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Nach Abzug der US-Truppen: Terrorgruppen setzen auf Comeback im Irak

Die letzten US-Kampftruppen ziehen noch schneller aus dem Irak ab als geplant - und hinterlassen ein zerrüttetes Land: jeden Tag Anschläge, eine machtgierige politische Elite, aber keine Regierung. Beobachter rechnen mit dem Ausbruch eines neuen Bürgerkriegs.

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S. Loeb 19.08.2010, 14:21
1. Wen wundert's?

Zitat von sysop
Die letzten US-Kampftruppen ziehen noch schneller aus dem Irak ab als geplant - und hinterlassen ein zerrüttetes Land: jeden Tag Anschläge, eine machtgierige politische Elite, aber keine Regierung. Beobachter rechnen mit dem Ausbruch eines neuen Bürgerkriegs.
Tja, das kann man halt von dem Amerikanern erwarten. Dinge in Schutt und Asche legen, da sind sie wirklich toll und ungeschlagen. Ihre Fähigkeiten im Bereich des nation building sind dann eher bescheiden, darum wird die Sache auch in Afghanistan grausig schief gehen.

Das geht dann zu Lasten der Menschen in diesen Ländern, aber es ging den Amis ja eh nie darum, deren Interessen zu vertreten. Hauptsache, noch eine kleine "mission accomplished" photo-op wahrnehmen und dann gerade rechtzeitig für die anstehenden Wahlen wiederum publizitätswirksam die Soldaten nach Hause bringen.

Wen kümmert's schon, dass ein unstabiles, zerrüttetes Land zurück gelassen wird, in welchem die Politiker konsensunfähig sind und die sich nur um die eigene Macht, nicht aber um das Wohl des Landes kümmern. Ein Bürgerkrieg steht vor der Tür und die Amis gehen. Kein Wunder, dass die USA im Bereich hard power (Militär mächtig, Wirtschaft geht so) zwar nach wie vor die Nummer 1 der Welt ist, aber hinsichtlich der sogenannten soft power (winning minds and hearts anybody?) soeben die totale Bankrotterklärung unterschrieben wurde.

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kdshp 19.08.2010, 14:21
2. aw

Zitat von sysop
Die letzten US-Kampftruppen ziehen noch schneller aus dem Irak ab als geplant - und hinterlassen ein zerrüttetes Land: jeden Tag Anschläge, eine machtgierige politische Elite, aber keine Regierung. Beobachter rechnen mit dem Ausbruch eines neuen Bürgerkriegs.
Hallo,

und das wird nicht nur im irak passieren das mit dem bürgerkrieg. Ich denke die neue generation die da kommt läßt sich nicht weiter so einfach unterdrücken siehe iran. Was ich befürchte ist das aus dikatoren dann gottestaaten werden. Mir tuen die leute in diesen ländern jetzt schon leid!

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jb_78 19.08.2010, 14:21
3. Übergangszeit

Zitat von sysop
Die letzten US-Kampftruppen ziehen noch schneller aus dem Irak ab als geplant - und hinterlassen ein zerrüttetes Land: jeden Tag Anschläge, eine machtgierige politische Elite, aber keine Regierung. Beobachter rechnen mit dem Ausbruch eines neuen Bürgerkriegs.
Jetzt in der Übergangszeit werden sich die "Clans" bekämpfen und wechselne Koalitionen, sowie Waffenstillstände eingehen.
Danach werden sich mehrere Regionalgesellschaften bilden. Weiterhin kann ... kann sich eine Gruppe von "Clans" zu überregionalen Strukturen organisieren, dass es sogar Staaten werden können wie im Nahen Osten üblich.
Die Mechanismen, Werte, Praktiken waren ganz gut im libanin in den 80er Jahren zu beobachten.
Westliche Massstäbe sollte man tunlicht nicht anlegen - in keinster Weise.
IRAK spezifisch dürften die Hauptgruppen der Kurden im Norden, Sunniten zentral und Schiiten im Süden eine Rolle spielen.
Zugegeben eine sehr oberflächliche, extrem einfache Darstellung.

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AndreasC 19.08.2010, 14:26
4. Eine Riesensauerei!

Zitat von sysop
Die letzten US-Kampftruppen ziehen noch schneller aus dem Irak ab als geplant - und hinterlassen ein zerrüttetes Land: jeden Tag Anschläge, eine machtgierige politische Elite, aber keine Regierung. Beobachter rechnen mit dem Ausbruch eines neuen Bürgerkriegs.
Wahrscheinlich wird dies ein Desaster im Irak geben.
Nur was sollten die USA tun?
Der Krieg war von anfang an falsch. Die Iraker mussen jetzt selber eine Regierung stellen, und Ordnung in Ihr Land bringen. Dies wird noch sehr viel Blut kosten. Die USA wird das später bezahlen müssen. Mal schauen, wieviel dann ein Leben wert ist.
Alles in Allem: Eine riesen Sauerei, die ganzen 7 Jahre.

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arioffz 19.08.2010, 14:29
5. Erst wird jahrelang

mit Saddam Geschäfte gemacht, ja Beste Kumpels die Amis und der Irak-Diktator, dann passt er nicht mehr ins Konzept(solche Zustände hat es zu Saddam nicht gegeben) und jetzt hinterlassen sie nur Mist! Die Ölfelder sind in Amihand also was braucht man mehr.

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mindphuk 19.08.2010, 14:32
6. Dank Bush

Genau das was jetzt passiert, haben damals etliche Kritiker Bushs vorhergesagt.
Die Bushregierung hatte damals abgewunken und auf Deutschland nach 45 gezeigt. Nach europäischem Vorbild sollte der Nahe Osten demokratisiert werden.
Nur hatte man dabei vergessen, dass es in Europa vor dem Naziterror schon Demokratien gab und Säkularisierung und Aufklärung schon seit Jahrhunderten im Gange waren und auch die Naziherrschaft die demokratischen Bestrebungen nicht komplett vernichten konnte. Zudem wurde Deutschland in eine europäische Union mit einbezogen, etwas vergleichbares gibt es im arabisch/persischen Raum überhaupt nicht.
Kurz, die Vorraussetzungen waren völlig verschieden. Und was Vater Bush nach dem Golfkrieg versaut hatte, nämlich Sadam an der Macht zu lassen und statt dessen mit UN-Sanktionen das Land zu demolieren, hat sein Sohn mit seinem Berserkerkrieg noch verschlimmert...

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rkinfo 19.08.2010, 14:33
7. Sprung ins kalte Wasser ...

Zitat von sysop
- und hinterlassen ein zerrüttetes Land: jeden Tag Anschläge, eine machtgierige politische Elite, aber keine Regierung. Beobachter rechnen mit dem Ausbruch eines neuen Bürgerkriegs.
Die US-Truppen haben aber auch einen schlechten Ruf in den letzten Jahren gehabt.

Sicherlich sind die Risiken für Bürgerkrieg nun angewachsen. Andereseits entfällt nun die Ausrede 'Wir sind eh besetzt' für die politisch Verantwortlichen und die Iraker selbst.

Bei uns dauerte es 1945 bis ca. 1955 zur vollen Souveränität.
Und dies in einem Land dass zuvor keine verwurzelte Demokratie hatte.

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Coroner 19.08.2010, 14:36
8. Ziel der USA war es, den Irak als starken unabhängigen Staat kaputt zu machen.

Dies erreichten Sie in zwei aufeinanderfolgenden Kriegen gegen ihren ehemaligen Verbündeten.
Allein im zweiten Krieg, der Besatzung und damit verbundenen Kampf- und Widerstandshandlungen sind mehr irakische Zivilisten gestorben als in der gesamten Ära Hussein (ausgenommen der Krieg gegen den Iran, den die USA beförderten).
Von Anfang an hat fast die gesamte West-Presse dem irakischen Widerstand gegen die USA jede Legitimität abgesprochen, obwohl die USA gegen den Irak einen unprovozierten Angriffskrieg führten.
Nun wird auch die Zerissenheit und die Gewalt im Irak (man vergleiche dies mit der damaligen Resistance in Frankreich und dem dortigen Umgang mit Kollaborateuren des Besatzungs-Regimes) alleine den Irakern zugeschrieben.

Beide Kriege sind ein Lehrstück, wie die stärkste Militärmacht der Welt mit unliebsam gewordenen Verbündeten umgeht.
Und es ist ein bemerkenswerter Vorgang, wie hier fast der gesamten West-Presse jede Objektivität ihrer Bericherstattung verloren gegangen ist.

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EdenIsLost 19.08.2010, 14:46
9. Lol

Zitat von arioffz
Die Ölfelder sind in Amihand also was braucht man mehr.
Nein, das Beste ist ja, dass die Ölfelder nicht in Amihand sind, sondern, sie sogar das versäumt haben.

http://www.zeit.de/2010/12/Irak-China-USA

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