Forum: Politik
Mutmaßliche Kriegsverbrechen: Skandal erschüttert Elite-Einheit Navy Seals
DPA

Ein Kämpfer der US-Spezialkräfte soll im Irak wahllos Zivilisten erschossen haben, darunter ein spazierendes Schulmädchen und einen alten Mann - und wurde womöglich von Vorgesetzten gedeckt. Auch Präsident Trump schaltete sich ein.

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smokiebrandy 25.04.2019, 10:09
10. Faldor17... Kollateralschäden?

... wenn das , was sie in ihrem Kommentar schreiben ihre Auffassung ist , hoffe ich für alle, dass sie in keinem militärischen Dienstverhältnis stehen oder je stehen werden...und wenn doch, möglichst schnell aus diesem entfernt werden.

... dieser Mann hat vermutlich mehrere Menschen aus Spaß getötet...ermordet...nicht in einer Streßsituation , in einem Gefecht , nicht zufällig sondern gezielt.
Nein nicht die zivile Gerichtsbarkeit muss darüber urteilen , sondern ein Militärgericht...und wenn die Anschuldigungen als bewiesen gelten , gibt es von einem Militärgericht nur ein nachvollziehbares Urteil. Frust als Grund für Mord... ?
Meine Vermutung ist allerdings, dass er allenfalls unehrenhaft aus dem Corps entlassen wird...und nicht weil er gemordet hat, sondrrn weil er andere Marines bedroht hat. Deshalb sitzt er nämlich hauptsächlich in U-Haft , nicht wegen der Vorwürfe.

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germaninchina 25.04.2019, 10:10
11. Das passiert

wenn Menschen unter fadenscheinigen Vorwänden in einen Krieg geschickt werden, der von Anfang an gegen Völkerrecht verstoßen hat? Respekt habe ich für die Soldaten, die die Vorfälle gemeldet haben. Und wenn es stimmt, dann soll der Mörder für den Rest seines Lebens ins Gefängnis.

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rgw_ch 25.04.2019, 10:11
12. Aspa

Zitat von Raisti
Was hat das mit Trump zu tun. Nehmen Sie mal dies Rosarote Brille ab. Schon Bush hat z.b. damit gedroht amerikanische Bürger mit Waffengewalt vor den Internationalen Gerichtshof zu schützen. Auch Obama hat da keine bessere Figur gemacht. Vondaher verharmlosen Sie die USA noch, wenn Sie das Problem auf Trump reduzieren !
Genauer gesagt: Der American Service Members' Protection Act (ASPA), der den US-Präsidenten ermächtigt, notfalls die Niederlande militärisch anzugreifen, sollte ein US-Soldat dort vor Gericht gestellt werden, stammt aus dem Jahr 2002 (S, z.B. https://www.spiegel.de/politik/ausland/internationales-strafgericht-us-kongress-droht-niederlanden-mit-invasion-a-200430.html), und ist immer noch in Kraft.

Hat also wirklich nicht viel mit Trump zu tun.

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tinnytim 25.04.2019, 10:15
13. Systeme ohne unabhängige Kontrolle sind anfällig

Solange es den Korpsgeist gibt und jede noch so schlimme Verfehlung gegenseitig gedeckt wird, ist jedes abgeschlossene System ohne Kontrollinstanzen potentiell anfällig. Ist auch hier nicht anders. Wenn man mal Zeit zum hören hat:

Aus der Dlf Audiothek | Feature | Täter in Uniform
https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=729555

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cervo 25.04.2019, 10:19
14. Faldor17 das ist schon schräg ...

Krieg ist einfach das Letzte und zeigt immer wieder, dass der Mensch Riesendefizite in Empathie hat. Genauso wie jeder weiss, wie Schweine misshandelt werden, muss ja das Schnitzel auf den Tisch.
Aber nun zu den USA, dem Land der selbsternannten Freien. Man lese Noam Chomsky und verstehe, dass sich diese Nation das Recht schon immer zu eigenen Gunsten verbogen hat. Der aktuelle Fall zeigt das in kleinem Rahmen, wie eine Übernation regiert und reagiert.

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s.l.bln 25.04.2019, 10:21
15. Was mich in solchen Fällen besonders ...

...anbricht, ist das rein ideologiebasierte Rechtsverständnis bestimmter Menschengruppen, zu denen auch Trump gehört.

Wenn jemand, der nicht das Geringste über den Wahrheitsgehalt der Anschuldigungen wissen kann, T-Shirts druckt, deren Aufschrift die ungeprüfte Freilassung des Mannes verlangt, dann kann das nur zweierlei bedeuten: es ist ihm komplett schnuppe, ob jemand kleine Mädchen beim Spaziergang erschießt, solange es sich dabei um Muslime in irgendeinem "Shithole Country" (Zitat Trump) handelt, oder ihm ist Rechtsstaatlichkeit generell egal und er ist der Auffassung, Strafverfolgung sollte sich nach Sympathie richten, idealerweise der eigenen.
Für sowas gibt es Gerichte und wer auch nur halbwegs anständig sozialisiert wurde, muß die Aufklärung solcher Fälle befürworten, ganz gleich, um wen es sich dabei handelt.
Ob der nachher in eine geschlossene Anstalt oder das Gefängnis kommt, oder eben freigesprochen wird, spielt dafür erstmal keine Rolle.
Wenn ein hochdekorierter Kriegs"held" in den USA in Untersuchungshaft kommt, muß es zumindest ernsthafte Verdachtsmomente geben.

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vogelskipper 25.04.2019, 10:23
16.

Zitat von Faldor17
Ohne den Fall insgesamt bewerten zu wollen: Warum berichtet der Spiegel ausgerechnet jetzt darüber? Denn der ganze Fall kocht in den USA schon eine gefühlte Ewigkeit, erste Berichte in der Navy Times stammen meiner Erinnerung nach aus dem November. Das ganze dann als Riesenaufmacher Ende April auf der Website zu bringen mutet etwas komisch an. Vom konkreten Fall mal abgesehen: Gerade in den Top-Ausgebildeten Spezialeinheiten sitzt meines Erachtens der Frust tief, ständig mit einem Arm ins Gefecht zu müssen weil ständig irgendwelche politischen Befindlichkeiten die Handlungsmöglichkeiten beschränken und um Gottes Willen keine Kollateralschäden vorkommen dürfen. Gleichzeitig muss grundsätzlich nicht nur das Kriegsvölkerrecht im Auge behalten werden, was Selbstverständlich und akzeptiert ist, sondern auch noch Moralvorstellungen von Politik und Presse, die einen sauberen Krieg fordern, am besten ohne Tote auf beiden Seiten. Das ist absurd, Krieg kann schon per Definition nicht sauber sein, und Kampfhandlungen enden leider für viele der Beteiligten im Leichensack. Und wenn ich als Soldat irgendwann den Xten Kameraden begraben habe und der Xten Witwe das gefaltete Sternenbanner übergeben habe, weil der Betreffende wegen dieser teil schwachsinnigen Rules of Engagement gefallen ist, dann würde ich möglicherweise auch ausflippen. Und eben Dinge tun, die uns hier zwar unverständlich erscheinen, vor Ort in der Situation aber vielleicht naheliegend sind. Von daher taugt auch aus meiner Sicht der in Deutschland verfolgte Ansatz, Kriegshandlungen nach dem normalen Strafrecht zu beurteilen, nicht mal einen Pfifferling. Ich glaube Krieg ist eine so derartige menschliche Ausnahmesituation, dass die Rechtssprechung nur bedingt als regulativ taugt.
Verharmlosen sie hier bitte diese Taten nicht! Wer den Beruf des Soldaten wählt, der muss damit rechnen, dass er tragischen Schicksale erleben muss! Und ein Navy Seal sollte als Elitesoldat besonders darin ausgebildet sein, solche Dinge seelisch "verkraften" oder zumindest damit umgehen zu können! Wir reden hier ja nicht von einem einfachen Soldaten, der gerade mal 18 oder 19 Jahre alt war und aus Niemandsville, Kentucky als Wehrpflichtiger damals in den Vietnamkrieg geschickt wurde. Also einfach Zivilisten abknallen oder einen Verwundeten Gegner zu erstechen, das ist immer noch vorsätzlicher Mord und ist nicht zu rechtfertigen oder zu verharmlosen! Es gibt zum Glück genug anständige Seals, die das auch so sehen, sonst wäre die Sache ja nie an's Licht gekommen.

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bunterepublik 25.04.2019, 10:24
17. Absolute Zustimmung

Zitat von berthadammertz
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung publizierte vor Jahren einmal einen ganzseitigen Aufsatz von Susan Sonntag unter dem Rahmenthema "Was machen Staaten aus ihren jungen Männern", in dem sie darstellte, dass "militärische Erziehung" bedeutet, dass Empathie, Mitfühlen, Mitleiden etc. systematisch abtrainiert, systematisch unterdrückt werden sollen. Töten und Zerstören sollen diese jungen Männer. Dazu ist jedes Mittel der "Erziehung" recht. ein hervorragendes Mittel dazu ist eben, wie man weiß, dass man diese Soldaten vorher schikaniert, quält, mit Hass und Ideologie indoktriniert (Killt diese Schlitzaugen, tötet die Ungläubigen etc.). In den 60er Jahren las ich einen Beitrag zur "Täterstruktur" der nationalsozialistischen Gewalttäter (zur sozialen und regionalen Herkunft, familiäre Strukturen, Erziehung etc.) ... bestimmte Faktoren "begünstigen" die Bereitschaft zum Töten, Morden, Zerstören. Mal so zur Übung: Die Kriege der USA seit 1945, welche Rahmenbedingungen, welche Rolle spielte die wirtschaftliche Situation der USA, Durchführung dieser Kriege (Massenbombardements etc.) ad rem: Wer wundert sich über diesen Bericht hier? Dr. Bertha Dammertz, 82 Jahre
Ziel jeder militärischen Ausbildung ist es, blind den Befehlen zu gehorchen und töten zu können, ohne an der Tat zugrunde zu gehen.
Dass dies nur durch das Abtrainieren vom Empathie und dem Antrainieren eines Automatismus der Tötungshandlung geschehen kann, erscheint auf der Hand zu liegen.

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Nandiux 25.04.2019, 10:29
18. Nicht verwunderlich.

''Dass die mutmaßlichen Untaten des Elitekämpfers überhaupt zum Thema wurden, geht wohl vor allem auf die Hartnäckigkeit anderer Navy Seals zurück. Obwohl sie intern zunächst auf große Widerstände gestoßen sein sollen, setzten sie eine Untersuchung des Falls durch.''

Diesen Navy Seals muss man für ihre Hartnäckigkeit großen Dank aussprechen. Wer die amerikanische Kultur in solchen Fragen kennt, der weiß, dass man schnell seine Karriere riskiert und zum Außenseiter wird, wenn man seinem Gewissen folgt und Kriegsverbrechen anzeigt (siehe Vietnam).

Es bleibt zu hoffen, dass Gallagher für seine Taten zur Verantwortung gezogen wird.

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shingles 25.04.2019, 10:34
19. Objektive Berichterstattung

Um eine Objektive Berichterstattung zu ermöglichen sollte man die Argumente/Indizien/Beweise beider Seiten berichten oder? Ich lese im Artikel nur folgendes: "Böser Navy Seal hat laut seinen Kameraden schreckliche Kriegsverbrechen begangen, Fox News und Donald Trump verteidigen ihn."
Der Grund warum konservative Medien und auch Trump diesen mutmaßlichen Kriegsverbrecher in Schutz zu nehmen scheinen beruht vermutlich auf Argumenten/Indizien/Beweisen die den Vorwürfen widersprechen. Zumindest fällt es mir schwer zu glauben das jemand diesen Mann gegen derartige Vorwürfe verteidigt ohne zumindest berechtigte Zweifel an den Vorwürfen zu haben.
Aber da beide Seiten einer Geschichte den Spiegel und den durchschnittlichen SPON-Leser anscheinend nicht interessieren, solange man das US-Militär, Trump, etc. schlecht aussehen lasen kann, kann Ich ja kurz die andere Seite beleuchten (ich sage übrigens nicht das die Vorwürfe falsch sind, ich hätte nur gerne von beiden Seiten der Medaille gehört von einem vermeintlich unabhängigen und objektiven Medium):

-Die Vorwürfe basieren hauptsächlich, wenn nicht gänzlich auf den Aussagen der 7 SEALs die über Gallaghers vermeintliche Verbrechen berichteten. Diese SEALs waren Untergebene von Chief Gallagher, der sich über diese SEALs während des Einsatzes mehrfach beschwerte und ihnen schlechte Leistungsbewertungen gab und ihnen Feigheit vorwarf. (Ich muss wohl nicht erklären warum das einen Interessenkonflikt bei Zeugenaussagen darstellen könnte)
-Verbündete irakische Militäreinheiten berichten von keinerlei solcher Vorfälle (meines Wissens nach) und haben Chief Gallagher "verteidigt" bzw. sein Verhalten etc. gelobt.
-Außer den Zeugenaussagen gibt es keine harten Beweise (wie z.B. forensische Beweise etc.) oder diese wurden zumindest noch nicht vorgelegt.
-Der NCIS hat angeblich mehrere Ermittlungsfehler begangen, vor allem die ursprünglichen Zeugenaussagen im letzten Jahr aufgezeichnet, aber die Wiederholungsinterviews diesen Januar nicht (hier hätten mögliche Widersprüche oder veränderte Geschichten auffallen können, sollten die Zeugenaussagen nicht 100% der Wahrheit entsprechen)
-Wie die Navy Times berichtete wurden entlastende Beweise der Verteidigung von Seiten der Anklage vorenthalten
-Die Vorwürfe wurden von allen 7 SEALs deutlich verspätet erhoben (auch wenn die angebliche Vertuschung mit berücksichtigt wird)

Offensichtlich weiß ich nicht ob die Vorwürfe stimmen aber warum wird hier (wieder einmal) komplett einseitig berichtet? Hoffe dieser Kommentar wird nicht wieder zensiert wie meine letzten zwei Kommentare zu anderen Artikeln, die ohne jegliche Rückmeldung der Plattform niemals aufgetaucht sind obwohl nichts verwerfliches drin stand....

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