Forum: Politik
Mordfall Susanna: Schuld und Verantwortung
DPA

Die Flüchtlingspolitik Angela Merkels war richtig - doch die Fehler in deren Folge vermag sie nicht glaubhaft aufzuarbeiten. So trägt die Kanzlerin Mitverantwortung daran, dass Fälle wie der Mord an Susanna den Rechtspopulisten Aufwind geben.

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hamburger.jung 08.06.2018, 20:58
1.

Der Kommentar beschreibt die Situation richtig. Genauso ist die Schlagzeile der BILD richtig. Denn sie stimmt. Andererseits hat ein 13-jähriger Flüchtling entscheidend zur Aufklärung beigetragen. Kann man auch sagen: Ohne den liefe der Mörder frei herum. Schwieriges Thema!

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Benjowi 08.06.2018, 21:07
2. Handwerkliche Schlamperei.

Zitat: "Die in der Folge dieser Politik gemachten Fehler allerdings hat sie zu verantworten." Genauso ist es. Leider hat sich bei den verantwortlichen Politikern mittlerweile bei vielen Problemen eine handwerkliche Lässigkeit breitgemacht. Nach starken Worten ("Wir schaffen das") wird nicht das Notwendige getan, um es wirklich zu schaffen-außer teilweise sinnlos mit Geld um sich zu werfen. Es darf einfach nicht passieren, dass Leute die ausreisepflichtig sind, sich hier noch jahrelang durch das System schlängeln können, weil die Verantwortlichen zu bequem sind, tatkräftig Probleme zu beheben. Sowas ist im Fall Amri passiert und jetzt offensichtlich wieder. Das Schlimmste an solchen Fällen ist letztlich, dass echte Flüchtlinge, die wirklich in Not sind und alles tun, um sich anzupassen, unter dieser staatlichen Mißwirtschaft am meisten zu leiden haben. Obendrein werden den Rechtsradikalen die Bälle zugespielt. Die Bräsigkeit, mit der deutsche Spitzenbeamte mit der Sache umgehen, ist kaum mit anzusehen. Es kann zum Beispiel kein Hexenwerk sein, europaweit flächendeckend austauschbare Daten und Fingerabdrücke von allen Eingereisten vorzuhalten. Es ist z.B. sinnlos, das bei den Einheimischen in Pass und PA zu forcieren und ansonsten mit den Schultern zu zucken. Aber wichtig und unwichtig zu unterscheiden, ist in den zuständigen Behörden offensichtlich eine kaum verbreitete Kunst und das zu ändern wäre längst Aufgabe der Leitung gewesen!

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josho 08.06.2018, 21:09
3. Es war nur richtig, das Desaster.....

..... in Ungarn zu beenden. Die Grenzen danach wochenlang offen zu lassen war keine humanitäre Verpflichtung mehr. Merkel hätte sofort Europa zur Verantwortung rufen müssen. Das war der schwerste Fehler ihrer Amtszeit. Zwischenzeitlich hat sie eine 180° Wende hingelegt, aber ohne sich zu diesem Fehler zu bekennen und auch ohne die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass aufgrund dieses Fehlers eine rechtsextreme Partei in den Bundestag eingezogen ist. Das wird als schwere Hypothek ihrer Amtszeit bleiben.

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derhey 08.06.2018, 21:12
4. Nur in Teilen

hat Frau Merkel eine richtige Flüchtlingspolitik betrieben. Sie hat die Dimensionen der Selfies nicht erkannt, die tausendfach in wenigen Minuten durch Internet verbreitet wurden und als Einladung dienten.
Sie hat sich populistisch als Retter der Flüchtlinge in Szene gesetzt und vertritt auch heute noch die Auffassung/Meinung, alles richtig gemacht zu haben und sie würde wieder so handeln.
Sie trägt nicht für Einzelfälle Verantwortung sondern für das große Ganze - darin liegt ihr Versagen.

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österreichischeschule 08.06.2018, 21:13
5.

Dieser Fall ist nicht Wasser auf die Mühlen von Rechtspopolisten, auch wenn Sie mich sicher gleich als solchen brandmarken werden, dieser Fall zeigt das komplette Staatsversagen Deutschland in unfassbarer Klarheit auf. Dieses Mädchen ist gestorben weil Behörden Fehler über Fehler gemacht haben. Sie nun zur Attacke auf die Rechten zu nutzen ist vom Autor genauso widerlich wie die von ihm angeprangerte Ausnutzung des Falls durch dieselben. Jeder Familienvater, der so wie ich eine Tochter hat, hat Tränen in den Augen ob des Schicksals dieses armen Mädchen. Niemand möchte sich vorstellen, was die Mutter gerade durchmacht. Mein tief empfundenes Beileid. Jeder Familienvater hat aber auch eine ungeheure Wut im Bau wie so etwas möglich sein kein. Der Täter, nein besser Mörder, hat kein Aufenthaltsrecht, handelt mit Drogen, belästigt bereits andere Frauen, greift Staatsbedienstete an und wird dennoch nicht abgeschoben. Das ist totales Staatsversagen, auch wenn der Schutz "der schon vorher hier wohnenden" anscheinend in linken Kreisen nicht mehr so ganz die gleiche Priorität genießt, wie der Schutz von solchen Menschen. Natürlich ist dies nur ein Einzelfall. Aber für mich ein Einzelfall der sich zu oft wiederholt.

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Haudegen 08.06.2018, 21:15
6. So einfach ist das alles nicht, weder ...

die Frage nach den Schuldigen von Verbrechen zu beantworten - z.B. Mord, wie in diesem Fall - noch werden durch das "Dingfestmachen von Schuldigen" weitere Straftaten verhindert. Das Morden und Rauben hört nie auf. Warum wohl? Doch zunächst: Wenn Frau Merkel die Schuldige sein sollte an Straftaten, die durch Flüchtlinge begangen werden, dann dürfte man ja gar nichts mehr machen. Wenn ich Kinder habe, dann weiß ich auch nicht, ob diese nicht plötzlich auf die schiefe Bahn geraten und Mist bauen. Und falls - bin ich dann schuldig? Das Problem des sozialen Gefüges zwischen Menschen besteht darin: Zum Zurechtkommen brauchen wir einen Fokus auf Täter und Opfer, damit wir urteilen, bzw. verurteilen können. Damit wir Recht sprechen können - damit unsere Moral und Ethik (Letztere ist nichts Anderes als der Versuch, der Moral einen übergeordneten Ursprung zu geben) sich im realen Zusammenleben niederschlagen kann. "So wollen wir leben - und so nicht!" Das muss ja auch gewährleistet werden - und zwar im Extremfall durch Strafe. Wenn man den Menschen aber genau betrachtet, dann gilt tatsächlich der Satz: "Es geschehen Handlungen - aber es gibt keinen Handelnden!" Denn das was handelt - ob im Guten (was wir dafür halten) oder im Schlechten (ebenso...) - ist immer eine momentane Entwicklung, die durch vielerlei Einflüsse geschieht. Letzteres ist auch der Aufhänger, der in Deutschland und anderen Staaten die mögliche Resozialisierung von Straftätern überhaupt erst möglich macht. Jeder Mensch ist immer auch seine Erziehung und bei dessen Eltern usw. ist es genauso. Die AFD handelt deshalb billig, wenn sie Flüchtlinge mit schlechten Taten ausschlachtet, um auf's Ganze zu schließen (auch auf die Kanzlerin, Politik). Es ist eine Frage des Anspruchs, diese menschenverachtende Instrumentalisierung durch die AFD aufzudecken und zu hinterfragen. Dieser Anspruch liegt bei dem Volk, bzw. bei den Wählern. MfG

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ekel-alfred 08.06.2018, 21:16
7. "Dieser Fall ist Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten"

Wir können natürlich auch so tun, als wäre nichts geschehen. Alles nur ein bedauerlicher Einzelfall, der wievielte eigentlich in den letzten Jahren?
Natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Wer unkontrolliert und massenhaft Fremde ins Wohnzimmer holt, die dem Bürger auch noch als zukünftige Rentenzahler verkauft werden, der muss natürlich damit rechnen, dass auch Diebe, Mörder und sonst was darunter sind.

Und irgendwann bekommt der Bürger ein komisches Gefühl bei den vielen Einzelfällen und dazu braucht es nicht mal Rechtspopulisten. Das ergibt sich, wenn man den Verstand bemüht.

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olivk 08.06.2018, 21:22
8. Zusammenhänge

Man kann ja nun wieder alle Zusammenhänge abstreiten, warum auch nicht. So braucht man am System auch nichts zu ändern. Bis zum nächsten Mord und dem danach.
Warum wollen Establishment und Medien das nicht wahrhaben? Es ist doch mittlerweile eine ziemlich beispiellose Serie von Gewalttaten durch Asylbewerber, die die Öffentlichkeit aufschrecken. Man kann ja darüber streiten, was man dagegen tut - von Abschiebung bis Integration. Aber einfach so zu tun als wäre nichts, macht die Gräben nur noch tiefer.

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nadennmallos 08.06.2018, 21:23
9. Frau Merkel hat richtig gehandelt! Ja und Nein!

Sicher ist: Menschen die Hilfe brauchen, Flüchtlingen in Not muss geholfen werden! Punkt! Allerdings sollte man auch helfen können, planvoll und effektiv. Nur das Lippenbekenntnis: "Wir schaffen das!" reicht nun mal nicht. Die Situation, so wie sie sich jetzt darstellt, ist doch folgende: Flüchtlinge ohne Arbeitserlaubnis, ohne Ausbildung, entwurzelt und dabei ohne Begleitung, fehlendes Controlling (ja, auch das gehört dazu), Ghettobildung, Dokumentenmißbrauch, eine völlig überforderte Bürokratie, kein koordiniertes Vorgehen der Länder, mit einem Wort: Chaos! So wird das nix mit der Einbürgerung, mit dem bunten Deutschland. Die Politik wäre gut beraten ihren Bürgern reinen Wein einzuschenken, dass nämlich noch ein oder zwei Jahrzehnte vergehen werden, bis die jetzigen Flüchtlinge halbwegs eingegliedert sind, die Unberechtigten abgeschoben werden (Falls das überhaupt in allen Fällen möglich ist, eher nein ...!?) und, last not least, das weitere Flüchtlinge kommen werden. Der Strom reißt nicht ab oder aber: Völkerwanderungen kann man nicht aufhalten.

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