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Nervosität in London: Verschiebt May Brexit-Abstimmung oder nicht?
DPA

Das Votum über den Brexit-Deal rückt näher - und Premierministerin May fürchtet eine Niederlage. Einen Bericht, dass die Abstimmung im Unterhaus verschoben wird, dementiert ihr Büro.

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radlrambo 09.12.2018, 10:04
10. Verwechseln Sie da was?

Zitat von Duisburg2005
Unabhängig der Diskussion ob ein Austritt gut oder schlecht ist stellt sich bei einem Verbleich von UK in der EU die Frage, warum und weshalb man überhaupt Wahlen zukünftig abhalten sollte. Ist das Ergebnis gewünscht, wird stolz auf das souveräne Volk verwiesen, ist das Ergebnis unerwünscht, wird ein Ausweg gesucht der als Ergebnis bringt, was die Regierung / Wirtschaft oder sonst jemand haben möchte. Gibt es nicht dafür bereits eine Regierungsform? Warum fällt mir jetzt der Begriff "Diktatur" ein?
Ich weiß ja nicht ob absichtlich oder nicht: Der Brexit ist kein Ergebnis einer Demokratischen Wahl, sondern einer Volksabstimmung, eines nicht bindenden Referendums.

Von daher haben Sie natürlich Recht: Der Brexit wird in die Geschichte als Beweis dafür eingehen, dass man in Zukunft keine Referenden über nationale Themen abhalten darf.

Der Brexit ist ein Musterbeispiel dafür, wie es nicht laufen darf: Es wurde über die Katze im Sack abgestimmt, keiner der Wähler wußte, wie der Brexit überhaupt gestaltet werden sollte. Es wurde lediglich ein völlig unrealistischer Wunschtraum gepriesen und votiert. Die Politik wird dann in der Realität allein gelassen. Das funktioniert ja offensichtlich nicht.

Die Briten werden sehr viel Lehrgeld dafür zahlen müssen, andere Länder dürfen zuschauen und auch lernen und zahlen, wenn auch deutlich weniger, liebe AfD-Wähler, vielen Dank an euch!

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remixbeb 09.12.2018, 10:10
11. @Duisburg2005

Das sehe ich nicht so. Prinzipiell kann ich ein bestimmtes Interesse haben und entsprechend abstimmen. Wenn dann klar ist, welche Konsequenzen etwas hat und zu welchen Bedingungen etwas passiert, kann ich meine Meinung auch wieder ändern. Das erneut zur Abstimmung frei zu geben, hat nichts mit Diktatur, sondern mit Pragmatismus und Verstand zu tun. Das Problem ist, alle die gegen eine zweite Abstimmung sind, befürchten, dass ihre Köpfe rollen werden, falls das Ergbnis nicht ihren Wünschen entspricht.

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lesheinen 09.12.2018, 10:16
12.

Brexit hin, Brexit her, unabhängig davon, ob mit oder ohne Vertrag in irgendwelcher Form. Die Welt geht davon nicht unter. Er führt natürlich zu Verwerfungen, deren Art und Ausmaß allenfalls zu schätzen ist, was aber an Kaffeesatzleserei erinnert. Da von der Toryregierung nicht gewollt ist, erneut eine Volksabstimmung durchzuführen ("Augen zu und durch" oder "stiff upper lip"), auch Labours Jeremy Corbyn (taktierend?) sich nicht als kämpferischer Europäer, sondern als an der EG zweifelnder oder sie sogar ablehnender Brite gibt, müssen wir uns mit ihm abfinden.
Ob das Gefühl vom British Empire noch eine Rolle spielt, wage ich zu bezweifeln. Die Briten haben seit langerZeit anderes zu tun, als sich in Weltmachtträumen zu verlieren. Selbst wenn der Löwe wieder laut brüllen sollte, der einfache Mann hat nichts davon.

Im übrigen dürfte die Möglichkeit bestehen, dass irgendwann die Briten auf die Idee kommen, wieder der EG beizutreten.

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bcdb 09.12.2018, 10:20
13.

Zitat von Duisburg2005
Unabhängig der Diskussion ob ein Austritt gut oder schlecht ist stellt sich bei einem Verbleich von UK in der EU die Frage, warum und weshalb man überhaupt Wahlen zukünftig abhalten sollte. Ist das Ergebnis gewünscht, wird stolz auf das souveräne Volk verwiesen, ist das Ergebnis unerwünscht, wird ein Ausweg gesucht der als Ergebnis bringt, was die Regierung / Wirtschaft oder sonst jemand haben möchte. Gibt es nicht dafür bereits eine Regierungsform? Warum fällt mir jetzt der Begriff "Diktatur" ein?
Das wahre Problem ist doch, dass das Königreich diese Debatte VOR der Entscheidung, eine Volksabstimmung durchzuführen, hätte führen müssen. Der Austritt und seine Folgen sind von einer solchen Komplexität, dass man hierüber ein Volk gar nicht entscheiden lassen darf.

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ayee 09.12.2018, 10:37
14. Handtaschenmoment, jetzt wirds albern

May kann in Brüssel einen ganzen Koffer auf den Tisch stellen und es wird niemanden interessieren. May hat völlig Recht, wenn sie sagt, dass das die besten Bedingungen für den Brexit sind, die die Briten bekommen werden. Wenn man dort im Parlament der Meinung ist, ohne Deal fährt man besser, dann wird man von der Realität dann wieder eines besseren belehrt werden. Die erste Fehleinschätzung lag ja schon darin, die EU würde große Zugeständnisse machen.

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dirkcoe 09.12.2018, 10:38
15. Liebe Briten

Es ist Euer Problem, dass Ihr vor dem Referendum an Märchen und Illusionen einiger durchgeknallter Dummschwätzer geglaubt habt. Es ist auch Euer Problem, dass eine komplett unfähige Regierung die nächste Illusion verbreitet hat - es gäbe einen Brexit nach ihrer Vorstellung. Jetzt kommt das richtige Leben, die Seifenblasen aus Illusionen sind geplatzt. Was bleibt ist die einfache Entscheidung, bleibt in der EU - oder versinkt im Chaos.

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domino3116 09.12.2018, 10:49
16. Wir Deutschen sollten ...

... den Brexit viel pragmatischer nehmen. Die Briten sind freiwillig eingetreten, und nun treten sie wieder aus. Kein Fußballclub kann ein Klubmitglied aufhalten, wenn es austritt, selbst wenn es vorher eine gute Vereinsarbeit geleistet hat. Außer einem "Schade, dass du gehst" ist jeder weitere Kommentare unnütz. Da es eine Austrittsprozedur gibt, ist diese ohne Vorwürfe, aber punktuell genau einzuhalten. Besonders stark sollten wir Deutschen auf allen Ebenen uns mit Kritik, wohlgemeinten Ratschlägen und dergleichen zurückhalten, etwa in der Tonart "Ihr Briten werdet schon sehen....".
Sie wollen mehrheitlich austreten, also werden wir sie ohne irgendwelche Bosheiten, aber strikt vertragsgemäß , gehen lassen. Nur etwas ist dann zu beachten, wenn in GB ein neues Referendum in einiger Zeit nach dem Brexit den Wunsch auf einen Wiedereintritt bekräftigt, dann muss eine Wartefrist von mindestens 20 Jahren, besser eine Generation, gelten. Außerdem dürfen dann die Aufnahmebedingungen nach dieser Frist nicht besser als für andere Aufnahmekandidaten aussehen. So etwas wie den Britenrabatt darf es dann nicht geben.
Aber mir ist schon klar, dass gerade die Deutschen dann wieder um die Gunst der Inselbewohner buhlen werden, damit unsere Kapitalisten ihre Waren reibungslos auf der Insel loswerden können, und ihnen noch bessere Konditionen als derzeit gewähren werden, denn unsere deutsche Politik ist wie das Wahlvolk : charakterlos. Für mich jedenfalls gilt: Deal ist Deal, oder besser, Vertrag ist Vertrag - und das völlig emotionslos.

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Markus Frei 09.12.2018, 10:55
17. Illusion

Ich kann es mir nicht vorstellen das Frau May die Abstimmung verschieben wird. Sie weis genau das Sie Zugeständnisse der EU, in solchem Maße wie sie es bräuchte, niemals bekommen wird, egal wie oft sie noch nach Brüssel fährt.

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kuac 09.12.2018, 10:59
18.

Zitat von Duisburg2005
Warum noch Wahlen Unabhängig der Diskussion ob ein Austritt gut oder schlecht ist stellt sich bei einem Verbleich von UK in der EU die Frage, warum und weshalb man überhaupt Wahlen zukünftig abhalten sollte. Ist das Ergebnis gewünscht, wird stolz auf das souveräne Volk verwiesen, ist das Ergebnis unerwünscht, wird ein Ausweg gesucht der als Ergebnis bringt, was die Regierung / Wirtschaft oder sonst jemand haben möchte. Gibt es nicht dafür bereits eine Regierungsform? Warum fällt mir jetzt der Begriff "Diktatur" ein?
Es war keine Wahl, sondern ein für das Parlament nicht bindendes Refenrendum.
Abgesehen davon, die EU verbietet ja nicht den Brexit. Es kann aber nicht sein, dass GB auch nach dem Brexit alle Rechte und Vorteile der EU Mitgliedschaft behalten will und die Pflichten entledigen will.

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syracusa 09.12.2018, 10:59
19.

Zitat von Duisburg2005
Unabhängig der Diskussion ob ein Austritt gut oder schlecht ist stellt sich bei einem Verbleich von UK in der EU die Frage, warum und weshalb man überhaupt Wahlen zukünftig abhalten sollte. Ist das Ergebnis gewünscht, wird stolz auf das souveräne Volk verwiesen, ist das Ergebnis unerwünscht, wird ein Ausweg gesucht der als Ergebnis bringt, was die Regierung / Wirtschaft oder sonst jemand haben möchte. Gibt es nicht dafür bereits eine Regierungsform? Warum fällt mir jetzt der Begriff "Diktatur" ein?
Keine Ahnung, warum Sie immer an Diktaturen denken müssen. Vermutlich sehnen Sie sich nach einer solchen.

Demokratie jedenfalls ist nicht die Diktatur der Mehrheit. Einmal gefällte Entscheidungen können in einer Demokratie immer wieder umgeworfen und neu entschieden werden, wenn sie sich als falsch erwiesen haben. Großbritannien ist vor 2 Jahren vom Hochhausdach gesprungen, weil die Verlockungen der Volksverführer mächtig genug dafür waren. Nun im freien Fall befindlich denkt die Mehrheit der Briten wohl daran, doch noch die Reissleine des Fallschirms zu ziehen. Dass einer wie Sie dann meint, dass das nicht zulässig sei, weil man an die einmal getroffene falsche Entscheidung verbindlich sei, der weiß einfach nicht, was Demokratie bedeutet. Logisch, dass so einer von der Diktatur träumt.

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