Forum: Politik
Münteferings Rückzug: Fraktion schlecht, Partei auch, Glück auf

Er war die umjubelte Heilsfigur der Sozialdemokraten - zu Unrecht. Denn mit einem autoritären Führungsstil hat Franz Müntefering seinen Teil zum beispiellosen Abstieg der Volkspartei beigetragen. Zum Glück geht er jetzt.

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KomischWetter 30.09.2009, 16:06
90. Titel

Zitat von turo
kann aus meiner Sicht nur weiter bestehen, wenn sie sich mit den Linken unter Beibehaltung ihrer Ideologie vereint. Ein Nebeneinander geht schief.Das geht aber nur, wenn Lafontaine und Gysi zurücktreten
So doof werden die aber nicht sein.

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symplicissimus 30.09.2009, 16:06
91. Zwangsvereinigung?

Zitat von turo
kann aus meiner Sicht nur weiter bestehen, wenn sie sich mit den Linken unter Beibehaltung ihrer Ideologie vereint. Ein Nebeneinander geht schief.Das geht aber nur, wenn Lafontaine und Gysi zurücktreten
Warum sollten die das tun? Schließlich sind diese beiden doch maßgeblich für den bundesweiten Erfolg der Linken verantwortlich (auch wenn sich bereits beide vor der Verantwortung gedrückt haben). Da müsste doch wohl zuvor eher ein Steinmeier den Hut nehmen, denn dieser hat das Wahldebakel der SPD maßgeblich mitverantwortet. Die alte SPD befindet sich immer noch im glorreichen Gestern - siehe Matschie in Thüringen: Der beansprucht trotzig das Ministerpräsidentenamt für seine Partei, obwohl diese von den Wählern eindeutig hinter den Linken platziert wurde.

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ZumPostwinkel 30.09.2009, 16:14
92. Wer muß zurücktreten?

Zitat von turo
kann aus meiner Sicht nur weiter bestehen, wenn sie sich mit den Linken unter Beibehaltung ihrer Ideologie vereint. Ein Nebeneinander geht schief.Das geht aber nur, wenn Lafontaine und Gysi zurücktreten
Wieso müssen Lafontaine und Gysi zurücktreten? Sie sind doch erfolgreich.

Wer hat denn hier erst die Mitglieder und dann die Wähler verloren? Bei Ihnen schimmert offensichtlich noch der Irrglaube an die Unfehlbarkeit der "heiliggesprochenen" SPD durch.
Es müssen sich die ändern, die Fehler gemacht haben, und zwar von grundauf.

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romber58 30.09.2009, 16:15
93. Münterferings Rückzug

Es ist die alte Geschichte;Keiner von denen kriegt die Kürve...Thatcher,Kohl,Chirac,Major und Stoiber etc...Die nehmen sich fuer so wichtig und vor allem unentbehrlich dass man nuer Schadenfreude empfinden wenn die merken(at long last) dass ihre zeit um ist.Freue dich Franz auf deine Rente fuer die Du nie Beiträge gezahlt hast.

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O Cromwell 30.09.2009, 16:15
94. Ich mag...

Zitat von sysop
Er war die umjubelte Heilsfigur der Sozialdemokraten - zu Unrecht. Denn mit einem autoritären Führungsstil hat Franz Müntefering seinen Teil zum beispiellosen Abstieg der Volkspartei beigetragen. Zum Glück geht er jetzt.
...den Walter. Jetzt -2 Tage nach BTW, wo einer der römischen Gladiatoren endgültig in seinen allerletzten Lebenszückungen KO auf der Matte liegt- kriechen sie aus ihren gemütlichen alt 68-er Löchern hervor -und es werden noch mehr sein, keine Bange- und stellen sich selbst anpreisend auf der breiten Medialbühne zur Schau, frei nach dem Motto: "Was ich schon immer wußte, aber vorher nicht auszusprechen wagte, denn es war nicht "maintream-kompatibel" und könnte doch irgendwie dem eigenen Ruf abträglich sein".

Und jetzt? Jetzt ist es eben alles anders. Es gibt kein Risiko mehr, u.U. etwas "Unpassendes" zu sagen bzw. gesagt zu haben, es gibt nur noch Chancen. All das was wir schon vorher geahnt, vermutet und mittlerweile auch genau gewußt hatten, ist nun zum medialen "Meinungs-Maintream" geworden. Wer möchte da nicht auch ganz oben auf derselben Meinungs-Welle mitschwimmen und einige Punkte für sich sammeln?
Und Ja, es wird in den kommenden Wochen und Monaten die mediale "fashion of the week" sein: Journalisten, Politologen, "Intellektuelle" und "Experten", die -wie schon bei "der Krise"- alles noch besser gewußt haben als der jeweilige "Meinungs-Mitbewerber" und ab jetzt nach dem Motto: "Wer bietet mehr?" in den Medien verbal agieren werden.

Wie gut, daß es die anderen nicht "getroffen" hat: die CDU, die FDP, die Linke, die Grüne. Dann würden wir höchstwahrscheinlich auch eine brutalstmögliche Aufklärung auf dem silbernen Medial-Tablett zum informellen Konsum angeboten bekommen, all das über deren Inhalts- und Konzeptlosigkeit, deren wirtschaftspolitische und gesellschaftspolitische Primitivität der eigenen Vorstellungen, deren fehlende parteiintere Demokratie, deren Gleichschaltung der parteiinteren Meinungs-Debatte usw.

Ja, ich liebe "die Experten"... weil sie sich so wunderbar reibungs- und nahtlos ins "Gesamtsystem" fügen, aber immer von sich glauben, außerhalb zu sein...

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VorwaertsImmer 30.09.2009, 16:15
95. Am Besten schwarz-gelb...

Zitat von Geziefer
Franz Walters Münte-Story passt gut in die aktuelle Ablenkungskampagne und liegt völlig neben der wirklich wichtigen Sache. Es ist ja viel einfacher sich am Kadaver der SPD zu weiden, als endlich nun die schwarz-gelbe Regierungsbildung in den festen Blick zu nehmen. Dort werden die zukünftigen Grausamkeiten entwickelt. Die SPD soll sich um sich selbst kümmern.
...macht jetzt erst einmal Füllhornpolitik, soziale Wohltaten auf Pump. Das kommt in Deutschland am Besten an. Damit kann man vielleicht noch einmal eine Wahl gewinnen. Denn wenn man als Partei mit marktradikalen Ruf die SPD links überholt, dann wird die SPD noch mehr marginalisiert.
Der nächsten Regierung kann man dann den Schuldenhaufen einfach vor die Füsse kippen. Wenn der Schuldenberg dann zu sozialen Einschnitten zwingt, dann kann man laut aufheulen:

MARKTRADIKAL! Soziale Kälte! Sozialabbau!
Soll das ewig so weiter gehen?

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Nachgedacht 30.09.2009, 16:16
96. Willy vs. Münte

Zitat von sysop
Franz Müntefering war nahezu die Kontrastfigur zu Willy Brandt, welcher auf die Fähigkeiten von Mitgliedern und Funktionären setzte, ihnen Raum ließ, sie zur Selbstinitiative ermunterte.
Das ist richtig - nur gab es zu Zeiten Willy Brandts auch noch Mitglieder und Funktionäre in der SPD , welche sich sowohl durch Fähigkeiten als auch Selbstinitiative auszeichneten ;-)

Der Haufen profilneurotischer Flachzangen von heute wird mit der alten Tante SPD nun auch noch Hand in Hand über den Jordan gehen - gut, dass nicht mehr eine ganze Republik mitgehen muß.

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ZumPostwinkel 30.09.2009, 16:24
97. Spiegel - ein kritisches Medium?

Zitat von OWL-Dirk
Der Spiegel ein kritisches Medium? Wann war das denn? - Ach ja, ich kann mich dunkel erinnern, das muß so bis irgendwann in den achtzigern des vorigen Jahunderts gewesen sein. Heute kann ich den Spiegel kaum noch von den Springer-Erzeugnissen und dem Focus unterscheiden (was den Gehalt an wirklich kritischem Journalismus angeht).
Kann ich nur zustimmen. Aust hat den Spiegel journalistisch heruntergewirtschaftet. Meinungsfreiheit gilt nicht mehr, Max Liebermann ist unbekannt, Satire wird nicht als Satire erkannt uswusf. Augstein würde sich im Grab rumdrehen.

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tallinn1960 30.09.2009, 16:27
98. Beton-SPD

Zitat von Thomas Kämpfer
Ich finde diese Bewertung teilweise sehr unfair und ungerecht. Gewiss hat Müntefering einiges falsch gemacht und auch in der Partei ist nicht alles optimal gelaufen. Was aber vollkommen ausgeblendet wird....
Das stimmt allerdings. Nun soll kein Unions-Anhänger glauben, die Union wäre hingegen ein Musterbeispiel an Geschlossenheit und ein "Kanzlerwahlverein". Zumindest hier in Bayern haben die Ortsverbände eine Menge Macht. Aber auf irgendeine Art und Weise gelingt es denen besser als den Sozen, ihre innerparteilichen Debatten entweder zu verheimlichen, oder besser zu verkaufen. Auf jeden Fall gibt es bei Streit in der Union deutlich weniger Pressegeschrei.

Das kann aber auch daran liegen, dass in der Union alle Streitigkeiten auch irgendwann mal mit einem Kompromiss ein Ende finden, und danach ziemlich diszipliniert das Ergebnis vertreten wird. Da tut sich die SPD deutlich schwerer.

Die Führungsriege der vergagenen 11 Jahre der SPD war allerdings auch Beton von höchster Qualität. Da hat z.B. selbst die FDP schon die Steigerung des Schonvermögens für ALG-II-Empfänger in ihren Forderungskatalog übernommen, da steht diese Riege immer noch in Treue fest zum existierenden Konzept. Kompromisse waren nicht möglich. Basta-Politik.

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Rudi Krautstein 30.09.2009, 16:30
99. Erdrutsch der Sozialdemokratischen Gewissheiten

In vielen Beiträgen kann man direkt oder verklausuliert die Sehnsucht wiederfinden, nach der "alten Sozialdemokratie für den kleinen Mann in der Bösen Marktwirtschaft". Verortet um 1990 im Sinne vom Wahlkampf der 1. BK Kandidatur Lafontaines.
So , wie man bei der Vereinigung die Geschichte und die Mehrheitsbevölkerung lenken wollte und nicht verstehen wollte.

Das ist aber eher Vorstellung der Lafontaine Riege und Muster der Links-Partei heute.

Sicherlich,die Basta und Hauruck Entscheidungen waren falsch.Es waren Entscheidungen auf die Entwicklung eines Wiedervereinigten und Globalisierten Deutschlands ab 1998. Gut, das Personal hiess Schröder und Clement , es brauchte NUR einen anderen Stil und auch eine andere Dramaturgie.
Aber den Kern wird man nicht mehr ändern mit Lafontainschen Inhalten.

Wie die SPD aber jetzt gegen die sozialdemokratischen Scheinangebote der Angela Merkel und die fundamentale Opposition der Linken Contra Marktwirtschaft und Realpolitik der Interessensphären eigene Vorstellungen setzen will ? Da braucht es Geduld, und verzahntes Wirken von Kommunaler Ebene vor Ort, und Berliner Zampanos und Zampandrea .

Diesen Erdrutsch wird man nicht mal so wegfegen können, und einfach gute linke Nachbarschaft pflegen können. Das würde dann der letzte Seufzer der SPD werden.

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