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Nachwuchs-Feministinnen: Nehmt euch ein Beispiel an Alice Schwarzer
DPA

Dass Alice Schwarzer endlich weg muss, darauf kann sich die feministische Nachhut sofort einigen. Aber was kommt dann? Das Programm der neuen Netzfeministinnen hat etwas Sektenhaftes.

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Matthias Lehmann 11.11.2014, 22:32
60. Fleischauer, who the f*** is Fleischauer?

Man könnte argumentieren, dass das Lied, das die Bedeutung von Alice Schwarzer für aktuelle Feminismusdiskurse passend beschreibt, der Titel "Alice, Who the F*** Is Alice?" von Gompie ist. Da ich den SPIEGEL nur wenig lese, kannte ich Herr Fleischauer bis heute nicht, aber von diesem Artikel zu urteilen, habe ich dabei nicht viel versäumt. Die Einlassungen zu der Problematik von Identitätspolitik sind sicherlich teilweise richtig. Aber wie schon ratem (Kommentar Nr. 5) sagte,
was um Himmels willen befähigt ausgerechnet Jan Fleischhauer über Feminismus zu schreiben? Who the f*** is Fleischauer? Diese Frage würde ich auch gerne beantwortet sehen. Das, was in den sog. "twitter wars" abgeht, kann er offenbar nicht beurteilen, denn der Netzfeminismus und die sicherlich manchmal hitzigen Debatten sind mitnichten nur auf das akademische Milieu beschränkt. Auch wenn es unter Sexarbeiter*innen durchaus nicht wenige gibt, die auch eine akademische Ausbildung genossen haben oder noch genießen, so beteiligen sich sehr wohl auch diejenigen, die keine haben, darunter auch people of colour und Frauen mit Kopftuch, deren Lebensrealitäten Frau Schwarzer ja ach so gut zu kennen glaubt. Alice Schwarzers Stuhl wird erstens nicht leer bleiben, denn die zweite Garde ist ja bereits eifrig dabei, Frauen dieselben Predigten zu halten wie sie, aber selbst wenn er leer bliebe, so wäre dies bestimmt kein Verlust. Denn die EMMA, wie auch dieser Spiegel-Artikel, sind plumper Alltagsjournalismus.

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balmy_matrix 11.11.2014, 22:43
61. Moderner Feminismus?

Bezogen auf das Streben nach Aufmerksamkeit haben Sie sicherlich Recht. Aber sie täuschen sich in einem Punkt Herr Fleischhauer, der Feminismus der „Nachfolgerinnen“ Schwarzers ist nicht modern, er ist noch nicht mal neu. Er ist im Gegenteil ein noch radikalerer Backlash in fast schon vergessene Zeiten. Im Zuge der endlosen Debatten um „Frauenquoten“ und „-förderung“ sind wir längst wieder bei Argumenten von vorgestern, etwa aus den 60er Jahren bei der Feministin Mitscherlich: „Frauen sind menschlicher, Frauen machen Unternehmen/Politik/Staat sozialer, Frauen können es einfach besser“. Lesen Sie mal bei Karen Duve nach, die legt gerade wieder ein männerfeindliches Pamphlet vor, indem sie davon ausgeht, dass nur Frauen die Menschheit vor den schlechten Menschen (Männern) retten können. Wir debattieren, auch im Spiegel, über eine sog. „Rape Culture“ in unserer Gesellschaft. Ein radikalfeministisches Konzept aus den 70er Jahren, von der Radikalfeministin Susan Brownmiller. Dieses Konzept besagt in aller gebotenen Kürze, dass alle Männer von Vergewaltigungen an allen Frauen profitieren, da sie so effektiv unterdrückt werden. Darüber reden wir ernsthaft, nicht vorgestern, sondern heute, nicht in feministischen Gazetten, sondern im wichtigsten Nachrichtmagazin Deutschlands!

Überhaupt ist unsere Gesetzgebung von dem radikalfeministischen Gedanken einer Feministin Connell geprägt, die in den 90ern ihr Werk zur hegemonialen Männlichkeit vorlegte. Wir leben in einem System, in dem jeder Mann, unabhängig vom Grade seiner „Verstrickung“ in das patriarchale Herrschaftssystem eine Dividende ausgezahlt bekommt. Jeder Mann, egal ob reich, arm, dumm, klug. Ja auch Sie Herr Fleischhauer, nur weil Sie Mann sind. Was hat das mit unserem Gesetzgeber zu tun, schauen Sie mal in Paragraph 2 des Behindertengleichstellungsgesetzes, hier steht nichts anderes als das eine behinderte Frau schützenwerter und hilfsbedürftiger ist als ein behinderter Mann. Das ist genau diese Denkweise, unter der wir seit 15 Jahren (Gender Mainstreaming) das Geschlechterverhältnis hier diskutieren.

Da ist nichts neues Herr Fleischhauer, da ist alter Wein in neuen Schläuchen. Und wenn Sie sich jetzt noch fragen, warum es keinen Axel Schwarzer gibt, der Männerinteressen ein Gesicht gibt und eine Männerrechtsbewegung anführt, kommen Sie vielleicht dahinter das es uns gut tun würde, wenn der Stuhl von Frau Schwarzer leer wäre und nicht die radikalen Netzfeministinnen ihren Platz einnehmen würden. Und das nicht gegen Gleichberechtigung, sondern für die echte Gleichberechtigung der Geschlechter!

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frozen 11.11.2014, 22:52
62. Zutreffend ...

, aber im Namen meiner Mutter danke ich ihr. Auch wenn nun die Zeit gekommen ist, über erlangtes nachzudenken, ... und auch vielleicht zu der Einsicht zu gelangen, dass einige Errungenschaften weit über das Ziel hinausgeschossen sind.
Feminismus ist für mich inzwischen eine Bevorzugungsdoktrin geworden, in der es Frauen ermöglicht wird, mit wehklagen, sich das Beste herauszupicken.

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GyrosPita 12.11.2014, 00:21
63.

Zitat von ratem
Was um Himmels willen befähigt ausgerechnet Jan Fleischhauer über Feminismus zu schreiben? Das Ergebnis war absehbar ... Diffamierung im Fleischhauer-Stil ... irgentwie erbärmlich.
Machen Sie Witze? Der gemeine SpOn-Forist blökt doch auch zu jedem Thema, von dem er NICHTS versteht seine Meinung in den Äther: Atomkraft/müll, Energiewende, Klimawandel, Rüstungsprojekte, Gesetze jedweder Art, Autos, Schiffe, Flugzeuge, etc. pp. Da sollte man Gleichberechtigung (sic) walten lassen und auch den Kolumnisten dieses Recht zugestehen.

Davon abgesehen hat er zu 100% Recht.

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chirin 12.11.2014, 00:26
64. Ein Beispiel nehmen an Frau Schwarzer?

Zitat von kobmicha
..ein Beispiel an Schwarzer nehmen... Und das ist ein Aufruf zum Steuerbetrug! Schwarzer ist eine Steuerhinterzieherin nach eigenem Geständniss! Sollte hier der Staatsanwalt nicht auf dem Plan stehen?
Weder als Feministin noch als Steuerhinterzieherin - überdies ,der Staatsanwalt oder die Staatsanwältin -sicher keine Feministin, das sind gestandene und selbstbewußte Frauen ohne viel Geschrei von Feminismus- wird schon ermitteln. Natürlich nicht in der Öffentlichkeit. Frau Schwarzer war überdies nie ein Fall für Frauen ,die - gemeinsam mit Männern - auf gleicher Augenhöhe - verantwortungsvoll tätig waren, Frau Schwarzer ist eher - wie der ganze Feministenquatsch - etwas für sexuell gestörte und mit wenig Selbstbewußtsein und Können ausgestattete Damen.

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prieten 12.11.2014, 02:16
65. Die Alice, die ist die Beste!

Tja, wer könnte sie ersetzen? Alice ist einfach die beste Feministin! Sie verzettelt sich nicht, sondern zielt haargenau auf Sexismus, ob in Islam oder Pornographie oder sonstwo. Sie ist furchtlos und lässt sich weder von Männern noch Linken einschüchtern. Sie ist und bleibt unersetzlich. Sie eckt an, wie eine die eine Revolution voranbringen will anecken muss.

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Overseasreader 12.11.2014, 03:14
66. Sie irren Herr Fleischhauer

wenn Sie sagen: "Schwarzer ist immer noch da, wo andere gerne wären". Wo Frau Schwarzer hingehoert ist dort wo sich der fruehere Manager eines bayrischen Fussballvereins zur Zeit befindet. Mehr ist dazu nicht zu sagen, denn als Vorbild dient sie hier wohl kaum.

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Joerg grimm 12.11.2014, 03:49
67. Mal wieder volle Zustimmung

"Ich bin nicht gewählt wie die Kanzlerin und auch nicht die Vorsitzende der Frauenbewegung. Wenn die Schwarzer mal nicht mehr sein sollte, weil sie sich nach Frankreich verdrückt hat oder in den Rhein gefallen ist - ja, dann bleibt ihr Stuhl leer. Das ist nämlich der Stuhl von der Alice."
So sehr mich Schwarzer manchmal nervt, so cool ist dieses Zitat.
Und Fleischhauer trifft mal wieder ins

Schwarze.

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analyse 12.11.2014, 04:01
68. New Age,Esoterik, GENDER ! Immerhin hat GENDER

es schon an die deutschen Un iversitäten geschafft,mit über 100 Professuren. Zum Teil unbemerkt von arglosen Bürgern, nisten sie sich in die Gesellschaft ein.

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hatschon 12.11.2014, 04:12
69. Ich weiß nicht was Frau Schwarzer denkt

aber für meine Person ist sie nicht mehr glaubwürdig und wird es niemals sein!

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