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Neuer Friedensdeal in Kolumbien: Das Volk wird nicht mehr gefragt
AFP

Kolumbien ringt um einen Friedensdeal mit den Farc-Rebellen: Doch den ersten Entwurf schmetterte das Volk ab. Der nächste Versuch droht im Wahlkampfgetöse unterzugehen - im Land wächst der Hass.

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victoria101 24.11.2016, 11:53
1. Tja, und hier sind wir...

... An den Grenzen der Demokratie angelangt: wenn es nicht mehr um die Sache geht, sondern nur noch darum, wer sich womit am meisten profilieren kann, um gewählt zu werden.
Keiner denkt an die Vorteile, die Frieden für das kolumbianische Volk bringen würde. Sie denken nur daran, wie sie besser an die Macht kommen.
Korrumpierte Demokratie a la Trump oder Johnson

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hinschauen 24.11.2016, 12:05
2. Hört mit diesen vergleichen auf!!!

Kolumbien hat seinen Brexit und seinen Trump? Gehts noch? Müssen hier immerimmerimmerimmerwieder Bezüge hergestellt werden, die überhaupt keine sind? Daneben geht im Text kaum unter, wie viel berechtigte Kritik es an dem Papier gibt, das Massenmörder unbescholten davonkommen lässt - und zwar von Guerilla- wie von Militärseite. Und diese Kritik kommt eben nicht nur von politischen Gegnern, sondern auch aus großen Teilen der Bevölkerung. Aber die Meinung von großen Teilen der Bevölkerung ist ja großen Teilen der Medien mittlerweile sehr suspekt - in diesem Zusammenhang stimmt der Bezug zum Brexit sogar.

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mijaps 24.11.2016, 12:07
3. Da gibt es noch viel zu berichten

Wahr ist: Guerilla-Bosse, die sich schwerer Menschenrechtsverletzungen strafbar gemacht hätten, bräuchten nicht ins Gefängnis; Drogenhändlern und Mördern werde der Weg in die Politik geebnet.
Wahr ist: Die Drahtzieher und Großhändler der Kokainproduzenten der FARC in Venezuela haben bei all diesen sogenannten Friedensverhandlungen lachend daneben gestanden. Weiterhin laufen die Geschäfte gut. Weiterhin werden gut 15% des Staatshaushaltes Kubas mit Kokain aus Venezuela/FARC-Produktion erwirtschaftet. Das sollte hinter diesem sogenannten Friedensvertrag versteckt werden. Hat das Volk aber schon bei ersten Referendum durchschaut und abgelehnt. Jetzt versuchen sie es hintenherum - läuft aber nicht. Aber Eile ist geboten. Die im letzten Jahr mit einigen Tonnen Kokain an Bord verhafteten Familienangehörigen des Regierungsclans aus Venezuela wollen jetzt auspacken um der Höchststrafe zu entgehen. Das sieht nicht gut aus für Maduro und Co.

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Putin-Troll 24.11.2016, 12:12
4. An der Realität vorbei verhandelt

Zitat von
Jetzt rächt es sich, dass Santos das erste Abkommen einem Plebiszit unterzog.
Der Fehler war nicht das Plebiszit, sondern dass der angeblich so tolle Friedensvertrag für die Mehrheit der Wähler inakzeptabel war. Und dafür gibt es nachvollziehbare Gründe, wie z.B. die im Artikel genannte Amnestie für Gräueltaten. Wieder einmal haben die 'Experten' in ihrer Filterblase die Stimmung im Volk völlig falsch eingeschätzt.

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rosekik 24.11.2016, 12:13
5. Zum besseren Verständnis

ich habe kolumbianische Freunde. Die haben mir erklärt, warum das Volk gegen den Vertrag ist:
"Das Dokument, das internationale Experten als vorbildlich priesen" sieht vor, dass im Wesentlichen die Regionen, in denen die FARC die Kontrolle ausübt, auf Dauer in deren Händen bleiben. Da es sich um Coca-Anbaugebiete handelt, wird damit die Macht der FARC als Coca-Kartell zementiert. Und dies auf dem Hintergrund, dass sie nicht nur die ganze Welt mit Drogen überschwemmen, - und das auch noch halbwegs vom Staat legalisiert -, sondern tausende Menschen ermordet haben und sie dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Kolumbien läuft auf mexikanische Verhältnisse zu.

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freudentanz 24.11.2016, 12:16
6. Das eine mit dem anderen zu verknüpfen ist falsch

Der Friedensvertrag wurde ursprünglich aus 2 Gründen abgelehnt:
1.Die städtische Bevölkerung ging nicht zur Wahl (so wie überall in der Welt)
2. Die Landbevölkerung , die am meisten unter dem Bürger/Drogenkrieg zu leiden hatte, fühlte sich vera***** und stimmte gegen die sogenannten Friedensvertrag.
Die jetzige Vorschlag ist leicht modifiziert hätte aber als Plebiszit keine Chance da nach wie vor Killer/Entführer automatisch mit Rente (!!) und hohen Ämtern belohnt werden. Ursprünglich ging es um Vergebung , dann wurde die Wiedereingliederung versüsst aber inzwischen geht es nur noch um Nepotismus was v. der Landebevölkerung kategorisch abgelehnt wird. Aber schon klar: Die ungebildeten Landeier ...

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wdiwdi 24.11.2016, 12:20
7. ???Victoria

Zitat von victoria101
... An den Grenzen der Demokratie angelangt: wenn es nicht mehr um die Sache geht, sondern nur noch darum, wer sich womit am meisten profilieren kann, um gewählt zu werden. Keiner denkt an die Vorteile, die Frieden für das kolumbianische Volk bringen würde. Sie denken nur daran, wie sie besser an die Macht kommen. Korrumpierte Demokratie a la Trump oder Johnson
Das VOLK hat in einer allgemeinen, direkten, freien und nur dafür angesetzten Abstimmung den Friedensvertrag abgelehnt. Und jetzt versuchen (manche) Politiker den Frieden zu retten, mit zugegebenermaßen nicht ganz so basisdemokratischen Mitteln... wenn also irgend jemand nicht an die Vorteile des Friedens denkt, dann ist es mehr das Volk als zumindest ein Teil der Politik.

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civicus 24.11.2016, 12:23
8. Einschließlich der Berichtserstatter ...

Der Verfasser macht selbst auch keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Álvaro Uribe. Aber um es kurz zu machen, Uribe hat, im Unterschied zu "Timochenko", keine lange Ermordetenliste zu verantworten.

Jahrzehntelang hat die FARC die Zivilbevölkerung terrorisiert, Leute ermordet, Drogenhandel im großen Stil betrieben. Man darf die Vorteile des Friedensvertrages zwar schätzen, aber das gleiche gilt für die Leute, aus ihren schmerzlichen Erfahrungen sich weigern zu akzeptieren, daß Massenmörder einfach freikommen. Sie als Manipulationsopfer von Uribe abzutun wäre ein unwillkommener zusätzlicher Schaden für sie.

Álvaro Uribe mag sich dies zum Teil zunutze machen, aber das gilt ebenfalls für andere Akteure in diesem Schauspiel. Nicht zuletzt die Kubanische Militärjunta, die die FARC traditionell unterstützt hat wo sie nur konnte, und sich jetzt als neutraler Partner/Gastgeber (?) empor tut.

Schade nur, daß man die Sache so tendenziös angeht und das auch noch publizieren darf.

"[...] Juan Manuel Santos - der nun für seine Bemühungen den Friedensnobelpreis erhalten hat [...]"
Und Obama auch. Und Bob Dylan hat den Literaturnobelpreis bekommen. Daß ich nicht lache ...

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civicus 24.11.2016, 12:28
9.

Zitat von victoria101
... An den Grenzen der Demokratie angelangt: wenn es nicht mehr um die Sache geht, sondern nur noch darum, wer sich womit am meisten profilieren kann, um gewählt zu werden. Keiner denkt an die Vorteile, die Frieden für das kolumbianische Volk bringen würde. Sie denken nur daran, wie sie besser an die Macht kommen. Korrumpierte Demokratie a la Trump oder Johnson
Doch. Viele denken an die Vorteile, die Frieden für das kolumbianische Volk bringen würde. Nur, nicht um jeden Preis.
Wieso wird eine Volksbefragung als grenzwertig für die Demokratie bezeichnet? Das kann ich nicht verstehen.

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