Forum: Politik
Nach der nuklearen Katastrophe von Japan: Was wird aus der Atomenergie?

Die durch die das schwere Erdbeben verursachten Atomunfälle in Japan rücken die Sicherheitsfrage auch in Deutschland wieder in den Fokus der Debatte: Wie katastrophensicher sind Atomkraftwerke? Müssen wir die Debatte um die Atomkraft wieder neu aufnehmen?

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A_Friend 19.03.2011, 20:26
5600. Titelschmelze

Vielleicht wird mit diesen Daten mal einigen hier klar, WIE verzweifelt die Lage in Japan inzwischen ist:

Bereits am Mittwoch wurde der Grenzwert für Arbeiter auf von 100 auf 250 mSv hochgesetzt.
(http://www.radio24.ch/ausland/die-ts...dossier_id=885)

250 mSv ist die "Katastrophendosis", die man nur einmal im Leben abbekommen darf (http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenbelastung).

Also: Wenn Fukushima keine Katastrophe ist, warum setzt man dann Arbeiter einer Strahlendosis aus, die sie nur einmal im Leben erhalten dürfen?

Heute erhöhen sie die Dosis von 100 mSv auf 150 mSv - pro Schicht! (http://news.orf.at/stories/2048421/2048422/)

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TS_Alien 19.03.2011, 20:28
5601. .

Atomstrom ist nicht billig. Denn es wird vergessen, dass die Folgekosten enorm sind. Allein der Rückbau eines AKWs wird sicherlich einige Milliarden kosten. Dazu kommen noch die Endlagerkosten für die nächsten 100000 Jahre und länger.

Die AKW-Betreiber haben sicherlich auch dafür eine "elegante" Lösung schon in ihren Schubladen, um sich an diesen Kosten nicht oder nur ein wenig zu beteiligen.

Zahlen müssen die Zeche dann wieder einmal die Bürger. Erst bei den Stromkosten jahrzehntelang abgezockt zu werden und dann noch die ureigenen Kosten der AKW-Betreiber übernehmen zu müssen, das ist sicher kein bürgerfreundliches Geschäftsmodell.

Auch wenn die aktuell möglichen Alternativen zur Zeit noch den Klimawandel verstärken, dieses Problem wird uns und vielleicht die nächsten zehn Generationen betreffen. Es ist also ein überschaubarer Rahmen. Lösungen für die damit verbundenen Probleme wird es geben, da bin ich mir sicher. Bereits heute existieren Ansätze.

Der Atommüll wird die nächsten zehntausend Generationen betreffen. Lösungen zur Beseitigung des Atommülls wird es nicht geben. Auch da bin ich mir sicher. Verbuddeln von Müll war noch nie eine intelligente Lösung. Und beim Atommüll ist es noch nicht einmal eine sichere Lösung.

Wenn eine sogenannte Brückentechnologie Auswirkungen auf so viele folgende Generationen hat, dann ist es unverantwortlich, daran festzuhalten.

AKW-Befürworter sind entweder doof, unwissend, verantwortungslos, bezahlt oder korrupt. Sonst könnte man die Fakten nicht derart ignorieren.

Selbst wenn die AKWs zu 100 % sicher sind, die dauerhaft sichere Endlagerung des Atommülls wird immer ein unlösbares Problem bleiben.

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IchOnline 19.03.2011, 20:28
5602. Tsunamis

Zitat von happy2009
Fukushima wurde offiziell mit Erdbebensicherheit 8,2 gebaut
Ist doch egal, denn sie haben einfach die Tsunamis vergessen:

"Die Gefahr eines Tsunami haben wir überhaupt nicht berücksichtigt", sagte Ogura, der die Kühlsysteme für alle Reaktoren außer dem vierten mit konstruiert hat, laut der japanischen Zeitung "Hokkaido". "Wir waren nah dran, ignorant zu sein. Wir haben nicht geprüft, ob die vorgesehenen Maßnahmen ausreichten", sagte Ogura.

Hoppla, schon sind die Tanks für die Notstromdiesel weg, so'n Pech...

Wieviele AKW haben wir eigentlich in D, die auch für eine Kernschmelze in irgendwelchen Abklingbecken außerhalb des Containments konstruiert sind, wofür man bloß das äußere Wellblechdings zu schrotten braucht?

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burghard42 19.03.2011, 20:30
5603.

Zitat von Franz-Peter
Wenn das alles ja kein Problem ist, dann könnte man, um es mal zynisch zu formulieren in Tschernobyl und in Fukushima ganz einfach nach dem Super Gau ein neues Atomkraftwerk bauen. Da die Fläche eh großräumig verstrahlt ist, braucht man gar nicht mal die Sicherheitsvorkehrungen großartig zu ändern, denn wir wissen schon was passiert, wenn nochmals ein Störfall eintritt. Bevölkerungsfrei sind die genannten Gebiete auch noch, da schon evakuiert. Man müsste nur noch Bauarbeiter und Techniker finden, die auch in einem stark verstrahlten Gebiet bereit sind zu arbeiten.
Das wurde und wird ja auch gemacht.
Kein Neubau aber die schon bestehenden werden weiterbetrieben.
Abgebaut wird aus poltischen Gründen,im Osten wie im Westen

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keinzeitungsleser 19.03.2011, 20:33
5604. Interessenvertreter

Zitat von sysop
...Seit Jahren stehen sich Verfechter und Gegner der Atomkraft unversöhnlich gegenüber, die Argumente der anderen Seite wollen sie nicht gelten lassen...
Man darf ja nun auch nicht vergessen, das die Verfechter dar Atomkraft fast ausnahmslos Interessenvertreter der Atomindustrie sind. Und damit ist ja schon mal klar, was diese Leute motiviert.

Auch wenn das statistische Risiko eines erneuten GAU's in Europa, wie behauptet, vergleichsweise gering ist: Wenn es passiert, werden an die hunderttausend Leute sterben. Das ist einfach nicht zu verantworten.

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Zweck-Los 19.03.2011, 20:34
5605. Was wird aus der Atomenergie

Sie gehört nicht in die Hände von Spekulanten, sondern in staatliche und vor allem geprüfte.

Drohungen der Vorstände grosser Energiekonzerne geben beredtes Zeugnis. Waschlappen-Manager unserer vier Stromversorger machen klar, dass wie ihnen die Macht übertragen haben, Rendite steht über allem, Nachdenken gilt nicht.

Was ich fordere: Zerschlagung der Energie-Monopole, in der Konsequenz, dass jede Stadt, jeder Kreis sich neuorientieren kann und DARF.

DARF: heisst laufende Verträge brechen.

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ewsz 19.03.2011, 20:38
5606. Ausstiegsphobiker ...

Zitat von happy2009
Biomasse: Mio Hungerstote mehr auf der Welt durch Spekulanten, fehlende Anbaufläche und Devisenbringer-ist doch heute schon so
In Deutschland angebaute Biomasse verursacht keine Hungertoten sondern verhindert sie eher. Die ist für unseren Bedarf vollkommen ausreichend. Das meiste wird man ohnehin über biogene Abfälle machen.

Zitat von happy2009
Desertec: Abhängig von X zu durchquerenden Länder, zudem 6000 km anfällige Leitungen Speichertechnologie: Noch nicht mal befriedigend fürs Auto gelöst
Soso, Kernkraftwerke sind zuverlässig und sicher; aber Stromleitungen anfällig - Hochleitungen geradezu lebensgefährlich. Die Logik ist immer wieder verblüffend.

Zitat von happy2009
Alle Ihre Maßnahmen sind unterm Strich korrekt, benötigen aber eben 20 Jahre
Naja, wir müssen auch nicht 100% EE machen um die jetzt noch verbleibenden rund 15% Atomstromanteil abzulösen.

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solomong. 19.03.2011, 20:39
5607. Jaja

Zitat von achim-bonn
Und wer wehrt sich in Deutschland als erstes gegen Baumassnahmen für Pumpspeicher? Richtig, immer die ortsansässigen Grünen.
Die Glaubwürdigkeit der Energiekonzerne sei zerstört, sagte SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter, die sich darüber wunderte, wie schnell hier ein Verfahren durchgeboxt werde.

Hinter die Gegner stellte sich am Samstag auch FDP-Landtagskandidat Klaus Denzinger. Er versprach: „Ich werde mit Ihnen gegen das Projekt kämpfen.“

http://www.suedkurier.de/region/hoch...372588,4603033

So leid es mit tut das sagen zu müssen, aber ein letzter Funke Vernunft könnte auch noch in den Reihen der FDP existieren, ob der Mann nur gewählt werden möchte oder es tats. erkannt hat, ich weiss es nicht.

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austromir 19.03.2011, 20:39
5608.

Zitat von TS_Alien
Atomstrom ist nicht billig. Denn es wird vergessen, dass die Folgekosten enorm sind. Allein der Rückbau eines AKWs wird sicherlich einige Milliarden kosten. Dazu kommen noch die Endlagerkosten für die nächsten 100000 Jahre und länger.
Und nun setzen Sie sich und recherchieren warum auch Solarstrom und Windenergie alles andere als billig sind. Dann rechnen Sie uns bitte noch vor, wie viel Subvention in die Atomenergie gehen und wieviel in "nachhaltige". Wenn Sie dann noch immer nicht verstehen, dass man den Teufel nicht mit dem Belzebub austreiben soll, kann Ihnen niemand mehr helfen.

Die einzige Alternative zu Atomstrom heisst: weniger Energie verbrauchen und höhere Preise bezahlen.

Das traut sich nur keiner dem Wähler zu sagen. Lieber verschleiert man die exorbitanten Kosten in diversen Gesetzen und behauptet, alles sei wunderbar. Was die Atomlobby konnte kann die Umweltlobby noch viel besser.

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donald17 19.03.2011, 20:42
5609. Selten so eine gute Vorlage gesehen

Zitat von Franz-von-Barmbek
Da machen Sie und die sich etwas vor. Die vorgeschlagenen Alternativen sind nicht moderner, störanfälliger und unsicherer als die Kernkraft. Daß Staudämme brechen und viele Tote verursachen ist mehrfach erwiesen. Dazu gehören auch die Pumpspeicherwerke. Daß Windkraftanlagen Sach- und Personenschäden verursachen ist zwar nicht so spektakulär, aber es geschieht auch und mit vielen WKA wird auch deren Anteil steigen. Und das Solarzellen Brände verursachen ist kein Geheimnis. Das einzige, was gegen Kernkraftwerke spricht, ist die durch Desinformation, Unwissen und Panikmache verursachte Angst. Ich hoffe, daß spätere Generationen die Vorteile einer Enegieerzugung durch Kernkräfte erkennen und verstehen und wenigstens unsere Nachkommen wieder eine sichere, wirtschaftliche und zuverlässsige Energieversorgung bekommen. Diese Generation ist offensichtlich leicht manipulierbar und hat physikalische und technische Bildungslücken, zum Beispiel bei der Beurteilung des Lastverlaufes.
Da machen Sie und die sich etwas vor. Die Kernkraftwerke sind nicht moderner, störanfälliger und unsicherer als die vorgeschlagenen Alternativen.

Daß AKWs viele Tote verursachen ist mehrfach erwiesen. Ganze Landstriche wurden bereits ebenfalls verseucht.

Das einzige, was gegen die vorgeschlagenen Alternativen spricht, ist die durch Desinformation, Unwissen und Panikmache verursachte Angst. Ich hoffe, daß spätere Generationen die Vorteile einer Enegieerzugungdie vorgeschlagenen Alternativen erkennen und verstehen und wenigstens unsere Nachkommen wieder eine sichere, wirtschaftliche und zuverlässsige Energieversorgung bekommen. Diese Generation ist offensichtlich leicht manipulierbar und hat physikalische und technische Bildungslücken, zum Beispiel bei der Beurteilung des Lastverlaufes.

und nu?

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