Forum: Politik
Nach Drohungen Erdogans: Union verschärft Ton gegenüber Türkei
REUTERS

Recep Tayyip Erdogan führt die Türkei ins europäische Abseits. Kurz vor ihrem Parteitag verurteilt die CDU die Drohungen des Regierungschefs scharf und bekräftigt ihr Nein zum EU-Beitritt: Wer Freiheit und Pluralität bekämpfe, habe in Europa nichts zu suchen.

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sokrates. 01.04.2014, 16:10
40. Erdogan und sein Umgang mit Andersgläubigen

Um zu sehen wes Geistes Kind Erdogan und sein Elektorat ist, genügt ein Blick in die Vergangenheit und Gegenwart:

Mit Hilfe der türkischen Regierung werden dieser Tage in Syrien Jahrtausende-alte armenische Dörfer zerstört.

http://www.independent.co.uk/voices/...a-8975976.html

http://levantreport.com/2014/03/27/d...aged-incident/

In der Türkei selbst lebten 1915 noch 20% Christen. Dies entspräche heute 15 Millionen christlichen türkischen Staatsbürgern, wenn der türkische Staat diese Christen nicht umgebracht oder ausser Landes gejagt hätte... (Armenischer Genozid, Pogrom von Istanbul, etc).

Zusammen mit den Alewiten, Atheisten und Kurden wären diese 15 Millionen christlichen türkischen Staatsbürger heute ein Garant für eine multikulturelle, pluralistische Türkei. Die Realität sieht aber anders aus: Alewiten, Atheisten und Christen werden diskriminiert und seit Jahrtausenden auf ihrem Land lebende iranischsprachige Kurden werden zwangstürkisiert. Als richtiger Türkischer Staatsbürger wird von Erdogan nur noch angesehen wer Sunnit und Türkischer Muttersprache ist. Die Türkei entwickelt sich damit leider weiter in Richtung Islamo-Faschismus statt in Richtung religiöse Freiheit, politischer Pluralismus, und Minderheitenschutz für autochthone Ethnien und Kulturen.

Siehe zur Christenverfolgung in der Türkei auch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Christe...ng#T.C3.BCrkei

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Lichtgestalt1503 01.04.2014, 16:11
41. Oh je.

Zitat von cemö
Schon witzig, wenn man jemanden kritisiert, weil er seinen Gegnern gedroht haben soll und als Konsequenz dessen, droht man ihm zurück?! CDU/CSU "Logik". Deutschland sollte sich NICHT ständig in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischen. Was diese Einmischung in der Ukraine gebracht hat liegt ja auf der.....
die Bundesregierung hat Timoschenko nie als Präsidentin unterstützt sondern nur als Politikerin der Opposition. Das mit dem Präsidentengerede war die Bildzeitung. Wie sie schon sagen: die BILDE IN DER PRESSE - das ist aber was völlig anderes als die Sichtweise unserer Regierung. Insofern kann ich nirgends erkennen das sich die BRD zum Gespött macht und es geht auch nicht um eine Einmischung in innere türlische Angelegenheiten sondern um die Feststellung, dass es mit diesen zutiefst antidemokratischen Aktionen von Erdogan nichts wird mit einer Vollmitgliedschaft der Türkei.

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spon-facebook-10000089219 01.04.2014, 16:16
42.

Zitat von sysop
Recep Tayyip Erdogan führt die Türkei ins europäische Abseits. Kurz vor ihrem Parteitag verurteilt die CDU die Drohungen des Regierungschefs scharf und bekräftigt ihr Nein zum EU-Beitritt: Wer Freiheit und Pluralität bekämpfe, habe in Europa nichts zu suchen.
Ich lebe in der Türkei, zaehle mich als Waehler zu den Verlierern der Wahl und bin seit jeher ein Gegner der türkischen EU-Mitgliedschaft, weil mal abgesehen von kulturellen Unterschieden, die EU in Zukunft kein anderes Land aufnehmen würde, das im Jahr 2020 wohl an die 90 Millionen Einwohner haben wird. Keiner der etablierten Lenker-Staaten der EU würde ein weiteres Mitglied dieser Größe, das eine entsprechende Rolle zwischen DE, FR, GB fordern würde, akzeptieren.

Was mich an den Aussagen der CDU stört ist, dass man deutlich macht, dass Erdoğan zu weit geht. Aber warum wird nicht gesagt: "UNTER ERDOĞAN ist eine Mitgliedschaft der Türkei nicht möglich" wegen ihm wird also versucht den gesamten Prozess abzubrechen.

Unter einem Franco oder Salazar waere auch für Spanien oder Portugal kein Platz in der EU gewesen. Erdoğan jetzt als Blankovollmacht zum endgültigen Abbruch nutzen zu wollen, ist plump und unehrlich.

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althus 01.04.2014, 16:17
43. Die nächste Dummheit ?

Zitat von sysop
Recep Tayyip Erdogan führt die Türkei ins europäische Abseits. Kurz vor ihrem Parteitag verurteilt die CDU die Drohungen des Regierungschefs scharf und bekräftigt ihr Nein zum EU-Beitritt: Wer Freiheit und Pluralität bekämpfe, habe in Europa nichts zu suchen.
Nach der Ukraine nun die nächste Dummheit ?
Die Türkei gehört in die EU wenn dem Westen an Stabilität in der Region gelegen ist!

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Özgürlük 01.04.2014, 16:38
44. Jetzt erst recht in die EU

Um diese Leute in die Schranken zu weisen. Denen werden wir noch zeigen was es heißt Demokrat zu sein. Herr Erdogan dreht jetzt wohl völlig über.

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Arminiafan 01.04.2014, 16:48
45. Ich muss gestehen, das mich das Abstimmungsverhalten in der ...

... Türkei enttäuscht hat. Ich hab tatsächlich vermutet, dass der Wille zur Trennung von Staat und Religion in der Türkei historisch stärker wäre. Ich muss allerdings gestehen das mein türkischer Bekanntenkreis vielleicht auch nicht repräsentativ für die Türkei ist. Das Entsetzen ist dort zwar groß, aber die Überraschung über den Wahlausgang eher klein.
Aber Rückschritte bei den Staatspolitiken sehen wir doch in letzter Zeit zu genüge.

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studentforever 01.04.2014, 16:54
46.

@egal: christliche und muslimische Werte passen sehr wohl zusammen, sind doch beide auf Monotheismus aufgebaut und haben die gleiche Message. Es sind keine völlig verschieden Religionen sondern das Gleiche von verschieden Propheten den Menschen verkündet. Nur, es leben nicht mehr wirklich viele ,,richtig" christlich bzw. muslimisch. Man sollte eher sagen die EU und ihre Wertvorstellungen sind nicht mit denen der Türkei vereinbar.

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jimyjim 01.04.2014, 16:59
47. Alles richtig hier

..bis auf, das die aufnahme der turkei nicht mehr überfordern würde. weil die eu schon überfordert ist mit einigen ländern die der eu beigetreten sind. die früheren regierungen vor der akp hatten gehofft aufgenommen zu werden damit sie ihren haushalt "sanieren können" . jetzt muss die neue regierung befürchten, bei einer aufnahme in die eu als zahlmeister herzuhalten um die haushalte der schwächelnden länder zu sanieren. und damit wäre die türkei evtl. überfordert.

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Lebensberater 01.04.2014, 17:05
48.

Zitat von Özgürlük
(...)Um diese Leute in die Schranken zu weisen. Denen werden wir noch zeigen was es heißt Demokrat zu sein. Herr Erdogan dreht jetzt wohl völlig über.
Was geht mich die Pseudo-Demokratie in der Türkei an? Das ist Sache der türkischen Bevölkerung.

In die EU paßt die Türkei nicht, ebensowenig passen doch mental 2 bis 3 Millionen islamische Türken, die in Deutschland leben, in unser Land - denn wo bleibt die der Bevölkerung in Aussicht gestellte Integration? Stattdessen pflegen 90 Prozent der hier wohnenden Türken die reaktionäre Islam-Ideologie inclusive einem überkommenen Gesellschaftsbild. Irgendwann kommt das wie ein Bummerang auf uns zurück.

Jede Nation sollte im wesentlichen ihre Bevölkerung auf ihrem eigenen "Territorium" behalten, der von Joschka Fischer formulierte Gedanke einer "quasi Verdünnung des deutschen Volkes" (!) ist abwegig und abstrus.

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mundi 01.04.2014, 17:28
49. Kunst der Diplomatie

Zitat von neanderspezi
Kein EU-Politiker will mit der Aussage vorpreschen, dass es nie eine Mitgliedschaft der Türkei in der EU geben wird, weder eine Voll- noch eine Teil- noch eine Sonstwie-Mitgliedschaft. Ein solch ausformulierter Wagemut würde unzweifelhaft zu heftiger Kritik im gesamten EU-Lager führen, .....
Ich kenne einen prominenten Politiker, nämlich den französischen Präsidenten Sarkozy, der genau dies amtlich verkündete.
Man kann sich auch nicht vorstellen das die Regierung von Zypern zustimmen würde.
Österreich hat in die Beitrittsverträge eine Klausel einbauen lassen, wonach auch bei Erfüllung aller Beitrittsbedingungen ein Land aus innenpolitischen Gründen die Aufnahme der Türkei verhindern kann.
Zudem ist eine Einstimmigkeit der EU-Länder erforderlich.

Die Diplomaten der EU sind bestrebt, dass kein "Gesichtsverlust" der Beteiligten zu befürchten wäre.

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