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Nach Angriff auf Präsidentschaftsbewerber: Brasiliens Tropen-Trump hofft auf Mitleids

Der Präsidentschaftswahlkampf in Brasilien ist so dramatisch und unwägbar wie kein anderer seit dem Ende der Militärdiktatur - inklusive Messerangriff. Der eigentlich chancenlose Rechtspopulist Bolsonaro profitiert.

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kaibrasil 08.09.2018, 18:11
1. Die Spaltung der brasilianischen Gesellschaft

wird keinesfalls nur von Herrn Bolsonaro vorangetrieben. Dessen Äusserungen sind in der Tat schwer erträglich, aber die "wir gegen die"-Stimmung im Land hat Herrn Lulas korrupte "Arbeiterpartei" PT aufgebracht. Deren Programm - u.a. staatliche Kontrolle der Wirtschaft, Gleichschaltung der Presse nach kubanischem Vorbild - ist eindeutig kommunistisch und Herr Haddad ist kein gemässigter Sozialdemokrat. Bolsonaro und Lula/Haddad eint ihr Hohn auf den demokratischen Rechtsstaat. Dass links- und rechtsextreme Kräfte reale Chancen auf den Wahlsieg haben, ist eine alles andere als gute Perspektive für Brasilien.

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Löwe1 08.09.2018, 18:47
2. Rechts-Links-Denken fehl am Platz

Sie sollten schon einigermaßen objektiv berichten. Ich bin mitnichten ein Anhänger Bolsonaros, aber es ist festzustellen, dass er schon seit einiger Zeit nicht mehr als chancenlos für das Präsidentenamt dargestellt werden kann. Brasilien ist in einer sehr kritischen Lage und die sog. Mittelschicht weiß nicht, wen Sie wählen soll. Rechts - Links - Denken ist hier keine Lösung und selbst wenn eine erneute Kandidatur von Lula möglich sein würde, wäre damit eine erfolgreiche Zukunft Brasiliens auch nicht gesichert. Brasilien ist derzeit außer Rand und Band und man kann nur mit großer Skepsis erwarten, was nach den wahrscheinlichen 2 Wahlgängen passiert.

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nadelstich 08.09.2018, 19:01
3.

Sehr einseitiger Artikel.
Das Herr Bolsonaro chancenlos ist sehen viele Medien außerhalb Deutschlands vollkommen anders.
Er wird es ziemlich sicher in die Stichwahl schaffen und diese dann vermutlich verlieren (zumindest war das bis letzte Woche meine Einschätzung);
da sich alle anderen politischen Kräfte in Brsilien gegen seine Wähler verbünden werden.

Chancenlos würde ich das erreichen einer Stichwahl jedoch keinesfalls nennen.
btw Trump war damals gemäß (nicht nur) deutscher Medien auch "Chancenlos".

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knok 08.09.2018, 19:20
4.

Fake News, Hassrede, Spaltung. Überall das gleiche, in Brasilien, den USA, fast ganz Europa... Gewalt ist natürlich inakzeptabel, aber ich hoffe, dass Bolsonaro jetzt nicht aus Mitleid zum Präsidenten gewählt wird. Das wäre eine Katastrophe für Brasilien, dem Land geht es eh schon schlimm genug...

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icke_floripa 08.09.2018, 19:58
5. Schon wieder…

Mir wird immer ganz komisch, um es mal milde zu sagen, wenn ich die Kommentare von Herrn Güsing lese. So zeigt er doch seine sehr subjektive Sichtweise auf die politische Lage hier in Brasilien. Bolsonario ist der Trumps Brasiliens, aber Haddad ist dann auch der Maduro. Das Schlimmste wäre eine Stichwahl zwischen beiden. Somit die Wahl zwischen Pest und Cholera. Aber so wie ich das sehe wird Haddad einen gewaltigen Sprung machen bei der nächsten Umfrage, da Lula ja nicht mehr bei Umfragen aufgeführt werden darf und Haddad als sein Stellvertreter agiert.
Lula war nicht der wer den wirtschaftlichen Wohlstand geschaffen hatte. Das wurde schon zig Mal hier diskutiert. Die Grundlagen wurden in den 90zigern gelegt. Er hatet das Schiff Brasilien mit seiner wachsenden Wirtschaft übernommen. Wichtig war es den Kurs zu halten und es nicht zum kentern zu bringen. Mit der florierenden Wirtschaft kam der Wohlstand für alle Schichten. Allerdings wusste Lula und seine Nachfolgerin Dilma nicht dieses erfolgreich weiterzuführen. So durchlief Brasilien alle Phasen einer aufstreben Wirtschaft wie auch alle anderen Schwellenländer, wie Indien oder China genauso wie es in den Büchern steht. Nur muss man das gekonnt und mit Weitsicht weiterführen. Schon damals war Brasilien sehr verschlossen für Importe z.b.. Dies war u.a. ein Hauptgrund für den Beginn der Wirtschaftskrise. Sehr gut zu sehen bei der Automobilindustrie. Durch den Protektionismus entstand ein riesiger innerer Produktions- und Absatzmarkt. Durch den steigenden Wohlstand kauften die Menschen sehr viele Autos, die Wirtschaft boomte. Das Problem? Weltweit gesehen waren die Autos viel zu teuer und der Technologie weit hinterher. Als nun der inländische Markt gesättigt war und auch noch Argentinien als wichtiger Käufer wegbrach, begann der Abfall der Verkäufe in der Autoindustrie, mit all seinen Zulieferern. Da viele Leute auch Wohnungen über Jahrzehnte finanziert gekauft hatten, nun aber arbeitslos wurden crashte auch die Baubranche. Beide Branchen sind sehr wichtig für Brasilien. Die Auswirkungen sind bis heute vorhanden. Der Abwärtstrend begann bereits zu Dilmas Zeiten und ist nicht Schuld der Interimsregierung dessen Präsident Temer seit ca. 1,5 Jahren die Nummer eins ist und den sich Dilma als ihr Vize ausgesucht hatte!!! Zu Zeiten der PT wurden natürlich unbestritten auch gute Sachen gemacht, wie carta assinada, aber viele wichtige Schlüsselgebiete blieben in sehr schlechtem Zustand bis heute, wie zb. Wasser-/Abwasserwirtschaft, das Bildungssystem, Gesundheitssystem und Transport. In den über einem Jahrzehnt der Regierung der PT, war und ist der Zustand grauenhaft. Und die Kritik an die Inkompetenz der PT Regierung geht auch dahin, dass das neben dem schlechten Zustand dieser Gebiete, sie sich immer als die Retter und Verteidiger der Armen hinstellen. In Wahrheit verschwendete wurde aber viel Geld verschwendet mit Korruption, Misswirtschaft, aufblasen des Behördensystems und exorbitanten Ausgaben für die WM und die Olympiade. All das geschah unter Führung von der PT, also direkt Lula und Dilma!!!

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holger123!!! 08.09.2018, 20:10
6. Chancenlos ???

Die offene Sympathie und Parteinahme des Herrn Glüsing mit der Arbeiterpartei des verurteilten Kriminellen Lula lässt sich wieder einmal sehr gut erkennen. Derart einseitige Stellungnahmen sind des vornehmlich wichtigsten deutschen Magazins nicht würdig und widersprechen offen den Tatsachen in Brasilien.

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gigi76 08.09.2018, 20:12
7. Fake News

Der Wirtschaftsabschwung und die Rezession setzte bereits 2014 ein, also weit vor dem Impeachment von Dilma Rousseff. Sie wurde abgesetzt, weil sie als schwache Präsidentin das Land vermutlich ins Chaos gestürzt hätte.
Die Börse stieg nach der Messeattakce, weil eine weitere Kandidatur von Bolsonaro unwahrscheinlicher geworden war. Lula da Silva ist kein Demokrat sondern ein Demagoge vergleichbar wie Maduro in Venezuela. Sowohl Lula da Silva als auch Bolsonaro polarisieren.
Alckmin ist nach wie vor der Favorit des Establishments und nicht Bolsonaro.

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guki0340 08.09.2018, 20:15
8. Brasilien

Lula hofft von einem Gericht zur nächsten Verhandlung. Die Krise in BR begann nicht durch die Amtsenthebung von Dilma sondern durch die von Lula verursachte Wirtschaftskrise,die Dilma kritiklos weiterführte.
Ich erlebte Vorort eine allgemeine Ablehnung der Dilma, das Land war anfangs sehr erleichtert. Mit Temer kam Brasilien dann vom Regen in den Wolkenbruch.
Nach meiner Ansicht kann ein Präsident Bolsonaro Brasilien wieder in ein besseres Fahrwasser bringen. Ich glaube vielmehr auch, dass nur er als Ex Militär eine komplette Übernahme der Regierung durch das Militär abwenden kann.

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vivaobrasil 08.09.2018, 21:39
9. Ich wundere mich

Immer wieder über die einseitige Berichterstattung zur politischen Lage in Brasilien.
Wenn hier einer den Trump macht, dann ist es Lula. Er bezichtigt die Presse nicht nur der Lüge, sondern stößt wie Trump subtile Drohungen aus.
Beispiel gefällig ? https://twitter.com/lulaoficial/status/953434000286257152?s=11
Und so wie sich Trump gut mit Rechtspopulisten versteht, z.B Duarte, Putin oder früher mal Erdogan, so kann es Lula blendend mit dem Menschenschinder Maduro aus Venezuela.
Vor solchen Zuständen haben die Menschen in Brasilien Angst und sie sind der Korruption und ewige reale Gewalt auf den Straße leid. Die PT hat in dieser Beziehung leider gar nichts erreicht

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