Forum: Politik
Neueinstellungen: Bundesministerien befristen noch immer viele Jobs
Klaus-Dietmar Gabbert /DPA

Union und SPD haben vereinbart, die Zahl der befristeten Arbeitsverträge einzuschränken - vor allem, wenn es dafür keinen Grund gibt. Die Bundesministerien gehen nicht unbedingt mit gutem Beispiel voran.

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stelzerdd 02.05.2019, 19:11
1. öffentliche Arbeitgeber und Auftraggeber

auch Körperschaften öff.Rechts habe ich sehr oft als besonders unsozial miterlebt. Befristete Arbeitsverhältnisse ohne Grund, Kettenarbeitsverhältnisse, regelrechtes Abpressen von unbezahlten Überstunden.

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matbhmx 02.05.2019, 19:14
2. Der gesamte öffentliche ...

... Dienst geht nicht mit gutem Beispiel voran!

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jozu2 02.05.2019, 19:41
3. Wasser predigen und Wein saufen

Neben Befristungen von Stellen begeht die öffentliche Verwaltung noch ein ganz andere Sauerei. Es gibt in allen TVöD (Bund/Länder) gibt es Tarifstufen für Wachdienst, Hausmeistertätigkeiten und Gebäudereinigung etc. Dennoch werden regelmäßig Dienstleistungsverträge dafür ausgeschrieben, damit die öffentliche Hand von den günstigeren Tarife aus dem privaten Niedriglohnsektor profitieren kann. Im Endeffekt werden damit die TVöD umgangen. Außerdem werden die Verträge alle 4 Jahre neu ausgeschrieben und die Beschäftigten wissen nicht, wie lange sie noch Arbeit haben, denn der gesetzliche Betriebsübergang funktioniert im Niedriglohnsektor nur theoretisch. Praktisch ist es dem Chef jederzeit möglich unliebsame Arbeitnehmer in den Auflösungsvertrag zu mobben.

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ollimorp 02.05.2019, 19:42
4.

Wie bei so ziemlich jedem Thema: Heucheln, heucheln, heucheln..

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Kathrina 02.05.2019, 20:20
5. Wer im Glashaus sitzt...

Ich habe im Freundes- und Bekanntenkreis einige, die sich in der staatlich kontrollierten Entwicklungszusammenarbeit über Jahre mit befristeten Verträgen zufrieden geben mussten um sich dann am Ende - als keine weitere Befristung mehr möglich war mit Mitte 30 - plötzlich ohne Job auf dem Arbeitsmarkt wiederzufinden! Die zu diesem Thema von Seiten der Politik geführten Diskussionen sind wirklich zynisch. Es wäre an der Zeit mal im eigenen Laden aufzuräumen bevor man - durchaus berechtigte - Forderungen an die Privatwirtschaft stellt!

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Dr. Kilad 02.05.2019, 20:23
6. Ich kann dazu nur sagen:

Deshalb mal sich mit Kühnerts Vorschläge mal mehr sachlich auseinandersetzen, statt dem Populalismus der großen Parteien zu folgen. Das mit der sachgrundlosen Befristung war doch Schröders Konzept für möglichst niedrige Löhne (neben seiner Zerstörung der Sozialversicherung für die Versicherungskonzerne).

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Paddel2 02.05.2019, 20:29
7. Merke:

Der unsozialste Arbeitgeber ist der Staat. Unbezahlte Praktikanten, befristete Stellen, Ungleichbehandlung zwischen Beamten und tariflich Angestellten. Das sich diese Umstände selbst dann nicht ändern, wenn rote oder grüne Politiker in der Verantwortung sind, ist nur ein weiteres trauriges Kapitel zum Thema „Wasser predigen und Wein trinken“. Aber klar: böse sind natürlich nur die großen Konzerne. Mein Konzern behandelt mich aber besser als meine Frau im öffentlichen Dienst.

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flame81 02.05.2019, 21:10
8.

Deckt sich absolut mit meiner jahrelangen Erfahrung im öffentlichen Dienst. Entfristungen sind Einhörner, die entweder maximal als Geschenk zur bevorstehenden Verrentung oder in seltensten Ausnahmefällen für absolut unentbehrliche Mitarbeiter vergeben werden. Die wahrgenommene Unentbehrlichkeit deckt sich dabei auch nur bedingt mit der Realität. In der Privatwirtschaft (Pharamindustrie, Biotechnologie) sieht es da meiner Erfahrung nach viel besser und AN freundlicher aus. Sehr traurig, denn die wirklichen guten Köpfe wandern verständlicherweise alle ab, der zurückbleibende Rest befindet sich in einem dauerhaften Endkampf um die eigene Stelle. Kreativität und Innovationsdrang werden in der Regel bestraft sobald ein Vorgesetzter den Neid packt, natürlich alles unter dem Deckmäntelchen der auslaufenden Befristung (wobei auch gerne aktiv die Einwerbung neuer Drittmittel behindert wird), so dass man heutzutage ja nicht einmal mehr die nötige Chuzpe an den Tag legen muss um die "Kündigung" ehrlichweise selbst auszusprechen. Gerne wird den MA auch noch die letzte Überstunde mit der Aussicht auf Vertragsverlängerung oder Entfristung aus den Rippen gesaugt. Da kann man nur froh sein, wenn man den Ausstieg früh genug schafft, um dann nicht erst mit Mitte 40 auch bei der Privatwirtschaft nicht mehr allzu attraktiv zu sein.

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Der Kommentierer 02.05.2019, 21:18
9. Es geht auch anders

Ich habe im September 2018 eine zunächst auf 18 Monate befristete Stelle angetreten und Gas gegeben und gezeigt dass man sich auf mich verlassen kann.

Das haben dann auch meine Vorgesetzten gemerkt und den Vertrag in ein unbefristetes Verhältnis geändert.

Das zeigt doch, dass es auch auf einen selbst ankommt...von nichts kommt nichts.

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