Forum: Politik
Netanyahus Annexionspläne: Die Zweistaatenlösung geht über den Jordan
Menahem Kahana/AFP

Israels Premier Netanyahu will im Falle seiner Wiederwahl das Jordantal annektieren. Auch wenn das Wahlkampfgetöse ist: Früher oder später wird es so kommen - mit verheerenden Folgen für die Palästinenser.

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Beat Adler 11.09.2019, 14:18
30. Eine Demokratie hat international mehr Gewicht wie eine Diktatur.

Eine Demokratie hat international mehr Gewicht wie eine Diktatur.

Alle Israelis, Politker aller Couleurs, erklaeren jeden Tag: Sie sind die einzige wirkliche Demokratie in der Region.

Palestinenser manoeverierten sich selbst in eine Sackgasse, seit 2006 keine Wahlen mehr, weder in der Westbank noch im Gazastreifen. Wer heute im Namen der Palestinenser spricht, hat keine Legitimation dazu. Er ist NICHT von seinen Stimmbuergern gewaehlt und dazu berechtigt worden.

Es wird hoechste Zeit, dass die Vertreter der Palestineser wieder eine Absegnung durch freie und faire Wahlen erhalten, um weltweit aufzutreten und dabei Ernst genommen zu werden! Sie haben nur als echte Demokratie eine Chance, die Letzte!
mfG Beat

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FrankDunkel 11.09.2019, 14:20
31.

Das ist nicht gut, diese Entwicklung ist nur möglich aufgrund der Nahostpolitik der Trump-Administration. Andererseits haben Jahrzehnte des Verhandelns eines sehr nachdrücklich gezeigt. Auf Entgegenkommen - wie seinerzeit von Ehud Barak - reagieren die Palästinenser mit immer größer werdenden Forderungen. Vielleicht ist es einfach nicht möglich, mit diesen Leuten faire und dauerhafte Abkommen zu schließen.

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nurdieruhe 11.09.2019, 14:20
32. Apartheidsregime

Die Annexion ist unrechtmäßig, daran gibt es keinen Zweifel. Wenn aber Annexion, dann nicht mit Bürgern zweiter Klasse und Ausbau des bestehenden Apartheidsregimes. Das südafrikanische Apartheidsregime ist auch durch Sanktionen beendet worden. Ich habe keinerlei Sympathie für gewalttätige Palästinenser, ebensowenig für Holocaust-Leugner, Antisemiten, Existenzrecht-Infragesteller und Rassisten. Aber die meisten Israelis haben aus Angst vor der Gewalt dieser Fanatiker offenbar überhaupt kein Unrechtsbewusstsein mehr. Das muss man durch Sanktionen erst wieder schaffen. Denn wenn man den friedlichen Menschen keine Zukunft anbietet, wird die Spirale der Gewalt sich immer weiter drehen. Die Israelis, die erkennen, dass sie viel selbst gesät haben von dem, was sie seit Jahrzehnten ernten, werden kaum noch gehört.

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Faceoff 11.09.2019, 14:21
33. Kontraproduktive Staatsräson

Sollte die Annexion tatsächlich umgesetzt werden, muss sich Deutschland aus der Merkel-Doktrin (die Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson) lösen. Schon vor Merkel wurden auf Basis dieser Überzeugung zahlreiche Rüstungsprojekte umgesetzt, z. B. die Lieferung und weitgehende Finanzierung einer hochmodernen Uboot-Flotte, um die atomare Zweitschlagsfähigkeit Israels zu erreichen. Es zeigt sich nun: Diese Staatsräson waren leider kontraproduktiv. Sie hat dazu geführt, dass Israel sich nun allmächtig fühlt und daher ernsthaft erwägt, diesen verheerenden Schritt (Annexion) zu gehen.

Bedenklich genug, dass Deutschland schon jahrzehntelang einen Staat massiv (verteidigungs-) politisch unterstützt, der internationales Recht nicht anerkennt. Wenn aber dieser Staat sich (und auch seine Verbündeten) nun sehenden Auges in große Gefahr stürzen will, darf er nicht damit rechnen, dass seine Sicherheit und seine Politik auch weiterhin durch Deutschland unterstützt werden.

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darthmax 11.09.2019, 14:21
34. Alibi

wer einmal israel bereist hat, weiss, dass die 2 Staaten Lösung nur ein Alibi für unsere Politiker ist , sich nicht mit der völlig verfahrenen Situation weiter zu beschäftigen.
Es gibt eben keine Lösung gegen die Bewohner.

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siryanow 11.09.2019, 14:21
35.

Wenn dem so ist , dass die Folgen der Annexion des Jordantals verheerend für die Palästinenser sind, muss die Welt alles tun um dies zu verhindern .

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spiegerlguckerl 11.09.2019, 14:24
36. Keine Überraschung:

Netanyahu betreibt "Lebensraumpolitik". Ja, ich weiss. Das ist ein beladenes braunes Wort. Leider trifft es aber auf Netanyahus Apartheitsregime voll zu. Weswegen ich inständig hoffe, dass er bald am kommenden Sonntag abgewählt und das weitere Schreddern des letzten Restes von Demokratie in Israel, nurmehr der traurige Schatten der einstigen Leuchte der Demokratie in der Region, verhindert werden kann. Ich lege Wert darauf, deutluch zu erklären, dass ich mit deser Meinung KEIN Antisemit bin. Wohl aber, mit vielen aufrechten und gerechten Israelis, leidenschaftlicher Gegner des jedweder Moral entbehrenden Nentanyahuregimes.

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glennwolf 11.09.2019, 14:27
37. Zitat #27sonnestrandundmeer

"Manche Deutsche tarnen ihren Antisemitismus als "Kritik an Israel". Falls es etwas zu kritisieren geben sollte, können wir dies getrost anderen Nationen überlassen. Deutschland hat genug Schaden angerichtet. "

Das ist auch immer mein Standpunkt gewesen und ist es auch weiterhin.

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lomax3030 11.09.2019, 14:27
38.

Ich kann nicht verstehen wie ein Volk mit einer solchen Historie so mit einem andren Volk umgehen kann. Für die derzeitige Situation ist vor allem Trump verantwortlich, der den Palistinensern jede Hoffnung auf einen eigenen Staat genommen hat und Isreal alles durchgehen läßt was sie die Nationalisten erträumen.

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Emderfriese 11.09.2019, 14:33
39. Fehler

Zitat von apeface
Ich verstehe die Beweggründe Israels sehr gut, halte eine Annexion aber für falsch und völkerrechtswidrig. Und es wird unnötig Öl ins Feuer gegossen. Aber solange der Staat Israel bedroht ist oder sich bedroht fühlt, solange wird kein Frieden herrschen. Niemals. Dasselbe wäre der Fall in Europa, wenn z.B Deutschland noch Ansprüche auf die ehemaligen Gebiete im Osten oder auf das Elsass geltend machen würde. Weg ist weg und es schadet Deutschland nicht, dass diese Gebiete heute zu Polen oder Frankreich gehören. Mein Leben würde kein bisschen besser, wenn Deutschland etwas größer wäre. Und dank der EU kann ich ja eh jederzeit dahin. Für familiär persönlich betroffene mag das natürlich anders sein, aber für das Land als Ganzes ist es nicht mehr von Bedeutung. Auch Israel könnte sich wohl mit seinen gegebenen Grenzen arrangieren, wenn es denn in friedlicher Nachbarschaft leben und alle davon durch Handel und Austausch profitieren würden. Die Einzigen, die wirklich ein Problem haben, sind die Palistinänser, denn die stehen aktuell ohne Land und eigene Ressourcen da. Dieses Land zu ermöglichen liegt letztendlich in der Hand der arabischen Welt. Macht diese ihren Frieden mit der Existenz des Staates Israel, könnte Israel wohl auch einem palistinänsischen Staat zustimmen. Und das ohne Angst. Aktuell verfolgt die israelische Regierung die Strategie der Macht des Stärkeren. Langfristig hat das noch nie zu stabilen Verhältnissen geführt, sondern nur zu Leid und Tod. Ich hoffe daher es kommt nicht soweit.
Eine Verteidigungsrede, die verteidigt, was nicht zu verteidigen ist. Egal, ob alle Schuld für die heutigen Probleme Israels bei den Palästinensern zu suchen ist oder vielleicht doch im eigenen Falschverhalten - die Pläne Netanjahus werden die letzten Möglichkeiten, die bestehen, eben doch einen Ausgleich mit den Palästinensern zu finden, zunichte machen. Und das bedeutet für alle Seiten einen endlosen Krieg, der von keiner Seite wirklich zu gewinnen ist. Die israelische Regierung macht einen großen Fehler, sofern sie das Vorhaben umsetzt.

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