Forum: Politik
Nach G7-Gipfel: Merkel zeigt sich enttäuscht von Trump
DPA

Kanzlerin Merkel hat nach dem G7-Gipfel ihre Enttäuschung über US-Präsident Trump zum Ausdruck gebracht. Die Zeiten, in denen man sich auf die USA "völlig verlassen" könne, seien "ein Stück vorbei".

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aleamas 28.05.2017, 22:02
320. Aber...

Zitat von Liberalitärer
Ich sehe das weitgehend als Wahlkampfgetöse. Das mag man geschmacklos finden. Das tue ich auch. Tatsache ist aber auch, dass es mit der Migration aus Lateinamerika Probleme gibt. Der derzeitige Grenzzaum wurde nicht aus Jux und Dollerei gebaut. Mexiko hat einen verdammten Drogenkrieg am Hals, an dem die USA nicht ganz unschuldig sind, aber das schafft Probleme. Die Kriminalität ist hoch, die Korruption grassiert und das Land ist nicht gerade stabil. Übrigens ist Mexiko auch kein Vorbild was Pressefreiheit betrifft. Wahrscheinlich ist eine Mauer keine Lösung, aber ein Problem, das die Menschen bewegt, das wurde angesprochen und im Endeffekt geht es bei einer Wahl um Stimmen.
...das ist eben gerade kein Wahlkampfgetöse mehr. Hier wird die schrittweise die Desensibilisierung der Zivilgesellschaft betrieben, indem gegen Minderheiten und Gruppen ohne Lobby gehetzt wird, primitiv und ohne jede Scham.

An einer tatsächlichen Problemlösung ist Trump dabei garnicht interessiert. Denn hierzu müsste ja auch erwähnt werden, dass die USA der Markt für die Drogen sind. Und dass diese mit Waffen aus US-Produktion bezahlt und bewacht werden. Ebenso wie die illegalen Einwanderer der Motor eines ganzen Wirtschaftszweiges in den USA sind, dem nicht daran gelegen ist, dass diese Menschen legal im Land arbeiten können.

Ich bleibe bei meiner Einschätzung. Und ich erweitere sie folgendermaßen: würde es sich hier nicht um ein Staatsoberhaupt handeln, mit der damit verbundenen Immunität, sondern um einen fiktiven Ahmed Trump, dann würde dieser Mensch mit Sicherheit von den zuständigen Stellen überwacht. Und würde er in Deutschland leben, dann würde aus den Reihen der AFD längst der Ruf nach Ausweisung dieser Person erschallen.

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telos 28.05.2017, 22:05
321. Paradigmenwechsel

Der Paradigmenwechsel der US Außen- und Wirtschaftspolitik beendet eine 70 jährige Geschichte, welche nach dem 2. WK in Europa begann. Der damaligen US Administration war es ganz besonders wichtig, dass die sich wieder erholenden europäischen Staaten eine klare Orientierung an den Westen bekamen und damit dem Einflussbereich der Sowjetunion zu entziehen. Die Verarmung und Verelendung der europäischen Bevölkerung nach den Kriegswirren galt der damaligen US Administration als das Milieu, den Verlockungen des Kommunismus nachzugeben. Dies musste unter allen Umständen vermieden werden. Der wirtschaftliche und finanzielle Neubeginn für das darnieder liegende Europa mit westlicher Einbindung war der Beginn des kalten Krieges. Die USA ziehen sich von Europa zurück, der militärische Schutzschirm der USA dürfte in naher Zukunft Geschichte sein. Vielleicht ergeben sich aus dieser neuen Konstellation Möglichkeiten einer konventionellen und atomaren Abrüstung. Die wirtschaftliche Orientierung der EU in dieser Größenordnung in Richtung China und Russland ist Neuland. Es ist zudem auch nicht auszumachen, wie die US Administration diese Neuorientierung bewertet.

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elkemeis 28.05.2017, 22:07
322. Da fehlt etwas

Zitat von zeisig
Kann es vielleicht sein, daß wir uns in den letzten Jahrzehnten zu sehr auf die Amerikaner verlassen haben ? Ich kann mich nicht erinnern, daß, wenn es um irgendwelche Krisen im Nahen Osten, oder sonstwo ging, die EU auch nur ein einziges mal irgenwo Profil und klare Kante gezeigt hätte. Diplomatie á la Steinmeier bis zum abwinken. Doch Moment, stop, eine Ausnahme gibt es: Der Ukraine Konflikt. Da haben wir die Brust rausgestreckt und Sanktionen gegen Russland verhängt. Vielleicht sollten wir unser gestörtes verhältnis gegenüber Russland neu überdenken. Sage ich schon immer, nicht erst jetzt seit Trump uns auflaufen läßt.
Sie vergessen, dass Schröder und Fischer dem Bushkrieger die Stirn boten und Deutschland vor einer Beteiligung an dem unseligen und völkerrechtswidrigen Irakkrieg bewahrt haben. Oh wie gerne wäre ich wieder "Old Europe"!!!

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kajoter 28.05.2017, 22:10
323.

Zitat von Havel Pavel
Das ist völlig korrekt was Sie schreiben aber den Amerikanern ging es in erster Linie wohl darum die Ausbreitung des kommunstischen Machtbereichs unbedingt zu verhindern. Wenn der Ernstfall eingetreten wäre, wäre es um Westdeutschland und weite Teile Westeuropas wohl geschehen gewesen, da man heute nun auch im Westen weiss welches Atomwaffenarsenal in der Ostzone gebunkert war und jederzeit hätte eingesetzt werden können.
Da liegen Sie alleine schon in militärisch betrachteter Hinsicht falsch.
Falls es zu einem Krieg gekommen wäre, hätten die USA ihre immens-zahlreichen Atomsprengköpfe nicht in kurzer Zeit abtransportieren können, aber gleichzeitig nicht in sowjetische Hände fallen lassen können.
Was bedeutet das also?
Viele amerikanische Atomsprengköpfe waren an deutsche Trägersysteme gekoppelt, d.h. an deutschen Raketen und Flugzeuge. Ich selbst wohnte neben einer solchen Kaserne mit einer Mischbesatzung.
Und was bedeutet das?
Es war damals klar, dass Europa konventionell nicht zu verteidigen gewesen wäre. Deshalb sprachen ja selbst die Sowjets davon, innerhalb einer Woche an der französischen Atlantikküste stehen zu wollen. Und natürlich ging es darum, Westeuropa gegen die UdSSR zu verteidigen. Wohlgemerkt verteidigen, nicht angreifen, wie einige Friedensbewegte in den 80-ern meinten.
Sie unterschätzen - wie der Donald - die Bedeutung Europas für die USA. Schauen Sie sich auf der Weltkugel um. Welche verläasslichen Verbündeten mit ähnlicher Mentalität und demokratischen Prinzipien gebe es für die USA denn sonst noch auf der Welt? Kanada, Australien und Neuseeland. Und da wären wieder alle beisammen. die schon seit Jahrzehnten enger zusammenarbeiten. Selbst Moskau hat sich wieder auf alte Tugenden besonnen. Nur The Donald irrlichtert durch die Weltgeschichte.

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c.p.hant 28.05.2017, 22:10
324.

Zitat von aleamas
...das ist eben gerade kein Wahlkampfgetöse mehr. Hier wird die schrittweise die Desensibilisierung der Zivilgesellschaft betrieben, indem gegen Minderheiten und Gruppen ohne Lobby gehetzt wird, primitiv und ohne jede Scham.
Wobei die Frage zu stellen ist, wie und warum diese neue Primitivität und Schamlosigkeit wieder Einzug erhalten hat in unsere Gesellschaft. Vielleicht war sie auch nie wirklich weg und bricht sich nun neue Bahnen.

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Justitia 28.05.2017, 22:15
325.

Zitat von Referendumm
Deutschland stellt sich nicht nur gegen die USA und GB, sondern gegen viele, teils ehemals sehr enge Partner. Deutschland hat sich unter Merkel sehr isoliert; dafür halten wir der Türkei massiv die Stange.
Welche Zeitungen lesen Sie, dass Sie eine solche verschobene Wahrnehmung der Realität haben?

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Justitia 28.05.2017, 22:19
326.

Zitat von paul.1
Warum sollte eine Nation sich aktiv auf eine andere Nation für ihre Verteidigung verlassen? Trump ist richtig, dass Europa ein sozialistisches Leben lebt, das nichts für seine Verteidigung bezahlt, während die USA die Rechnung bezahlen! Warum sollten die USA oder Großbritannien Europa verteidigen, wenn Europa sich nicht verteidigen wird !?
DIe USA verteidigen Europa nicht, die USA nutzen europäische Basen für ihre Kriege und Interessenspolitik im Nahen Osten.

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stehaufmännchen 28.05.2017, 22:21
327. Liebe Foristen, meckert nicht so. Frau Merkels größtes Problem....

sind die Kerle mit denen sie es jeden Tag zu tun hat; Sie wissen schon, die mit dem Tunnelblick, die ihren Fokus nur auf Money, Money, Money halten und Kinder machen wie die Karnickel.
Sehen Sie sich die Länder an, die nur oder fast nur von Männern regiert werden:
die Latino-Länder Mittel- und Südamerikas - Machos, unregierbar.
Die früheren Ostblockstaaten wo heute noch das Recht des Stärkeren gilt (Orinialton: "Es muss mir doch gestattes sein, wenigstens einmal im Monat meine Frau und meine Kinder zu verprügeln. Die müssen doch wissen, wer der Herr im Haus ist.") - zum Kotzen.
China, Rußland - gruselig, absolut gruselig.
Die Muslim- und Hindu-Länder mit ihren parasitären Gesellschafts- und Familienstrukturen, wo die Männer auf dem Puckel der Frauen schmarotzen - unbelehrbar und - gelinde gesagt - dämlich.
Afrika - hoffnungslos, ein Trauerspiel.
Und dann erscheint Donald. Jetzt zeigt sich endlich was diese USA, The Greates Nation on Earth (was für ein Schwachsinn!), in Wirklichkeit ist: Ein Land voller raffgieriger Politiker, die das militärische Aufrüsten für wichtiger halten als die ordentliche Erziehung ihrer Kinder. Ihr letztes Higlight: uns Europäer jetzt auf den von ihnen verursachten Kolateralschäden sitzen zu lassen. Die Engländer haben sich ja auch schon vom Acker gemacht. Die Folgen Ihrer jahrzehntelangen unterirdischen gemeinsamen Außenpolitik geht sie garnichts mehr an. Schöne Freunde, die wir da haben!
Fragt die Bevölkerung dieser Länder mal, was sie von Frau Merkel halten. Die meisten würden die Frau mit Kußhand nehmen.
Hört auf zu meckern weil nicht alles p e r f e k t ist. Nirgendwo ist alles perfekt. Und einer muß doch da sein, der ein wenig Langsamkeit in diese irre Welt bringt.
Europa ist ein christlicher Kontitent. Wenn Europa ein christlicher Kontinent bleiben soll, müssen wir christlich handeln. Ich möchte, wie Frau Merkel, nicht in einem Land leben, wo sich das Elend dieser Welt an den Grenzzäunen abspielt. Die Lösung dieses Problem ist eine Aufgabe, an der wir in Zukunft gemessen werden.
Und wenn Ihr nicht kapiert, daß aus den Anfeindungen der anderen Staaten nur der pure Neid spricht, dann laßt Euch sauer einkochen. Ich möchte d a s Land sehen, das seinen Handelsüberschuß zurückfährt weil es seinen neidischen Nachbarn nicht gefällt. HaHa, Spaß komm raus, du bist umzingelt!
So, das mußte ich mir mal von der Seele schreiben. Ich habe mich natürlich nur allgemein geäußert. Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der irdischen Staaten bevölkert ist von überaus liebenswerten Menschen. Nur sollten die langsam mal ihre Politiker und Kriegstreiber in die Wüste jagen. Es wird Zeit, daß a l l e Staaten endlich erwachsen werden, nicht nur wir.

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aleamas 28.05.2017, 22:35
328. Ich muss...

Zitat von elkemeis
Mit pauschalen Schlussfolgerungen sollten Sie vorsichtig sein. Nicht jeder Merkel-Kritiker ist Pegidist oder AfDepp. So schreibe ich seit elf Jahren gegen Merkel an, aus völlig anderen Gründen als es die Rechten tun. Das Schlimmste an Merkels (Nicht-)Politik ist übrigens, dass dadurch Pegida und AfD erst ins Leben gerufen wurden. Und der braune Sumpf wird weiter gedüngt.
...leider dem Kollegen Recht geben, auch wenn ich durchaus auch ernsthafte Kritiker an Frau Merkels Politik verstehen und nachvollziehen kann. Es ist in der Tat auffällig, wie viele Menschen sich an einem sommerlich-warmen Sonntag im Mai wie aufs Stichwort bemüßigt fühlen, von Deutschlands Isolation zu faseln, den Untergang der EU zu prophezeien, Merkel für die Flüchtlingskrise und für den Brexit und für Trump verantwortlich zu machen, mit hämischer Freude nach Polen und Ungarn zu zeigen, und dergleichen einschlägige Hetzparolen zu verbreiten.

Natürlich gibt's da Sie und einige andere, denen an einem tatsächlichen Diskurs gelegen ist. Aber da ist eben auch eine ganze Wochenendschicht aus Olgino und aus dem Aquarium am Werk, mitsamt ihren nummerierten Profilen, damit all die Pauls und Heinzens sich nicht gegenseitig die Parolen um die Ohren schlagen.

Und natürlich gibt's da auch immer wieder selbstrekrutierte Stimmen, die sich aus echter Überzeugung einschlägig äußern, aus Fremdenhass, aus Hass auf die Bundesrepublik, aus Hass auf den Westen. Wenn man denen persönlich begegnet, dann streiten viele von denen natürlich jedwede faschistische Neigung ab. Obwohl ihre Computer voll sind mit Nazi-Fetischen und ihre Texte nur so strotzen von den szeneüblichen Codes und Parolen.

Dieser organisierten Form von Propaganda, das Agieren mit Lügen, Hetze und Drohungen, spreche ich jegliche Legitimation im Diskurs ab. Diese Leute sind nicht am Austausch interessiert, sondern lediglich an Zersetzung und Zerstörung.

Damit sind aber ausdrücklich nicht jene Menschen gemeint, die im demokratischen Rahmen und aus persönlicher Überzeugung echte Oppositionsarbeit mit ihrer Kritik verbinden und die einen Wechsel der Politik mit argumentativen Mitteln zu erreichen versuchen. Ihnen gilt mein Respekt und diese Leute sind es, die den demokratischen Diskurs lebendig erhalten.

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peter.di 28.05.2017, 22:37
329. All den guten Merkel Fans bis Untertanen

sei in Erinnerung gerufen. Damals vor GW Bushs Irak Krieg ist Merkel der Regierung Schröder/Fischer die sich aus der "Achse der Willigen" rausgehalten hat (genau wie Frankreich sich rausgehalten hat) in den Rücken gefallen und hat sich GW Bush und seinen Kriegsplänen angebiedert. GW Bushs Krieg gegen den Irak hätte Merkel mitgemacht, aber auf Trump meint sie sich "ein Stück weit" (noch grüner kann die dt. Sprache nicht mehr verbogen werden, aber das nur am Rande) nicht mehr verlassen können. Im Punkte Klima kann mal ihr da ja noch folgen, in Sachen Flüchtlingspolitik, mit der die D auch in Europa isoliert hat, wirklich nicht mehr. Trump ist ein Desaster, aber Merkel ist wirklich kein Stück besser.

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