Forum: Politik
Nach Puigdemont-Freilassung: Rajoy muss endlich seinen Job machen
DPA

Die Entscheidung des Oberlandesgerichts Schleswig im Fall Puigdemont ist eine Blamage für Spaniens Oberste Richter - und für Premierminister Mariano Rajoy. Jetzt muss er auf die Katalanen zugehen.

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Amparo 07.04.2018, 19:54
170. Auf welche Befragung beziehen Sie sich?

Zitat von Espexit
Meine Damen und Herren Deutsche, ist Ihnen klar, dass Ihr Land ein Referenzland für die Spanier war? Die in Deutschland im Namen Spaniens getroffenen Entscheidungen haben dazu geführt, dass Deutschland, und ich spreche mit vollem Wissen, bei den meisten Spaniern jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat
Lassen Sie uns bitte an Ihrem 'vollem Wissen' teilhaben. Gracias de antemano. Saludos desde España

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ingo.adlung 07.04.2018, 19:57
171. Wie immer ist die Situation nicht schwarz/weiss

Zitat von gandhiforever
[...] Die Regierung in Madrid hat versagt und weigert sich nun, einen Weg aus der Sackgasse zu ermoeglichen. Entweder aendert Rajoy seine Innenpolitik oder er muss ersetzt werden, denn die jetzige Politik fuehrt nicht zum Ziel, ein Spanien zu schaffen, in dem sich alle Regionen wohl fuehlen koennen.
Es ist keinesfalls so, dass in Barcelona nur Schafe umherlaufen und in Madrid nur Wölfe ihr Unwesen treiben. Die regierende, nationalen Parteien in Katalonien gießen ihrerseits ständig Öl ins Feuer. Zur Identitätsfindung einer Nation gehört sicherlich die Sprache. Einerseits ist zu begrüßen, dass die Katalanen ihre eigene Sprache lebendig halten wollen und nicht so enden wollen wie manche Region Deutschlands, wo Niederdeutsch, Friesisch usw. nach und nach schleichend vom Hochdeutschen verdrängt werden. Andererseits, wenn man die eigene Nationalsprache (das Spanische) als Fremdsprache behandelt, dann ist das auch problematisch. Ich war zuletzt auf Mallorca in Urlaub und obschon ich halbwegs fließend Spanisch spreche, war bereits die Kommunikation mit den Vermietern meines Ferienhauses im Inselinneren eine Herausforderung. Ganz liebe Leute, aber während sie zweisprachig war, sprach ihr Mann nur Katalanisch. Nun sind die Balearen nicht Katalonien, aber das Selbstverständnis ist ein ähnliches, wie ich mehrfach auf dem Festland beobachten konnte. Nun mag Rajoy Teil des heutigen Problems zu sein, aber es ist nicht so, dass er für den katalanischen Nationalismus verantwortlich wäre.

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carahyba 07.04.2018, 19:57
172. richtig ...

Zitat von Amparo
... Auf jeden Fall sind wir uns in vielen Dingen einig. Besonders darin, dass es keine Abspaltung Cataluñas geben darf! Aber bitte mehr Demokratie und eine bessere Justiz. ...
Bei vollauf ihrer Meinung, dass es keine Abspaltung Kataloniens geben sollte, die wird es auch nicht geben, m.M. nach.

Man sollte aber beständig daran erinnern wer dieses Konflikt erst auf die Spitze getrieben hat, es war M.Rajoy mit seiner Klage vor dem Verfassungsgericht. Davor gab es nicht mal 25% Zustimmung für eine Sezession bei den Katalanen.

Der Konflikt wird beigelegt sobald Rajoy in der politischen Versenkung verschwindet, der PP die Mehrheit verliert. Dann werden die Katalanen aber auf Sprachenautonomie pochen.

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bruja44 07.04.2018, 19:58
173. Sie irren

Zitat von lachina
Leider zweites. Im ersten Fall hätte er gezeigt, dass er ein König für ganz Spanien sein will, so sind die Katalanen nicht nur gefühlsmäßig draußen. Auch hier wieder: taktisch klug die Haltng der britischen Königin. Nur so eine Idee: Eine Volksabstimmung in Spanien - vom König vorgeschlagen - über den Erhalt oder Abschaffung der Monarchie. Dann können die Republikaner zeigen, ob sie wirklich bereit sind, Verantwortung zu tragen. Die Katalanen hätten zumindest einen Teil ihrer Forderung erfüllt bekommen. Ein schweres Opfer. Ob Felipe VI so viel Größe hat?
Auch die britische Königin hält sich aus politischen Entscheidungen raus! Sie darf einmal im Jahr die Regierungserklärung "vorlesen".
Warum soll sich König Felipe in Regierungsangelegenheiten einmischen?

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ingo.adlung 07.04.2018, 20:07
174. Vielleicht wäre ja Südtirol ein Beispiel für Zweisprachigkeit

Zitat von Wanax
...so schlimm ? In Katalonien wird eben vorzugsweise katalanisch gelehrt. Wer als nicht-katalanisch sprechender zuzieht, muss sich eben mit der Sprache der Region auseinander setzen (lehrnen)..so wie in jeder anderen Region/Land in Europa . Ziehen sie bspw. als Italiener in die Region Südtirol, sollten sie auch etwas Deutsch lernen...auf den Fall aber werden ihre Kinder auch Deutsch Unterricht erhalten.
Es mag auch in Südtirol immer wieder Sprachprobleme geben und ja, ich habe Südtiroler erlebt, die nur Deutsch sprechen, aber in der Verwaltung gilt das Prinzip der Zweisprachigkeit:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtliche_Stellung_der_deutschen_Sprache_in_Südti rol
Das Problem liegt bei den Eltern, sie müssen ihren Kindern Zweisprachigkeit positiv vorleben. Teilhabe gelingt nur über die Sprache. Und wenn man sich selbst ausgrenzt, dann wird die gefühlte Isolation zur Realität. Spätestens dann wird die Frage der Nation überhöht und zum Selbstzweck, wie in Katalonien zu beobachten.

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Wanax 07.04.2018, 21:50
175. So ein Unsinn...

Zitat von lumpipot
Sind sie mit Ihren Kinden nach Spanien und speziell nach Katalonien gezogen? Haben sie erfahren das nur katalanisch gelehrt wird und ein 16 jähriger aus Valencia nicht im Unterricht mitkommt weil Spanisch nur 2 Mal pro Woche als Fremdsprache unterrichtet wird? Erzählen Sie doch keinen Käse, Spanisch wird seit Jahren in Katalonien unterdrück, es gibt nicht 1 Schule in Ganz Katalonien die in Spanisch unterrichtet. Ein Skandal und leider einer der langfristigen Pläne der Unabhängigskeitbefürworter die leider nicht verhindert wurden.
Die Mär von der Unterdrückung des Spanischen (kastillianischen) Sprache wird auch nicht wahrer wenn sie ständig wiederholt wird. Sie können fast überall (und in Barcelona, wo die meisten Spanischsprachigen wohnen) spanische Zeitungen und Bücher beziehen, überall spanisches Fernsehen und Radio empfangen oder in Kinos gehen. Fast jeder versteht und spricht dort spanisch...und ist es irgendwo verboten spanisch zu sprechen ? Wenn sie in eine fremdsprachige Regionen umziehen, müssen oder sollten sie eben die Landessprache lernen . wer meint dies nicht tun zu müssen und auf spanisch in allen Lagen zu bestehen wird ob seiner Arroganz eben bisweilen gegen Mauern rennen...völlig normal. In Südtirol bspw. können sie zwar auch eine zeitlang ganz gut ohne deutsch auskommen , vor allem in Bozen, aber die Ureinwohner werden solche Ignorranz bestimmt nicht gutieren.

Herrje, und ein sechszehnjähriger kann bei gutem Willen recht schnell katalanisch (oder andere Fremdsprache) lernen , zumal die sprachliche Nähe zum kastillischen dies erleichtert (was machen die ganzen Auswanderer in anderen Ländern ? Die schaffend das auch irgendwie) . Wie ist das denn mit einem Katalanen der in eine andere Region Spaniens umzieht?

Und was für eine Frechheit , dieser Katalanen, dafür zu sorgen, dass ihre Sprache erhalten bleibt und nicht noch mehr zur Minderheitensprache im eigenen Land wird (nicht mal 50% der Einwohner verwenden regelmäßig katalanisch...im Gegenteil ging der Anteil durch die Zuwanderung seit den 60er Jahren immer mehr zurück).

Und dann noch erwarten, dass Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst ausreichend die Landessprache beherrschen bzw. spanisch und katalanisch...ziehen sie mit ihrer Einstellung bloß nie nach Südtirol.

Die Arroganz und Ignorranz mancher Spanier gegenüber dem katalanischen ist einfach nur entlarvend.

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foil272 07.04.2018, 22:21
176. Zu viel Arroganz und Ignoranz

Es gibt ein Sprichwort auf Spanisch, das besagt...:
Ignoranz ist sehr kühn.

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Thomas Friedrich 08.04.2018, 01:43
177. Wenn es umgekehrt wäre, würde Deutschland das gar nicht akzeptieren!

Z.B. Die Kanarischen Inseln könnten entscheiden über ein Putsch in Deutschland. WTF...

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Jose Manuel Gonzalez 08.04.2018, 01:52
178. A Spaniard opinion

I'm Spanish. Sorry for expressing myself in English, I tried to learn German when I was 20, but life imposed and I lost that train. Anyway, I wanted to give my particular vision, maybe one that is nearer and maybe more contaminated too, of the reality in Spain. I want to clarify that I'm not, and never have been, voter of the Mr. Rajoy political party, in fact I feel a deep antipathy for Popular Party.

But even then I can only feel surprise, sorrow and disbelief about the opinions I'm reading now that I have decided to explore what German newspapers are saying about the Catalan situation, this one being a perfect example. I know, because I have done that in the past, that sometimes is terribly attractive to support something or someone that may seem is defending high ideas we all can agree are kind and desirable: freedom, democracy, negotiation and understanding. Puigdemont may seem that is one of these defenders, or at least I'm very aware that his intention is to present himself in that way.

What you have to understand is that the Catalan secessionist movement is completely based on propaganda. For me, and for a lot more people here in Spain, their strategy is completely obvious: make Spain prosecute things that seem completely harmless as if Spain was a completely mad authoritarian hell: come on, Spain, look for ballot boxes as if they were bombs, charge against "normal people" that "only want to vote" as if they were criminals, look for a dismissed president as if he was a dangerous terrorist. And Rajoy and its government and the judges and the state structure are biting the bait and failing miserably and making us, Spaniards (not everyone of us, but a great number) feeling ashamed.

But that cannot make us lose the focus of what is happening here. Catalan secessionist movement is an organized, dangerous, harmful and destructive movement. People that doesn't speak Catalan in Catalonia (because they doesn't know the language, or simply because they desire to use Spanish) is being discriminated, people that doesn't support the movement is receiving threats. They insult us, laugh about us and try to provoque the rest of us because they want hate and confrontation, their last target is forcing a situation where everything is so unbearable that the Spanish government has to sit and "negotiate".

Something I was terribly proud about was that in Spain Parlament there was not extreme right party. Popular Party was all the right we had. Now an increasing number of people is saying that they will vote the extreme right party, called Vox. Do you think Mr. Puigdemont doesn't know that it will happen? They know. They know that when someone tries to go against your country, the first reaction of people is to look right, and when people sees that the one at the right of the Parlament is a useless self-indulgent president as Mr. Rajoy, they probably will look to something that is farer in the right.

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Jose Manuel Gonzalez 08.04.2018, 01:53
179. A Spaniard opinion (2)

They will continue to force that string and when the extreme right starts their response, they will say: "have you seen that? again we are poor peaceful people (even if they only have majority in the Parlament because the villages votes counts more than the one in the cities, and they look like if they are a lot more because they are perfectly organized to make a lot of noise) and they prosecuted us because we wanted to vote and now there is violence because people in Spain has chosen the extreme right path.

Mr Rajoy cannot negotiate with Mr. Puigdemont, not even to give Catalonia more "economical freedom" like with Basque Country. Not because he doesn't want that (in fact, Popular party has a very interesting history of negotiations and gives to the nationalists Catalan parties), but because Constitution makes that impossible. What we have with the Basques is something that is in the Constitution, and it's there because it has been always there, Basques have always had an special economical fit in Spain, Catalans not. And to change that, or any other thing they could ask, all Spanish people has to vote, the Supreme Catalan law is already very in the limits of the Constitution.

So where will all that lead us? I don't know. What I can assure you is that we are very worried. And that we know that a juzgue can decide that the Pablo Llarena's interpretation of violence is not correct, and we are ok with that. What hurts us is to read articles like this, so complacent and disdainful and light about a very complicated reality. What annoys us is to hear the opinion of the German government minister Katarina Barley saying that another sovereign allied country will have a bad time trying to justify the misappropriation, and that if Spain doesn't do that someone that is running away from Spanish justice will be a free citizen in a free country, that is, Germain (because I imagine Spain doesn't look like one to her).

I don't believe Puigdemont deserves 30 years of prison. What I believe is that it has to be a Spanish tribunal who judges that (Llarena is just the instructor of the case, he won't judge the case, if someone is worried about it), but if I'm wrong, if someone can just runaway to Europe when they commit a crime that is not exactly the same in another Europe member state, that's ok too. Let the judges decide.

Just support us. Support Spain. Make us see that we can count on you, that you are a friend country, but more importantly, a friend people. Stop that kind of articles talking about what we have and what we have not to do. Remember that Mr. Rajoy, with all his faults, and all the problems his party have, represent us, because us (or at least the majority of us), have voted him. Remember that when 40.000 people yell the word independency in the minute 17 in the Camp Nou, another 60.000 are embarrassed and silenced (I has been, and will continue to be all my life, a FC Barcelona fan). Understand that whenever you defend Mr. Puigdemont because he doesn't look so bad, you have not been booed in Barcelona streets, and that you will never been, but we are. Helps us make them see that we are not alone.

Thank you.

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