Forum: Politik
Netanyahu und das Jordantal: "Ein Zeichen von Schwäche"
Oded Balilty/AP/dpa

Kurz vor der Knesset-Wahl hat Benjamin Netanyahu angekündigt, das Jordantal zu annektieren. Reines Wahlkampfgetöse, meint Israel-Expertin Gayil Talshir: Für den Wahlsieg sei dem Premier jedes Mittel recht.

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Duffy73 11.09.2019, 23:17
1.

ein großer Schritt in Richtung Frieden wäre es, wenn die Vereinten Nationen die Siedlungspolitik der Palästinenser und Israelis genau untersucht und mögliche völkerrechtliche Verstöße korrigiert. Dann sollten dich eigentlich beide Seiten zufrieden sein...

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lockederboss31 11.09.2019, 23:25
2. ich glaube nicht...

dass er sich Gedanken um die Wahrnehmung der internationalen gemeinschaft macht. und selbst wenn das jordantal annektiert wird, niemand wird sich einmischen.

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DieterZuckermann 12.09.2019, 00:23
3.

Und ich dachte vor Demokratien brauchen wir uns nicht zu fürchten.
Mir macht aber das angeblich demokratische Israel weit mehr als das diktatorische China.
Sollte keine Werbung für Diktatur sein, aber ich denke schon, dass diktatorische Regime für uns weit berechenbarer sind. In einer Demokratie wählen Menschen, die meisten davon kaum gebildet und von Populisten aufgeheizt. Gerne suchen demokratisch gewählte Präsidenten Feinde von Außen, damit man die nächste Wahl gewinnen kann. Aus sicher Sicher sind diktatorische Regime für uns ungefährlicher. Auch wenn ich selber nicht in einer Diktatur leben möchte. Deutschland ist mir bereits diktatorisch genug. Auch wenn man das Gefühl hat, dass es in dieser Hinsicht schlimmer nicht mehr geht, wird man oft genug eines besseren belehrt. Schlimmer geht es immer.

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fuerstchristian 12.09.2019, 01:47
4. Egal, wer gewinnt

Die Wissenschaftlerin übersieht, welch unheilvolle Politik Netanyahu im Tandem mit Trump und dessen Schwiegersohn Kushner in den vergangenen Jahren verfolgt hat. Dazu gehört eben auch die möglicherweise fatale Politik gegenüber dem Iran, den der Israeli zum Popanz aufgebaut hat. Israelische Analysten verfahren seit langen nach der Methode der Mehrgleisigkeit. Eine Prophezeiung wird immer mit dem Hinweis versehen, "es könnte auch ganz anders kommen". Entscheidend ist dagegen der Hinweis, dass praktisch alle entscheidenden Parteien - auch die Opposition - das Jordantal als Bestandteil Israels anerkennen. Und vermutlich tut das inzwischen der überwältigende Teil der israelischen Wählerschaft. Gleich wer bei der kommenden Wahl gewinnt: Am Ende wird das Ergebnis den seit langem tief gefrorenen Friedensprozess im Nahen Osten nicht mehr zum Leben erwecken können.

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fördeanwohnerin 12.09.2019, 05:01
5. -

Man fragt sich dann aber schon, was er für Wähler hat. Persönlich denke ich, dass die Bevölkerungsstruktur Israels sich verändert hat. Da es in den letzten Jahrzehnten viel Zuwanderung aus einem großen Land gegeben hat, wo seit fast 20 Jahren auch ein "starker Mann" an den Schalthebeln der Macht sitzt, muss man feststellen, dass all das, was Israel bereits schon erreicht und das ihm auch große Anerkennung eingebracht hatte, leider keine Rolle mehr zu spielen scheint. Jetzt ist "Großmackertum" angesagt, obwohl das genau die falsche Strategie international wäre. Auch viele Israelis finden das ja nicht richtig.
Schade! Man hätte dem kleinen Land wirklich Besseres gewünscht.

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g.eliot 12.09.2019, 05:52
6. Boltons Kündigung wird Trumps Haltung zu Israel nicht verändern

Trumps zwei größte republikanische Wahlkampfsponsoren, die ihn 2016 mit Millionen unterstützt haben, sind Freunde von Israel: Sheldon Adelson, Sands Casinos & Resorts und die Familie Mercer.
Trump wird sie genauso wenig enttäuschen, wie er die NRA, die ihn mit 30 Mio. Dollar im Wahlkamps 2016 sponserte, enttäuschen wird.

Lange bevor Bolton sein Berater war, hat er Jerusalem als Hauptstadt unterstützt und die US Botschaft dorthin verlegt. Er ist ein sehr guter Buddy von Netanjahu. Seine ausgeprägte Unterstützung von Israel hat mit Bolton nichts zu tun, und die Kündigung wird an Trumps Haltung gegenüber Israel nicht ändern.

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Lion 12.09.2019, 07:55
7. Da bleibt doch nur eine Frage:

Wieso kann man mit Kriegs-und Aggressionsrethorik in Israel Wahlen gewinnen? Egal ist doch, ob das ein Zeichen der Schwäche des Regierungschefs ist, denn er muss ja mit diesem aggressiven Auftreten zunächst auch Stimmen gewinnen. Was also ist mit den Israelis los, wenn er damit möglicherweise Wahlen gewinnen könnte? Stehen die auf Krieg? Die Bevölkerung ist doch für ihre Regierungschefs verantwortlich und auf sie ist doch der Wahlkampf zugeschnitten.

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urbuerger 12.09.2019, 08:16
8. Netanjahu möchte also die Spielregeln ändern, dann sollte er ...

... dann sollte er bei Bo Johnson in die Lehre gehen!
Aber der ist ja nicht allein damit, die Demokratie in seinem Land aushebeln zu wollen, da gäbe es noch Trump, Johnson, Bolsonaro, Orban, und noch sehr viele mehr!
Anscheinend ist das der Lieblingssport der amtierenden Präsidenten der bereits halbautoritär Regierten Länder, besonders, wenn die Präsidenten bereits einer Anklage endgegen sehen oder eine auf sie zukommt!
Es ist schon schlimm, dass gerade die obersten Köpfe eines Landes soviel Dreck am Stecken haben, aber sich noch immer Leute finden, die diese Banausen wählen!!!

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Deutschtürke 12.09.2019, 08:32
9. Netanyahu ...

... ist eine Schande für Israel .. er hat das Land weder wirtschaftlich noch politisch weitergebracht und hat sogar den Konflikt für seine eigene Bereicherung ausgenutzt... aus der Position des Stärkeren obliegt der Erfolg des Konflikts bei Israel ... nur Frieden kann Fortschritt und Wohlstand bringen ..

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