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Nach Kritik an SPD: Grünen-Chef Habeck äußert Verständnis für Gabriel
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Die Kritik von Sigmar Gabriel an der SPD-Führung findet ein geteiltes Echo: Grünen-Chef Robert Habeck findet sie "menschlich ok", erste Äußerungen aus der SPD sind tadelnd.

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shaboo 09.02.2018, 10:46
20. Dass ausgerechnet ...

... Gesundheitsexperte Lauterbach von einem "optimalen Ergebnis" spricht, setzt der derzeit herrschenden Lächerlichkeit die Krone auf, ist doch ausgerechnet beim Thema Gesundheitsreform nun wirklich absolut gar nichts - außer einer ebenso albernen wie unverbindlichen, Ende 2019 zu gründenden "Kommission" - heraus gekommen. Mit welch kreativer Verbalartistik die SPD-Basis derzeit dazu gebracht werden soll, sich für weitere vier Jahre Merkel-Stillstand herzugeben, ist mittlerweile nur noch schwer erträglich. Herrn Lauterbach empfehle ich die Konsultation eines Dudens und Nachschlagen unter "O" ...

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mwroer 09.02.2018, 10:53
21.

Zitat von kajoter
Es war ein klares Nachtreten Gabriels - keine Selbstzerfleischung der SPD. Und die Parteispitze hatte allen Grund, ihn nicht mehr als Außenminister einzusetzen. Er produzierte u.a. einen peinlichen, diplomatischen Eklat gegenüber Saudi-Arabien.
Er hat ausgesprochen was ausgesprochen werden musste. Das Saudi-Arabien darauf sauer reagiert,nun ja .. und? Wenn der US Präsident als Risiko für die ganze Welt betitelt wird, von Schulz, dann ist das auch nicht eben diplomatisch. Das ändert aber nichts an der Richtigkeit und Notwendigkeit es zu sagen.

Diplomatie darf auch mal deutlich werden - im Falle der Türkei wäre das sogar angebracht gewesen, da haben Sie Recht. Allerdings traue ich Gabriel in der Hinsicht mehr Sachverstand durch Informationsvorsprung zu als Ihnen.

Der Mann war nicht schlecht als Außenminister und wäre, aber das ist meine rein persönliche Meinung als Nicht-SPD'ler, in den nächsten Jahren noch besser geworden.

Jetzt habt Ihr Schulz - aber das ist Euer Problem.

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icke_selba 09.02.2018, 10:55
22.

Zitat von biesi61
Die derzeitige SPD-Führung springt nicht nur respektlos mit Gabriel um sondern auch mit all den Bürgern um, für die Gabriel aktuell der beliebteste Politiker unseres Landes ist.
Gabriel ist nicht der beliebteste Politiker, weil er Sigmar Gabriel ist - er ist der beliebteste Politiker, weil er Außenminister ist.
Es ist nun einmal so, dass Außenminister - tun im Lande niemandem so richtig weh, und sind ständig im Fernsehen - traditionell auf der Beliebtheitsskala die oberen Plätze holen. Daraus sollte man jetzt nicht unbedingt großartig viel ableiten. Übrigens war Gabriel, bevor er vor knapp einem Jahr so ganz selbstlos auf Kanzlerkandidatur (wie auch jedes Mal davor in seinen 7 Jahren als Parteivorsitzender - ob das wohl daran lag, dass ihm jedes Mal klar war, dass es nix zu holen geben würde?) und Parteivorsitz verzichtete, einer der UNbeliebtesten Politiker in diesem Lande. Allein der Wechsel vom Wirtschafts- ins Außenressort hat ihn ans andere Ende der Tabelle katapultiert.

Im Übrigen war das letzte Amt, das Sigmar Gabriel angemessen ausfüllte das des Popmusik-Beauftragten der SPD.

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Tradmas 09.02.2018, 11:04
23. Verschleiß von Spitzenpersonal

Man kann darum streiten, ob Dankbarkeit eine politische Kategorie ist oder sein sollte. Und natürlich hat Gabriel keinen "Anspruch" auf ein Amt.
Aber der Umgang der SPD mit ihrem Spitzenpersonal ist seit jeher problematisch. Als ehemaliges Mitglied kenne ich das sehr gut. Gewinn jemand eine Wahl, so heißt es: Die SPD hat mit (Kandidat) die Wahl gewonnen. Wir danken (persönliche Anrede Kandidat). Wenn aber jemand eine Wahl verliert, dann heißt es: "Du hast für uns die Wahl verloren." Und wird aussortiert. Die Liste ist lang: Gabriel, Kraft, Steinbrück, Beck....... Das hat zu einer Ausdünnung an Hirnmasse geführt, wie sie einzigartig ist. Das hat wohl damit zu tun, dass die SPD keine Partei, sondern eine "alte Tante" ist, die sehr leicht kränkbar ist. - Ganz anders die CDU: Da verliert z.B. ein Norbert Röttgen in NRW die Wahl, verscherzt es sich zeitweise auch mit Merkel; aber weil man sein Können schätzt, verschwindet er für eine Zeit in der Versenkung, um ihn dann allmählich wieder aufzubauen. Das ist m.E. die bessere Strategie.
Hier ist das zusätzlich Pikante, dass Schulz so vermieden hat, abgewählt zu werden. Er, dem Gabriel als scheidendem Parlamentspräsidenten einen Posten verschafft hat, sucht nun keinlaut seine Nische.....

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s.l.bln 09.02.2018, 11:07
24. Die gesamte Diskussion...

...geht am eigentlichen Thema vorbei:warum agiert Politik konträr zu den Regeln der Vernunft?
Eine wiedergewählte Regierung dürfte normalerweise überhaupt nur in den Ressorts Anlaß haben, personelle Veränderungen vorzunehmen, in denen etwas erkennbar schief gelaufen ist.
Keine Firma oder Organisation käme auf die krude Idee, alle paar Jahre ohne erkennbaren Grund einmal das komplette Personal in den Schlüsselpositionen durchzuwechseln und damit eingearbeitete Mitarbeiter mit jahrelanger Erfahrung auf ihrem Posten willkürlich gegen welche zu tauschen, die vorher eine komplett andere Position bekleidet haben.
Effizienz und zielorientiertes Handeln in der Sache ordnen sich hier komplett der internen Parteipolitik unter.

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frickartist 09.02.2018, 11:10
25. Notorischer Wortbrecher

Siegmar Gabriel hat doch vollkommen recht.An seiner Stelle haette ich noch viel schärfer reingehauen.Dieser Schulz ist offenbar ein notorischer Wortbrecher,widerlich,wie er sich nach seiner Pannenserie in den Vordergrund drängt und sich ein Sahnestück einverleibt.Ausserdem:Bei einem Aussenminister,der weltweit unser Land nach aussen vertritt,sollte man ein bischen auch auf die optische Erscheinung achten.Diesbezueglich ist er der mit Abstand unattraktivste SPD- Politker, mit besten Aussichten,im Ausland als krummbeiniger wadenbeissender Gartenzwerg belächelt zu werden.

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spiegel-wolf 09.02.2018, 11:13
26. Mein Gott, der Gabriel, die Förmchen sind weg !

Außenminister sind immer beliebt. Weit weg von den inneren Problemen eines Landes. Auch Westerwelle wurde plötzlich beliebt, zuvor musste der Mann landauf landab Spießrutenlaufen. Gabriel war froh, einen Schulz gefunden zu haben, der die SPD-Karre weiter durch die schlechten Zeiten zieht. Gabriels Beliebtheitswerte in Partei und Öffentlichkeit waren weniger als schmeichelhaft und die Zustimmungsprozente rutschten auch mit Gabriel immer weiter in den Keller.
Immerhin hat Schulz in Brüssel einen krisensicheren Job aufgegeben für etwas, von dem keiner wusste, wie es enden würde. Dass der Mann Fehler gemacht hat, ist im Nachhinein locker feststellbar. Vertrauensverlust ist nun beileibe nicht auf Schulz begrenzt, da haben alle Politiker im Lande erfolgreich daran gearbeitet. Auch Gabriel. Und noch eins: Gabriel hat sich noch nicht mal sehr vorsichtig von seinem niedersächsichen Freund Gerhard Schröder distanziert und der und dessen frühere Politik sind nun mal der Hauptgrund für den Niedergang der SPD. Nahles und Schulz und Scholz (??) hätten das Zeug dazu, die unglückseligen SPD Größen von damals wie Müntefering, Schröder und weitere hinter sich zu lassen und zu neuen Ufern aufzubrechen.

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hoimar 09.02.2018, 11:14
27. Ich mag Sigmar Gabriel nicht aber

man muss anerkennen, dass er seine Rolle als Außenminister gut gestaltet. Den Umgang hat er nicht verdient, zumal der doppelt Wortbrüchige keinen Rückhalt in der Geselllschaft, dem eigentlichen Souverän, genießt.
Aber das interessiert die SPD ja überhaupt nicht. Ich drücke die Daumen für knapp 10% bei der nächsten Wahl...

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wi_hartmann@t-online.de 09.02.2018, 11:14
28. "Brutaler" Opportunist

Gabriel als Aussenminister war das Ergebnis aus der Position des
Parteivorsitzenden.
Als Aussenminister eher blass und rund geschliffen. So wurde
dies teils auch im Ausland gesehen und handelte in diplomatischer
"Freundlichkeit" wenn ein Besuch Gabriels nicht mehr zu ver-
meiden war.
Daß Gabriel über den Verlust der fetten Bezüge und Annehmlich-
keiten jetzt zetert ist verständlich.

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Pless1 09.02.2018, 11:18
29.

Zitat von spondabel
Wenn man bedenkt, dass Gabriel Schulz den Vortritt als Kanzlerkandidat gelassen hat und für diesen auch seinen SPD Vorsitz aufgegeben hat kann man den Mann verstehen.
War das denn so?

Machen wir uns doch bitte nichts vor. Damals war die Situation aussichtslos. Von "Vortritt lassen" kann da wohl kaum die Rede sein. Den Minenhund vorschicken trifft es eher. Jetzt Dankbarkeit dafür zu erwarten, dass Schulz sich dieses "Debakel mit Ansage" statt seiner angetan hat finde ich ein bisschen aus der Realität gefallen.

Gabriel hatte seine Chance - mehr als einmal. Er hat immer gezaudert und schließlich auch den Parteivorsitz abgegeben. Ihm war es in rd. 7 Jahren nicht möglich, die Partei aus dem "unter 25%-Keller" zu führen. Ja, er war danach ein ganz guter Außenminister. Was sich in erster Linie darin erschöpft, dass er keine Fehler gemacht hat - die ihm durchaus zugetraut werden mussten (man erinnere sich an seine Fehtritte im Iran als Wirtschaftsminister).

Er war aber zuvor ein wirklich schlechter Wirtschafts- und Energieminister. Er wollte 2013 genau dieses Amt um das vermeintlich entscheidende Thema Energiewende zu gestalten. Das war ein doppelter Fehler, denn erstens hat sich ein anderes Thema in den Vordergrund gedrängt und das Thema Energiewende in der Öffentlichkeit an den Rand gedrängt. Das konnte man nicht unbedingt so erwarten. Zweitens aber hat der das Thema Energiewende nicht in den Griff bekommen - wurde ein Getriebener statt eines Antreibers und hat, als er gemerkt hat, dass ihm das Amt entgleitet einmal mehr das Weite gesucht. Dass er nun offenbar glaubt, sich dort langfristig einrichten zu können - quasi aus Dankbarkeit für langjährige Parteiarbeit vor dem letzten Wahlkampf ist aus meiner Sicht unbegründet und auch ziemlich naiv.

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