Forum: Politik
Neuer Protesttag in Kairo: Volk und Greis im Nervenkrieg

Hunderttausende Demonstranten in Kairo wollten den "Tag des Abflugs" feiern - doch der verhasste Präsident Mubarak klammert sich an sein Amt. Wie lange kann er ausharren? Längst verhandeln einheimische Opposition und ausländische Diplomaten über die Choreographie für den Machtwechsel.

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atzigen 04.02.2011, 19:48
1. Ausweglos?

Zitat von sysop
Hunderttausende Demonstranten in Kairo wollten den "Tag des Abflugs" feiern - doch der verhasste Präsident Mubarak klammert sich an sein Amt. Wie lange kann er ausharren? Längst verhandeln einheimische Opposition und ausländische Diplomaten über die Choreographie für den Machtwechsel.
Der Westen macht mächtig Druck.
Sollte es nach dem unverzüglichen Abgang des Diktators ruhig werden ist das eusserts Wünschenswert.
Wenn nicht hat der Westen erneut ein Problem.
Sollte danach tatsächlich ein Chaos ausbrechen,wäre das für die übrigen Despoten eine glasklare Aufforderung Proteste auch um den Preis von Blutbädern zusammenzuschiessen.
Damit hätte der Westen erneut ein Problem.
Der Westen reagiert alles andere als besonnen und überlegt.
Offensichtlich bestanden für diesen Fall keine vorbereiteten Szenarien. Klartext der Westen wurde offensichtlich auf dem falschen Fuss überrascht.

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Pepito_Sbazzagutti 04.02.2011, 19:52
2. Hier könnte Ihre Werbung stehen

Zitat von sysop
Hunderttausende Demonstranten in Kairo wollten den "Tag des Abflugs" feiern - doch der verhasste Präsident Mubarak klammert sich an sein Amt. Wie lange kann er ausharren? Längst verhandeln einheimische Opposition und ausländische Diplomaten über die Choreographie für den Machtwechsel.
Gleichgültig, welche Bande von Strolchen am Tag nach Mubaraks Abreise das Ruder übernimmt, ich kann mir nicht vorstellen, dass sich für Ägyptens Bevölkerung etwas verbessert. Schon garnicht mit irgendwelchen hinterwäldlerischen Bart- und Turbanträgern.

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ostrakismos 04.02.2011, 20:09
3. Was war hinter den Kulissen?

Zitat von sysop
Der verhasste Präsident Mubarak klammert sich an sein Amt. Wie lange kann er ausharren?
Gestern hatte das Regime, das systematisch alle den Tahrir-Ppatz belagernden Fernseh- und Network-Teams ausgeschaltet hatte, bereits alles für eine chinesische Lösung nach dem Freitagsgebet vorbereitet.

Wieso ist es nicht dazu gekommen?

Offenbar gab es hinter den Kulissen auf Seiten der Armee eine ähnliche Peripetie wie in Leipzig 1989 nach dem Aufruf "keine Gewalt" von Masur, Meyer, Pommert, Wötzel, Lange und Zimmermann, wonach sich die Sicherheitskräfte weigerten, das Feuer auf die Demonstranten zu eröffnen. Danach war bekanntlich Schluss mit der DDR.

Irgendetwas muss auch hier die Armee bewegt haben, vom bisherigen Weg an der Seite des alternden Regimes abzuweichen. War es Mitleid, muslimischer Glaube, Chuzpe, Weitsicht? Man weiß es nicht. Vielleicht findet man die Antwort irgendwann bei Wikileaks.

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jerome_kerviel89 04.02.2011, 20:11
4. Ölpreis

Gefährliche Zeiten sind das im moment wir wissen noch nicht wie sich die politische Lage im Nahen Osten entwickeln wird,viele Staaten stehen auf der Kippe und wenn der Ölpreis erst mal deutlich ansteigt wird hier die panik bei uns noch gross werden.

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tinleon 04.02.2011, 20:11
5. Hinterwäldlerische Turbanträger?

Zitat von Pepito_Sbazzagutti
Gleichgültig, welche Bande von Strolchen am Tag nach Mubaraks Abreise das Ruder übernimmt, ich kann mir nicht vorstellen, dass sich für Ägyptens Bevölkerung etwas verbessert. Schon garnicht mit irgendwelchen hinterwäldlerischen Bart- und Turbanträgern.
Bitte sehen Sie sich die Fotos von Baradei und Amr Moussa an. Beide haben
gute Chance die Zukunft Ägyptens zu gestalten. Von wegen hinterwäldlerische
Turbanträger. Bitte revidieren sie ihr Bild vom Islam!
http://www.20min.ch/news/dossier/tun...vorit-12546609

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schaufensterfeeling 04.02.2011, 20:12
6. Salam aleikum

Es ist befremdlich und beschämend zugleich miterleben zu müssen, wie sich die sogenannte westliche Werte-Gemeinschaft abwartend und taktierend verhält und ihr Fähnchen in den Wind hängt.
Während sich die nach Freiheit und Demokratie strebenden Ägypter aufbäumen, kämpfen und sich ihre Köpfe einschlagen lassen, diskutieren die Volksvertreter der westlichen Welt über das Für und Wider eines Volksaufstandes.

In Afghanistan werden Milliarden versenkt und Soldaten geopfert - um wenige, strukturelle Grundregeln der Demokratie zu vermitteln. In Ägypten, mit seinen über alle Maßen hinaus gastfreundlichen Menschen, bekommen wir die Demokratie quasi geschenkt.
Verklausulierte Solidaritätsadressen, wohlmöglich noch an alle Parteien gerichtet, nützen wenig, wo eine klare Positionierung fehlt. Schande, für diese heuchlerische, prinzipienlose Welt. Die Ägypter werden sich selbst befreien. Inschallah

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konertec 04.02.2011, 20:15
7. Mich stört...

Zitat von sysop
Hunderttausende Demonstranten in Kairo wollten den "Tag des Abflugs" feiern - doch der verhasste Präsident Mubarak klammert sich an sein Amt. Wie lange kann er ausharren? Längst verhandeln einheimische Opposition und ausländische Diplomaten über die Choreographie für den Machtwechsel.
...die Bezeichnung "Greis". Mag jemand ein Despot sein, ein Diktator, was auch immer, aber seines Alters wegen sollte man jemanden nicht diffamieren. Es gab mal einen greisen Bundeskanzler in Deutschland, der heute hoch verehrt wird.

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truka 04.02.2011, 20:17
8. ....

Zitat von Pepito_Sbazzagutti
Gleichgültig, welche Bande von Strolchen am Tag nach Mubaraks Abreise das Ruder übernimmt, ich kann mir nicht vorstellen, dass sich für Ägyptens Bevölkerung etwas verbessert. Schon garnicht mit irgendwelchen hinterwäldlerischen Bart- und Turbanträgern.
Die EU und die USA verschärfen den Druck auf Mubarak, können es scheinbar nicht erwarten bis das nächste Land islamistisch regiert wird, alles andere wäre eine Überraschung.

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norrin radd 04.02.2011, 20:29
9. Was war hinter den Kulissen?

Zitat von ostrakismos
Gestern hatte das Regime, das systematisch alle den Tahrir-Ppatz belagernden Fernseh- und Network-Teams ausgeschaltet hatte, bereits alles für eine chinesische Lösung nach dem Freitagsgebet vorbereitet. Wieso ist es nicht dazu gekommen? ... Irgendetwas muss auch hier die Armee bewegt haben, vom bisherigen Weg an der Seite des alternden Regimes abzuweichen. War es Mitleid, muslimischer Glaube, Chuzpe, Weitsicht? Man weiß es nicht. Vielleicht findet man die Antwort irgendwann bei Wikileaks.
Klar, kann keiner wissen aber Militärhilfen, Geld und Ausbildung der Offiziere durch die USA, Verankerung der einfachen Soldaten im Volk, dazu die schöne Aussicht als Volkshelden dazustehen. Und nicht zuletzt das gegenseitige Versprechen eines Demokratieaufbaus unter Aufsicht des Militärs. Hat was für alle Beteiligten. Und soll man sich doch nichts vormachen, wenn der Despot weiter gestützt wird werden nur die Extremisten gestärkt. Ist auf jeden Fall schlauer wenn der Westen auf diesen Zug _jetzt_ aufspringt.

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