeister darin, bittere Armut statistisch wegzurechnen, um ihr menschenverachtendes Raffgiersystem, was sie Wirtschaftsordnung nennen, zu rechtfertigen.

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