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Morddrohungen von Islamisten: Satire-Zeitung darf nicht mehr online gehen

Die Journalisten der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" wollen sich nicht einschüchtern lassen - trotz des Anschlags auf ihre Redaktionsräume. Doch der Betreiber der Website des Blatts knickt ein: Wegen Morddrohungen mutmaßlicher Islamisten bleibt die Seite vorerst offline.

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Joe67 03.11.2011, 19:13
70. Zweierlei Mass

Zitat von blumt0pf
Über Gott, Christen und das Christentum darf sich jeder x-beliebig lustig machen, Witze reissen und lästern was das Zeug hält. Ebenso über das Judentum und andere Religionen.
Wer sich über den Papst lustig macht, verliert selbst bei der evangelischen Kirche (Diakonie) seinen Arbeitsplatz. Nicht wenige religiöse Karrikaturen sind auch in Deutschland verboten worden, da sie das religiöse Empfinden der Christen verletzen würden.
Von daher wird hier manchmal mit zweierlei Mass gemessen.
Daher ist auch Deutschland nicht über alle Kritik erhaben. Auch ist hier die Trennung von Kirche und Staat nur sehr partiell.
Gar nicht akzeptabel sind dagegen der Terrorismus gegen anders- oder nichtgläubige. Der Staat sollte sich hier aktiv dagegen stellen uns selbst den Provider für das Magazin stellen - nicht weil er die konkrete Satire so gut findet, sondern weil er den Terrorismus bekämpft.

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Moewi 03.11.2011, 19:15
71. Keine Macht den Titeln

Man zieht an einem Faden und ein Hampelmann schwingt die Glieder. Man drückt einen Knopf und ein Spielzeughund bellt.
Man druckt etwas -meinetwegen- geschmackloses, und ein irrer Gläubiger dreht durch.
Ich bin fasziniert wie niedrig die Hemmschwelle mancher Menschen sitzt.
Fast möchte man tatsächlich -wie in verschiedensten Kömödien üblich- einfach nur ein (angeblich) blasphemisches Titelbild hochhalten, sehen wie die Menge kreischend aufbraust, und dann im Wechsel verdecken bis sie sich beruhigen, aufdecken, verdecken, nur um am Ende grinsend festzustellen:"Ihr habt doch nicht mehr alle Latten am Zaun"
Tja, leider sind manche Leute derart gepolt, dass sie einen eher umbringen, als einhalten.

Hoffentlich wird der neurologische Sitz der religiösen Fehlfunktion bald eingegrenzt und noch hoffentlicher ist er dann abschaltbar.

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Sequester 03.11.2011, 19:17
72. Das ist ein Grundrecht.

Zitat von andynm
Eins mal vorweg: Anschläge und Morddrohungen sind inakzeptabel und gehören polizeilich verfolgt. Aber: Warum muss sich ein Magazin über gläubige Muslime lustig machen und ihren Propheten lächerlich machen? Wer aus solchem Kommerzstreben Menschen in ihren Gefühlen beleidigt, muss nach den Erfahrungen des Karikaturenstreits mit solchen Folgen rechnen. Atheisten mögen das witzig finden, andere nicht.
Warum? Weil wir uns auch über den Papst, Jesus, Politiker und Künstler lustig machen dürfen. Das ist unser Grundrecht! Und warum nach den "Erfahrungen" im Karikaturen"streit" nicht Solidarität, gerade unter den linken Blättern", herrscht verschließt sich mir völlig. Soweit ich mich aber erinnern kann hat SPON auch keine einzige Karikatur aus dem dänischen Blatt nachgedruckt. Titanic hat da mehr Mumm bewiesen - muss man aber wahrscheinlich nicht haben, Günther Grass hat die Karikaturen damals auch scharf verurteilt. Es ist erstaunlich, welche Allianzen für Zensur sich da auf einmal bilden können.

Wenn jede Zeitung jeden Tag einen Witz und eine Zeichnung von Mohammed veröffentlichen würde, dann hätte der Spuk ziemlich schnell ein Ende. Ich würde das begrüßen.

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spatenheimer 03.11.2011, 19:18
73. hmm

Zitat von mm01
allerdings habe ich noch keine Morddrohungen vernommen, wenn über Christen oder den Papst eine Satire veröffentlicht wurde.
Bombendrohungen bei Aufführungen des Theaterstücks "Corpus Christi" gab es einige.

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Antje Technau 03.11.2011, 19:18
74. ab nach Saudi Arabien

Zitat von f.orenstöpsel
Einige haben es tatsächlich vor. Schariazonen in Dänemark,Großbritannien, Belgien, Frankreich und Spanien und auch in deutschen Städten, inklusive Moralpolizei.
da bin ich mit Henryk M. Broder einer Meinung: die sollen doch nach Saudi Arabien, den Iran oder in sonst ein Land gehen, wenn sie in Scharia-Land leben wollen.

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unterländer 03.11.2011, 19:21
75. !

Zitat von f.orenstöpsel
Einige haben es tatsächlich vor. Schariazonen in Dänemark,Großbritannien, Belgien, Frankreich und Spanien und auch in deutschen Städten, inklusive Moralpolizei.
Ich möchte Ihren Link noch um eine interessante Hörfunksendung aus der Reihe "SWR1 Leute" von heute Morgen ergänzen.
http://www.swr.de/swr1/bw/programm/l...inh/index.html
Joachim Wagner, ein ARD-Redakteur, einst Leiter von "panorama" berichtet dort über islamische Schatten- und Paralleljustizen in Deutschland.

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loeweneule 03.11.2011, 19:21
76. nee

Zitat von flr2
Natürlich. Woran denn sonst? Der einzige unterschied zwischen einem gemäßigten und einem radikalen Moslemist nun mal der, das der eine bereit ist den Molli zu werfen und der andere nicht. Die Sicht der Dinge bleibt gleich.
Aber das macht doch den Unterschied. Der gemäßigte Moslem mag in die Tischkante beißen, sich den Bart raufen oder sonstwas tun, so lange er eben keinen Molli wirft, ist doch alles in Ordnung. Wollen sie den Leuten ihre Ansichten verbieten? Was meinen Sie, wem ich alles die Pest an den Hals wünsche. Aber es bleibt eben bei dem Wunsch.

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Parzival v. d. Dräuen 03.11.2011, 19:24
77. .

Zitat von Antje Technau
alle deutschen Tageszeitungen, Papier- und online-Journale sollten sich mit den Pariser Kollegen solidarisch zeigen und das Titelblatt, das zu den angeblichen Morddrohungen durch mutmassliche Islamisten führte, auf ihrem Titelblatt abdrucken. GANZ GROSS. Damit die Verbrecher, wer auch immer sie sein mögen, sehen, dass sie mit ihren Drohungen nur das Gegenteil erreichen. Jetzt erst Recht. Bis der letzte Fundamentalist begriffen hat, dass er hier im Westen mit Terror gar nichts erreicht. Ausser dass man ihn zutiefst verachtet.
Ich schließe mich dem an. Nicht nur in den Zeitungen und Magazinen, auf den Titelblättern, sondern in der ganzen europäischen Zone die Litfaß-Säulen und Werbeflächen großformatig mit Satire plakatieren. Von jeder Autobahnbrücke und auf jedem Webblog. In der Bahn und in Flugzeugen. Die besten Bilder sollte man ähnlich dem Mount Rushmore Memorial in verschiedenes Felsgestein meißeln - auf dass für die nächsten Jahrtausende ein für alle mal geklärt ist, was der Europäer unter Meinungsfreiheit versteht. Sollte es ums Geld geht, finden sich genug Spender. Wäre ja wohl noch schöner, wenn Satire Burka tragen müsste.

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max-mustermann 03.11.2011, 19:24
78. richtig

Zitat von andynm
Eins mal vorweg: Anschläge und Morddrohungen sind inakzeptabel und gehören polizeilich verfolgt. Aber: Warum muss sich ein Magazin über gläubige Muslime lustig machen und ihren Propheten lächerlich machen? Wer aus solchem Kommerzstreben Menschen in ihren Gefühlen beleidigt, muss nach den Erfahrungen des Karikaturenstreits mit solchen Folgen rechnen. Atheisten mögen das witzig finden, andere nicht.
und der Ausländer der von Rechtsradikalen verprügelt wird soll sich auch nicht so anstellen schließlich hat er damit rechnen können nach den Erfahrungen die andere in den letzten Jahren gemacht haben.
Merken sie eigentlich wie sie hier nach ihrem ersten Satz sofort versuchen das ganze wieder zu relativieren.
Wenn diesen Menschen die Zeitung nicht passt sollen sie sie nicht lesen und wenn sie generell Probleme mit Meinungsfreiheit haben könnte ich einen Umzug in den Iran empfehlen.

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saschaegg 03.11.2011, 19:26
79. nicht witzig

Zitat von andynm
Aber: Warum muss sich ein Magazin über gläubige Muslime lustig machen und ihren Propheten lächerlich machen?
Müssen muss das Magazin nicht, aber dürfen sollte es ohne dass es zu Gewalt kommt.
Zitat von andynm
Wer aus solchem Kommerzstreben Menschen in ihren Gefühlen beleidigt, muss nach den Erfahrungen des Karikaturenstreits mit solchen Folgen rechnen.
Ach wissen Sie, wenn jeder, der in seinen Gefühlen beleidigt wird gleich Brandanschläge ausübt und andere Menschen zu ermorden droht, dann können wir einpacken.

Wir können auch einpacken, wenn wir vor jedem, der gleich die beleidigte Leberwurst spielt, einknicken und unsere Freiheit zu Grabe tragen. In einem Rechtsstaat ist es immmer noch der Rechtsweg, der begangen werden sollte, wenn man sich in seinen religiösen Gefühlen verletzt sieht. Dazu haben wir in D entsprechende §§, das dürfte in F nicht anders sein.

Aber statt den Rechtsweg zu bestreiten zum "Faustrecht" zu greifen und mit Morddrohungen andere einzuschüchtern, ist weit weg von dem, was akzeptabel ist. Freiheit ist immer auch eine Last, nämlich die, das aushalten zu müssen, was einem nicht passt, anderen aber wichtig ist. Solange das im Rahmen der Gesetze der Gesellschaft bleibt, muss man die Satire anderer ertragen.

Wer das nicht will, der findet reichlich Staaten, in denen andere Regeln herrschen. Dahin darf derjenige entschwinden. Hier in Zentraleuropa ist dann der falsche Platz für diese Leute.

Ich habe selber viele Jahre in einem orthodox islamischen Land verbracht. Da konnte und durfte ich meine Kultur nicht ausleben. Da habe ich mich anpassen müssen. Nun sehe ich keinen Grund dafür, dass ich mich in Zentraleuropa, in meiner Kultur, wieder diesen Torfköppen anpassen soll.

Zitat von andynm
Atheisten mögen das witzig finden, andere nicht.
Auch Atheisten finden es nicht witzig wenn wegen ein paar Witzen Menschen getötet werden sollen, das dürfen Sie mir glauben.

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