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Neue US-Strategie für Afghanistan - kann sie Erfolg haben?

Das US-Militär korrigiert seine Kriegsführung in Afghanistan. 15.000 Soldaten kämpfen in der Operation "Muschtarak" um die Taliban- und Opiumhochburg Mardscha, doch diesmal sollen sie sich nach der Befreiung nicht zurückziehen - sondern eine zivile Machtstruktur zementieren. Ein Modell für den Sieg?

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Palmstroem 13.02.2010, 17:28
1. Bush-Taktik

Zitat von sysop
Das US-Militär korrigiert seine Kriegsführung in Afghanistan. 15.000 Soldaten kämpfen in der Operation "Muschtarak" um die Taliban- und Opiumhochburg Mardscha, doch diesmal sollen sie sich nach der Befreiung nicht zurückziehen - sondern eine zivile Machtstruktur zementieren. Ein Modell für den Sieg?
Was ist daran neu. Bush hat das im Irak erfolgreich vorgemacht. Nur, wenn man 2011 wieder abziehen will, werden die Taliban das bei einer Wasserpfeife aussitzen.

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ayamo 13.02.2010, 17:31
2. Ja, ja

und nochmals ja.

Falls es der NATO wirklich erst sein sollte eine ordentliche CI Operation durchzuführen könnte diese neue Offensive wirklich die Wende (auf dem sehr langen Weg zum Sieg) in Afghanistan einläuten).

Clear, hold and build ... diese drei Grundpfeiler einer CI Operation wurde von der NATO bisher sträflich vernachlässigt.
Wenn jetzt zu dem übglichen clear auch noch hold und build hinzukommen könnte der Distrikt in Helmand in einigen Jahren wirklich als Modelerfolg gelten - ob die NATO allerdings dren Atem dazu hat diese auch in allen anderen Provinzen durchzuführen bezweifle ich.

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Willie 13.02.2010, 17:35
3.

Zitat von sysop
Das US-Militär korrigiert seine Kriegsführung in Afghanistan. 15.000 Soldaten kämpfen in der Operation "Muschtarak" um die Taliban- und Opiumhochburg Mardscha, doch diesmal sollen sie sich nach der Befreiung nicht zurückziehen - sondern eine zivile Machtstruktur zementieren. Ein Modell für den Sieg?
"...fuer den Sieg" stellt einen Anspruch, der an einen Krieg zwischen Laendern und unifomierten Armeen anlehnt. Solches halte ich fuer ueberzogen in einem Nationbuilding Prozess, der sehr vielmehr "Grau in Grau" als "Schwarz und Weiss" Kontraste enthaelt.
"...fuer den Erfolg" waere meiner Meinung nach passender fuer das was versucht wird.

Ob die Strategieaenderung nuetzt, bleibt abzuwarten -moeglich ist es.
Aber Voraussagen zum jetzigen Zeitpunkt vom den SPON Leser haben genau so viel faktisches Fundament wie das Voraussagen von Lottozahlen.

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Willie 13.02.2010, 17:39
4.

Zitat von Palmstroem
Was ist daran neu. Bush hat das im Irak erfolgreich vorgemacht. Nur, wenn man 2011 wieder abziehen will, werden die Taliban das bei einer Wasserpfeife aussitzen.
Bush hat ueberhaupt nichts vorgemacht. Der hat nur Konflikte begonnen. Das moegliche beenden hat er sehr wohl seinem Nachfolger ueberlassen.

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ayamo 13.02.2010, 17:39
5. Der

Zitat von Palmstroem
Was ist daran neu. Bush hat das im Irak erfolgreich vorgemacht. Nur, wenn man 2011 wieder abziehen will, werden die Taliban das bei einer Wasserpfeife aussitzen.
derzeitige US-Vizepräsident würde Ihnen da ganz energisch widersprechen, werter Palmstroem ... sagte er doch erst vor wenigen Tagen das die Erfolg im Irak auf das Konto der Obama-Administration gehen und mit Sicherheit zu deren "legacy" beitragen werden - ich für meinen Teil habe selten so herzlich gelacht.

Was die Reaktion der Taliban angeht haben sie aber mit Sicherheit Recht.
Es sei denn die NATO geht aggressiv genug vor um den Taliban keinen Platz mehr zu lassen um diese Wasserpfeife zu rauchen - nur dürfte da wirklich der Zeitplan im Wege stehen.

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elandy 13.02.2010, 17:43
6.

Zitat von Palmstroem
Was ist daran neu. Bush hat das im Irak erfolgreich vorgemacht. Nur, wenn man 2011 wieder abziehen will, werden die Taliban das bei einer Wasserpfeife aussitzen.
Naja im Irak wurden die Fortschritte eher durch Einbeziehung (Bestechung?) sunnitischer Stämme erreicht, die den al-quiada Terristen darauf ihre Unterstützung versagten.

Der Widerstand in Afghanistan kommt dagegen mitten aus der bevölkerungsstärksten Volksgruppe.

Die Offensive ist ein Zeichen der Hilflosigkeit, eine vage Hoffnung, die Taliban so zu schwächen, dass sie sich ergeben.

Sehr unwahrscheinlich, dass die "Stratgie" aufgeht.

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TheBear 13.02.2010, 17:47
7. Unsinn

Zitat von sysop
Das US-Militär korrigiert seine Kriegsführung in Afghanistan. 15.000 Soldaten kämpfen in der Operation "Muschtarak" um die Taliban- und Opiumhochburg Mardscha, doch diesmal sollen sie sich nach der Befreiung nicht zurückziehen - sondern eine zivile Machtstruktur zementieren. Ein Modell für den Sieg?
Ich glaube nicht, dass die Amerikaner fähig sind, sich auf die Denkweise der dortigen Menschen einzustellen. Man kann Ideen, auch wenn sie schlecht - und für uns unakzeptabel sind - nicht mit Waffen bekämpfen.

Die Amerikaner werden - vielleicht - eine zivile Machtstruktur zementieren, die Taliban (oder ähnliche Gruppen) werden sich dann eben an anderer Stelle wieder etablieren. Auf Grund der unvermeidlichen "zivilen" Opfer, werden sie auch für jeden gefallenen "Taliban" zwei neue Mitglieder rekrutieren können, der Hass auf die westlichen Kräfte wird nämlich auch zementiert.

Noch eine Bemerkung zur Bekämpfung der Opiumproduktion: Es hat mich immer fassungslos gemacht, wie häufig man lesen kann, dass man Rauschgiftherstellung/handel durch militärische Mittel zu unterbinden sucht. Was für ein fataler Schwachsinn. Rauschgiftherstellung/handel kann man nur dann erfolgreich bekämpfen, wenn es gelingt den Verbrauch dieser Stoffe zu veringern.

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Simpso 13.02.2010, 18:03
8.

Zitat von sysop
Das US-Militär korrigiert seine Kriegsführung in Afghanistan. 15.000 Soldaten kämpfen in der Operation "Muschtarak" um die Taliban- und Opiumhochburg Mardscha, doch diesmal sollen sie sich nach der Befreiung nicht zurückziehen - sondern eine zivile Machtstruktur zementieren. Ein Modell für den Sieg?
Ich denke nicht. Das dürfte so werden wie im Irak, mit Sprengsätzen an den Straßenrändern und Selbstmordanschlägen.

Man sitzt im Westen in der Zwickmühle.
Einerseits kann einem das Land und dessen Bevölkerung ja egal sein. Sollte es sogar, weil das wäre echte Toleranz. Sollen die Leute dort doch so leben und sterben wie sie es für richtig halten. Selbst wenn sie von religiösen Fanatikern geknechtet werden. Das ist alles deren Sache.

Nur...

diese Fanatiker haben den Nicht-Muslimen und sogar den gemäßigten Muslimen den Krieg erklärt und sind durchaus in der Lage und Willens auf der ganzen Welt tätig zu werden. Das wiederum kann man nicht tolerieren und daher ist es richtig deren Basis und Rückzugsgebiete zu eleminieren.

Eine Besetzung und "Umerziehung" wird allerdings niemals fruchten.

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deuslovult 13.02.2010, 18:06
9. Schwachsinn

Zitat von TheBear
Ich glaube nicht, dass die Amerikaner fähig sind, sich auf die Denkweise der dortigen Menschen einzustellen. Man kann Ideen, auch wenn sie schlecht - und für uns unakzeptabel sind - nicht mit Waffen bekämpfen. Die Amerikaner werden - vielleicht - eine zivile Machtstruktur zementieren, die Taliban (oder ähnliche Gruppen) werden sich dann eben an anderer Stelle wieder etablieren. Auf Grund der unvermeidlichen "zivilen" Opfer, werden sie auch für jeden gefallenen "Taliban" zwei neue Mitglieder rekrutieren können, der Hass auf die westlichen Kräfte wird nämlich auch zementiert. Noch eine Bemerkung zur Bekämpfung der Opiumproduktion: Es hat mich immer fassungslos gemacht, wie häufig man lesen kann, dass man Rauschgiftherstellung/handel durch militärische Mittel zu unterbinden sucht. Was für ein fataler Schwachsinn. Rauschgiftherstellung/handel kann man nur dann erfolgreich bekämpfen, wenn es gelingt den Verbrauch dieser Stoffe zu veringern.
Lieber Bär,
ähnliches haben Sie bereits zum vorherigen Thema geschrieben."Man kann Ideen, auch wenn sie schlecht - und für uns unakzeptabel sind - nicht mit Waffen bekämpfen"???
Gehts eigentlich noch ganz gut. Dies würde dazu führen, dass man so ziemlich jede Schandtat, die auf der Welt geschieht, akzeptieren müsste. Ich kann es nur wiederholen: Stellen Sie sich vor, Amerikaner, Briten und Australier etc. hätten 1940 diese Einstellung vertreten.

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