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Nachwuchs-Studie: Bundeswehr unterfordert Rekruten
DPA

Eine Studie bescheinigt der Bundeswehr ein ernstes Problem. Zwei Drittel ihrer Freiwilligen zweifeln laut "Welt am Sonntag" an der "Sinnhaftigkeit des Dienstes". Ein wichtiger Grund: Die Rekruten fühlen sich unterfordert.

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1zmir 01.03.2015, 12:31
50.

Naja, differenzierte Betrachtung (auch bei den Kommentaren) ist hier mal wieder fehl am Platz. Die Frage ist doch auch, wie lange die Befragten freiwillig dienen (insgesamt). Es war schon immer so, besonders damals bei der Wehrpflicht mit 9 Monaten, dass die Rekruten, die nicht lange bleiben, auch nicht weiter in der Ausbildung gefördert werden (warum auch?!) und dann beliebterweise als billige Gezi-Soldaten eingesetzt wurden. Wer also nicht lange dienen will, braucht auch keine Erwartungen stellen. Wer in die "Laufbahn" der Mannschaften geht, braucht doch ohnehin nicht erwarten, dass (Führungs-)verantwortung auf seiner Tagesordnung steht. Das ist eine völlig falsche Erwartungshaltung, die eigentlich schon durch die Wahl der Dienstgradgruppe geklärt sein müsste.
Zur körperlichen Forderung: Die Rekruten, die ich vor 4 Jahren noch ausgebildet habe, ob sie sportlich waren oder nicht, konnten nicht behaupten, dass sie körperlich unterfordert waren. Der Marsch im Laufschritt zur 1,5 km entfernten Schwimmhalle hatte allein schon 20 % Ausfall zur Folge, einer ist sogar, vom leichten Joggen völlig erschöpft, gegen eine Mülltonne gelaufen ... Vom anschließenden Trauerspiel in der Schwimmhalle mal ganz abgesehen.
Ich kannte übrigens auch nicht wenige Mannschafter, die nach außen geheuchelt haben, unterfordert zu sein, aber nicht einmal in der Lage waren, einfachste Aufgaben durchzuführen, oder, wenn man ihnen anspruchsvolle Aufgaben gab, die Motivation doch nicht mehr so groß war. Die Konsequenz daraus: fortan nur noch noch einfachere Aufgaben erteilen, in der Hoffnung, dass diese wenigstens vernünftig ausgeführt werden.
Kurz gesagt, die Studie geht zu stark davon aus, dass die Selbstreflexion der freiwillig Dienenden auch den Tatsachen entspricht.

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grenoble 01.03.2015, 12:31
51. Immer wieder interessant...

Zitat von wire-less
wie zu der Zeit in der ich meinen Wehrdienst abgeleistet habe ist es kein Wunder das der Laden nicht läuft. Es war für uns frisch von der Schule ein richtig deftiger Schock festzustellen das die meisten Vorgesetzten "Dumm wie Stroh" waren. Gerade die Unteroffiziersränge wurden von gescheiterten Existenzen besetzt. D.h. wer es nicht bis zum Hilfsarbeiter geschafft hat ging damals zur Bundeswehr. Das Material war damals schon in einem bedauernswerten Zustand. Unsere Panzer waren nur zum Teil fahrbereit und nur zum Teil Schiessbereit. Aber es ging wahrscheinlich nur darum die Zahl der Panzer und Soldaten hoch zu halten.
...das die größten Dummbatzen meinen Intelligenz und Bildung bedingten einander. Ich kenne genügend Gebildete und dabei äusserst dumme Menschen.

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ClausWunderlich 01.03.2015, 12:32
52.

Man kann ja nur jedem abraten in den Verein zu gehen. Habe selber schon einen jungen Menschen davon überzeugt das es ihm nichts bringt außer vieleicht den Tod irgendwo im Wüstenstaub.

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kaischek 01.03.2015, 12:37
53. Na ja,...

...die Rekruten und Zeitsoldat-Anwärter, mit denen ich damals im Rahmen meines Grundwehrdienstes, Ende der 80-iger, zu tun hatte, konnten sich, trotz mehrmaligen Bemühens, das Wort "Atropin-Spritze" einfach nicht merken. Totale Konzentration, hilfesuchende Blicke, aber alles ohne Erfolg. Ehrlich, die waren nicht unterfordert. Sah jedenfalls nicht danach aus.

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Traudhild 01.03.2015, 12:41
54.

Zitat von grenoble
..bringen Zerstörung und Tod, sonst wären sie keine Soldaten und die Ausbildung sollte sie befähigen dieses mit aller Effektivität zu leisten. Was Sie wünschen wäre ein hochgerüstetes technisches Hilfswerk, mit guter Bezahlung als Beruf oder verpflichtend als humanitäres Engagement über 2 Jahre vor oder nach der Berufsausbildung und für alle offen solange körperlichen und geistigen Anforderungen Genüge getan ist..
Und was spricht gegen mehr Zusammenarbeit von THW und BW?
Die Grundidee, die Logistik der Bundeswehr in Wiedererkennungsmerkmal in den Vordergrund zu stellen finde ich richtig. Man kann die Not-/Entwicklungshilfe auch als so genanntes Segment ansehen, was dann an anderer Stelle Geld bzw Ausstattung bringt, wenn man sieht wie gut/effektiv man bei der Hilfe von Notleidenden bewährt

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Drachen7819 01.03.2015, 12:51
55. Zu Kommentar Nr 35

Das wärs doch! Eine Rudelbildung unter dem Hoheitszeichen Bundeswehr. Dann ab in ferne Länder
zum Bau von Knüppeldämmen, Schotterstraßen, Bachübergängen usw., ( zum Auffrischen der eigenen Infrastruktur ungeeignet). Befehlsgewalt in Händen von Offizieren der Heilsarmee. Die auch die abschreckende
Säule der Heimatverteidigung darstellen würde. Das würde optimal dem Zeitgeist bestimmter Kreise in unserem Land entsprechen.

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querulant_99 01.03.2015, 12:56
56.

Zitat von Wolfgang H.
Z.B sollte die Bundeswehr die humanitäre Hilfe in den Vordergrund stellen. Sie könnte zB. in armen Ländern Hilfsprojekte logistisch unterstützen. Sei es Schulen bauen oder Trinkwasseranlagen oder Stromaggregate liefern und betreiben. In der Welt gibt es so viel zu tun was Sinn macht und auch Soldaten können da ihren Anteil leisten und wären auch motiviert. Frieden in die Welt bringen und Hilfe anbieten ist das Motto der Zeit...
Dafür gibts doch schon das THW.

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Lekcad 01.03.2015, 13:06
57.

Zitat von Traudhild
Und was spricht gegen mehr Zusammenarbeit von THW und BW?
Das die Leute vom THW im Ausland als Teil der BW wahrgenommen werden.
Und dann nicht mehr als willkommene Helfer im Katastrophenfall gesehen werden, sondern als westliche, militärische Besatzungsmacht.
In bestimmten Krisenländern ist die Arbeit für Hilfsorganisationen schon gefährlich genug, mit westlichen Militär gleichgesetzt zu werden dürfte es nicht unbedingt sicherer für die Helfer machen.

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cockriot 01.03.2015, 13:06
58. Die Bundeswehr ist eine Hassliebe

Ich hab meinen FWD bei den Panzergrenadieren geleistet und muss diesem Artikel teilweise widersprechen. Körperlich brachten uns die Ausbilder schon gut an unsere Grenzen. Bei der LW scheint das wohl anders zu sein. Aber auch innerhalb der Kompanie oder sogar des Zuges kann es zu Abweichungen kommen. So musste z. B. der andere Zug beim Essen keine SpliSchu tragen, baute seine Stellungen, wenn es schönes Wetter hatte und hatte weitaus mehr Freizeit. Der Drill in der ersten Gruppe war auch härter als in der vierten. Das musste ich am eigenen Leib erfahren, weil ich von der vierten in die erste verlegt wurde.
Zum Thema Uffz. und Stuffz.: Ich hab nur normale Stuffz. getroffen. Im Gegensatz zu den Offz., die ständig nur pathetischen Mist geredet haben oder den FW., die auch gern mal handgreiflich wurden. Vor allem letzteres erleichtert dann einem die Entscheidung, zwischen einem zivilen oder militärischen Studium zu entscheiden.
Geistig unterfordert ist man ständig. Während der AGA fiel mir auf, dass ein paar Kameraden eher zum rechten Gedankengut tendieren. Als ich dann mal den Stuffz. fragte, ob wir auch mal politische Bildung behandeln, sagte er nur, dass wir das am Wochenende selbst machen sollen. Ich hab während der AGA einmal überlegen müssen. Das war beim Schießen, als der Hauptfeldwebel ausrechnen wollte, wie viele Patronen der Zug mitbekommen hat. Weil ich einer der wenigen Soldaten mit Abi war, war es meine Aufgabe das im Kopf auszurechnen (total lächerlich, zudem bin ich echt schlecht im Kopfrechnen).
Zweifel am Dienst: Nach dem man die ersten Wochen und Monate in einer völlig heruntergekommenen Stube hinter sich gebracht hat, stellt man sich die Frage, warum man das eigentlich alles macht. Die Offiziere reden zwar ständig vom heroischen Dienst am Vaterland, aber irgendwie verträgt man als Deutscher nicht so viel Epos. Die Feldwebel sind da schon ehrlicher und sagen einem nur, dass man mit dem Denken aufhören soll. Man soll also aufhören die Einsätze zu hinterfragen. Das trifft natürlich nicht auf alle Soldaten zu.
Letztendlich hab ich bei der Bundeswehr kaum etwas gelernt. Trotzdem denke ich gerne an diese Zeit und die Kameraden zurück.

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Leipziger1283 01.03.2015, 13:18
59.

Ich sehe durch meine Tätigkeit viele neu eingestellte Soldaten und muss sagen, dass das Niveau dermaßen abgenommen hat, dass man eher die Sinnhaftigkeit der Einstellungsvoraussetzungen anzweifeln sollte. Wenn mir ein fast 40 jähriger Obergefreiter gegenübersteht steht, ist das nicht wirklich sinnvoll für die Anforderungen des Dienstes.

Konstanz in den Reformen wird es niemals geben, da spätestens alle 4 Jahre jemand kommt, der seine Ideen durchsetzen will. Anders ist es nicht zu erklären, dass es vor knapp 4 Jahren hieß "wir haben zu viele Panzer, die müssen weg" und jetzt heißt es "wir haben zu wenig Panzer, wir brauchen mehr"... Man zuckt als Soldat nur noch mit den Schultern, da sich sowieso nichts ändern wird.

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