Forum: Politik
Neuaufstellung der Öko-Partei: Grüne Ekstase
Michael Kappeler / DPA

Für die Grünen läuft es so gut wie lange nicht. Der Parteichef ist beliebt, die Umfragen sind grandios. Nun stellt die Partei ihr Grundsatzprogramm vor - weicht aber der Frage nach der politischen Ausrichtung aus.

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Sensør 30.03.2019, 00:08
1. vermessener Beitrag

Wo bitte setzen die Grünen sich noch für eine ökologische Politik ein? Den Gedanken Konsequent durchzuziehen, hatte schon Joschka Fischer mit seinem 'sehr ökologischen' Angriffskrieg auf Ex-Jugoslawien in die Tonne getreten. In Hamburg bettelt man schon wieder auf die Rettung der Stadt durch irgendeine ökologische Partei. Da werden nagelneue Kohlekraftwerke gebaut, massenhaft Bäume für breite Straßen gefällt und die Radwege zu Gladiatorenstrecken umgerüstet.
Wären die Grünen wirklich ökologisch, würden sie kaum so viele Leute wählen. Dieser Hinweis fehlt aus meiner Sicht viel zu oft in der Tagespresse.

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Henk-van-Dijk 30.03.2019, 00:15
2. Die Grünen sind wählbar geworden...

... auch, oder vor allem, weil sie als einzige Partei in der Lage sind - oder es zumindestens versuchen - perspektivisch über die nächsten Jahre hinaus zu denken. Bei allen Unkenrufen ist unbestritten, dass ökologisch vorausschauende Politik ein knallharter Wirtschaftsfaktor sein wird. Das haben die Grünen erkannt. Aus diesem Fundament kann mehr erwachsen. Mögen sie viele immer noch als Spinner abtun, das Potenzial für die Grünen bezüglich ihrer Wählerschaft ist noch lange nicht erschöpft.

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Paddel2 30.03.2019, 00:34
3. Wolf im Schafspelz

Aufpassen, wir mussten in Baden-Württemberg die Wahl der Grünen ausbaden. Die Leute dachten, sie wählen gegen den Bau von S21 und gegen Merkels Flüchtlingspolitik. Heute nach sieben Jahren wird an S21 immer noch gebaut, das Land stellt die scheinbar schmutzigste Hauptstadt Deutschlands und hinten rum haben wir Milliarden an Euro in das unsinnigste Bildungssystem Deutschlands investiert, Bildungsabstieg inklusive. Nein, hier im Süden haben wir keine guten Erfahrungen gemacht.

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susie.soho 30.03.2019, 00:39
4. Eine Mitte-Links-Ausrichtung...

DIE müssen die Grünen sich schon zutrauen! Die große Mehrzahl der neu eingetretenen Mitglieder will m.E. keine weitere konservative Partei, schon gar nicht ein Bündnis mit der CDU-Vorsitzenden Karrenbauer!

"Endlich" regieren? Die Grünen haben im Bund schon regiert und das nicht eben schlecht (Künast, Trittin, etc.), und in div. Bundesländern auch (siehe z.B. Habeck in SH).

Kurz und gut: Die Grünen haben die besten Voraussetzungen für die Zukunft!

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schocolongne 30.03.2019, 00:56
5. Na ja, bei den Grünen weiß man ja nie so recht was heute Sache ist...

...was morgen Sache sein wird, -und überhaupt. Die reiten halt die Wellen wie sie kommen.

Das aktuelle Führungs-Duo verhält sich auf jeden Fall sehr viel geschickter als seine spröden Vorgänger, wirkt vergleichsweise irgendwie knuffig, nahbar, gerade Robert Habeck gibt recht überzeugend den netten Kumpel mit dem sich Reden lässt, der ideale "Volksgrüne".

Sein mutmaßlich ideeller Vorfahre, -der ehemals Joschka, ist längst Elder Statesman und gibt seine "Weisheiten" so gekonnt dosiert knarzend von sich, als sei er viele Jahrzehnte lang Premier eines Empire gewesen.

Sehr Amüsant, das! :-D

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gegengez 30.03.2019, 00:56
6. Die letzte Regierungsbeteiligung

Habe ich noch gut in Erinnerung. Hartz 4, Rentenkürzung. Bomben im Balkan, Soldaten in Afghanistan. Grün. Nein Danke

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artep 30.03.2019, 01:09
7. "Die Grünen haben Glück"

Die Grünen haben nicht "Glück", sie bedienen nur eine jüngere Wählerklientel. Mit Habeck und Baerbock haben sie den Vogel abgeschossen. In Thürigen oder Bayern endlich Demokratie einführen? Oh sorry, twittere nicht mehr. Politverhandlungen mit Trump kann ich mir noch vorstellen. In jedem Fall repräsentieren sie das, was die jüngere Generation anstrebt und die ältere stirbt aus oder wird dement und mit ihr die Vorstellungen von Politik. Schätzungsweise werden Habeck &Co noch 10 bis 15 Jahre benötigen, bis sie die Spitze der Parteien erklommen haben und mit China, der Türkei oder Saudi- Arabien verhandeln. Dann sind sie aber auch schon ein Gutteil älter. In jedem Fall sehen wir uns dann die Radieschen von unten an und was in der Welt vorgeht, bekümmert uns nicht.

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Listkaefer 30.03.2019, 01:18
8. Das Programm ist ansprechend.

Allerdings bestehen Zweifel, wie so etwas in einer eventuellen Koalition mit der konservativen Union und der wirtschaftsliberalen Lindner-FDP umsetzbar sein könnte. In der Realpolitik als Regierungspartei ist der Parteiverschleiß das Normale. Dabei werden die Grünen wieder geerdet und verlieren ihren idealistischen Nimbus.Dann müssen sie nämlich neben Umweltschutz und Nachhaltigkeit auch reale Arbeitsplätze sichern. Und die gibt es ja unter anderem auch in der Rüstungsindustrie, im Kraftwerksbereich, in der Automobilindustrie ... Das erfordert schmerzhafte Kompromisse, denen eine Oppositionspartei flott ausweichen kann, eine Regierungspartei tut sich da a er bedeutend schwerer. Fazit: Härtetests, wie sie der SPD zusetzen, stehen den Grünen noch bevor. Und dann könnte es bei ihnen auch wieder Flügelkämpfe geben und die Wahlergebnisse fallen in den Keller.

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botschinski 30.03.2019, 01:36
9. Ehrlich wäre

Denn Menschen zu erklären, dass der Ökologische Umbau der Wirtschaft die Überwindung oder zumindest die Eindämmung des Kapitalimus erfordert. Also nix mit "Wir haben nicht die Zeit, auf die Weltrevolution zu warten" stattdessen die Revolution starten. So beantwortet sich die Frage nach Links oder Konservativ von ganz alleine. (In der Schweiz steht das übrigens sogar bei den Sozialdemokraten im Parteiprogram, also das mit dem Überwinden)

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