Forum: Politik
Mord in Freiburg: Tat und Wahrheit
DPA

Ein Verbrechen ist geschehen. Ist die Herkunft des Täters ein Thema? Soll die Tagesschau berichten? Oder verfestigen schon solche Fragen die Vorurteile? Deutschland steckt in der Rassismus-Spirale, daraus gibt es kein Entkommen.

Seite 3 von 22
Schwarzer Luxemburg 08.12.2016, 18:41
20. Offizielle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2015

Zitat von Mick.Berlin
Man sollte einfach die vorhandenen gesammelten Daten zu Straftaten sammeln, statistisch aufbereiten (Straftat je 100T Einwohner des betreffenden Landes) und dann ist das Thema doch vom Tisch
Hier die gewünschte Statistik: (Quelle: BKA - https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2015/Standardtabellen/standardtabellenTatverdaechtige.html?nn=51356)

Deutsche Tatverdächtige (dazu zählen auch alle Migranten mit deutschem Pass): 1.457.172
Nichtdeutsche Tatverdächtige: 911.864


Straftaten gegen das Leben
Deutsche TV: 2.474
Nichtdeutsche TV: 1.023

Totschlag
Deutsche TV: 1.055
Nichtdeutsche TV: 694

Vergewaltigung
Deutsche TV: 3.944
Nichtdeutsche TV: 1.952

Vergewaltigung überfallartig
Deutsche TV: 455
Nichtdeutsche TV: 237

Vergewaltigung durch Gruppen
Deutsche TV: 194
Nichtdeutsche TV: 166

Raub, räuberische Erpressung
Deutsche TV: 17.644
Nichtdeutsche TV: 11.018

Beitrag melden
Luna-lucia 08.12.2016, 18:41
21. das geschriebene Recht

ups, na sowas aber auch! Und dahinter hat sich die ARD dicke versteckt! Jeder (durch Mord) getötete Mensch ist einer zuviel! Und mindestens eine überregionale Meldung zu allen bekannten Ereignissen, und Umständen, die zu seinem / ihrem Tod geführt haben, wert! Nein, wenn es Menschenleben geht, sollte sowas zwingend vorgeschrieben sein! Man stelle sich mal, dieses grausame Verbrechen währe einer Moderatorin von der ARD widerfahren! Es würde (mit größter Wahrscheinlichkeit) jedes Jahr, am Tattag daran erinnert werden. Oki, aber wie ist das bei "normal" einem Verbrechen zum Opfer gefallenen Frau? Ist die nicht ganz soviel Aufmerksamkeit wert? Nur, weil sie nicht öffentlich bekannt war? Uns erscheint dieser Artikel echt schwerlastig zum Schutz von Tätern zu sein! Solche Täter-Menschen sind einfach ausgedrückt! Abschaum! Abschaum übelster Sorte! Aber mal sehen, was wir von den Ö.R. dazu noch erfahren werden!

Beitrag melden
comeback0815 08.12.2016, 18:42
22.

Zitat von Ivy79
Ich denke Ressentiments werden eher bedient, wenn nicht berichtet wird was alle schon wissen. Dann ist der Vorwurf der Vertuschung naheliegend; und das mitten in einer Diskussion um Lügenpresse..Es war eine Steilvorlage welche die ARD und Zeit da reingekickt haben.
Nein. Es gibt in diesem Land eindeutig zu viele Menschen, die eine solche Tat nicht einordnen können. Sie lieben es dann, sich in den eigenen Ressentiments zu suhlen und so ein wenig von der eigenen Existenz zu vergessen.
Das ist der schmale Grat, auf dem die Medien sich bewegen, denn die Tat eines Menschen wird, sobald er kein hier geborener ist, seiner Herkunft zugeschrieben.
Die gleichen Menschen, würden im Falle der anderen über 300 Fälle die Augenbraue heben, Empörung aufwallen lassen, sie würden aber nie auf die Idee kommen, kulturelle Hintergründe ins Feld zu führen und - viel wichtiger - die Tat mehrheitlich schnell wieder "vergessen". Da hat Augstein schon Recht.

Beitrag melden
Kassandro5000 08.12.2016, 18:44
23.

"Wäre Maria L. von einem Deutschen getötet worden, wir wüssten wahrscheinlich nicht von ihr. Weil sie aber vielleicht Opfer eines Flüchtlings wurde, kennt sie nun das ganze Land."

Herr Augstein will das Problem nicht verstehen und schreibt an ihm vorbei. Auffanglager in Krisengebieten würden uns vor dieser Art "Schutzbedürftigen" schützen ohne dass wir eine moralische Verpflichtung zur Hilfeleistung verletzen würden. Nach den zweifelhaften Erfahrungen, die wir mit Zuwanderung aus vormodernen Gesellschaften haben, ist jeder nicht hier ankommende aber trotzdem versorgte Flüchtling ein guter Flüchtling.

Beitrag melden
clearglass 08.12.2016, 18:45
24. Man könnte diesen Beitrag ernst nehmen,

Herr Augstein, wenn er nicht von dem Bemühen gekennzeichnet wäre, wieder die Schuldkeule und Nszivergangenheit zu schwingen. Unbestreitbar sind die 'Flüchtlinge' unter 'besonderen Beobachtung'. Ebenso unbestreitbar ist doch auch, dass diese eben in ihrer großen Mehrheit aus Kulturen kommen, die patriarchalisch geprägt sind und über ein gänzlich anderes Frauenbild verfügen als es in unserer Gesellschaft üblich ist.
Es ist doch ebenso unbestreitbar, dass der real praktizierte Islam dieser "frauenfeindlichen Sicht", einem in unseren Augen negativen Gesellschaftsbild beiträgt. Nun sind halt die Einwohner in einer bestimmten, umgrenzten Region in der Mehrheit eben Angehörige einer Ethnie, Rasse - wie immer Sie das 'neutral', pc nennen dürfen. --- Aus diesen Fakten jetzt den Schluss ziehen zu wollen, dass die Benennung einer Bevölkerungsgruppe, die Biologisierung einer Kultur mit einer "Spielart des Rassismus" gleichsetzen zu wollen ist ein Denkfehler. Ist eigentlich besseren Wissens und dann in Ihrem Falle, als Intellektueller, schlichtweg perfide.

Beitrag melden
dulcineadeltoboso 08.12.2016, 18:45
25.

Zitat von Mick.Berlin
Man sollte einfach die vorhandenen gesammelten Daten zu Straftaten sammeln, statistisch aufbereiten (Straftat je 100T Einwohner des betreffenden Landes) und dann ist das Thema doch vom Tisch
Frau Stokowski hat es ja am Dienstag versucht: "72 Prozent der erfassten Tatverdächtigen haben einen deutschen Pass.", also 28% sind Nichtdeutsche (bei einem Anteil von 14%). Das ist eine deutliche Überrepräsentation. Hierfür sehe ich 3 Gründe. 1. Andere Menschen sind anders sozialisiert, was sich in der Kriminalstatistik irgendwann mal niederschlägt. Spekulativ ist jetzt meine Behauptung, dass die meisten Migranten aus schlechter sozialisierten Gesellschaften kommen (sonst würden sie ja nicht ausgerechnet zu uns kommen). 2. ein erheblicher Anteil der Migranten sind junge Männer. Die sind eh schon führend in jeder Kriminalstatistik. Verschärfend kommt hinzu, dass es einen erheblichen Mangel an Frauen der gleichen Altersgruppe gibt. 3. Viele Flüchtlinge werden wohl nach kurzer Zeit merken, dass ihre Vorstellungen von Deutschland viel zu rosig waren. Das führt zu Frust.

Es geht hier nicht darum, dies möglichst laut in der Öffentlichkeit zu diskutieren um rechte Hetze zu rationalisieren. Es geht darum, dass solchen Analysen die notwendige Grundlage jeder vernünftigen Politik sind. Herr Augstein scheint das anders zu sehen.

Beitrag melden
baiki 08.12.2016, 18:46
26. Berichtenswert

Zunächst einmal muss es für die Angehörigen sehr schmerzhaft sein, wenn solch eine schreckliche Tat als "regionaler Einzelfall" bezeichnet wird. Auch wenn solche Zuordnungen in einer Mediendebatte - und darum geht es - leider unvermeidlich sind.
Was ist relevant für die öffentliche Berichterstattung? Darüber lässt sich immer streiten. Ich halte diese Tat aber tatsächlich für eine, über die berichtet werden kann und vielleicht auch sollte. Und die dann wiederum Raum für Diskussionsbeiträge wie diesen von Herrn Augstein schafft. Denn erst durch diese Debatte muss die Öffentlichkeit bzw. "die Gesellschaft" sich mit der Erkenntnis auseinandersetzen, dass auch Menschen, die mutmaßlich Schutz suchen, schlimmste Verbrechen begehen können. Und dass diese dennoch immer die Taten einzelner Menschen sind. Eine banale Erkenntnis, die aber immer wieder neu geschaffen werden muss.

Das alles unter der wichtigen Einschränkung, dass die Täterschaft wohl noch nicht feststeht.

Beitrag melden
comeback0815 08.12.2016, 18:46
27.

Zitat von der-schwarze-fleck
Die Herkunft des Täters ist eigentlich irrelevant, seine Sozialisation ist entscheidend. Aber das weiß doch eigentlich jeder. Die Erziehung und Prägung in der Jugend kann auch ein jeder von uns schwer ablegen, warum soll das Migranten besser gelingen? Es sind doch auch nur Menschen.
Sie behaupten, "der Migrant" (Wer ist das überhaupt?), sei auf Grund seiner Sozialisation und seiner Prägung ein Täter - blenden aber explizit aus, dass es "den" Migranten gar nicht gibt.

Kurz gesagt: Sie verneinen das Individuum. Aber das wissen Sie sicherlich.

Beitrag melden
lupenreinerdemokrat 08.12.2016, 18:46
28. Auch wenn ich mit Ihnen sehr oft auf einer Linie bin,

Herr Augstein, habe ich hier eine differierende Ansicht:

"Wäre Maria L. von einem Deutschen getötet worden, wir wüssten wahrscheinlich nicht von ihr. Weil sie aber vielleicht Opfer eines Flüchtlings wurde, kennt sie nun das ganze Land."

Klar wüssten wir von ihr, denn schon lange bevor der Täter feststand, wurde überregional in allen Medien von der Vergewaltigung und Mord berichtet. Gleiches Thema wie bei der Joggerin Carolin Gruber aus Endingen. Der Fall ist ebenfalls bundesweit bekannt, obwohl noch keine Spur zu einem Täter führt.
Das ironisch-tragische an Maria L. Schicksal ist nun mal, dass sie die Tochter eines höheren EU-Beamten ist, der sich vehement für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzt (nach wie vor) und dass Maria neben ihrem Studium als Flüchtlingshelferin in Freiburg tätig war.
Am vergangenen Dienstag wäre sie übrigens 20 geworden.

Man muss vor allem die weibliche Bevölkerung einfach aufklären und darüber informieren, dass man sich heutzutage nicht mehr ohne besondere Schutzmaßnahmen überall und zu jeder Zeit aufhalten kann, so wie das vielleicht noch vor 10 Jahren der Fall war. Die Sicherheitslage hat sich in der Tat dramatisch verschlechtert, allerdings nicht erst seit letztem Herbst, als fast eine Million männliche alleinreisende Migranten ins Land kamen.

Beitrag melden
fam.weber11 08.12.2016, 18:47
29. Herkömmliche Nachrichtenwerte noch angemessen?

Seit der Kölner Sylvester-Nacht und dem Verbrechen in Freiburg offenbart sich exemplarisch, dass die alten Medien mit ihren herkömmlichen Nachrichtenwerten von den digitalen Umwälzungen weggefegt werden. Nicht über Freiburg zu berichten, steht nämlich durchaus in der Tradition der Tagesschau-Auswahlpraxis. Diese, das indiziert die massive Kritik an dem ARD-Flaggschiff, gehört somit auf den Prüfstand. Positiv ist zu sehen, wenn Medien unverändert Sorgfalt und Zuverlässigkeit über Schnelligkeit im Nachrichtengeschäft stellen und sich damit vom zappeligen, clickbate-getriebenen Online-Journalismus abheben. Dieses Asset jedoch droht verloren zu gehen, wenn die Nachrichten-Selektion nicht mehr die Erwartungen vieler Zuschauer abzubilden vermag. In diesem Zusammenhang ist auch und gerade die Richtlinie 12.1 des Presseskodex (Herkunft von Straftätern) aus dem Jahr 1973 (! Sic) überarbeitungsbedürftig.

Beitrag melden
Seite 3 von 22
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!