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Neue Verhandlungsrunde: Darum geht es im Atompoker mit Iran
AP

Der Westen ringt erneut mit Iran um das Atomprogramm. Diesmal sollen die Verhandlungen den endgültigen Durchbruch bringen, doch die Positionen liegen noch weit auseinander. Der Überblick.

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alexanderlord 14.05.2014, 22:16
10. Iran hat keine

"Aber weil es in der Vergangenheit des Öfteren falsche Angaben machte, ist das Vertrauensverhältnis gestört."

Iran hat keine falschen Angaben gemacht. Es ist ganz lange her, als Iran einmal nicht alle Informationen preisgab. Das Land hat sich an alle völkerrechtlich bindenden Verträge gehalten und muss Atomanlagen gemäß NPT erst 180 Tage vor Beginn mit atomarer Arbeit bei der IAEA anmelden.


"Da die Sorge des Westens ist, Iran könnte seine atomaren Fähigkeiten für Kriegszwecke nutzen, fordern die P5+1-Länder auch besondere Kontrollen für damit in Zusammenhang stehende Militärprogramme, also Irans Raketen sowie den Militärkomplex Parchin. Teheran hat signalisiert, dass sich über Parchin reden ließe, will aber wohl keinen Einblick in das Raketenprogramm zulassen."

Das ist absurd: Welches Land würde schon einfach so Zugang zu seinen Militäranlagen gewähren, zumal die IAEA wieder ganz leicht für geheimdienstliche Zwecke instrumentalisiert werden kann wie damals, als nach engerer Kooperation mit der IAEA Geheimagenten an Informationen herangekommen sind und illegal Atomwissenschaftler in Iran ermordet haben. Zuvor hatte Iran übrigens Parchin sogar inspizieren lassen, das war 2005.

Wenn man vielleicht aufhört, die Wissenschaftler in Iran umzubringen oder Ähnliches, dann gewährt man
vielleicht auch den Zugang zu Parchin.

Außerdem hat selbst Ex-IAEA-Inspekteur Robert Kelley ausführlich beschrieben, wie viele Diskrepanzen
es im Hinblick einer angeblichen Sprengkammer in Parchin gibt. Iran hat nur Angst, dass Geheimdienste
aus strategischen Gründen Parchin im Visier haben und jedes Land hat das Recht zur Verteidigung nicht
alle Details seiner Militäranlage preiszugeben, deshalb ist Iran auch nicht gesetzlich verpflichtet,
den Zugang zu einer Militäranlage zu gewähren.

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