Forum: Politik
Nach Drohungen Erdogans: Union verschärft Ton gegenüber Türkei
REUTERS

Recep Tayyip Erdogan führt die Türkei ins europäische Abseits. Kurz vor ihrem Parteitag verurteilt die CDU die Drohungen des Regierungschefs scharf und bekräftigt ihr Nein zum EU-Beitritt: Wer Freiheit und Pluralität bekämpfe, habe in Europa nichts zu suchen.

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Steve Holmes 01.04.2014, 14:37
20. Raus aus der NATO

Zitat von mundi
Zunächst ist die Innenpolitik eines anderen Staates nicht unsere Sache. Wir haben eigene Probleme.
Was hat das bitteschön mit Innenpolitik zu tun? Wissen sie überhaupt warum Erdogan Twitter und YouTube sperren ließ? Da ging es um abgehörte Gespräche in denen besprochen wurde ob man einen Angriff Syriens vortäuschen sollte um in den Syrienkonflikt eingreifen zu können. Das hätte in der Nato den Bündnisfall ausgelöst und auch Deutsche Soldaten, sprich deutsche Bürger, betroffen.

DER TAGESSPIEGEL: Dass die Gefahr sehr wohl realistisch und damit relevant ist, zeigen die jetzt auf Youtube veröffentlichten Mitschnitte eines Gesprächs hoher türkischer Regierungsvertreter. Es sei "kein Problem" einen Anlass zum Losschlagen zu finden, betont Geheimdienstchef Fidan laut der Aufzeichnung.

Die Süddeutsche: Die Türkei hat syrische Rebellengruppen bislang gewähren lassen. Nun sind die Zweifel an dieser Strategie so groß geworden, dass die Regierung offenbar im Konflikt mit dem Nachbarn über eine gezielte Eskalation nachdenkt - das zeigt der jüngste Leak.

Frankfurter Allgemeine: Youtube-Mitschnitt: Tonaufnahme legt türkische Angriffspläne auf Syrien nahe

Zitat von mundi
Sollten aber die Vereinigten Staaten von Europa entstehen, so wäre für die Türkei kein Platz als Vollmitglied.
Die Vereinigten Staaten von Europa wird es nie geben, dafür sind schon die jetzigen 28 Mitgliedsstaaten zu verschieden. Da muss man sich keine Sorgen machen. Aber auch in die EU wie sie heute ist, passt die Türkei nicht. Man sollte sich auch ernsthaft überlegen sie aus der NATO zu werfen, nachdem was über die Gespräche auf YouTube bekannt wurde.

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Steve Holmes 01.04.2014, 14:41
21.

Zitat von unbegreiflich
Also habe kaum solche Heuchler wie die aus der CDU/CSU gesehen noch nie für einen Beitritt der Türkei plediert, aber jetzt so machen als wären Sie für einen Beitritt gewesen und diese Äusserung von Hr. Erdogan wären ein Grund die Aufnahme zu verweigern.
Die jüngsten Äußerungen von Erdogan sind nur eine weitere Bestätigung warum die Türkei nicht in die EU passt. Aber viel schlimmer als Erdogans Äußerungen ist doch, dass er trotz dieser erst wieder in Wahlen bestätigt wurde. Es ist also nicht nur er, sondern das türkische Volk das ihn mehrheitlich bestätigt, das nicht in die EU passt.

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Zappa_forever 01.04.2014, 14:41
22. Stimmt.

Zitat von imvorbeigehen
Ist doch egal, ob die Türkei in die EU kommt. Wir führen doch gerade den Doppelpass für die Türken ein. Dann kann doch man als Neudeutscher ein ganzes Dorf der Verwandten als Familienzusammenführung anmarschieren lassen. In 50 Jahren gehört Deutschland zur Türkei und fragt sich, wie das gekommen ist.
...bis auf das "wir". Vor allem die SPD und die grünen propagieren die doppelte Staatsbürgerschaft. Wohl um sich neue Wählerkreise zu erschließen - ganz egal ob die im Endeffekt stockkonservativ sind. Ich werde es nie kapieren...

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neanderspezi 01.04.2014, 14:42
23. Langsam scheinen sich Diskrepanzen im politischen Verständnis deutlich abzuzeichnen

Kein EU-Politiker will mit der Aussage vorpreschen, dass es nie eine Mitgliedschaft der Türkei in der EU geben wird, weder eine Voll- noch eine Teil- noch eine Sonstwie-Mitgliedschaft. Ein solch ausformulierter Wagemut würde unzweifelhaft zu heftiger Kritik im gesamten EU-Lager führen, nämlich dass man so etwas nie und nimmer in der Öffentlichkeit oder auch im Beichtstuhl aussprechen darf. Jeder EU-Politiker schaut aus Gewohnheit in der Runde umher, ob es nicht endlich einer wagt, hierzu Klartext zu reden, um dann relativierend über diese Aussage herfallen und dadurch wenigstens eigenes diplomatisches Geschick irgendwie in Anwendung bringen zu können und so zieht sich diese Voll- Nicht-Vollmitgliedschaft, diese unaussprechliche Teilmitgliedschaft oder Sonstwie-Mitgliedschaft türkischer Unerwünschtheit unaufhörlich köchelnd durch das politische Mehrgänge-Menü des europäischen Polit-Vereins, unausrottbar, vielfach angebraten, absolut ungenießbar und mehrheitlich unerwünscht. Wann gelangt denn endlich diese unmögliche Beitrittsverhandlung, an die schon früh die Lunte gelegt wurde, sowohl vom Beitreter als auch von den Beitrittsgenötigten, in einen sich vollständig verflüchtigenden Zustand? Welch ein Durchatmen EU-weit könnte daraufhin erfolgen und die Türkei erst dürfte sich erleichtert zeigen, dass dieser Kelch endgültig an ihr vorübergegangen ist, zeigen sich doch im Süden und Osten für das Land bedeutend geeignetere Bündnismöglichkeiten, als zu den unpassenden Politik- und Glaubensgefilden der EU.

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zamparonio 01.04.2014, 14:43
24. Die Osmanen...

...werden wohl nie zur EU kommen.
Zumindest jetzt nicht und in 20 Jahren auch noch nicht.
Sie sind einfach nicht bereit dazu. Dieser Kopftuchkram, unterdrückte Frauen und Männer die noch im Mittelalter leben. Das passt nicht und von daher braucht auch niemand groß drüber diskutieren. Wenn sich die Denke dort unten nicht entsprechend ändert kann man sie eben nicht aufnehmen, das ist ganz einfach.

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Steve Holmes 01.04.2014, 14:43
25.

Zitat von cemö
Schon witzig, wenn man jemanden kritisiert, weil er seinen Gegnern gedroht haben soll und als Konsequenz dessen, droht man ihm zurück?!
Es geht nicht darum Erdogan zu drohen, sondern Konsequenzen aus seinem Reden und Handeln zu ziehen.

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syracusa 01.04.2014, 14:43
26.

Zitat von mundi
Zunächst ist die Innenpolitik eines anderen Staates nicht unsere Sache. Wir haben eigene Probleme. Anders ist es, wenn über Beitritt gesprochen wird. Hier aber agiert man unehrlich, denn die Abneigung, der Türkei EU-Vollmitgliedschaft zu gewähren, hat sicher andere Gründe. Eine Wirtschaftsgemeinschaft, wie sie zunächst geplant war (EWG), verträgt durchaus verschiedene Kulturen und Systeme. Geht es aber um eine "Europäische Bundesrepublik", so ist es wichtig, dass die Mitglieder ähnliche Kulturen und Religionen haben.
Religionen sind egal, aber es muss unvermeidlich Einigkeit darüber herrschen, dass sich alle EU-Staaten zu den Werten der Aufklärung, zu Menschen- und Bürgerrechten bekennen und diese garantieren. Dies kann die gegenwärtige Türkei nicht leisten.
Aber als guter Kenner der Entwicklung in der Türkei bin ich mir sicher, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die halbwegs gebildete, säkular geprägte Mittelschicht der Türkei dauerhaft die Mehrheit bildet und damit dann auch diese Werte annimmt, sie durchsetzt und verteidigt. Ob das nun noch 20 Jahre dauern wird oder 30, spielt keine große Rolle.

Mir ist wichtig, der Türkei das Tor aufzuhalten, aber - notfalls auch durch Sanktionen - überaus deutlich zu machen, dass die repressive Politik Erdogans kontraproduktiv ist.

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schnabelnase 01.04.2014, 14:47
27. Was für eine Drohung?

Zitat von cemö
Schon witzig, wenn man jemanden kritisiert, weil er seinen Gegnern gedroht haben soll und als Konsequenz dessen, droht man ihm zurück?!
Es stellt keine Drohung dar, wenn man ankündigt etwas zu unterlassen, zu dem man nicht verpflichtet ist. Verwerflich ist die Ankündigung auch nicht. Es ist ja auch keine Drohung, wenn ich Ihnen mitteile, dass ich Ihnen mein Haus nicht verkaufe, weil mir Ihre Hose nicht gefällt.

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syracusa 01.04.2014, 14:48
28.

Zitat von Steve Holmes
Die jüngsten Äußerungen von Erdogan sind nur eine weitere Bestätigung warum die Türkei nicht in die EU passt. Aber viel schlimmer als Erdogans Äußerungen ist doch, dass er trotz dieser erst wieder in Wahlen bestätigt wurde. Es ist also nicht nur er, sondern das türkische Volk das ihn mehrheitlich bestätigt, das nicht in die EU passt.
Nein, die Mehrheit der türkischen Wähler hat Erdogan eben NICHT gewählt. Er hat keine absolute Mehrheit.

Erdogan ist nicht die Türkei. Insbesondere die stark angewachsene Schicht der jungen, gebildeten Städter ist so europäisch wie dieselbe Schicht in Rom oder in Barcelona, und sie vertreten dieselben Werte.

Von diesen den Menschen- und Bürgerrechten, der gelebten Vielfalt und Toleranz verpflichteten Türken dürfen wir uns nicht abwenden. Sie sind die Zukunft der Türkei, und sie gehören in die EU. Das mag noch 20 oder 30 Jahre dauern, aber diese Zeit haben wir.

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iStone 01.04.2014, 14:49
29. Ausschluss erzeugt Aggression?

Ähnlich wie mit Russland, stellt sich auch mit der Türkei die Frage, ob nicht gerade der Ausschluss aus der Gemeinschaft bzw. den Kooperationen die Radikalität und Aggression nicht weiter erhöht, als wenn man die Länder einbindet. Es ist einfacher auf solche negativen Tendenzen einzuwirken, wenn man befreundet ist. Isolation ist der falsche Weg, weil dann auch Kritik nicht mehr ankommt.

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