Forum: Politik
Nationalistische Ausschreitungen in Rumänien: "Krieg der Toten" in den Karpaten
EGYED UFO ZOLTAN/ AFP

In Rumänien gibt es Streit um einen Soldatenfriedhof. Der liegt im mehrheitlich ungarisch besiedelten Teil Siebenbürgens, rumänische Nationalisten beanspruchen ihn für sich. Zwischen den Ländern eskaliert der Fall zur Krise.

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skeptikerin007 15.06.2019, 17:10
1. Es wird nie Frieden

Ich bin in Siebenbürgen geboren, meine Eltern haben sich da verstecken können. Mit unseren Hilfsgruppe besuchen wir zweimal in Jahr das Land und das schon in der Ceausescu Zeit. Ich verstehe Rumänisch , sprechen gehts schwerer. Wenn wir da sind, sehe ich rumänisches Fernsehen. Es ist erschreckend die Hetze gegen die Minderheiten, besonders gegen Ungarn. Göbels würde von Neid platzen, was er alles nicht gesagt hat und was in öffentlichen Sender gesagt wird.
Warum wundert man sich, dass diese Lehre in fruchtbaren Boden fällt?
Siebenbürgen ging immer besser, als Erbe aus der österreichischen Monarchie, hatten mehr Schulen, Kulturinstitutionen und Industrie, als die Walachei(offizielle Name der damaligen Rumänien, bevor sie Siebenbürgen annektierten) Die Region hatte eine weitgehende religiöse Toleranz, nach meinen Kenntnissen über 13 verschiedene Religionsgemeinschaften, die relativ friedlich nebeneinander existierten.
Heute ist Siebenbürgen voll mit neuen orthodoxen Kirchen, mit goldenen Kuppeln und Eigentümer von Boden der Sachsen, Schwaben, Juden und Magyaren, die mit Erfolg aus dem Land vertrieben hatten. In mancher dieser Kirchen lernt man Hass, Ablehnung der Magyaren, Juden oder Deutschen, Katholiken oder Protestanten.
Sollen wir uns noch wundern, dass nicht einmal die Toten werden respektiert?
„Der Rumäne“ ist friedlich, gastfreundlich, lernbereit, hilfsbereit. Was in Uz passiert ist Ergebnis der Aufstachelung, von wem immer

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Kradfahrer 15.06.2019, 17:27
2. Das kann man auch

unter Traditionspflege verbuchen. Nicht umsonst musste die Wehrmacht zwischen den Einheiten der verbündeten Ungarn und Rumänen mindestens eine eigene Division positionieren, weil die sich sonst eifriger beschossen hätten als gegen die Russen zu kämpfen. Vor dem Hintergrund ist es nahezu ein Wunder, wie es die Russen zwischen 1945 und 1990 geschafft haben, dass auf dem Balkan Ruhe herrschte.

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public 15.06.2019, 17:29
3. Nationalistischer Kindergarten

Diese Länder sollten vielleicht die EU einfach mal verlassen müssen, bis sie ihre lächerlichen Streitereien beigelegt haben. Wer den europäischen Gedanken lebt, dem ist es schlicht und einfach egal, ob ein Landstrich jetzt innerhalb der einen oder anderen - eh erfundenen - Grenze liegt. Diese Denke ist ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend und gehört nicht zu Europa

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ein-berliner 15.06.2019, 17:52
4. Schluss mit den Nationalisten

Wann wird endlich der komplette Balkan aus der EU entfernt?
Diese Region ist schon immer für Europa unvereinbar gewesen und ein ewiger Störenfried.

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Heitgitsche 15.06.2019, 17:58
5. Folge des 1. Weltkriegs

Nach dem 1. Weltkrieg entstanden neue Nationalstaaten, mit neuen Minderheiten. Die Grenzen wurden willkürlich gezogen. Besonders der amerikanische Präsident Wilson hatte keine Ahnung von den gewachsenen Strukturen in Europa. Ungarn verlor damals 2/3 seines Staatsgebiets

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rohanseat 15.06.2019, 18:02
6. diese länder haben

in der EU nichts zu suchen.Nur wenige bürger haben begriffen was die EU bedeutet.-Ich lebe in diesem lande.zwar nicht im Banat sonder in der Moldau.--So wie auch in anderen teilen des Balkan ist die mehrheit der bevölkerung an politik nicht interessiert.--Wichtig ist da kommt geld um die infrastruktur instand zu setzten.Große schilder verkünden was da wieder mit fremden geld gebaut wird.so auch in unserem dorf.-Aber was das bedeutet??? Nur nicht fragen.--aber das ist erst der anfang!!v Es wird "lustig" wenn die restlichen balkan länder mitglieder werden.-Aber die bürger werden nicht gefragt sondern die großen politiker entscheiden.-Bei ihren besuchen kommen sie nicht über die hauptstadt hinnaus.--Früher nannte man das potemkinsche dörfer!!
Die industrie braucht verlängerte werkbänke und die sind hier reichlich zu finden.-Monatslohn ca. € 300.- da ist der weg nach China zu weit.--Das sich da dann ein paar gestrige in die plünnen kriegen ist egal.-Allerdings sind unsere ungarischen freunde auch nicht ohne "eigenarten".Da habe ich meine erlebnisse.

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juba39 15.06.2019, 18:10
7. Große Worte...

...leicht dahingesagt! Aber die treffen den Kern. Nicht nur der größte Teil der osteuropäischen Länder hätte bis heute nicht in EU und NATO gehört. (kommt neurdings hinter der Hand sogar von EU-Politikern) Vom Balkan ganz zu schweigen. Schon seit Jahren rufe ich sarkastisch dazu auf, auch noch die letzten Lunten (Albenien, Kosovo, Serbien, Nordmazedonien) ins Pulverfaß EU zu holen. Aber die übereilten Aufnahmen haben ja einen Grund. Den übrigens Tusk vor wenigen Wochen (zu Mazedonien/Nordmazedonien) in seltener Offenheit ausplauderte. Es geht darum zu verhindern, daß diese Länder in Richtung Türkei oder Russland abdriften. Wie war nochmal das "Hauptargument" für die Aufnahmen der Osteuropäer? Egal, ob reif oder nicht? Jedes Land hätte das Recht, sich seine Bündnisse selbst auszusuchen. Das trifft, siehe Tusk, allerdings nur zu, wenn die Bündnisse Richtung Westen liegen. Und deshalb bleibe ich bei meinem Sarkasmus. Holt sie nur alle rein. Da braucht es wenigstens keinen Putin mehr, die EU zerlegt sich schon von innen heraus selbst.
Traurig nur, daß wir dummen Leser seit Jahren in Foren das haben kommen sehen, während die Medienwelt immer noch das Hohelied der Friedens- und Werteunion singt. Und da man ja bekanntlich in den Gründungsdokumenten der EU einen Ausschluß erst gar nicht vorgesehen hat, muß man eben damit leben.

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martini36 15.06.2019, 18:12
8. Meine Grossmutter

Liebe Skeptikerin007, in einigen Sachen hast du Recht. Ich stamme auch aus der Gegend. Meine Grossmutter ging noch kurz vor den ersten Weltkrieg in die Schule. Die erzählte mir, dass die Ungarn in in der KuK Monarchie die Siebenbürger Sachsen zwingen wollten in den Schulen ungarisch zu lernen. Das passte den Sachsen gar nicht, weil in der Gegend gar keine Ungarn lebten. Nach dem ersten Weltkrieg kam es wie es kommen musste. Es wurde 1919 eine Volksabstimmung durchgeführt, jeder könnte in dem umstrittenen Land Transilvanien , Ardeal oder auch Siebenbürgen genannt, frei zu Ungarn oder Rumänien bekennen. Die Siebenbürger Sachsen haben alle , dadurch die Mehrheit für Rumänien erst geschaffen, für Rumänien gestimmt. Die Rumänen haben damals hoch und heilig den Sachsen versprochen ihre Kultur Sprache Religion und Schulen zu respektieren. Daran hat sich sogar Ceausescu gehalten. Seine Strafe hat er trotzdem erhalten.

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schefu 15.06.2019, 18:29
9.

Auf dem Balkan gibt es kein deutsches Grundbuch. Deshalb kann der Artikel nicht exakt sein. Scheinbar ist nicht klar, ob der Friedhof zu Sanmartin, Kreis Harghita (Siebenbürgen) oder Damaresti, Kreis Bac?u (Moldau) gehört. Wenn nun ein rumänischer Na?ionalist mitbekommt, dass Teile rumänischer Erde vermeintlich zu Unrecht an einen Kreis mit ungarischer Bevölkerung in Rumänien geht, fühlt er sich sofort an den 2. Wiener Schiedsspruch erinnert. In so einer Situation explodiert die Polenta (m?m?lig?). Bildung und eine bessere Verwaltung in Rumänien dürften diese Probleme lösen.

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