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Münchhausen-Check: Wie gerecht sind Einkommen und Vermögen verteilt?
dapd

"Einkommens- und Vermögensverteilung driften auseinander", sagt SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück. Kanzlerin Merkel verkündet: "Die Einkommensungleichheit ist gesunken." SPIEGEL ONLINE und die Dokumentationsjournalisten des SPIEGEL machen den Münchhausen-Check: Wer sagt die Wahrheit?

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Thomas_Sarasota 04.12.2012, 18:52
280.

Zitat von erola
Es könnte sein. Eine Teil-Analyse macht die Kenntnis Ihres Lebenslaufs erforderlich. Zum einen ist diese Stelle für eine grundlegende Systemkritik nicht ausreichend. Im übrigen zahlen wir alle Steuern entsprechend unseren Einkünften, ebenfalls 50%.
Wenn alle 50% zahlen würden, wäre ich still. Flat-Tax, ein großartiges Modell. fast egal welche Höhe. Aber ich bin fast bereit zu wetten, dass Sie keine 50% Realabgabenquote zahlen.

PS: Geboren in Europa (nicht D), studiert in England und USA, gearbeitet in USA, England, Schweiz und "zuletzt" Deutschland für 20 Jahre. Selbstständig seit 1995, verheiratet, Kinder (alle privat ausgebildet), keine Schwarzgeldkonten, keine Steuerreduktionsmodelle, keine Vorstrafen.

Und das hilft jetzt wie???

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riolouco 04.12.2012, 18:53
281. Unsinniger Titel des Berichts

Erst ist von "ungerechter Verteilung" die Rede und nachher wird nur eine GLEICHVERTEILUNG angestrebt.

Einkommen wird durch Arbeit erzielt. Und da warte ich doch nicht auf die Verteilung. Ich suche mir Arbeit, die mir Spaß macht und vernünftig bezahlt wird. Und ich arbeite soviel, dass es gut zum Leben reicht und dass ich etwas fürs Alter zurücklegen kann.

Wenn mein Arbeitgeber mich nicht ordentlich bezahlt, dann wechsle ich ihn aus. Jedes andere Modell ist zum Scheitern verurteilt. Wir leisten uns schon genug Leute, die von Staats wegen bezahlt werden ohne das je ihre Leistung beurteilt wird. Nun soll es erstrebenswert sein, dass alle gleich viel bekommen?

Das soziale Netz muss so stark sein, diejenigen aufzufangen, die tatsächlich Ihre Interessen nicht selber wahrnehmen können und auch keine gemeinsame Interessenvertretung haben. Hier sprechen wir aber über eine kleine Minderheit, die z.B. durch Behinderung oder durch Schicksalsschläge tatsächlich nicht mehr in der Lage ist, einer Arbeit nachzugehen. Ansonsten muss schon jeder dafür sorgen, dass er seinen Teil zum Gemeinwohl beiträgt. Dann wird er auch entsprechend bezahlt.

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mitt_romney 04.12.2012, 18:53
282. Warum denn eigentlich gerecht?

Wieso soll Vermoegen bzw. Einkommen eigentlich gerecht verteilt sein? Eine sehr deutsche Idee, auf die ich nie kommen Wuerde... Daran ist ja sogar der Sozialismus gescheitert! Und 47% sind eh immer unzufrieden... Jammern einstellen und Aermel hochkrempeln!

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Thomas_Sarasota 04.12.2012, 18:53
283.

Zitat von Cassandra105
Ach, daher ging es kurz aufwärts, das war der Zeitpunkt, als Sie das Land verlassen haben - wo wir gerade bei haltlosen Spekulationen sind.
Und selbst wenn es so wäre? Ist doch ein "freies" Land, oder?

Die Annahmen sind falsch und etwas zu kurz gesprungen.

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Thomas_Sarasota 04.12.2012, 18:56
284.

Zitat von Bob Andrews
Wie niedrig soll der denn sein? Aktuell bezahlen ja selbst die Einkommensmillionäre im Schnitt unter 35% Einkommensteuer.
Habe ich nicht - bitte nicht von der "Masse" auf den Einzelfall schließen.

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krauseneu 04.12.2012, 18:57
285. Wer Vermögen hat, hat meistens Angs davor, ein wenig abgeben zu müssen

Zitat von Cassandra105
Doch, ein paar "linke Spinner" sagen das schon seit Jahren...aber sind eben "linke Spinner".
Ich denke, dass Sie sehr wohl wissen, dass das allein nicht ausreicht, um zu argumentieren. Im Zweifel sehr wohl links, aber als Spinner d. h.ohne Argumentation, stehen wohl Sie da. Linke wie ich sie verstehe, stehen ein für möglichst flache Hierarchien, möglichst niedrige Einkommensunterschiede und eine nicht allzu große Spanne bei der Vermögensverteilung, wobei die behauptete Gleichmacherei nun gerade nicht mein Ziel ist, sondern in den Köpfen derer herumspukt, die Angst haben, von ihren 10 Millionen, die in der Regel andere ersrbeitet haben, eine halbe Million abgeben zu müssen. Übrigens bin ich für Effizienz und Leistungssteigerung, die im Sozialismus wohl eher nach dem Prinzip "Eine Hand wäscht die andere " funktionieren.

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RioTokio 04.12.2012, 19:08
286.

Zitat von krauseneu
Ich kann die individuellen Argumentationen nicht verstehen, die die Tatsache, dass die unteren 50 % der Bevölkerung sich 1% des Vermögens teilen müssen und dass die obersten 10 % sich 50 % des Vermögens angeeignet haben, nicht aufnehmen. 1% Vermögen für 50% der Bevölkerung ist einfach zu ungeheuerlich. Dennoch ist nicht eine einzige Partei auf den Gedanken gekommen, diese Vermögensverteilung zu ändern und z. B. um 5 % zu erhöhen oder zum Ziel im Parteiprogramm zu machen. Mit Darlegung aller durchzuführenden Zwischenschritte. Dass das so ist, sagt viel über das derzeitige politische System. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Schicht von 10 % der Bevölkerung mit 45 % Vermögen (daher soll die Erhöhung um 5 % für die unteren 50% nämlich kommen) noch sehr gut bedient ist und zurechtkommt, wenn 50% der Bevölkerung davor mit 1 % des Vermögens angeblich gut lebte. Zumal diese Umverteilung eine Notwendigkeit ist, um das Kapital, das in unvorstellbar hohen Summen unterwegs ist um spekulativ und schädlich für das Weltfinanzsystem angelegt zu werden, erheblich zu vermindern. Eine Notwendigkeit, damit das System des Kapitalismus, das sich bisher als noch als am leistungsfähigsten und freiheitlichsten erwiesen hat, erhalten bleibt. Fällt der Wettbewerb weg, wird die Leistungsfähigkeit in Frage gestellt und faktisch mit Gewalt erzwungene Sklavenarbeit vieler in der Bevölkerung - wie auch immer (meist per Gesetz) durchgesetzt - wird, wie in Despotien, die Regel werden. Die Vermögensverteilung beinhaltet ganz konkrete und überprüfbare Zahlen. Insbes. der Gini-Faktor sagt nicht sehr viel aus. Wenn vom Einkommen sehr viel z. B. für Miete, Energie-, Fahr- und Gesundheitskosten draufgehen, welches sich die eh schon Vermögenden einverleiben, dann kann der Gini-Faktor sogar steigen und die Vermögensverteilung dennoch ungerechter werden. Schon die Tatsache, dass leistungslos erworbenes Einkommen aus Kapital mit nur 25% Höchststeuersatz versteuert werden, Einkommen aus Erwerbstätigkeit aber mit 45 % Höchststeuersatz, zeigt, in welcher Gesellschaft wir leben. Die Geduld der Arbeitsamen ermöglicht erst die Fettlebe der oberen 10 % der Bevölkerung Die Vermögensverteilung muss einfach geändert werden, das wär ´s.

Ja, ja die Vermögensverteilung in Deutschland ist ungleichmäßig.
Ob das nun gerecht oder ungerecht ist ist eine andere Frage.
Alle die schlecht gewirtschaftet haben, faul waren oder eben Pech hatten hätten natürlich nichts gegen Geschenke mit denen umverteilt wird.
99% der Leute die es "gerecht" finden wenn in Ihre Richtung umverteilt wird sollten bedenken, dass Gerechtigkeit etwas sehr humanes, völkerverbindendes ist.
Es ist also nicht auf Pass und Landesgrenzen beschränkt.

Insofern kann "Gerechtigkeit" nur in europaweitem- oder besser in weltweitem Maßstab praktiziert werden.
Wir müssen also viel Geld z.B. nach Afrika überweisen.
Einsparungen, etwa bei der Sozialhilfe, werden da sicher gerne in Kauf genommen...

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maximilian.maurice 04.12.2012, 19:13
287. wahrhaft Muenchhausen

Einkommen und Vermögen haben mit Gerechtigkeit absolut nichts zu tun, es sei denn in der marxistischen Haggadah

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Cassandra105 04.12.2012, 19:18
288.

Zitat von Crom
Die Differenz aus Brutto und Netto sind nicht nur Steuern. Nochmal nachrechnen, ... und Sie können nicht das Gegenteil beweisen. So ein Pech aber auch.
Man muss nicht die Norm beweichen, sondern die Abweichung davon.

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Cassandra105 04.12.2012, 19:19
289.

Zitat von Crom
Werkstatt Ökonomie e. V. (Hrsg.): Gibt es überhaupt Armut und Reichtum? Zum gesellschaftlichen Umgang mit Definitions- und Methodenproblemen. Heidelberg Oktober 2002 Gibt's irgendwo auch als PDF.
Ja und zwar hier:
http://www.woek.de/web/cms/upload/pd..._und_armut.pdf

War in weniger als einer Minute zu finden.

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