Forum: Politik
Nach der Wahl in Kosovo: Der Anti-Autokrat
Florion Goga/REUTERS

In Kosovo verspricht der Wahlsieger Albin Kurti einen radikalen Wandel. Ob das gelingt, ist ungewiss. Doch für den Westbalkan ist die Abwahl der korrupten Autokratie schon jetzt ein starkes Signal.

Waahrer 08.10.2019, 18:21
1. Üble Wichtigtuerei

Das Kosovo hat ungefähr soviel Einwohner wie Hamburg. Die Nato hat damals dort ein UCK-Regime aus der terroristischen Gruppierung installiert.

Die werden auch jetzt die Macht nicht abgeben, sondern die Wahlsieger ermorden. Das ist deren übliches Handwerk.

Wenn man nachliest, was die deutschen Lügenmedien damals über den Nato-Angriffskrieg gegen Serbien geschrieben haben, kann einem noch heute übel werden. Es ging nur um Zerschlagung der sozialistischen Republik Jugoslawien, koste es an Menschenleben, was es wolle. Genscher und die Bundesregierung -sogar der Grüne Joschka Fischer- mischten munter mit.

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Haarfoen 08.10.2019, 18:22
2. Viel Erfolg dann auch ...

War gerade länger im Kosovo und hatte dort viele Gespräche. Der Artikel spart die EULEX aus, die wohl maßgeblich an den korrupten Verwerfungen im Land beteiligt sein dürfte, sprich die Korruption wurde teils von der EU selbst genährt. Insoweit sind die Ausführungen des Artikels zu einem angeblichen Signal an die EU, nun endlich die Korruption zu beenden, wohl ironischer Natur? Nicht zu vergessen, der stringente Ausbau des Kosovo zu einem US- amerikanischen Vasallenstaat, in Camp Bondsteel sind mittlerweile rund 10.000 US- Amerikaner stationiert. Auch hier gibt / gab es Verflechtungen z. B. mit der Clinton- Stiftung. Hoffentlich gelingt es Albin Kurti, dem Land wieder eine Perspektive einzuhauchen. Fast alle Kosovaren wollen nur noch weg aus dem Kosovo, so mein Eindruck. Ein Wirtschaftsmodell existiert dort übrigens nicht. Man wartet illusorisch auf EU- Investoren und möchte ein Zulieferland für die Automobilindustrie werden. Dies wird nicht in Erfüllung gehen. Mit einem Anschluss an die EU holt man sich den nächsten Problemfall ins Haus, allenfalls kann man die ausgesprochen fleißigen Kosovaren in hiesigen Altersheimen verheizen.

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irobot 08.10.2019, 18:53
3.

Zitat von Haarfoen
Nicht zu vergessen, der stringente Ausbau des Kosovo zu einem US- amerikanischen Vasallenstaat, in Camp Bondsteel sind mittlerweile rund 10.000 US- Amerikaner stationiert.
Nö, dort sind 7.000 Soldaten der KFOR untergebracht, nicht nur US-Soldaten.

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Knossos 08.10.2019, 19:02
4.

Formidabel! Ein ungefärbter Artikel.

Und wie stets, wenn ein Auslandsbericht sachlich ausfällt, bleibt der fade Nachgeschmack als Frage: Warum wohl pflegen unsere „Volksvertreter“ -ob als BRD oder EU- nur so gut mit korrupten Staatsvertretern auszukommen? Mehr noch, sie demokratischen / Grassroots vorzuziehen; Letztere zu übergehen?

Herrn Verseck möchte ich trotz des erfrischenden Werks fragen:
Glauben Sie wirklich, daß Abwählen „einfach“ ist?
Und was sagen Sie dazu, daß derlei oft erst gelingen will, wenn internationale Macht begonnen hat, es gutzuheißen?

Ich denke, es sollte dringend etwas dafür getan werden, daß Wahlen allerorten (auch in Deutschland) mit einem gewissen Grad uneingeschränkter Transparenz und authentischer Kontrolle stattfinden können.

Es ist schon bemerkenswert, daß noch nie Anstalten unternommen worden sind, um solche eine Kontrolle technisch und logistisch weltweit möglich zu machen. Dabei dürften die Mittel ausreichen, um so etwas zu verwirklichen.

… Und gar erst unbefangenes / systemisches Informationswesen, ohne welches Demokratie selbst bei sicherstem Wahlsystem nie wirklich Demokratie sein kann.

Eine unabhängige, internationale, von nachweislich philanthropischen Wissenschaftlern betriebene Nachrichtenagentur wäre in der Sache doch ein Anfang. Wäre die UNO was sie sein soll, gäbe es diese Dinge längst.

Stattdessen verschwinden dort Milliarden an Spendengeldern und Ressortbudgets zusammen mit humaner Agenda hinter potemkinschen Dörfern.

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Bernhard.R 08.10.2019, 19:39
5. Im Unrecht geboren

Die Charta der Vereinten Nationen kennt den Begriff "Humanitäre Intervention" nicht. Er wurde zur Rechtfertigung des Überfalles auf Serbien 1999 erfunden. Das Ergebnis dieses Krieges der Nato war die Abtrennung des Kosovo von Serbien. Die UCK hatte sich damals sogar im Internet gerühmt, wenn sie serbische Polizisten ermordete. Einer ihrer Kommandeure, Hashim Thaci ist noch heute der Präsident des Kosovo.

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jennerwein 08.10.2019, 20:31
6. Kurti startet mit Verfassungsbruch

Gemäß der Verassung - muss - mindestens 1 Minister Serbe sein, und ganz klar ausgedrückt aus der serbischen Gruppierung, welche das stärkste Zustimmung hat. Dazu hier die für die serbische Bevölkerung angetretenen Parteien mit ihrem Wahlergebnis 6.Oktober 2019: die von Kurti vorweg blockierte Serbische Liste 50.417 Stimmen/95,13% - Selbständige Liberale Partei 1.471/2,78% - Partei Serben für Kosovo 754/1,,42% - Koalition Freihheit 355/0,67% - Kurti scheint ein seltsames Demokratieverständnis zu haben. Das wäre so, als würde die Italiener die Südtiroler Volkspartei mit ihrer absoluten Mehrheit ignorieren und statt dessen irgendeinen, ein paar hundert Wähler repräsentierenden, Sonderling als Vertreter für alle Südtiroler bestimmen.
Doch der neue für Pri?tina-Belgrad-Gespräche bestimmte Gerell (bisher USBotschafter in D), hat Ellboen; er ist keine Mogherini, auch keon Johannes Hahn.

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Haarfoen 08.10.2019, 21:22
7.

Zitat von irobot
Nö, dort sind 7.000 Soldaten der KFOR untergebracht, nicht nur US-Soldaten.
"Die strategische Bedeutung des Kosovo für die USA ist zwar primär militärisch; sekundär ist es aber auch ein wichtiger Umschlagplatz für den Rauschgifthandel. Es dient als Vorposten gegen Russland und zur Kontrolle der Ölströme vom Kaspischen Meer und vom Mittleren Osten nach Westeuropa. Mit dem unabhängigen Kosovo hat Washington einen schwachen Staat geschaffen, der völlig unter seiner Kontrolle steht. Wäre das Kosovo ein Teil Serbiens geblieben, hätte es die NATO viel schwerer gehabt, die militärische Kontrolle darüber auszuüben. Heute ist das Kosovo eine Militärkolonie der NATO, und seine noch nicht einmal 2 Millionen Einwohner werden von 16.000 KFOR-Soldaten überwacht. Das Camp Bondsteel gehört zur Kette der vorgeschobenen US-Basen, die Donald Rumsfeld einmal als "Lily Pads" (Seerosen) bezeichnet hat, und es dient als Ausgangspunkt für Militäraktionen nach Osten und Süden. Die Aufnahme des Kosovo in die EU und in die NATO würde diese US-Militärbasis dauerhaft sichern; das wäre auch deshalb notwendig, weil der US-Protegé Saakaschwili 2008 so kläglich scheiterte, als er die Republik Georgien in die NATO integrieren wollte." Quelle: https://www.globalresearch.ca/kosovo-s-mafia-state-and-camp-bondsteel-towards-a-permanent-us-military-presence-in-southeast-europe/30262

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