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Neuer Job für David Davis: Der Brexit-Minister
AFP

Er gilt als EU kritisch, konservativ und stur. David Davis soll den Brexit für Großbritannien organisieren - dabei ist selbst sein Verhältnis zu Regierungschefin May schwierig.

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walter_de_chepe 14.07.2016, 18:27
1. Die Sache nimmt Gestalt an

Die Briten sind Demokraten und respektieren Mehrheiten. Die Wunschträume deutscher Politiker und Journalisten, die Mehrheitsentscheidung zu missachten, ein Gegenreferendum zu starten und wählen lassen, bis das Ergebnis stimmt, alle solche demokratiefeindlichen Bestrebungen haben keine Chance.

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benutzername_optional 14.07.2016, 18:29
2. Wieviel millionen

Gibt jetzt dieser Davis in den nächsten Jahren aus, die man besser in was sinnvolles investiert hätte.

Voller Zugang zurm Binnenmarkt aber Einschränkungen bei der Freizügigkeit? Das darf und wird nicht passieren.

Konsequent wäre es, wenn man jetzt Paragraf 50 ziehen würde und nicht erst versucht heraus zu finden, wie man die EU über den Tisch ziehen könnte.

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pythagoräische Bohne 14.07.2016, 18:36
3. Passporting-Rechte

Davis steht vor der unlösbaren Aufgabe, dass er den Banken in Inland bereits zugesagt hat, die Passporting-Rechte (und damit vielleicht die Hälfte der Arbeitsplätze und des Umsatzes) zu sichern.

Gleichzeitig verspricht er, die Freizügigkeit zu begrenzen, aber noch nicht einmal die Schweiz (welche die Freizügigkeit akzeptiert), geschweigen denn Kanada (ein Modell, das er als Freihandlesabkommen favorisiert) haben diese Rechte.

Also ist sein Ansatz im Vorhinein zum Scheitern verurteilt.

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magic88wand 14.07.2016, 18:38
4. Davis

hat völlig unrealistische Vorstellungen, was er in Verhandlungen mit der EU erreichen kann. Seine Amtszeit wird kurz sein.

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rf1234 14.07.2016, 18:42
5. Das wird nicht funktionieren, denn ...

die EU kann den Briten nicht erlauben, die EU-Einwanderung zu stoppen bei gleichzeitigem freiem Zugang zum Binnenmarkt. Was sollten dann Norwegen und die Schweiz sagen? Rosinenpicken kann nicht funktionieren, obwohl Freihandel mit GB im europäischen Interesse ist.

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joseph42 14.07.2016, 18:42
6. Man ist in den Medien vorsichtiger geworden.

Nach Beleidigungen und voreiligem Abgesang auf den spleenigen Engländer bemüht man sich um Sachlichkeit.
Sicher ist, er wird auf internationaler Ebene einigen der angestaubten PolitikerInnen gehört auf die Nerven fallen.
Und das isr gut so. Gut ist auch, daß er für sein Land das Bestmögliche erreichen möchte. Deutsche Mandatsträger im Bundestag und auf EU-Ebene dürfen sich daran ein Beispiel nehmen.

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Almartino 14.07.2016, 18:44
7. Hauptsache kritisch

Auch in diesem Artikel der in der deutschen Presse (und ganz besonders im Spiegel) übliche Tenor: Wenn's um jene "Bösen" geht, die diese ach so gute und "friedliche" EU (mit ihren ach so kompetenten und supererfolgreichen Bürkraten) zu kritisieren oder gar anzgreifen wagen, dann kennt man keine Gnade!

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nach-mir-die-springflut 14.07.2016, 18:49
8. Rizinusöl und Ohropax

Sehr erfrischend, was aus Großbritannien kommt. Es hat etwas von "schöpferischer Destruktivität", man haut erst einmal alles kaputt und guckt, wie man den Laden dann wieder zusammenflickt. (Während der Deutsche mit seiner Angst in Schockstarre verfällt. Hatte Hitler ja schon mit MEIN KRAMPF auf den Punkt gebracht.) Aber keine Sorge, es gibt auch etwas schöpferisch Destruktives aus Deutschland - das EEG. Süßlich beschwipsend zu Beginn, bitter im Abgang; und dann das Rumoren im Bauch.

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P. Kittsteiner 14.07.2016, 18:51
9. Tagträumer

Davis steht leider völlig neben sich.

Sein Artikel über die wirtschaftliche Brexit-Strategie zeugt nämlich von einem bedauerlichen Mangel an Realitätssinn.

Wenn die EU demnach verstanden hat, dass sich Großbritannien in der Frage der Personenfreizügigkeit keinen Millimeter bewegt, dann wird sie also von selbst auf das Land zugehen und ihm den Zugang zum europäischen Binnenmarkt quasi für lau anbieten. Was Davis aber nicht beachtet hat, ist dass man in der EU weiß, dass eine Vorzugsbehandlung Großbritanniens Nachahmer auf den Plan rufen wird. Also kann er sich von dieser Wunschvorstellung schon mal zügig verabschieden.

Dann redet der Mann auch noch über den glorreichen Chancen für die britische Automobilindustrie. Ja welche britische Automobilindustrie denn bitteschön? Es gibt doch keinen einzigen namhaften britischen Automobilhersteller mehr, der nicht im Besitz von Mehrheitsanteilseignern oder großen Automobilkonzernen aus dem Ausland ist.

Schließlich und endlich träumt er noch vom Aufbau zollfreier Handelsbeziehungen mit der ganzen Nicht-EU-Welt, als wenn das so einfach und konfliktfrei zu haben wäre. Der Mann lebt in seiner eigenen Fantasiewelt. Bald schon kommt die Zeit, ihn auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

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