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Münchner Sicherheitskonferenz: US-Außenminister Kerry verordnet eine Dosis Realismus
AFP

Deutschland will eine neue Rolle in der Welt spielen, sich militärisch mehr einmischen: So klingt es bei Gauck, Steinmeier, von der Leyen. Doch in München verkündet US-Minister Kerry kühl: Die Bundesregierung kann noch so schön reden - jetzt muss sie liefern.

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gerhardaebert 01.02.2014, 22:17
230. 61 Prozent der Deutschen sind gegen den Krieg!

Irgendjemand vermiest der kriegsgierigen deutschen Regierung mit ihrem Pfarrer-Präsidenten ("Schwerter zu Flugscharen!") die Laune, indem er die 61-Prozent-Umfrage veröffentlicht, just in dem Moment, wo mit vereinten Kräften die Deutschen noch weiter weg vom Potsdamer Abkommen und wieder hin zu imperialistischen Neu-Aufteilungskriegen manipuliert werden sollen. Dank an diesen Unbekannten! Und Hoffnung zugleich. Denn die überwiegende Zahl der Äußerungen hier stammt von klugen Leuten.

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blauervogel 01.02.2014, 22:50
231. Selbstversuch die geselschaftliche Realität zu erfahren.

Zitat von Atheist_Crusader
Wenn unsere Systeme so überlegen wären, wäre es dann nicht weniger verwerflich, sie anderen aufzwingen zu wollen? ;) Wir haben einen Anspruch von moralischer Überlegenheit, aber der einzige der den für wirklich berechtigt hält, das sind wird selbst. Unsere Freiheit ist im Wesentlichen das, was unsere Regierung uns zugesteht und mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln durchsetzen kann und will. Selbst wenn wir in einer perfekten Demokratie leben würden (etwas, dessen Existenz ich mangels eines perfektes Volkes bezweifle), dann wäre unsere Freiheit noch durch das beschränkt, was uns Andere Leute zugestehen wollen bzw. verweigern können. So gesehen haben Sie zwar Recht, aber es ist nur eine von vielen Fronten. Falls Afghanistan eine davon ist, dann auf jeden Fall eine mit ziemlich geringer Priorität. Bei Afrika hingegen sieht es anders aus - was dort passiert, betrifft uns sehr viel direkter.
Wenn wir unsere Vorstellung von individueller Freiheit, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung als den richtigen Weg der menschlichen Entwicklung ansehen, dann sollten wir auch die anderen Menschen davon überzeugen. Zunächst aber müssten wir selbst davon überzeugt sein, dass diese Freiheit global und unteilbar ist und uns so verhalten. Verhalten wir uns so in der westlichen Gesellschaft? Sind das unsere gelebten Umgangformen? Nein!

Das Miteinander von Gruppen, Völkern und Nationen hat seine Basis im Umgang mit dem Nächsten und in der Beziehung der Geschlechter. Es scheint vielleicht zunächst übertrieben, aber für mich scheitert der weltweite Friede am fehlenden Respekt oder der Unfähigkeit der Männer, Frauen als gleichberechtigt zu akzeptieren. Nicht nur beruflich, auch im Privaten, auch in einer Beziehung.
Ich weiß, das liest sich sehr provokativ und männerfeindlich. Ich bin aber nicht männerfeindlich, ich bin männererfahren. Wie die meisten Frauen kompensiere auch ich oft die kleinen und großen Missachtungen der Männer, über die Männer, weil so bequem, nicht nachdenken.

Sehen Sie sich nur die Charakterisierungen und Bewertungen von weiblichen Politikerinnen an. Bei keinem noch so unfähigen Politiker wäre so stark daran gezweifelt worden, ob er als Verteidigungsminister bestehen könnte. Bei Frau von der Leyen wurde dies nur wegen Ihrer Weiblichkeit in Zweifel gezogen, als müsste sie in vorderster Reihe mit Sturmgepäck in eine Schlacht marschieren und Schützengräben ausheben. Wo soll frau hier beginnen und wo aufhören?

Wenn Sie wissen wollen, wie es um die die Achtung und Gleichberechtigung der Frauen bei uns steht, wäre ein Selbstversuch die wirksamste Methode. Wenn Sie keine Figur wie H.Kohl oder Conan der Barbar haben, verkleiden Sie sich an Karneval als Frau. Am besten mit Hilfe einer Freundin oder Ihrer Frau, es sollte mindestens halbwegs annehmbar aussehen. Seien Sie mutig und erleben Sie einen Tag in einer anderen Welt. Sie werden Ihr blaues Wunder erleben! Danach diskutieren wir dann gerne noch einmal über die gesellschaftlichen Voraussetzungen für den Weltfrieden.

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michibln 02.02.2014, 01:18
232. Die Deutschen sind gegen den Krieg?

Zitat von gerhardaebert
Irgendjemand vermiest der kriegsgierigen deutschen Regierung mit ihrem Pfarrer-Präsidenten ("Schwerter zu Flugscharen!") die Laune, indem er die 61-Prozent-Umfrage veröffentlicht, just in dem Moment, wo mit vereinten Kräften die Deutschen noch weiter weg vom Potsdamer Abkommen und wieder hin zu imperialistischen Neu-Aufteilungskriegen manipuliert werden sollen. Dank an diesen Unbekannten! Und Hoffnung zugleich. Denn die überwiegende Zahl der Äußerungen hier stammt von klugen Leuten.
Da bin ich mir gar nicht so sicher. Das heißt doch nur, dass 61 % für sich keinen Vorteil darin sehen bestimmte Kriege zu führen. Wenn man diesen Leuten aber auf Heller und Pfennig vorrechnen würde, was für sie herausspringen könnte, dann sähe die Sache doch anders aus.

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darthkai 02.02.2014, 06:20
233. optional

Wenn Amerikaner und ihre NATO-Anhängsel von "Verantwortung" schreiben meinen sie "Bomben werfen", wenn die von "Landesverteidigung" sprechen, meinen sie "andere Länder angreifen", also das genaue Gegenteil jedweden verantwortungsvollem Handeln, und im Endeffekt auch der eigenen Sicherheit wenig zweckdienlich.

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gichtschub 02.02.2014, 06:30
234.

Lest mal Black Water von Jeremy Scahill. Da erkennt man wie USA tickt (nicht das Volk sondern derer Administration) Geld, Öl, Militär - In God we trust - was für ein Gott soll das sein?

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Dirk Thormann 02.02.2014, 07:57
235. Seit wann sind "Führung" und "militärischer Einsatz" Synonyme?

Zitat von sysop
Deutschland will eine neue Rolle in der Welt spielen, sich militärisch mehr einmischen: So klingt es bei Gauck, Steinmeier, von der Leyen. Doch in München verkündet US-Minister Kerry kühl: Die Bundesregierung kann noch so schön reden - jetzt muss sie liefern.

Weltgesellschaft besteht aus komplexen Systemen – sie lässt sich nicht führen. "Führung" impliziert wenigstens partiell Entscheidungshoheit: Wer autorisiert hier wen und auf welcher Grundlage? Dass nun auch in Deutschland der Begriff Führung eine derartige Renaissance erlebt, ist bemerkenswert. Und überhaupt: Wieso werden hier "Führung"und militärische Einsätze gleichgesetzt?

Politisches Profilierungsbedürfnis treibt hier besorgniserregende Stilblüten gegen den Willen der Mehrheit der deutschen Bevölkerung.

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Aase 02.02.2014, 10:10
236. Wessen Jungs?

Zitat von fritzyoski
Auweia! Jetzt gehts aber los! Jetzt darf der treue Vasall auch mal so richtig rumballern wenn der Grosse Bruder sich mal wider auf ein militaerisches Abenteur einlaesst. Aber der Waehler will das so. So richtig lustig wird es erst dann wenn die Jungs in Saergen nach Hause kommen. Aber wieso aus der Geschichte lernn wenn man eigene Erfahrungen sammeln kann?
Doch nicht derer, die Mitlgied der cdU und spD sind.
Die Arbeitsagenturen treiben jungendliche Arbeitssuchende in den Tod, indem sie jene Jugendlichen und jungen Erwachsenen bedrängen, zur Bundeswehr zu gehen.

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purzel1950 02.02.2014, 10:40
237. gerhardaebert

Der Mann hat gar nicht gewußt, dass es diese
Bewegung im Osten gab...

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adal_ 03.02.2014, 15:32
238. Responsibility to Protect

Zitat von NewHuman
Sie reden wirres Zeug. Das von Ihnen angesprochene Konzept der "Schutzverantwortung" wurde durch die Vereinten Nationen erst 2005 auf eine völkerrechtliche Ebene gehoben.
Na und? Zitat von NewHuman
Primär geht es dabei erstmal um die Schutzverantwortung jedes einzelnen Staates für seine eigenen Bürger. Wenn ein Staat dazu nicht willens oder in der Lage ist, darf die internationale Staatengemeinschaft eingreifen, um schlimmste Verletzungen des Menschenrechts zu verhindern. Darüber entscheidet der Weltsicherheitsrat.
Der Weltsicherheitsrat ist bekanntlich der Schwachpunkt an der Geschichte, was aber auch nicht vom bemerkenswerten Schlingerkurs der Bundesrepublik, was die Schutzverantwortung angeht, ablenken kann.

1999 kam Deutschland nämlich, zusammen mit der NATO, seiner Schutzverantwortung im Kosovokrieg nach - ohne UNO-Mandat.

2011 hielt sich Deutschland, während des internationalen Militäreinsatzes in Libyen, fein heraus - trotz gültigen Mandats des Weltsicherheitsrats.

Besonders peinlich: Westerwelle enthielt sich damals - gemeinsam mit China - völlig überflüssigerweise der Stimme, was als demonstrative Mißbilligung der Mission gewertet wurde.

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