Forum: Politik
Nazi-Debatte in Dresden: Aus dem Notstand eine Tugend
DPA

Dresden debattiert die Frage nach einem "Nazinotstand" in der Stadt - und schafft damit Aufmerksamkeit nicht nur für das Problem mit den Rechtsextremen, sondern auch für die Kraft der demokratischen Auseinandersetzung.

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mostly_harmless 05.11.2019, 10:16
100.

Zitat von fungel99
schön dass Sie die Entwicklung der Tourismuszahlen einer 500ts-Einwohner Stadt mit Städten mit fast 1,5Mio bzw über 1,8Mio Einwohnern vergleichen. Herr, lass Hirn vom Himmel regnen.
Da Sie offenkundig nicht wissen, was Prozentrechnung ist, empfehle ich dringend ein Mathe-Lehrbuch der Klasse 6.
Aber wenigstens Ihr letzter Satz stimmt.

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Sendungsverfolger 05.11.2019, 10:20
101. Whataboutism

Zitat von uffta
Es ist sehr schade, dass Sie 2015 scheinbar aufgehört haben, die Dresdner Polizeiberichte zu verfolgen. Da gab es nämlich einen Anstieg "diverser" Berichte. In der Sächsischen Zeitung wurde zumindest vor einem Jahr noch die Herkunft des Täters bei den Berichten angegeben.
Und das ändert jetzt an meiner Aussage genau was?

Whataboutism taugt nix zur Widerlegung. Ein Misthaufen stinkt auch dann noch wenn man einen anderen daneben setzt (Leitsatz).

Und Sie können schon mitteilen, was Sie mit "diverser" meinen (weiß ja eh jeder). Aber die selektierte Wahrnehmung ist kein guter Ratgeber.

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zeisig 05.11.2019, 10:28
102. Das Kind mit dem Bade . . . .

Ich will die Tatsachen nicht wegdiskutieren, aber mir fehlt es dann doch an der Verhältnismäßigkeit und dem Augenmaß. Hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Dresden tut sich keinen Gefallen, wenn es Studenten, Investoren und wen auch immer abschreckt in einer Weise, die so nicht angebracht ist. Das ist meine Meinung.

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uffta 05.11.2019, 10:50
103. Getroffene Hunde?

Zitat von Sendungsverfolger
Und das ändert jetzt an meiner Aussage genau was? Whataboutism taugt nix zur Widerlegung. Ein Misthaufen stinkt auch dann noch wenn man einen anderen daneben setzt (Leitsatz). Und Sie können schon mitteilen, was Sie mit "diverser" meinen (weiß ja eh jeder). Aber die selektierte Wahrnehmung ist kein guter Ratgeber.
An Ihrer Aussage ändert meine Aussage nichts, sie lässt sie aber in einem ganz anderen Licht erscheinen. Die Erklärung für "diverse" habe ich übrigens mitgeliefert. Sie hingegen haben das Wort gebraucht, ohne mitzuteilen, was Sie damit meinen. Und wo bitteschön offenbare ich eine selektive Wahrnehmung? Weil ich Ihre Aussage, ohne sie zu bestreiten(!) um die Kehrseite ergänze? Wenn, dann dürfte ich Ihnen aufgrund des Ausgangsposts selektive Wahrnehmung unterstellen. Sie mögen es Whataboutims nennen, für mich ist es eine Betrachtung von allen Seiten. Aber bleiben Sie ruhig bei Ihrer einseitigen Betrachtungsweise.

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M. Thomas 05.11.2019, 10:59
104. "Kraft für eine demokratische Auseinandersetzung"?

Wow. Hört sich gut an!
Der Haken an der Sache ist nur: wie kann bei einer Wahlbeteiligung von etwas mehr als 60 Prozent eine solche Auseinandersetzung stattfinden?
Ungefähr ein ganzes Drittel der Wahlberechtigten gehen lieber zum Stammtisch, fahren "auf Malle" zum Saufen oder grölen auf dem Fußballplatz - und sie werfen den übrigen zwei Dritteln der Wahlberechtigten den Bettel vor die Füße.
Es ist schon recht tapfer, angesichts solcher Verhältnisse überhaupt noch von einer funktionierenden Demokratie zu reden - würde man das auch noch tun, wenn die Wahlbeteiligung auf deutlich unter 50 Prozent sinken würde?
Und irgendwann einmal treffen sich die letzten vier oder fünf aktiven Wähler vor dem Landtag und lassen sich vom Ministerpräsidenten für ihre Aufopferung feiern......

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arvenfoerster 05.11.2019, 11:52
105. Satire?

Was bitte soll das Wort „Notstand“ in dem Antrag? Ja, der politische Radikalismus (und mit ihm auch der Extremismus) nehmen zu. Der Echokammereffekt sorgt dafür, dass das Böse und die Bedrohung der Demokratie dabei immer von den jeweils Anderen ausgeht. Das was für Dresden, wie für jede andere Stadt gilt: Der Staat muss sein Gewaltmonopol durchsetzen. In Dresden gilt wie überall, dass sowohl das Demonstrationsrecht wie auch das Recht geschützt werden muss, sich in der Stadt sicher an Körper und Eigentum zu bewegen. Das ist kein Notstand, sondern rechtsstaatlicher Normalzustand. Der Rest ist billige Symbolheischerei.

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AbtrünnigerSozialdemokrat 05.11.2019, 12:12
106. Dynamo Dresden

Man kann die Worte Dresden und Nazi nicht ohne das Wort Fußball aussprechen. Wenn eine Szene ein Problem mit Gewalt und Nazis haben, dann die Fußballszene, und nicht die Computerspielszene. Die Hooligans wohnen natürlich nicht alle in Dreden, sondern kommen auch von weit her (auch aus Bayern) angereist, also dürfte Dresden außerhalb von Spieltagen eher sicher sein. Ein Fangesang ist übrigens das "U-Bahnlied", wo es darum geht zur Melodie von "Clementine" eine U-Bahn vom Gegner (z.B. Erzgebirge Aue) zu einer gewissen Stadt in Polen, die mit A anfängt zu bauen. Wenn man dieses Lied in Zügen hört, und Hundertschaften im Einsatz sind, spielt Dynamo Dresden.

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Sotnik 05.11.2019, 12:13
107. Die Debatte darüber...

..ob Dresden einen "Nazinotstand" hat oder nicht, ist einfach lächerlich!

Natürlich haben sie! Und was für einen!

Wöchentlich marschieren dort die braunen Bataillone aus Pegidisten, "besorgten Bürgern" und anderem Nazi-Bodensatz durch die Stadt und krakeelen ihre menschenfeindlichen und mörderischen Parolen!

Dresden ist - leider! - zur "Hauptstadt der Bewegung" im Osten geworden - weil man das Bachmann-Gesocks viel zu lange unbehelligt gelassen hat!

Die Polizei sollte einen "Pegida"-Marsch mal einkesseln und von allen Anwesenden die Personalien feststellen - so wie man das im Westen gernb mit "linken" Demonstranten macht!

Und anschließend gegen jeden einzelnen ein Strafverfahren wegen aller in Frage kommender Delikte einleiten.

Dann wär' Ruhe!

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iris b. 05.11.2019, 12:21
108.

Zitat von schulz.dennis.84
Schon mal dran gedacht, wie dieser Nazinotstand im Ausland wahr genommen wird? In der Fantasie nicht nur unserer ausländischen Gäste marschieren dann ganze Nazihorden in SS-Uniformen durch Dresden und veranstalten Hetzjagden auf Ausländer. Und wenn dann die Besucherzahlen und Übernachtungen einbrechen, ja dann ist wohl wieder die AfD schuld? Oder vielleicht diesmal doch nicht?
Andersherum wird ein Schuh daraus.
Glauben Sie mal nicht, dass die in manchen Regionen Deutschlands offensichtlichen nationalistischen Bestrebungen im Ausland mit Wohlwollen betrachtet werden. Noch nicht einmal von den nationalistischen Parteien und Bewegungen in anderen Ländern.
Was glauben Sie, wie man in Polen oder Frankreich über "Vogelschiss"-Vergleiche denkt?
Wissen Sie, wie lange es gedauert hat, bis man als (West)-Deutscher bei Reisen ins benachbarte westliche Ausland freundlich und unbefangen begrüßt wurde?
Es wird höchste Zeit, dass Städte, Gemeinden, Länder und auch der Bund sichtbare Zeichen setzen, dass demokratie-feindliche Bewegungen nicht geduldet werden.
Und ja, PEGIDA und die AfD tragen die Hauptverantwortung dafür, wenn Touristen nicht mehr in die ostdeutschen Städte fahren wollen.
Der Stadtratsbeschluss ist eine Reaktion, die Aktion ging von den oben genannten aus.

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MJR 05.11.2019, 12:45
109. Inflationäre Benutzung des Begriffes: "Nazi"

Heute ist jeder bereits ein Nazi, der Themen anspricht, die vor wenigen Jahren noch deutlich der Mitte zugerechnet wurden. Auch fallen sehr schnell Begriffe wie: "Rassist" oder "Nationalist". Dadurch findet eine Aushöhlung der Mitte statt, die sich einst durch eine klar definierte, rote Linie von den Extremen Außenbereichen abtrennen ließ!
Höcke zum Beispiel ist kein Nazi. Wer dies behauptet, der besudelt das Leid von Millionen von Opfern des dritten Reiches! Nazi, das waren die, die Menschen im industriellen Maßstab ermordeten, schon vergessen? Höcke als solchen zu bezeichnen verniedlicht den Holocaust! Dieses ständige Überhöhen von Argumenten bis hinaus ins ultima ratio treibt den Keil fest genau durch die Mitte unserer Gesellschaft!
Ich gehe nicht auf die Themen ein, sondern wage abschließend einen deutlichen Appell: Wenn wir nicht langsam kapieren, dass jeder gemäßigte Rechte eben kein Nazi ist, sondern mehr Gemeinsamkeiten mit Habeck oder Wagenknecht finden kann, als mit Gauland, Weidel oder Höcke, so treiben linke Kräfte, die jeden Patrioten als Nationalist diffamieren, den Keil so tief inmitten unserer Gesellschaft, dass das Wahlergebnis aus Thüringen nicht mehr warnendes Signal, sondern Usus werden wird!
Es gibt für zahlreiche rechte Anliegen gute Argumente, die man den Linken in einen Kompromiss der Mitte problemlösend anbieten kann! Wer gegen die Zuwanderung ist, ist nicht automatisch ein Rassist! Diese Diffamierung passt nur denjenigen sehr gut, die ein unbedingte Zuwanderung als Menschenrecht definieren wollen - Was das Ende unseres (Sozial-) Staates bedeuten würde. Aber darüber findet kein Austausch statt, denn rechte Themen werden als "böse Anliegen" ganz nach rechts Außen geschoben und da wundert man sich allen Ernstes, wenn die Betroffenen sagen: "Okay... wenn es halt keine andere Möglichkeit mehr gibt, muss ich eben DIE wählen!". Wer nicht Debattieren möchte benutzt nach wie vor die Nazikeule, um aber gar nicht so unberechtigte Anliegen tot zu schlagen. So kann Demokratie auch nicht funktionieren! Dann muss man sich wundern, wenn eine Rechtsextreme auf einmal Rückhalt findet und die Diskussionen aggressiv vergiften!
Stehen wir doch bitte einfach zusammen: Die Mitte besteht aus rechten und linken Positionen, die sich bitte, bitte, bitte... BITTE wieder von den Rändern abgrenzen müssen! Differnzieren wir wieder zwischen Patrioten und Nationalisten, zwischen Rechten und Rechtsextremen, zwischen Zuwanderungskritikern und Rassisten: Nicht alles, was "nach rechts" klingt, ist gleich neonationalsozialistisch.

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