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Neue EU-Waffenrichtlinie: Der Schießeisen-Irrsinn
DPA

Die EU bekommt ein strengeres Waffenrecht - doch Sportschützen dürfen auch weiterhin hochgefährliches Schießgerät kaufen. Ihre aggressive Lobby-Arbeit war offensichtlich erfolgreich.

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Oihme 21.12.2016, 17:48
130.

Zitat von gartenlaube
Für ernsthafte und olympische Disziplinen braucht man "nur" Luftgewehr, Luftpistole oder KK Gewehr sowie Sportpistole, Kal. .22 (Kleinkaliber). Biathlongewehre haben übrigens auch nur Kal. .22. Dem Deut. Schützenverband ist das klar, aber man will zahlende Mitglieder und die bekommt man nur, wenn man solche "attraktiven", großkalibrigen Wummen auf seinen Schießständen duldet. Abhilfe: Diese Waffen nicht mehr zulassen, da eh keine echten Sportwaffen.
Ich habe immer gerne Skeet und Trap geschossen, das sind olympische Sportarten, wie allgemein bekannt sein dürfte.
Auch Sie müssten wissen, dass man da eine "große Wumme" braucht und mit einem Luftgewehr wenig bis nichts ausrichtet.

Ein Großteil der Sportschützen, die ich kenne, sind übrigens gleichzeitig Jäger, Bundeswehr-Reservisten oder Polizeibeamte.
Können Sie sich vorstellen, dass es Leute gibt, die in den Schützenvereinen nicht für Olympia trainieren, sondern für ganz reale, nachvollziehbare Situationen proben?

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Pless1 21.12.2016, 17:49
131.

Zitat von team_frusciante
Aber warum braucht man zum Zielscheibentreffen eigentlich eine Waffe, die einen Menschen töten kann? Fragt sich der Dartspieler. Man bekommt manchmal das Gefühl, dass Sportarten grundsätzlich nicht kritisierbar sind. Klimaschutz? Klar, aber Formel 1 muss trotzdem sein, weil Sport ist wichtig. Schlüpflöcher in Waffengesetzen? Klar, aber die Sportschützen brauchen die Waffen doch.
Als Kind hatte ich auch einmal eine Dartscheibe. Die war ganz glatt und die Pfeile hatten vorne bunte Gumminoppen statt einer Spitze.

Nach dem Lesen Ihres Kommentars gehe ich davon aus, dass Sie Ihr Dartspiel auch mit solchen Noppenpfeilen betreiben. Denn wofür braucht man zum Zielscheibentreffen eigentlich Pfeile, die einen Menschen erheblich verletzen können?

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Mindbender 21.12.2016, 17:51
132. ...

Zitat von steueragent
Das kann ich mir nun gar nicht vorstellen was Sie da erzählen. Jeder kennt doch einen Jäger, einen Sportschützen oder sonstigen Waffenträger. Ich habe auch schon mit allen erdenklichen Schusswaffen gefeuert, von der Pistole bis zum MG. Ich glaube, Sie leben auf einer Insel, zumindest bildlich gesprochen.
Mit einer MG? Aha... aber sicher nicht beim Schützenverein in Deutschland. Dann wohl das erste und letzte Mal beim Bund.

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fvb 21.12.2016, 17:51
133. Reglementieren und entschädigen

Auch wenn ich den etwas aufgeregten Stil des Artikels nicht ganz hilfreich finde, stimme ich dem Autor zu. Ich bin Ex-Sportschütze und aktueller Jäger.
Es gibt nach meinem Verständnis keinen Grund, warum im Schießsport Feuerwaffen oder gar großkalibrige Waffen (größer Kaliber .22) notwendig sind. Das sage ich, obwohl ich in meinen Großkaliberdisziplinen mehrfach deutsche Bestleistungen geschossen habe. Das gesamte von mir geschätzte Prinzip des Sports (Konzentration, Körperbeherrschung, Feinmotorik) kann zwischen Sportlern wunderbar mit Luftdruckwaffen gemessen werden. Nur der große Wumms ginge bei einer Beschränkung auf Luftdruckwaffen verloren. Im übrigen gab es zumindest in meinem Verband (DSU) keine Disziplin, die mehr als fünf Schuss im Magazin verlangt. Aus "sportlicher Sicht" kann man also deutlich oder ganz einschränken. Hier muss sich die Gesellschaft fragen, ob dieser Spaß einiger die echten oder wahrgenommenen Risiken aller rechtfertigt. Wenn sie (die Gesellschaft) meint, dass das Risiko zu hoch ist (und ich bin der Meinung), dann muss sie die Waffen verbieten und die Schützen fair entschädigen. Ganz einfach.
Bei Jägern sieht es etwas anders aus: Sie brauchen großkalibrige Waffen. Auch sie dürfen, wie im Artikel beschrieben, Waffen mit höheren Magazinkapazitäten besitzen, nur bei der Jagd (also beim Führen im Freien) gibt es die Einschränkung bei Langwaffen (also "Gewehren") auf drei Schuss in der Waffe für Halbautomaten. Kurzwaffen können draußen mit vollem Magazin geführt werden (für die Nachsuche und für den Eigenschutz des Jägers vor Leuten, die ihm ans Leder oder an die Waffen wollen), Langwaffen auf dem Schießstand ebenfalls. Die Einschränkung nervt, ist aber sinnvoll: Wer mit dem dritten Schuss nicht trifft, hat auch mit dem vierten keine Chance. Wenn man mich fragt, wird auch die Jägerschaft mit generell kleineren Magazinen klarkommen. Aber man wird die Besitzer entsprechender Waffen entschädigen müssen, wenn man das Gesetz ändert. Wieder werden wir Risiken und Kosten abschätzen müssen.

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schniggeldi 21.12.2016, 17:52
134.

Zitat von friesenheino
Nach Ausscheiden aus dem Aktivleben als Sportschütze (wie bei mir) kann der Verbleib der Waffen in einem eigenen Tresor sinnvoll sein.
Nach dem Ausscheiden haben Sie die Waffen abzuliefern, weil ihr Bedürfnis nicht mehr vorhanden ist. Das mag vor 40 Jahren anders gewesen sein, ist aber heute so.

Das Ausscheiden wird seitens des Vereins auch bei der zuständigen Waffenbehörde gemeldet.

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tueftler 21.12.2016, 17:52
135. ...

Zitat von DougStamper
Bitte erleuchten Sie uns, wofür ein sportschütze eine halbautomatische Pistole mit 21 Schuss Magazinkapazität benötigt? Oder ein halbautomatisches Gewehr? Mein Hobby ist extrem schnell Auto zu fahren, regt mich schon lange auf das da auf der Autobahn Begrenzungen sind. *facepalm*
Nur zu Ihrer Information. Sportschützen dürfen ihre Waffen legal nur dort benutzen, wo eine Gefährdung von Unbeteiligten bestmöglich ausgeschlossen ist. Nennt sich Schießstand. Wenn Sie auf der Autobahn rasen möchten, dann gefährden Sie dabei Unbeteiligte. Wenn Sie wirklich rasen wollen, dann gehen Sie doch bitte auf eine Rennstrecke. Die Tatsache, dass Sie ein schnelles Automobil besitzen und bei sich daheim lagern, reparieren etc. führt hoffentlich nicht dazu, dass Sie gegen alle Geschwindigkeitsbeschränkungen verstossen oder mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug am öffentlichen Verkehr teilnehmen. Lassen Sie anderen ihr Vergnügen, dann dürfen Sie auch Ihres behalten. ansonsten sind Sie der nächste.

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JakobW8 21.12.2016, 17:54
136. Richtigstellung

Jaeger duerfen halbautomatische Gewehr nur mit maximal 3 Schuss fuehren (2 im Magazin und 1 im Lauf).

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Parvis 21.12.2016, 17:54
137. Wo ist das Problem

Zitat von ohne_mich
Dieses "Argument" kommt immer und immer wieder und wird doch nicht sinnvoller... Einfache Antwort: Weil Schützenvereine somit zu hochpotenten Waffenarsenalen werden, in die sich ein Einbruch durch "interessierte Kreise" so sehr lohnt, daß "man" kaum noch auf den Schwarzmarkt ausweichen müsste. PS: Kein Mensch schießt mit scharfen Waffen zuhause.
Man könnte grundsätzlich die Munition und die Magazine im Vereinshaus lagern, die somit nicht schussfähigen Waffen aber zuhause.

P.S. die vereinseigenen Waffen werden heute schon meist in den Schützenhäusern gelagert. Wird deswegen vermehrt dort eingebrochen?

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taglöhner 21.12.2016, 17:56
138. Einbruch im Vereinsheim ist ein Klassiker

Zitat von friesenheino
warum können Sportschützen ihre Waffen nicht im Verein hinterlegen und Munition nur in nachgewiesener Verbrauchsmenge vor Ort bekommen. Ein Schießen zuhause würde der Gesetzgeber ausschließen können.
Weil die Waffen dann auch im Verein gewartet werden müssen und weil sie damit ein attraktives, umfangreiches Waffenlager schaffen, das bewacht werden muss?

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CorpRaider 21.12.2016, 17:58
139.

Solche Familiendramen gibt es immer wieder. Die Täter sind bei diesen eigentlich immer "erfolgreich", egal ob mit der Schusswaffe (kommt selten vor) oder mit dem Küchenmesser (kommt sehr oft vor). Terroristen (siehe Berlin) und Amokläufer (siehe München) finden auch immer wieder Wege, um an Waffen zu kommen. Die Schweiz rangiert bei der Waffendichte weltweit übrigens ganz weit vorne und die Mordrate ist niedriger als in Deutschland.

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