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Nach Kritik an SPD: Grünen-Chef Habeck äußert Verständnis für Gabriel
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Die Kritik von Sigmar Gabriel an der SPD-Führung findet ein geteiltes Echo: Grünen-Chef Robert Habeck findet sie "menschlich ok", erste Äußerungen aus der SPD sind tadelnd.

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dachhase 09.02.2018, 11:20
30. Gabriel verliert seinen Posten

vermutlich wird er am Ende noch froh darüber sein. Alle, die jetzt in der SPD nach Posten schreien, werden wohl gnadenlos von Angela Merkel und Horst Seehofer getrieben werden. Sie werden einen neuen Kanzler aufbauen, und die abrechenbaren Ministerien, die nun alle die SPD hat, mit allen Mitteln bekämpfen. Und eines sollte man nie vergessen: Die Kanzlerin hat das Machtmittel der Vertrauensfrage. Wenn es zu bunt kommt, löst sie den Knoten. Gabriel, Oppermann, Lauterbach und Kühnert sind dann wohl die einzigen, die sauber dastehen, ohne das sie überhaupt etwas machen müssen. Habeck, Gabriel und am Ende wohl noch Sarah Wagenknecht, da bastelt einer an der Zukunft....

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Thilo_Knows 09.02.2018, 11:20
31. Typisch SPD

Die waren schon immer gut darin ihre besten und charismatischsten Leute selbst zu Fall zu bringen. Gerd lässt grüßen. Nun also eine Parteicheffin, deren Stimme allein schon viele Bürger in den Wahnsinn treibt und ein Außenminister, den niemand haben will. Nicht einmal große Teile seiner eigenen Partei. Die einstmals große Partei von Persönlichkeiten wie Brandt, Schmidt, Schröder, Müntefering ist Geschichte. Geblieben sind zweitklassige und für höchste Ämter untaugliche Gernegroße vom Format Schulz/Nahles. Und unsere Kanzlerin lässt sie gewähren. Auf Kosten ihrer eigenen Partei und dieses Landes. Was für ein Kasperltheater. Man könnte heulen.

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tinnytim 09.02.2018, 11:22
32. Bei Gabriel mal den Amtsbonus ausklammern

Ich kann es wirklich nicht verstehen. Sigmar Gabriel, jene Person, die als Wirtschaftsminister nichts gestaltet hat, die SPD jahrelang erfolglos als Vorsitzender geführt hat und im letzten Wahlkampf nicht in Erscheinung getreten ist, wird hier von vielen über den grünen Klee gelobt, bloß weil er als Außenminister eine gute Figur gemacht hat. Wenn man nicht gerade Boris Johnson ist, kann man als Außenminister schlicht nicht zu unfähig sein.

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rolantik 09.02.2018, 11:22
33. Audiatur et altera pars

Man sollte alle Beteiligten anhören, um hier urteilen zu können. Dann sollte man unterscheiden nach Qualifikation und nach persönlichem Empfinden. Niemand weiss, wer Herrn Gabriel etwas zugesagt hat.
Nun zur Qualifikation: Jeder Aussenminister hat gute Umfragewerte, denn wer sich als oberster Diplomat im Ausland tummelt, geniesst meist hohes Ansehen, aber es ist schwer die Wirksamkeit seines Tuns zu beurteilen. Ob Herr Schulz als Aussenminister die bessere Wahl wäre, scheint mir fraglich zu sein. Nur weil er in Strassburg Parlamentspräsident war, ist kein Indiz für gute diplomatische Fähigkeiten. Herr Schulz ist ein Dampfplauderer, hat keine Führungserfahrung in einem wichtigen politischen Amt, was eben Gabriel eher auszeichnet.
Dieses sind allerdings nur Nebenkriegsschauplätze im Vergleich zur Bildung der GroKo. Da haben sich drei Verlierer der Wahlen zusammengerauft und jeder will seine Handschrift im Vertrag deutlicher sehen als der Andere. Das zeigt schon wie uneinig die Teilnehmer sind, wenn man sich schon alleine die Interpretation des Familiennachzuges anhört. Peinlich.
Dann diese laute Organ Nahles als Parteivorsitzende. Schon ein Vergleich zu Persönlichkeiten wie Schmid oder Brandt zeigen, welches kleine Licht diese Frau ist. Was kann sie denn vorweisen? Keine Berufsausbildung, nur Jusovorsitzende. Einführung des Mindestlohns, lächerlich. Keine Rentenreform gemacht, nichts geleistet in ihren Amt, nur laut gewesen und das soll reichen?
Arme SPD, armes Deutschland!!

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welkdp 09.02.2018, 11:25
34. Gabriels Äußerungen,

sind an Arroganz und Selbstverliebtheit kaum noch zu überbieten. Er wahr es doch, der die SPD in das das Tal der 18% geführt hat. Als er merkte, wohin die Partei steuert, hat er sich mit einem Seitenstepp das Amt des Außenminister organisiert. Der Diel mit Merkel, Steinmeier zum Bundespräsidenten zu küren, damit das Außenamt für ihn frei wird, fällt ihn heute auf die Füße . Im Übrige; was wäre gewesen, wenn Jamaika gekommen wäre? Und die Grünen sollte sich aus Bewertungen dieser Vorgänge absolut raus halten !

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kraus.roland 09.02.2018, 11:27
35. Gabriels fundamentaler Fehler..

..ist die Groko von 2013 und ihre Folgen. Schulz hat ein Erbe angetreten, für das er nicht verantwortlich ist, dem er aber nolens volens Rechnung tragen muss. Gabriel hat ohne mit der Wimper zu zucken Merkels Bräsigkeit mitgetragen - die TTIP-Farce, die Missachtung des Parlaments in (vertuschten) Konflikt mit den amerikanischen Geheimdiensten, die Durchstechereien der CSU-Minister Verkehr und Landwirtschaft usw. - die verpassten Anlässe waren zahlreich, der Sozialdemokratie etwas Aufrichtigkeit zu erstreiten, durch Aufkündigung der Koalition oder zumindest, durch vernehmbare Drohung derselben. Merkels Bester blieb brav in der Spur, was die alte SPD an den Rand des Verschwindens gebracht hat. Soviel Selbstkritik muss der Laden schon aushalten. Gabriel hat sich selber, ohne Rücksicht auf Verluste (der SPD) dorthin gebracht, wo er jetzt steht - Im AUS.

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qoderrat 09.02.2018, 11:34
36.

Hr. Lauterbach gefällt mir, der ist wenigstens ehrlich.

Zitat von
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte dem SPIEGEL: "Ich schätze Sigmar sehr. Aber Martin Schulz hat hier ein optimales Ergebnis für uns rausgehauen. Er verdient dafür unsere Unterstützung."
Mit "uns" meiner er natürlich die Partei und die erzielten Posten, man man muss ihm diesbezüglich durchaus Recht geben.

Für Gabriel tut es mir nicht so wirklich sehr leid. Gabriel hat zu grossen Teilen das TTIP-Debakel zu verantworten, mit dem er eine tiefgehende Entfremdung von Führung und Basis ausgelöst hat. So funktioniert Demokratie eben nicht, wenn einer glaubt er ist der Sonnenkönig, weiss alles besser und entscheidet nach eigenem Gutdünken ohne Rücksicht auf Verluste.

Das wirklich schmutzige Spiel hat Gabriel getrieben, in einer aussichtslosen Lage der Partei, die er selbst ursächlich als Chef zu verantworten hatte, hat er versucht Schulz ins Feuer zu stellen, natürlich zeitlich so abgestimmt dass dieser nicht wirklich eine Chance hatte um dann hinterher wie Phönix aus der Asche wieder aufzutauchen und zu übnehmen. Schulz hat das irgendwann auch kapiert, wenn auch zu spät, und hat sich mutmasslich dafür gerächt. Menschlich auch nicht schön, aber mindestens genauso nachvollziehbar wie Gabriels Reaktion.

Für mich sieht die Endabrechnung so aus, da haben sich zwei gefunden die sich gegenseitig übers Ohr gehaut haben, Mitleid verdient keiner. Für mich stellt sich viel eher die Frage, warum nur solche hintertriebenen Machtpolitiker an die Spitzen von Parteien kommen können, und nicht die die fachlich so ein Amt auch ausfüllen können. Das ist doch das wirkliche Problem in unserem politischen System, ganz allegemein und nicht nur auf die SPD bezogen.

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bert1966 09.02.2018, 11:40
37.

Die Reaktionen aus der SPD werfen doch ein sehr deutliches Licht auf den Parteizustand, der jede moralische Verwerfung mittlerweile billigt und dazu Beifall klatscht (z. B. die mehrfachen, peinlichen Meinungswechsel und die persönliche Amtsakquise des Noch-Parteivorsitzenden). Womöglich hat Herr Gabriel mit seiner Analyse einfach Recht.

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wfh 09.02.2018, 11:43
38. Vielen Dank, Herr Gabriel!

Alle, die jetzt Sigmar Gabriel bedauern, scheinen sehr vergesslich zu sein. Mir ist kein lang anhaltender Erfolg bekann, weder als Parteivorsitzender, noch als Minister, in welcher Funktion auch immer. Eher als Verlierer, von Niedersachsen bis nach Berlin. Die Pleiten aufzuzaehlen fehlt mir die Zeit. Andererseits ist er ein typisches Exemplar unserer Politikerkaste: Auf die eigene Karriere fixiert, und beleidigt, wenn man von anderen Kastenmitgliedern, die auch Karriere machen wollen, ins Abseits geschickt wird. Die SPD hatte (und hat) davon eine ganze Menge, un sie steht damit keineswegs alleine. Gabriels Reaktion auf die Rasur durch Schulz, Nahles und Scholz hat aber auch gute Seiten, und wir sollten ihm dankbar sein. Sie macht hoffentlich auch dem Letzten klar, um was es in der Politik eigentlich geht, und das zum Glück noch vor dem SPD-Mitgliederentscheid. Vielen Dank dafür!

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Listkaefer 09.02.2018, 11:45
39. Gabriel hat nicht nur große Verdienste ...

... um die SPD - er ist auch eines der größten Talente der Partei. Es war genial, wie er zunächst als Parteivorsitzender die damals so desolate SPD wieder aufrichtete, Steinmeier zum Bundespräsidenten machte und es war eine Sternstunde, als er, anstatt sich selber, Schulz zum Kanzlerkandidaten kürte. Das alles war erfolgreich ausgeübte Führungsstärke! Schulz machte nichts aus dem ihm von Gabriel auf dem silbernen Tablett überreichten Hype und danach Fehler um Fehler. Es ist fast tragisch, dass nun Schulz bleibt und Gabriel gehen soll.

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