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Neues Buch über Medienmacht: Die Mär vom armen Opfer Sarrazin
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Machen Sie sich bereit für den neuen Sarrazin: Die Startauflage liegt bei 100.000 Exemplaren. Nicht schlecht für ein Buch mit der These, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern dürfe.

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frubi 13.02.2014, 12:08
1. .

Zitat von sysop
Machen Sie sich bereit für den neuen Sarrazin: Die Startauflage liegt bei 100.000 Exemplaren. Nicht schlecht für ein Buch mit der These, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern dürfe.
Jeder Mensch darf in Deutschland seine Meinung äußern. Dann sollte man sich aber nicht darüber wundern, dass man die Meinung anderer zur hören bekommt wenn man selber absoluten Unsinn vom Stapel lässt. So einfach ist das. Aber Menschen wie Sarrazin sehen sich gerne als Opfer. Das beruhigt das Gewissen, ist aber unklug und weinerlich.

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horstu 13.02.2014, 12:15
2. Rechtsstaat und demokratische Kultur

Fleischhauer versteht nicht, dass es weitaus mehr Möglichkeiten gibt, Dinge zur Norm zu machen, als sie einfach zu verbieten. Will sagen: Die Meinungsfreiheit ist zwar nicht rechtlich eingeschränkt, aber unsere politische Kultur ist dennoch von einer Debattenarmut und einer fehlenden Toleranz gegenüber Widerspruch gekennzeichnet. Hauptinstrument, diese Monokultur zu erreichen, ist die moralische Ächtung, die den Wunsch der Menschen nach Anerkennung und Zugehörigkeit nutzt. Niemand steht gern auf der falschen Seite, als redet man Abweichlern einfach ein, auf der "falschen" Seite zu stehen. Schon verstummen die kritischen Stimmen von selbst - oder es findet sich drastischer, teils gewalttätiger Widerstand, häufig Zivilcourage genannt (um die moralischen Fronten zu bestärken), und es ist Ruhe im Karton. Der brasilianische Marxist Paolo Freire hat diesen Mechanismus sehr treffend mit der "Kultur des Schweigens" beschrieben, in der es möglich ist, sich prozessual demokratisch korrekt zu verhalten, und trotzdem herrschaftsfeindliche Debatten zu unterbinden.

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lscpilot 13.02.2014, 12:18
3. Scharfsinnig...

ist sie schon, diese Schlussfolgerung von Fleischhauer, das Sarrazin eigentlich nur seine alten Kreise vermisst. Das mag schon sein, doch das Problem, welches Sarrazin anprangert, existiert tatsächlich bis hin zur Gewalt andere Meinungen niederzumachen. Ja, Meinungsterror mit Gewalt gibt es es in linken wie in rechten Kreisen, doch erinnern wir uns mit welch Niedertracht und Subtilität z.B. die FDP niedergemacht wurde und wird. Nein, Meinungsfreiheit und Pluralismus sehen anders aus, als der mediale Alltag in Deutschland!

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oljako 13.02.2014, 12:18
4.

Zitat von sysop
Machen Sie sich bereit für den neuen Sarrazin: Die Startauflage liegt bei 100.000 Exemplaren. Nicht schlecht für ein Buch mit der These, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern dürfe.
herr fleischhauer, zerschlagen sie nicht liebgewonnene fronten! ;)
dieses würdelose opfergetue und weinerliche gejammer der "schlechtmenschen", ist wirklich kaum zu ertragen. sarrazin ist leider nur einer von vielen unzufriedenen jammerlappen.

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schinkenpizza 13.02.2014, 12:20
5. Natürlich

gibt es ein Diktat von Medien und Politik. Dinge die vor 10 Jahren noch ganz normal gesagt werden durften sind heute von der Bildfläche verschwunden. Unbequeme Statistiken und wissenschaftliche Erkenntnisse werden totgeschriegen oder besser gleich gar nicht mehr veröffentlicht und die Umerziehung zum braven und unkritischen Systembürger fängt schon bei den Kindern an und läuft dann ein Leben lang. Denken wurde durch Ideologie ersetzt.

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unsichtbarergeist 13.02.2014, 12:24
6. Meinuntskartell?

Zumindest fallen mir dazu zwei Dinge auf:

Erstens macht man als Normalo oft die Erfahrung, dass Meinungen die in eine bestimmte Richtung gehen (gegen Zuwanderung, Islamkritisch, etc...) in Foren von Onlinemedien oft zensiert werden oder Benutzer deswegen gesperrt werden.

Zweitens fördert der deutsche Staat Programme "gegen rechts", was unterm Strich nicht nur Extremisten oder Neonazis trifft, sondern auch Gruppen, die sich ähnlich wie oben Zuwanderungskritisch oder gegen den politischen Islam positionieren.

Beides stört die freie Meinungsbildung und verhindert effektiv offene Debatten, denn die linke Seite kann ihre Position weitgehend ungestört vertreten, während rechtere Ansichten (damit meine ich bei weitem keine Extremistischen) kriminalisiert und ihre Vertreter ausgegrenzt werden.

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karsten.ohlig 13.02.2014, 12:24
7. Naiv

Seit Sarrazin wissen die Menschen in Deutschland, dass man seinen Job verliert (Bundesbank-Mitglied) und man generell angefeindet und von der Gesellschaft ausgeschlossen wird, wenn man eine kontroverse Meinung äußert. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Sanktionen werden die meisten Menschen nicht durchstehen können. So kann man also effektiv Meinungsäußerungen unterbinden. Man muss nicht unbedingt mit der Gefängnisstrafe drohen.

Dass in Deutschland aber auch die Meinungsfreiheit durch bestimmte Gesetze, insbesondere § 130 Volksverhetzung StGB starkt eingeschränkt ist, dass liegt quf der Hand.

Meinungsfreiheit ist ein kostbares Gut und es wird von all jenen missachtet die nicht Argumente sondern Drohungen einsetzen um Menschen den Mund zu verbieten. Sarrazin war ein Opfer dieses Meinungsterrors.

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LouisWu 13.02.2014, 12:25
8.

Lieber Herr Fleischhauer, wir sind ja meistens einer Meinung, aber Meinungsfreiheit besteht dann nicht mehr, wenn man konkrete Nachteile dafür hinnehmen muss, dass man seine Meinung geäußert hat.
Seinen Job bei der Bundesbank ist er losgeworden, weil er - als Privatmann - seine Meinung geäußert hat. Er ist nicht freiwillig gegangen sondern wäre sicher gerne bei der Bundesbank geblieben, meinen Sie nicht?
Wann, meinen Sie, besteht keine Meinungsfreiheit mehr? Wenn man wg. seiner Meinungsäußerung ins Gefängnis geworfen wird, nehme ich mal an. Über solch grobe Reaktionen ist man in D schon lange hinweg, die Bestrafung für Unliebsames erfolgt mittlerweile viel subtiler und viel härter....

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karabas 13.02.2014, 12:26
9. es ist nicht sehr lange her,

da hat JF den Shitstorm gegen sich beklagt. Der hatte die für ihn Berufsexistenz-bedrohliche Ausmaße angenommen. Er hat es Stand jetzt überstanden. Und ich wünsche das ihm auch weiterhin. Sarrazin hat das damals nicht überstanden. Vielleicht sollte JF den Unterschied zw. Meinungsfeiheit und Recht auf eigene Meinung und den Umgang damit ausrabeiten, statt den Menschen in den Rücken zu fallen, die für Problemfelder auf diesen Gebeiten stehen. Von JF gab es viel bessere Kolumnen.

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