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Mutmaßliche Kriegsverbrechen: Skandal erschüttert Elite-Einheit Navy Seals
DPA

Ein Kämpfer der US-Spezialkräfte soll im Irak wahllos Zivilisten erschossen haben, darunter ein spazierendes Schulmädchen und einen alten Mann - und wurde womöglich von Vorgesetzten gedeckt. Auch Präsident Trump schaltete sich ein.

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inrebe 25.04.2019, 10:37
20. Staatsbürger in Uniform

Das deutsche Grundgesetz kennt die unantastbare Würde des Menschen. Die amerikanische Verfassung nicht.
Der deutsche Soldaten kennt Ungehorsam wenn Befehle nicht der Vorgesetztenverordnung 1 bis 6 entsprechen.Der amerikanische Soldat kennt nur Gehorsam.

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norgejenta 25.04.2019, 10:38
21. Manch einer hat den Artikel nicht richtig gelesen

hier in unserem Land steht ja ohnehin alles militärische unter Generalverdacht. Aber leider geht's ohne Militär nicht, auch wenn sich das der grüne Wohlstandsdeutsche so wünschen würde . Mitglieder seiner Einheit haben die Vorfälle gemeldet, also gibt es sehr wohl in dieser Einheit Soldaten die eine gesunde Grundeinstellung haben. Das so ein Job wie der der Navy Seals nicht gesund ist und alt macht (weder körperlich noch psychisch ) dürfte klar sein. Dennoch sind solche Einheiten unersetzlich für unsere Wohlstandsgesellschaft, auch wenn manch einer von anderen "Utopien" träumt.

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cs01 25.04.2019, 10:39
22.

Zitat von bunterepublik
Ziel jeder militärischen Ausbildung ist es, blind den Befehlen zu gehorchen und töten zu können, ohne an der Tat zugrunde zu gehen. Dass dies nur durch das Abtrainieren vom Empathie und dem Antrainieren eines Automatismus der Tötungshandlung geschehen kann, erscheint auf der Hand zu liegen.
Der Angeklagte hatte aber nie den Befehl, unschuldige wehrlose Zivilisten zu töten, jedenfalls nicht bei den angeklagten Taten.

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McTitus 25.04.2019, 10:49
23. Skandal? Kann man benutzen das Wort.

Richtiger wäre allerdings Verbrechen, Blutrausch, Mordlust etc. Es ist schon komisch wie alles verklärt wird sobald das Morden beruflich und politisch motiviert ist. Da werden grobschlächtige Spießgesellen zu großen Kämpfern stilisiert, der Mord an der Journalistin McKee als Tötung marginalisiert und Soldaten und Zivilisten als weiche Ziele entmenschlicht. Ächtet den Krieg und das Geschäft das ihn am Laufen hält. Einen Sumpf kann man nur trocken legen indem man kein frisches Wasser mehr dazu kippt.

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hup 25.04.2019, 10:53
24. My Lai all over

Es ist ein systemisches Problem in den Streitkräften der USA dass allen Soldaten, speziell aber allen Elitesoldaten, eingeblaut wird, dass sie sich nie für einfaches Fehlverhalten in einsätzen rechtfertigen werden müssen - nicht in der Heimat und schon gar nicht als Kriegsverbrecher vor internationalen Gerichten. Deshalb erkennen die USA auch den internationalen Gerichtshof in Den Haag erst gar nicht an.
Das, verbunden mit extremen Corpsdenken speziell in den Eliteeinheiten, führt zu quasi rechtsfreien Zonen im Einsatz. Man muss schon anerkennen, dass die meisten, um nicht zu sagen fast alle Soldaten ethisch aufrecht sind und ihre "Lizenz zum töten" nicht als "Lizenz zum wahllosen Morden und Vergewaltigen von Zivilisten" missbrauchen - aber ein paar wenige tun das nicht. Sie sind ethisch nicht gefestigt und missverstehen die Möglichkeit etwas zu tun mit der Aufforderung oder zumindest Erlaubnis das zu tun, sprich sich hemmungslos bestialisch auszuleben in der Ausnahmesituation.
Das wird immer vorkommen, in jeder Armee zu allen Zeiten.

Was aber die US-Streitkräfte hier negativ auffällig werden lässt, ist, dass sie aus solchen Vorkommnissen und Fehlern nicht lernen *wollen*. Deshalb ist das Problem systemisch und (auch) den US-Streitkräften inhärent.

Es gibt keine Kultur der "Lawfulness", ganz im Gegenteil, wer geltende Regeln einfordert gegenüber dem Fehlverhalten anderer Soldaten, der wird auch von den Vorgesetzten sofort als Verräter eingeordnet und kann seine Karriere vergessen. Richtiges Verhalten wird bestraft, falsches Verhalten wird nicht sanktioniert, oder im Gegenteil noch belohnt. In einer solchen Kultur kann ethisch richtiges Handeln sich nicht durchsetzen - oder nur unter extremen Schwierigkeiten und gegen viele Hindernisse - und am Ende winkt trotzdem die Ächtung statt einer Auszeichnung als moralisch aufrechtes Vorbild für alle Soldaten.

Und deshlab ist das hier nichts anderes al My Lai all over: Die USA wollen keine moralisch gute Armee, bzw. es genügt wenn das Image nach aussen stimmt. Intern gelten wie vor hundert Jahren pseudo-patriarchale Killer-Riten in denen sich der besonders hervortut der möglichst grausam ist. Wenn man so vormodernes Handeln mit modernsten Waffen kreuzt, dann kommen solche Dinge heraus wie das Video "Collateral Murder" in denen zwei Hubschrauberpiloten mal eben über ein Dutzend Zivileisten massakrieren können, inklusive der zu Hilfe eilenden in einem zweiten Angriff, und am Ende heisst es: Das war alles gerechtfertigt.

Der Witz ist: So kann man zwar Feinde töten, aber man schafft sich gleichzeitig mehr als man getötet hat. Eine solche Armee schafft die Ursachen für ihre nächsten Einsätze im "Kampf gegen den Terror" selbst - denn die einsätze sind selbst viel zu oft nichts anderes ist als Hi-Tech-Staatsterror. Den Westen kann man vielleicht medial belügen, die Leute vor Ort wissen was tatsächlich Sache ist.

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santoku03 25.04.2019, 10:57
25.

Zitat von seit1958
Faust aufs Auge. Eigene Kriegsverbrecher schützen und gleichzeitig den Anklägern des Internationalen Gerichtshof die Visa entziehen. So machen es Diktaturen und ganz rechte Regime. Mit Trump scheinen die USA sämtliche Skrupel hinter sich zu lassen.
Kein Grund deswegen verbal auf die Navy Seals im Besonderen und die USA im Allgemeinen einzuprügeln. Die Seals machen im Allgemeinen einen sehr guten Job und die USA sind ein Rechtsstaat. Was ist mit den sieben Seals, die nicht abgelassen haben, den mutmaßlichen Kriegsverbrecher vor Gericht zu bringen? Und er ist nun angeklagt und steht vor Gericht. Gerade dieser Fall sollte doch deutlich machen, dass die USA ein funktionierendes Rechtssystem haben. Der Vergleich mit "Diktaturen und ganz rechten Regimes" ist absurd.

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santoku03 25.04.2019, 11:00
26.

Zitat von seit1958
Faust aufs Auge. Eigene Kriegsverbrecher schützen und gleichzeitig den Anklägern des Internationalen Gerichtshof die Visa entziehen. So machen es Diktaturen und ganz rechte Regime. Mit Trump scheinen die USA sämtliche Skrupel hinter sich zu lassen.
Nein, das ist vollkommen logisch und vernünftig. Ein souveräner Rechtsstaat wie die USA, der seine mutmaßlichen Kriegsverbrecher selbst vor Gericht stellt, braucht konsequenterweise keinen "internationalen Gerichtshof".

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alba36 25.04.2019, 11:02
27. Folgen des Krieges

Das geschilderte ist tragisch, ist jedoch aus praktisch allen Kriegen bekannt. Unter andauernder Lebensgefahr und politischem Druck, der an die Befehlshaber in Kriegen weitergegeben werden, stumpfen Menschen ab, und reagieren weniger kontrolliert und radikaler. Dann kommt es zu Exzessen wie diesen. In fast jedem Krieg gibt es am Ende fast nur Verlierer, auch auf der Seite der "Guten". Der Mann muss - soweit möglich - verurteilt werden, aber auch er ist am Ende Opfer der Verrohung, die Kriege mit sich bringen. Das gilt auch für die IS- Krieger, die sich für ein radikales, menschenfeindliches Weltbild vereinnahmen ließen, weil sie im Leben sonst nichts hatten/ haben, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Das Ergebnis (in Form des IS) war noch perfider als in den meisten anderen Fällen.

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Ein_denkender_Querulant 25.04.2019, 11:04
28. Nestbeschmutzer!

Die Denunzianten werden in guter Tradition mundtot gemacht werden, öffentlich diskreditiert und im besten Fall aus der Armee entlassen, vermutlich aber als Geheinisverräter jahrelang hinter Gittern laden, wie es allen passiert, die solche Videos veröffentlichen:
http://www.der-zeitspiegel.de/wp-content/uploads/TheIraqWarShow.mp4?_=1

Quelle:
http://www.der-zeitspiegel.de

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botschinski 25.04.2019, 11:05
29. Ist das wohl richtig übersetzt?

Falls der Mann tatsächlich seine Kameraden als Verräter bezeichnet hat und nicht als Lügner, erscheint mir das wie ein Eingeständniss.

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