Forum: Politik
Nach den Anschlägen von Brüssel: Wollen wir den totalen Krieg?

Nach den Attentaten von Paris und Brüssel steht dem Westen der Sinn nach Krieg. Statt dessen sollten wir über Versöhnung nachdenken. Wer das lächerlich findet, hat die Osterbotschaft nicht verstanden.

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kuac 29.03.2016, 00:14
570.

Zitat von radioactiveman80
.......welche Reaktionen kamen denn bislang von eben diesen, in Deutschland lebenden Muslimen bzw. deren Repräsentanten zu den Anschlägen in Brüssel oder Pakistan? Wenig bis gar keine. Höchstens das Übliche "Das hat mit dem Islam nichts zu tun." Und das reicht eben nicht.....
Weltweit sind die Muslime die groessten Opfer des Terrors. In Afghanistan, Irak, Syrien und Pakistan sind seit 20 Jahren mehrere hundert tausend Muslime gestorben. Unterstellen Sie deren Familien, dass sie das gut heissen und sich darüber heimlich freuen?

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Joachim Petrick 29.03.2016, 00:21
571. Der totale Krieg ist keine Frage des Wollens mehr, sondern des Wahrnehmens

Der totale Krieg droht nicht, der totale Krieg ist seit Nine Eleven01 für Millionen Alltag
Den totalen Krieg als Menetekel an die Wand zu malen, wo dieser seit Nine Eleven 2001 in vielen Regionen unserer Einen Welt im Wege des Krieges gegen den Internationalen Terrorismus mit inzwischen über 60 Millionen Flüchtlingen inner- und außerhalb ihrer Heimatländer Alltag ist, entfaltet für mich die verstörende Fragmentierung der Wahrnehmung wirklicher Weltverhältnisse in einem asymmetrisch miitärischen Interventionismus wechselnder Koalitionen der Willigen reicher Regionen gegen arme Regionen und deren Bewohner/innen.

Meint Karl Barth mit Tausch wirklich, ""Die Versöhnung des Menschen mit Gott, dass Gott sich an die Stelle des Menschen setzt und der Mensch an die Stelle Gottes gesetzt wird ..."

Meint Barth nicht viel mehr, dass Gott seinen Sohn verloren hat, wie Eltern ihre erwachsenen Kinder verlieren, im Versöhnen um ihn den verlorenen Sohn trauert, im Verhältnis zueinander sich ein Tausch gegenseitigen Empfindens und Warnehmens vollzieht?

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clochard185 29.03.2016, 00:21
572. Herr Augstein ist...

sichtlich bemüht die Irrationalität des Islamismus zu definieren zu erklären - er versucht das zu erklären was es nicht ansatzweise verdient erklärt zu werden. Am Ende kommt der hahnebüchende Satz heraus, dass mit echtem Glauben der Terrorismus zu besiegen wäre und das letztendlich die westliche Dekadenz den Islamismus/Terrorismus heranzüchtet. Mit dieser Aussage gibt er den Terroristen recht. "Die Terroristen sind unsere eigenen Kinder und niemand wird als Terrorist geboren". Wieder ein ganz schlimmer Satz, der unbewusst die Opfer zu Tätern abstempelt. Es wird zwar kein Mensch als Terrorist geboren aber jeder Mensch kann sich nach der Bewusstwerdung als Geschöpf mit Gerechtigkeitssinn seine Entscheidung selber treffen, ob er sich für gut oder böse entscheidet, ganz ohne religiöse Beeinflussung. So ist auch zu erklären, dass viele Atheisten moralischer leben als religiöse Menschen, die oft die Ratio dem uneinggeschränkten Glauben opfern. Oft wird doch die Religion zur Diktatur des Geistes, die keine objektive Betrachtung zweier verschiedener Meinungen zulässt. Herr Augstein versucht sich als Philosoph, der aber seine Ansätze nicht richtig zu ende denkt.

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ulisses 29.03.2016, 00:22
573. Im Ernst?

Gern möchte ich ja Augstein glauben, jedoch erscheint es mir, als schreibe er nur noch für eine Klickquote.

Sehr geehrter Herr Augstein, sehr geehrte SPON-Redaktion, liebe Leser, machen Sie einen Versuch:
Lesen Sie den obigen Text noch einmal. Ersetzen Sie lediglich islamistischen Terror durch rechtsextremistischen Terror. Geht das? Ist das so viel anders? Würde Augstein das so auch schreiben oder gar unterschreiben? Liest er überhaupt Leßerkommentare?

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kpkuenkele 29.03.2016, 00:28
574. Terrorismus nicht erst entstehen lassen...

...und Unterschiede ausgleichen. Gut gesprochen, Herr Augstein. Der grösste Unterschied zwischen Europa und den Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens ist die rapide wachsende Bevölkerung in den islamischen Ländern. Während bei uns das Wirtschaftswachstum und der Produktivitätsgewinn der letzten vierzig Jahre aufgrund einer stabilen Bevölkerung zu einem steigenden Lebensstandard führte, konnte das Wirtschaftswachstum in Nordafrika und den arabischen Staaten nicht einmal ansatzweise mit der im gleichen Zeitraum auf das vierfache anwachsenden Bevölkerung mithalten. Das führte zu extremer Jugendarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und letztendlich zu islamistischer Radikalisierung. Wenn Europa in den nächsten 40 Jahren jedes Jahr 28,5 Millionen Muslimische Migranten aufnimmt, können wir die von Herrn Augstein vorschlagene Angleichung der Lebensverhältnisse hinbekommen - allerdings in 40 Jahren dann auch die gleichen Ruinenstädte vorweisen wie Syrien heute. Die Politik sollte sich schnellstens den schon in den 1970er Jahren vom "Club of Rome" formulierten Überlebensfragen unseres Planeten widmen, sonst ist es um die menschliche Zivilisation bald geschehen.

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kuac 29.03.2016, 00:30
575.

Zitat von huggiii
...... Was die Kreuzzüge betrifft liegen Sie ebenfalls völlig daneben. Diese waren auf die Befreiung des von Muslimen gewaltsam eroberten Jerusalem aus. Man hat sich also gegen die muslimische Eroberung gewehrt.
Falsch.
Die Kreuzzüge seitens des „christlichen Abendlandes“ waren strategisch, religiös und wirtschaftlich motivierte Kriege zwischen 1095/99 und dem 13. Jahrhundert ......... In diesem erweiterten Sinne werden auch die Feldzüge gegen nicht christianisierte Völker wie Wenden, Finnen und Balten, gegen Ketzer wie die Albigenser und gegen die Ostkirche dazu gezählt. Vereinzelt wurde von den Päpsten sogar ein Kreuzzug gegen politische (christliche) Gegner ausgerufen.
Aus Wikipedia.

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d.selle 29.03.2016, 00:53
576. Wieso? tun wir etwas was anderes?

Zitat von aschu0959
lieber Herr Augstein. Die Attentäter sind eben nicht "unsere Kinder", sie sind Kinder eines anderen Geistes u. "Gottes" (ich wage es kaum das zu schreiben). Wir sind Christen, weil wir versuchen nach dem Vorbild eines Jesus aus Nazareth zu leben (den nur die Kirche als "Sohn Gottes" tituliert). Ich hab nix mit einem Gott am Hut, aber schon gar nicht mit Leuten die im Namen eines Gottes morden.
unser "Gott" heißt Geld, Wirtschaftswachstum und Gewinnmaximierung. Dem wird alles untergeordnet. Wer nicht mitspielt oder mitspielen kann wird abgehängt und mit Brot und Spielen ruhiggestellt, Es ist dabei unerheblich wer abgehängt wird. Wenn es keiner merkt wird auch gemordet (z.B. Irakkrieg, Gwalt umbillige Bodenschätze oder Hilfe unterlassen (Türkeideal). Europa hat nur eine uralte Religion gegen eine des Neoliberalismus ausgetauscht.

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alienata 29.03.2016, 00:55
577. unsere kinder, unsere moerder, unsere terroristen

wir begegnen uns immer im anderen. je feindlicher,
je bedrohlicher der andere fuer uns ist, je mehr haben wir es mit unserer eigenen abspaltung zu tun, mit dem,
was wir als unseres nicht erkennen und anerkennen wollen. das wort von versoehnung, vergebung,
das versprechen von einem neuen anfang:
alles nichts anderes als der vollzug dieses erkennens und anerkennens: der andere, mein moerder, mein terrorist bin immer auch ich.

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donald! 29.03.2016, 01:22
578. Mal wieder ...

Wir lesen, Herr Augstein bezeichnet die Versoehnung als westlichsten aller Werte. Schon an diesem Punkt darf man gepflegt anderer Meinung sein.

Dass er als kritischer Journalist mit der Osterbotschaft argumentiert, waehrend er gleichzeitig die Stellung der Bibel mit ihren sehr unterschiedlichen Inhalten als anerkannt widerspruechliches Gesamtwerk ignoriert, ueberrascht doch auch Ostern etwas (Hesekiel etc.).

Aber vielleicht hilft es ja, sich wortgewaltig aus unserer (noch existenten) Komfortzone heraus eine Versoehnung zu wuenschen oder wie Frau Kaessmann, im Terror eine "Herausforderung Jesu" zu sehen und fuer "unsere Feinde zu beten", waehrend irgendwo auf der Welt weitere Frauen, Kinder und Maenner in den naechsten Monaten und Jahren sterben (...)

Allerdings, da ja dieser Tage davon ausgegangen wird, dass zukuenftig weitere Anschlaege folgen, stellt sich mir angesichts solcher Botschaften unwillkuerlich die Frage, welchen Erhaltungswert dem Leben & Ueberleben von Menschen denn hier eigentlich noch beigemessen wird (...) ?!
Jedenfalls scheint sich hier trotz der bisherigen Opfer von Paris, Istanbul und Bruessel und der Gefuehle der Angehoerigen, der Blick auf den Tod bzw. den IS ploetzlich zu relativieren.
Solange nicht selbst betroffen, aber etabliert und einem vermeintlich gesellschaftlichen Auftrag folgend, koennen wir solche Kommentare oder Ratgeber zum Umgang mit der gegenwaertigen Situation - die letztlich auch vorbeugend weiterer Etablierung rechter Gesinnung entgegenwirken sollen - eben formulieren. Und entspr. Betroffenheitsrhetorik hatten wir ja bereits ...

Der "totale Krieg" ist als Begriff ja hier durchschaubar provokant vom Autor gewaehlt. Einen solchen Krieg will niemand, der noch seine Sinne beisammen hat.

Eine nachhaltige Bekaempfung eines Terrors, der auf unsere Vernichtung zielt, indes schon. Gesellschafts -und sicherheitspolitisch in Europa, endlich aber auch oekonomisch (wer finanziert ?) und wenn noetig weiterhin militaerisch im nahen und mittleren Osten.

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david_fuchs 29.03.2016, 01:39
579. wieso haben soviele Leute ein problem damit die Kolumne zu verstehen?

Ich glaube was Herr Augstein meint ist, dass es solche anschläge wie in Brüssel und Paris nicht geben würde, wenn wir die täter vernünftig integriert hätten. Dadurch, dass solche Leute sich ausgeschlossen und verlassen fühlen kann auch z. b. eine folge des Kapitalismus sein, aber vor allem hilft das daesh anschläge zu verüben

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