Forum: Politik
Morddrohungen von Islamisten: Satire-Zeitung darf nicht mehr online gehen

Die Journalisten der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" wollen sich nicht einschüchtern lassen - trotz des Anschlags auf ihre Redaktionsräume. Doch der Betreiber der Website des Blatts knickt ein: Wegen Morddrohungen mutmaßlicher Islamisten bleibt die Seite vorerst offline.

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juerv1 04.11.2011, 09:19
160. .

Zitat von andynm
Aber: Warum muss sich ein Magazin über gläubige Muslime lustig machen und ihren Propheten lächerlich machen? Wer aus solchem Kommerzstreben Menschen in ihren Gefühlen beleidigt, muss nach den Erfahrungen des Karikaturenstreits mit solchen Folgen rechnen.
Das ist nun Mal Demokratie. Ich kann auch nicht mit Mord und Totschlag drohen, wenn meine "Gefühle beleidigt werden", was durchaus vorkommt.

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danubius 04.11.2011, 09:23
161. Religion und Demokratie

[QUOTE=RagabAbdelaty;9061018]Presse- und Meinungsfreiheit bedeutetn nicht, dass man andere Leute beleidigt... in einem muslimischen Land wie Ägypten darf ich nicht, einen Christen oder Juden bzw. ihre Religionen zu beleidigen und meinen, es sei Pressefreiheit.
Wie gesagt bin ich gegen jede Gewalt und alles, was den gegenseitigen Respekt und die Toleranz zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen bedrohen kann. QUOTE]
Prinzipiell stimme ich Ihnen zu: als Christ achte ich die Religionen anderer. Es wäre schön, wenn Muslime dies auch täten - leider gibt es im privaten und im geschäftlichen Bereich genügend Beispiele, die uns täglich das Gegenteil beweisen: Türkei, Saudi-Arabien, Ägypten, Iran, Indonesien usw.
Schauen Sie sich doch mal die dortigen Tageszeitungen an - sie werden überall Karikaturen finden, die das Christentum beleidigen. Brennen wir deshalb deren Redaktionen nieder?

Beispiel eines Cartoons: ein ägyptischer Panzer fährt über ein Christenkreuz aus einer zerstörten Kirche. Der Pfarrer kniet und betet, die Panzerbesatzung sagt zu ihm:"... ist doch nicht so schlimm, ist ja nur aus Holz..."

Als Demokrat stehe ich auch hinter den Begriffen wie Toleranz und Pressefreiheit.
Leider dienen diese jedoch vielen Muslimen nur zum Durchsetzen der eigenen intoleranten Meinung und zur Stimmungsmache gegen die Christen...

Ich kenne den Nordafrikanischen und den Nah- und Mittelostraum relativ gut, viele meiner Freunde sind wirklich gläubige Muslime - auch einige Hadschis sind darunter.
Keiner von ihnen würde sich jedoch an einem solchen kriminellen Akt beteiligen!

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markus_wienken 04.11.2011, 09:25
162. .

Zitat von DasBrot
Sie verhöhnen alle, die eben genau.......nicht eingeknickt sind und ihr Leben für Rede- und Meinungsfreiheit gaben.
Ich habe eine Frage gestellt und niemanden verhönt. Sie sollten an Ihrer Lesekompetenz arbeiten.

Zitat von DasBrot
Glauben Sie das gabs hier umsonst das wir hier frei und friedlich leben können. Dafür starben viele Tausend.
Ist mir nicht unbekannt.
Es ist aber leicht etwas zu fordern, insbesondere sein Lebens aufs Spiel zu setzen wenn man und/oder seine eigene Familie/Kinder nicht betroffen sind.

Zitat von DasBrot
Ich kann nur jedem empfehlen gegenüber Islamisten selbsbewußt aufzutreten und ihnen ganz klar die Grenzen auf zu zeigen. Die westlichen Demokratien sollten wehrhaft sein.
Kann ich auch nur empfehlen. Ob ich es dann im zweifelsfalle dann aber auch selbst tun würde... ich weiß es nicht.

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markus_wienken 04.11.2011, 09:37
163. .

Zitat von Wembley
Was wollen Sie damit letztendlich ausdrücken? Dass man sich vor der Gewalt in die Gosse werfen soll? Mal abgesehen von sinnlosem anonymem Maulheldentum (ist nicht doll, zugegeben) muss doch Jedem klar sein, dass ein Einknicken vor der Gewalt eine endlose Geschichte ist. Der Gewaltandrohende wird dann immer wieder diese Taktik anwenden. Wie der Erpresser im Krimi: Bezahlt man ihn einmal, bezahlt man ihn immer.
Das ist schon klar. Aber grau ist alle Theorie.
Solange man oder seine Familie/Frau/Kinder nicht selbst betroffen sind kann man vieles fordern.
Aber hat man (haben Sie?) in einem solchen Fall auch den Mum das trotz Gefährdung des eigenen Lebens oder das Ihrer Famile durchzuziehen?
Ich kann nur für mich sprechen und ich weiß es nicht ob ich das tun würde.

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Pepito_Sbazzagutti 04.11.2011, 09:40
164. Religiöse Eiferer

Zitat von RagabAbdelaty
Was diese Zeitschrift gemacht hat, hat überhaupt keinen Sinn und verschärft nur den Konflikt zwischen Muslimen und Europäern.
Sehen Sie, seit der Aufklärung (für Muslime ein sicher interessanter, da bislang unbekannter Begriff) in Europa werden religiöse Eiferer und Fanatiker eher bedauernd belächelt.
Falls Sie den Unterschied zwischen Beleidigung und Satire nicht erkennen können, sind Sie eventuell auf dem falschen Kontinent.

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juerv1 04.11.2011, 09:42
165. .

Zitat von RagabAbdelaty
Als Muslim spreche ich auch aus meiner Sicht als jemandem, der sich wegen dieser Karikatur "beleidigt fühlt".
Ja, ich fühle mich im Leben oder bei Internet-Diskussionen auch oft beleidigt und gekränkt. Muss ich hinnehmen, das ist Demokratie.
In strafrechtlicher Hinsicht ist der Tatbestand der Beleidigung im übrigen erst dann gegeben, wenn jemand ganz konkret Sie als Person beleidigt in der Art von "RagabAbdelaty ist ein absolutes XYZ". Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Gruppen beleidigt werden in der Art von "Alle Muslime sind absolute XYZ".

Wenn ich das richtig sehe, ist beides in dem vorliegende Fall nicht passiert.

Im übrigen steht hier zunächst die Frage im Raum, ob es angemessen ist, auf gefühlte Beleidigungen mit Bombendrohungen zu reagieren, also jemandes Leben zu bedrohen. Zu diesem Punkt habe Sie sich bislang nicht geäußert.

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