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Nachwuchs-Studie: Bundeswehr unterfordert Rekruten
DPA

Eine Studie bescheinigt der Bundeswehr ein ernstes Problem. Zwei Drittel ihrer Freiwilligen zweifeln laut "Welt am Sonntag" an der "Sinnhaftigkeit des Dienstes". Ein wichtiger Grund: Die Rekruten fühlen sich unterfordert.

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grenoble 01.03.2015, 13:23
60. Was dagegen spricht?

Zitat von Traudhild
Und was spricht gegen mehr Zusammenarbeit von THW und BW? Die Grundidee, die Logistik der Bundeswehr in Wiedererkennungsmerkmal in den Vordergrund zu stellen finde ich richtig. Man kann die Not-/Entwicklungshilfe auch als so genanntes Segment ansehen, was dann an anderer Stelle Geld bzw Ausstattung bringt, wenn man sieht wie gut/effektiv man bei der Hilfe von Notleidenden bewährt
Für humanitäre Einsätze benötigt man keine Soldaten. Humanitäre Hilfe benötigt gut ausgebildete körperlich und geistig hochbelastbare Mwenschen die unabhängig von Familie und Dienstzeit flexibel die Einsätze professionell abwickeln.

Die Bundeswehr ist da durch die Reform der Tauglichkeit, Absenkung der körperlichen Anforderungen um weibliches Personal zu gewinnen nicht 1.Wahl, ebensowenig der Versuch Dienst und Familie zu vereinbaren.

Egal ob humanitäre Hilfe oder Kriegsfall solche Ereignisse zeichenen sich dadurch aus das Katastophen plötzlich, Kriege unbeherrschbar vom Zeitpunkt ausbrechen, einen Einsatz erfordern der Gefahrengeneigt ist, wo Schwangerschaft, Kindererziehung nicht mehr möglich sind und Familie zurücksteht.

Für humanitäre technische hilfe, gilt für die anforderungen an das Personal fast das gleiche wie für ein militärisches Eingreifen, nur das der Soldat Leben zerstört, die Hilfe Leben rettet.

Würde die Bundeswehr beides übernehmen wollen wäre sie total handlungsunfähigda im Kriesenfall gleichzeitig humanitäre wie kriegerische Intervention notwendig ist.

Und es ist paradox wenn der Soldat der vorher noch im Gefecht ein Stadtteil beschoß, am nächsten Tag dort Verletzte birgt. Nachschub für die eingeschlossenen heranbringt und die Infrastruktur repariert.

Deshalb ist die Forderung die bundeswehr gleichermaßen als Kriegspartei und humanitäre Helfer aufzubauen schlichtweg schwachsinnig.

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glasshaus 01.03.2015, 13:50
61. Gedanken eines Soldaten Teil 1

Aus dem Artikel:
Motive für ihre Entscheidung für den Wehrdienst waren etwa: Teamwork, Kameradschaft, Verantwortungsübernahme, fordernde Tätigkeiten und Situationen, in denen man die eigenen Grenzen erfahren kann.

Da sieht man ganz eindeutig wo das Problem liegt;
nicht in der Truppe sondern bei den Anwerbern, den Angeworbenen und der Werbung!

Wenn ich diese gefaketen Hochglanzbilder sehe, mit dem OGefr der an einem Tornado schraubt oder einem HGefr als Spitze in einem BoardingTeam und den "Jungs" (und Mädels) bei der Rekrutierung das blaue vom Himmel erzählt wird nur damit die Quote stimmt; dann ist es doch vollkommen klar das am Ende solche Enttäuschungen eintreten.

Bei allem Respekt, aber was soll bitte ein 19 jähriger Bursche mit 6 Monaten Dienstzeit für großartige Verantwortung bei der Armee übernehmen (können)?

Diese schräge Perspektive fängt doch schon im Elternhaus an, wo die Eltern dem Schatz erzählen, was er doch für ein schlauer Junge sei und er alles werden könnte vom Astronaut über Fussballstar bis zum Bundeskanzler und Atomphysiker.
Und wenn dann die schulischen Leistungen dem erwartungsgemäß keine Rechnung tragen, dann sind die Lehrer oder das Schulsystem schuld! Der Schatz wird eben nur missverstanden (weil es eben ein Genie ist) beziehungsweise nicht seinen Talenten entsprechend gefordert wird.
Dieses anerzogene Fehlverhalten setzt sich hier 1zu1 fort!

Ich trage nun seit über 14 Jahren die Uniform und habe meinen Weg auch von ganz unten als GWDLer begonnen. Im Gegensatz zu den meisten hier kenne ich also beide Perspektiven ; wobei es nicht einmal vermessen wäre zu behaupten das die deutliche Mehrheit der Foristen hier die Armee außer vom Hörensagen und dem TV die Bundeswehr gar nicht kennt!
Ich war selbst mehrere Quartale als Ausbilder in der GA eingesetzt (GrpFhr und später ZgFhr) und sehe diese Probleme natürlich ein wenig anders!

Zur "Verantwortungsübernahme" hatte ich Eingangs schon einmal etwas gesagt;
aber ich stelle meine Frage gerne ans Publikum: Welche besondere/fordernde Verantwortung sollte ich einem Soldaten mit 6 Monaten Dienstzeit anvertrauen?
Ich kann Ihn ja versuchsweise ein nSAK Schiessen durchführen lassen und ich stelle mich derweile als TP an die Schranke...
Oder ich gebe ihm eine Gruppe lasse den HGefr ein TCP aufbauen und die Sicherungsbereiche festlegen; ich setze mich dann in meinen GD und schlürfe eine Cola und texte mit meiner Frau...

Ende Teil 1

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glasshaus 01.03.2015, 13:51
62. Gedanken eines Soldaten Teil 2

"fordernde Tätigkeiten und Situationen";
Für einen guten Ausbilder gilt vom Einfachen zum Schweren und Tiefe vor Breite.
Die große Mehrheit der Soldaten beherrscht nach der Grundausbildung aufgrund von leider einfach fehlender Ausbildungszeit kaum die Tätigkeiten des Einzelschützen.
Es ist absolut unzweckmäßig und sinnbefreit hier nun mit den Soldaten auf die Waldkampfbahn zu gehen oder den Häuserkampf probieren zu wollen;
nur damit die Herren dann vor ihren Kumpels 'draußen' damit angeben können. (im Bundeswehrsprech sagen wir dazu "stellen falscher Bilder")
Und 5 Jahre (oder mehr) CoD und Counterstrike sind eben noch immer nicht genug Basiswissen für derlei militärischer Vorhaben. Auch wenn der ein oder andere jüngere Soldat das gemein hin anders beurteilen mag...


Zu der Forderung "die eigenen Grenzen erfahren" ;
gut, das ist natürlich ein ganz ganz schmales Brett und glattes Eis auf das sich die (jungen und zT gescheiterten) Kameraden da begeben.
Ich kann mich an KEINE körperlich fordernde Ausbildung der letzten Jahre erinnern, bei dem am Ende nicht mindestens ein oder zwei Rekruten zu dem Urteil kamen, dass das doch wieder nur "sinnloses Abf*cken" war!

Ich kann nun mal nicht jedem Soldaten auf dienstlichem Wege ein skydiving oder Tauchkurs spendieren oder ihm sonst wie seine individuelle Definition von Nervenkitzel ermöglichen!
Dafür bekommen die Kameraden sehr viel Sold und können das dann wenn nötig privat finanzieren.

Es tut mir persönlich Leid für jeden Soldaten der seine Dienstzeit als sinnlos und unbefriedigend in Erinnerung hat;
aber ich finde man macht es sich damit deutlich zu einfach wenn man die Schuld einseitig der Armee, dem Dienstherrn und/oder den Ausbildern zuschiebt.

Es gibt wenige die aus eigenem Antrieb zu ihren Vorgesetzten gehen und nachfragen wenn sie bestimmte Ausbildungsabschnitte nicht verstanden haben oder für sich selber bei bestimmten Tätigkeiten Defizite festgestellt haben. Oder um Rat fragen wie sie privat/nach Dienst weiter an ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit arbeiten können.

Es gibt Sie; gar keine Frage. Und das nicht mal wenige, nur bleiben diese Soldaten meist nicht lange Mannschafter oder verschwenden ihre Zeit für solche Studien...

Ende Teil 2

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bukketingi 01.03.2015, 13:51
63. Das war früher auch schon so ...

da wurden Panzer und Fahrzeuge schon mal 5-10 mal gestrichen, das geht ja heute mangels nicht vorhandener Stückzahlen nicht mehr. Eine andere Hauptbeschäftigung, das Verklappen alkoholischer Getränke aus heimischer Produktion in die Soldaten und der damit verursachte, spätere garantierte Alkoholismus ist heute wohl auch nicht mehr so angesagt - oder doch!?

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reinerhohn 01.03.2015, 13:53
64. Diese Unterforderung...

... ist nixhts neues.
Als ich vor ueber 30 Jahren meinen Wehrdienst ableistete, war das schon der Fall. Mit Latrinenreinigen und dumm in der Gegend rum rennen kann man nicht punkten.

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christian0061 01.03.2015, 13:57
65. Unterfordert?

Es bleiben eben nur die, die sich bei der BW ge- oder überfordert fühlen!:-)........ also die Besten!

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Wolfgang H. 01.03.2015, 14:01
66.

Zitat von grenoble
Für humanitäre Einsätze benötigt man keine Soldaten. Humanitäre Hilfe benötigt gut ausgebildete körperlich und geistig hochbelastbare Mwenschen die unabhängig von Familie und Dienstzeit flexibel die Einsätze professionell abwickeln. ... Deshalb ist die Forderung die bundeswehr gleichermaßen als Kriegspartei und humanitäre Helfer aufzubauen schlichtweg schwachsinnig.
Hallo Grenoble,
das mit der Hilfe passt schon. Die Hilfsaktionen können/sollen ja von der BW beschützt werden.
Das schafft Vertrauen zur hiesigen Bevölkerung.
In der heutigen Zeit wird immer häufiger von Krieg gefaselt. Kein normaler Mensch zieht das in Erwägung.
Einfach die Ursachen von Krieg analysieren und verhindern, das steht auf dem Stundenplan. Vdl will Panzer modernisieren, der falsche Weg. Leider wird viel falsch gemacht in der Politik und vieles falsch verstanden und falsch gehandelt.

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trompetenmann 01.03.2015, 14:03
67. Nichts gelernt?

Sind Eierschaukeln, Schildkrötenrennen und Spindwürfeln etwa nichts?

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wolfi44 01.03.2015, 14:20
68. zu glasshaus

stimme Ihnen voll und ganz zu. Der grösste Teil der Foristen kennt die BW nur vom Hõrensagen, bzw. aus Erzåhlungen von Versagern, die dieses aber nicht eingestehen wollen.

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audumbla 01.03.2015, 14:23
69. Berufsarmee

Die Bundesverteidigungsministerin v.d. Layen will die Bundeswehr zum attraktivsten Arbeitgeber der Bundesrepublik machen. So mit Kuschelecke und Kindergarten für die Soldaten. Und ein sehr gutes Gehalt und sehr gute Ausbildung. Und wenn es dann zum "Krieg" kommt, dann können unsere Soldaten Latein und Babys wickeln. Mensch wacht endlich auf und schaut mal zu den Amerikanern und den Briten, da hört das "gesusel" am Kasernentor auf!

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