Forum: Politik
Nach Aussetzung des Auslieferungsgesetzes: Demonstranten übernehmen Hongkongs Straßen
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Schwarze T-Shirts und Regenschirme: Auch am Tag nach der Aussetzung des umstrittenen Auslieferungsgesetzes gibt es in Hongkong Proteste gegen die Regierung - und einen tragischen Todesfall.

temp1 16.06.2019, 10:57
1. Platz des Himmlischen Friedens bald auch in HongKong?

Die Frage ist, wieviel Toleranz die chinesische Volksrepublik gegenüber ihrem Demokratie-Experiment aufwendet, ob vielleicht bald der Regierung in Peking der Geduldsfaden reisst und sie das Militär dem ein Ende machen läßt. Dann gibt es vielleicht einen Platz des Himmlischen Friedens bald auch in HongKong, wo Panzer und Miltäreinheiten den Aufstand niederwalzen. Wer weiß. Vielleicht läßt China aber auch das Experiment weiterlaufen in dem Wissen, dass sie dem ja jederzeit ein Ende setzen können.

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lathea 16.06.2019, 11:21
2. Die chinesische Diktaturkaste wird....

....ihre Puppe Carrie Lam nicht so schnell aufgeben, sondern sie höchstens austauschen. Jetzt ist die Diktaturkaste nicht mehr kommunistisch, sondern kapitalistisch vernetzt und muss nicht nur um ihre Macht, sondern auch um ihr global verteiltes Vermögen bangen. Ob da noch ein friedlicher Umschwung zur Demokratie möglich sein wird, wage ich zu bezweifeln. Angesichts der mittlerweile eng und wirtschaftlich vernetzten Diktatoren dieser Welt, have ich eher die Befürchtung, das uns jetzt weltweit eine offizielle Herrschaft des Geldadels droht. Die EU sollte sich stärker und wirtschaftlich sowie digital unabhängiger machen und ausserdem ihre politische Situation hinsichtlich der Regeln Erweiterung und Rausschmiss einzelner EU-Staaten stärken und verbessern. Warum nicht auch afrikanische und asiatische Staaten aufnehmen, die demokratisch und bildungsmässig fortschrittlich aufgestellt sind und politisch Teil der EU sein wollen? Nur mit einer politisch und wirtschaftlich starken sowie von Diktatoren unabhängigen EU können wir unseren Wohlstand halten und ausbauen sowie innerhalb der EU besser teilen.

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klaus64 16.06.2019, 11:49
3. Kühle Betrachtung

Wenn man es rational betrachtet ist es für ein Land kaum denkbar, das es eine Enklave gibt, wo sich straffällige vor der Justiz des Landes in Sicherheit bringen können.
Wenn man es nun mal auf einfache Kriminelle bezieht und nicht immer protestierende Studenten in Gefahr sieht, dann ist die Regelung schon notwendig.
Wir sollten hier nicht vordergründig "das böse Peking " sehen, sondern uns vergegenwärtigen, das Hongkong seit 1997 ein Teil China ist, auch wenn man damals Verträge mit Wirksamkeit bis 2047 mit der damaligen Kolonialmacht GB geschlossen hat. Auch der Vertrag zum Beitritt der DDR zur BRD war ja auch mit einer "heißen Nadel " gestrickt.

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dynamoraul 16.06.2019, 12:45
4. Es

geht nicht darum dass sich Festlandchinesen in Hong Kong verstecken.Nein,es sollen Hong Kong Chinesen nach China ausgeliefert werden als hätte HK keine Gerichte.Über kurz oder lang wird das Zentralkomite sowie so einschreiten.Wir sind aktuell so von China abhängig dass Sanktionen keinen Sinn machen.Schaut mal auf den Hersteller der meisten Produkte zu Hause.

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AnnaLena77 16.06.2019, 13:11
5. Temporärer Sieg

Hong Kong und Macau werden beide über kurz oder lang (2047 und 2049) sowieso ihren Sonderstatus "Ein Land - zwei Systeme" verlieren, denn dann läuft deren Autonomiestatus aus. China wird bis dahin einfach weiter machen und die Freiheiten der ehemligen Kolonien (was für eine Ironie wenn eine Kolonie seinen Bürgern mehr Freiheit bietet als ein souveränes Land) weiter erodieren lassen bzw. die chinesischen Machthaber werden einfach die Politik betreiben, die sie gewohnt sind. Und Hongkonger, die schon jetzt gen China katzbuckeln werden da auch weiterhin fleißig mithelfen.

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DerDifferenzierteBlick 16.06.2019, 13:13
6. Interessen einer Diktatur sind nicht objektiv zwingend durchzusetzen!

Zitat von klaus64
Wenn man es rational betrachtet ist es für ein Land kaum denkbar, das es eine Enklave gibt, wo sich straffällige vor der Justiz des Landes in Sicherheit bringen können. Wenn man es nun mal auf einfache Kriminelle bezieht und nicht immer protestierende Studenten in Gefahr sieht, dann ist die Regelung schon notwendig. Wir sollten hier nicht vordergründig "das böse Peking " sehen, sondern uns vergegenwärtigen, das Hongkong seit 1997 ein Teil China ist, auch wenn man damals Verträge mit Wirksamkeit bis 2047 mit der damaligen Kolonialmacht GB geschlossen hat. Auch der Vertrag zum Beitritt der DDR zur BRD war ja auch mit einer "heißen Nadel " gestrickt.(sic!)
Das Problem ist, dass es in China keine gerechte oder freie Justiz gibt, sondern eine von der KP diktierte Staatsjustiz. Egal, welche Anschuldigungen erhoben werden: Ein Beschuldigter kann kein gerechtes Verfahren erwarten. Deswegen sollte in solche Staaten grundsätzlich nicht ausgeliefert werden. Die Lösung für China wäre: einfach ein unabhängiges Justizsystem zu etablieren... Solange China aber eine totalitäre Diktatur bleibt, muss es zwangsläufig mit dieser fehlenden Kontrolle in Hongkong umgehen.
Und selbst wenn man nur schwere tatsächliche, unpolitische Straftäter einer Willkürjustiz ausliefern wollte: Es gibt kein System, das darüber unabhängig wachen würde! China könnte mit einem Auslieferungsgesetz beliebige Vorwürfe konstruieren und die von ihnen eingesetzten Marionetten in Hongkong würden dann brav zustimmen. Es bräuchte zusätzlich also eine (demokratisch) unabhängig legitimierte Machtstruktur in Hongkong, die es aber ebenfalls nicht gibt.

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bollocks1 16.06.2019, 14:58
7. DAS sind...

...Demonstrationen die den Namen verdienen.
Es geht ums Eingemachte, um den Erhalt Hongkongs Verfassung und Freiheiten. Existentiell. Und das 22 Jahre nach Übernahme. Eine ganze Generation Post-Colonial.
Klar das Hongkong für Peking ein Stachel im Pelz ist.
China verwirklicht zur Zeit eine mediale und IT-gestützte Überwachungsgesellschaft, die selbst George Orwell sich nicht hat träumen lassen. Auch das macht den Honkies Angst.
Hochachtung.

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gruen99 16.06.2019, 14:59
8. Es wird unterschlagen, dass HK ab 1.7.2047 zu China gehört !

Es ist unredlich zu unterschlagen, dass Hong Kong ab 1.7.2047 zu China gehört. Bis dahin, nämlich 50 Jahre, hatte China eingewilligt, wie auch in Macao (dort bis 1.1.2050) eine SAR als Übergangslösung zuzulassen. Danach ist ohnehin Schluss mit lustig. Also was soll das Gedöhns. Alles nur Propaganda auf dem Rücken der von Gross Brittanien 1997 im Stich gelassenen Hong Konger.
Wer dort Freiheit will hat jetzt noch ca. 28 Jahre Zeit das Weite zu suchen.

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