Forum: Politik
Münteferings Rückzug: Fraktion schlecht, Partei auch, Glück auf

Er war die umjubelte Heilsfigur der Sozialdemokraten - zu Unrecht. Denn mit einem autoritären Führungsstil hat Franz Müntefering seinen Teil zum beispiellosen Abstieg der Volkspartei beigetragen. Zum Glück geht er jetzt.

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Thomas Kossatz 30.09.2009, 11:48
1. Ach ja, die Politologen

Zitat von sysop
Er war die umjubelte Heilsfigur der Sozialdemokraten - zu Unrecht. Denn mit einem autoritären Führungsstil hat Franz Müntefering seinen Teil zum beispiellosen Abstieg der Volkspartei beigetragen. Zum Glück geht er jetzt.
Politologen sind politische Eunuchen, die hinterher immer genau erklären können, warum es anders gekommen ist, als sie selbst vorhergesagt haben. Ich hätte mir die 15 Vorhersagen zum Untergang der FDP einrahmen sollen - allesamt Unfug.

Auch diese "Analyse" wird den Weg alles menschlichen Gehen.

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namachschon 30.09.2009, 11:49
2. tragisch, tragisch

Ja, und es bleibt abzuwarten, ob nicht eines nicht zu fernen Tages auch seine ca. 50 Jahre jüngere Frau die Koffer packt.
Denn was sonst, als die Macht, lockt junge Frauen an die Seite eines 70 Jährigen?
Und jetzt ist der Macht-Drops gelutscht. Wir werden das beobachten...
Grüße an alle...

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PML 30.09.2009, 11:50
3. In bewährter Gnadenlosigkeit ;-)

Zitat von
Müntefering war mehr die nach Innen gerichtete Lösung eines in Tristesse verfallenen Restmilieus.
In bewährt vernichtender Schärfe. Prima, Walter! Ich mag Sie.

Bitte in gleichem Ton jetzt noch über einen sozialdarwinistischen Homosexuellen, den niemand wollte und jeder wählte (Da muss so ein Masochismus-Ding im Gang sein ...)

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Hermann Balk 30.09.2009, 11:55
4. Zustimmung

Zitat von sysop
Er war die umjubelte Heilsfigur der Sozialdemokraten - zu Unrecht. Denn mit einem autoritären Führungsstil hat Franz Müntefering seinen Teil zum beispiellosen Abstieg der Volkspartei beigetragen. Zum Glück geht er jetzt.
Der Artikel trifft meines Erachtens den aktuellen Kernpunkt des Problems der SPD des Jahres 2009. Eine von oben herab verordnete Politik des Abnickens von Entscheidungen der Spitzenkader durch das "Parteivolk" hat die ursprünglich verhandene progressive Substanz der Partei ausgehöhlt und die Motivation der "einfachen" Mitglieder in die Nähe des Nullpunktes gerückt. Hinzu kamen die "unliebsamen" Entscheidungen aus der Notwendigkeit der Politik heraus, was zusätzlich potentielle Wähler nachhaltig verprellte. Diesen Weg der diktierten Entscheidungen aus dem Oberhaus sollte SPD nicht mehr beschreiten; ob man das allerdings im Willy-Brandt-Haus begriffen hat... Ich habe da meine Zweifel.

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reznikoff2 30.09.2009, 11:56
5. Die SPD kann es nicht

Zitat von sysop
Er war die umjubelte Heilsfigur der Sozialdemokraten - zu Unrecht. Denn mit einem autoritären Führungsstil hat Franz Müntefering seinen Teil zum beispiellosen Abstieg der Volkspartei beigetragen. Zum Glück geht er jetzt.
Sehe ich nicht so. Die SPD hat drei Probleme. Erstens ist sie seit jeher nur gut im Streiten und mit sich selbst beschäftigt. Zweitens kann sie daher auch nicht führen. Und weil sie drittens keine wirtschaftliche Vision hat und sich auf Umverteilen beschränkt (soziale Gerechtigkeit), kann sie eine Wirtschaftsnation wie Deutschland auch nicht führen. Das ist der Grund für den Abstieg, nicht der Führungsstil ihrer jeweiligen Parteivorsitzenden. Die Kernkompetenz der SPD ist die Opposition. In einer Führungsrolle reibt sie sich auf. Dasselbe gilt für die Linke.

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JensSchmidt 30.09.2009, 11:57
6. na na!

Zitat von PML
In bewährt vernichtender Schärfe. Prima, Walter! Ich mag Sie. Bitte in gleichem Ton jetzt noch über einen sozialdarwinistischen Homosexuellen, den niemand wollte und jeder wählte (Da muss so ein Masochismus-Ding im Gang sein ...)
"Niemand" ist nicht ganz richtig. Es gab da schon einige, die ihn wollten:
http://www.nebeneinkuenfte-bundestag...elle-dr-guido/

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DeeDeeBee 30.09.2009, 11:58
7. Führung? Stil? Münte? Kokolores.

Zitat von sysop
Er war die umjubelte Heilsfigur der Sozialdemokraten - zu Unrecht. Denn mit einem autoritären Führungsstil hat Franz Müntefering seinen Teil zum beispiellosen Abstieg der Volkspartei beigetragen. Zum Glück geht er jetzt.
Zum Glück für wen? Der hätte doch die SPD dahin gedrückt, wohin sie meiner Meinung nach gehört, mit seiner autoritären, dilettantischen Sauerlandschnauze von vorgestern: An die unter 10% Wählerstimmen.

Also: Glück für die Toten, Pech für die Lebenden.

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hahn 30.09.2009, 12:08
8. die Kruste ist dünn...

Zitat von PML
In bewährt vernichtender Schärfe. Prima, Walter! Ich mag Sie. Bitte in gleichem Ton jetzt noch über einen sozialdarwinistischen Homosexuellen, den niemand wollte und jeder wählte (Da muss so ein Masochismus-Ding im Gang sein ...)
Es ist leider nicht verwunderlich, wohl aber immer noch erschreckend, wie schnell sich in Zeiten gefühlter politischer Niederlagen emotionale Aggregatszustände Bahn brechen, die mit dem Selbstbild des auf- und abgeklärten Linken so gar nicht harmonieren...die stereotype diffamierende Reduktion des FDP-Vorsitzenden auf seine sexuelle Neigung, gehört hierzu. Selbstbild und Realität klaffen halt oft auseinander...nicht nur bei der SPD.

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Thomas Kämpfer 30.09.2009, 12:08
9. Ungerecht

Ich finde diese Bewertung teilweise sehr unfair und ungerecht. Gewiss hat Müntefering einiges falsch gemacht und auch in der Partei ist nicht alles optimal gelaufen.
Was aber vollkommen ausgeblendet wird, ist die Rolle der Medien in der Politik. Kaum meldet sich irgendwer oder irgendeine Gruppierung mit einem kritischen Diskussionsbeitrag zu einem Thema zu Wort, stürzen sich Journalisten und auch Politologen wie Herr Walter direkt darauf und sagen:
"Die SPD steht nicht hinter ihrer Führung." "Die SPD ist eine Chaostruppe." "Die SPD ist nicht geschlossen."
"Man weiss nicht, wofür die SPD steht."
Dass Themen im Diskurs erarbeitet werden und dass da auch einmal ein Diskussionsbeitrag nicht förderlich ist, wird ignoriert.
Was also bleibt der SPD übrig als sich wie eine Truppe hinter ihrer Führung zu sammeln, will sie nicht von Journalisten und anderen zerrissen werden ?
Interessanterweise ist dies nur bei der SPD so. Bei den Linken, die sich inhaltlich nun wahrlich nicht immer einig sind, wird darüber hinweggegangen.

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