Forum: Politik
Neues Buch über Medienmacht: Die Mär vom armen Opfer Sarrazin
DPA

Machen Sie sich bereit für den neuen Sarrazin: Die Startauflage liegt bei 100.000 Exemplaren. Nicht schlecht für ein Buch mit der These, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern dürfe.

Seite 29 von 32
shardan 14.02.2014, 19:18
280. Herr Sarrazin...

.. hat genau so eine Meinungsfreiheit wie jeder andere. Offenbar ist genau das sein Problem, die Meinungsfreiheit der anderen. Wer sich derartig als Giftschleuder betätigt, darf sich über die Meinung anderer nicht beklagen. Bekanntlich schallt es so aus dem Wald heraus.....

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meinemeinung: 14.02.2014, 19:19
281.

Zitat von ratio_legis
Nicht zu vergessen: Roman Reusch, ehemaliger Oberstaatsanwalt in Berlin, zuständig für Intensivtäter. Nachdem er sich über seine langjährigen Erfahrungen im Umgang mit seiner Klientel geäußert hatte und sich getraut hatte, Statistiken öffentlich zu machen, nach denen 70 % der Intensivtäter Ausländer seien, wurde ihm erst Redeverbot erteilt und anschließend wurde er auf einen anderen Posten versetzt. Was war geschehen? Roman Reusch hatte einen Vortrag über „Migration und Kriminalität“ gehalten. Darin thematisierte er insbesondere den Migrationshintergrund eines Großteils der jugendlichen Intensivtäter und forderte Konsequenzen auch ausländerrechtlicher Art bis hin zu Ausweisungen, um des seiner Ansicht nach immer stärker ausufernden Problems Herr zu werden. Als das öffentliche Interesse an Reusch infolge der Kontroversen stieg und er im Januar 2008 unter anderem als Gast in die Talkshows hart aber fair und Anne Will eingeladen wurde, reagierte sein Vorgesetzter, der Leitende Oberstaatsanwalt Andreas Behm, und untersagte ihm die Fernsehauftritte. Das Verbot war beamtenrechtlich legitim, wurde aber von Reusch selbst und vielen seiner Unterstützer als politisch motivierter „Maulkorb“ empfunden, da Reusch offensichtlich nicht die Linie von Behm und der Justizsenatorin Gisela von der Aue vertrat. Wenige Tage später wurde Reuschs Versetzung auf eine Position in der Berliner Generalstaatsanwaltschaft bekannt.
Und warum sollte er die Stelle weiter besetzen, wenn er mit seinem Verhalten bestehende Konflikte verschärft und eine Behandlung der Jugendlichen die auf Rehabilitation angelegt ist erschwert?
" In der Folge der öffentlichen Diskussion um die Verschärfung des Jugendgerichtsgesetzes (JGG) warf der renommierte Bonner Strafverteidiger und Leiter des Instituts für Konfliktforschung in Köln, Günter Tondorf, Reusch "geistige Brandstiftung" vor, weil er mit seinen Thesen rassistischen Vorurteilen Vorschub leiste."
Und von der Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue :
"Weder der Berliner Senat noch die Berliner Justiz identifizieren sich mit Reuschs Forderungen"
Es spricht einiges dafür das es die beste Entscheidung war ihn zu versetzen:
http://www.welt.de/morgenpost/articl...-versetzt.html
Für mich klingt es als wenn diese Entscheidung gut begründet war und verhindert hat das die Konflikte sich noch weiter verschärft haben.Menschen werden nicht dadurch zu Gewalttätern, das sie einer anderen Kultur angehören.Jeder Mensch hat eine persönliche Geschichte die es zu verstehen gilt,wenn wir verhindern wollen das es zu noch mehr Gewalt kommt.Durch klischeehafte Vorurteile und harte Strafmassnahmen, werden Jugendliche bestimmt nicht zu weniger Gewalt neigen.

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rakatak 14.02.2014, 19:26
282.

Zitat von wiseguyno1
(...) Ganz konkret hätte sich Sarrazin zB dem Experiment einer selbstauferlegten finanziellen 'Diät' auf HartzIV-Niveau stellen können ... dies hätte der Glaubwürdigkeit seiner "Meinung" allemal mehr Gewicht verliehen, als sich nun als Opfer einer angeblich fehlenden Meinungsfreiheit zu gerieren.(...)
Hat er gemacht und sich vier Wochen lang selbst nach HartzIV-Regelsatz ernährt. Und das nicht mal schlecht.

Man sollte allerdings hauswirtschaften und kochen können, eine "Kunst", die in bildungsfernen Schichten (wie man heute so sagt ...) nicht weit verbreitet ist. Sarazins Buch enthält sehr gute Lösungsansätze, wie man hier bildend eingreifen könnte.

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adal_ 14.02.2014, 19:26
283.

Zitat von rakatak
Sie sind ein übler Volksverhetzer...
Bei aller Sarrazin-Liebe. Sarrazin ist kein "Volk", das man verhetzen könnte. :-)

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meinemeinung: 14.02.2014, 19:27
284.

Zitat von rakatak
Sie können natürlich lesen was Sie wollen und was Sie nicht wollen, das lesen Sie eben nicht. Aber für wie intelligent halten Sie es, wenn jemand Bücher bespricht, die er gar nicht gelesen hat. Ihr Ausspruch, Sarrazin habe "in zahllosen TV-Sendungen und Zeitungsinterviews hanebüchenes und menschenverachtendes Zeug von sich gegeben" lässt die berechtigte Vermutung zu, dass Sie nicht nur die Bücher nicht gelesen haben, sondern auch die Zeitungsinterviews nicht. Wie die meisten anderen hat es wohl nur zu Berichten von Journalisten über Sarrazin gelangt, von Journalisten, die das Buch auch nicht gelesen hatten. Dazu ist es auch zu umfangreich und wohl auch zu schwierig.
Ein Buch zu lesen das jemand geschrieben hat ist eine Möglichkeit von vielen um sich eine Meinung über jemanden zu bilden.
Es gibt keinen Grund Sarrazins Bücher zu lesen um sich eine Meinung zu bilden, den es gibt reichliche Infromationen in den Medien anhand derer man sich eine Meinung bilden kann. Auch aus seim Buch ist so viel bekannt und in Auszügen veröffentlicht, das man sich eine Meinung darüber bilden kann ob das Buch lesenswert ist. Ich selbst würde von einem Menschen der sich in der Art und Weise öffentlich äussert wie Sarrazin es tut, kein Buch kaufen, schon alleine deshalb nicht, weil ich eine solche Haltung in keinster Weise unterstützen möchte.

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oljako 14.02.2014, 19:31
285.

Zitat von ratio_legis
Es ist EIN Beispiel unter vielen. Einige wurden ja bereits genannt just in dem Beitrag auf den ich erwiderte und auf den Fall Reusch hinwies. Es ist auch nicht klar geworden, warum (belegbare) Fakten nun außerhalb oder während eines Wahlkampfes mehr oder weniger Wahrheitsgehalt haben sollten...? Reusch brannte das Thema schon lange unter den Nägeln. In den verlinkten Artikeln wurde deutlich, dass Gisela von der Aue (SPD) schon einige Male zuvor öffentliche Äußerungen untersagte, weil diese nicht die Meinung der Justiz spiegele. Reusch ist auch kein Wahlkämpfer gewesen, der die Menschen aufgefordert hätte, eine bestimmte Partei zu wählen. Er wollte sich nur inhaltlich-sachlich zum Thema äußern. Es ist eher umgekehrt: Nämlich dass von der Aue eine politische Entscheidung traf für die sie ein Motiv hatte: Machterhalt. Und das ist der eigentliche Skandal, dass Meinungen unterdrückt werden, die auf das Versagen in Teilbereichen der Politik hinweisen wollen. Übrigens verstehe ich nicht, was Sie gegen den Homo politicus haben...?
ich habe doch geschrieben, dass ich die reaktion nicht befürworte. wie kommen sie also darauf, dass ich etwas gegen den homo politicus habe?
dennoch spielte sich die sache in einem kontext ab, den sie aussenvor lassen.
er stellte nicht (nur) fakten dar, sondern stellte auch, während des wahlkampfs, forderungen an die politik. parteien und forderungen sind, bei ähnlichem ergebnis, austauschbar. deshalb eignet es sich nicht als beispiel.

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singlesylvia 14.02.2014, 19:33
286. Der Gastkommentar

Irgendwo hat Sarrazin recht mit der eingeschränkten Meinungsfreiheit.

Man muss doch bei jedem Satz oder sogar jedem Wort befürchten, dass man
- gegen das Urheberrecht verstößt
- "political"(ly) nicht "correct" ist
- als was-weiß-ich-phob angesehen wird
- nicht gender-neutral genug ist
- als ausländerfeindlich erscheint
- eine Klage wegen Beleidigung lostritt
- eine Abmahnung bekommt
- spezial-überwacht wird
- für einen Terroristen gehalten wird
- mit Redeverbot bedacht wird
- Prügel nicht nur angedroht bekommt
- als Querulant gilt
- als Nestbeschmutzer bzw. Verräter gilt
- als Partei mit einem Verbotsantrag bedacht wird
- gesellschaftlich geächtet wird
- bei SPON wegzensiert wird
- als Lügner hingestellt wird
- berufliche Nachteile bis hin zur Kündigung erfährt
- sozial ausgeschlossen wird

Wo Meinungen zu Einheitsbrei verkommen, ist die Demokratie am Ende.
Wo Meinungen nicht frei und in großer Vielfalt ohne Drohung von Sanktionen oder Repressalien geäußert werden können, herrscht Diktatur.
Wenn Verpackungen von Meinungen wichtiger werden/sind als Inhalte, nimmt die Dummheit zu.
Statt sich mal ordentlich verbal zu fetzen, ist die Streitkultur zu Memmen, Warmduscher und Weicheiern verkommen.

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adal_ 14.02.2014, 19:41
287.

Zitat von singlesylvia
Man muss doch bei jedem Satz oder sogar jedem Wort befürchten, dass man - gegen das Urheberrecht verstößt - "political"(ly) nicht "correct" ist - als was-weiß-ich-phob angesehen wird - nicht gender-neutral genug ist - als ausländerfeindlich erscheint - eine Klage wegen Beleidigung lostritt - eine Abmahnung bekommt - spezial-überwacht wird - für einen Terroristen gehalten wird - mit Redeverbot bedacht wird - Prügel nicht nur angedroht bekommt - als Querulant gilt - als Nestbeschmutzer bzw. Verräter gilt - als Partei mit einem Verbotsantrag bedacht wird - gesellschaftlich geächtet wird - bei SPON wegzensiert wird - als Lügner hingestellt wird - berufliche Nachteile bis hin zur Kündigung erfährt - sozial ausgeschlossen wird
Was soll das sein? Ein Paranoia-Test-Fragebogen aus der Psychiatrie? :-)

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rakatak 14.02.2014, 19:45
288.

Zitat von meinemeinung:
(...) Es gibt keinen Grund Sarrazins Bücher zu lesen um sich eine Meinung zu bilden, den es gibt reichliche Infromationen in den Medien anhand derer man sich eine Meinung bilden kann. (...)
So können Sie auch nicht erfahren, dass die Medienveröffentlichungen meistens überhaupt nichts mit dem faktenreichen Buch zu tun hatten. Wie auch jetzt in diesem Forum sprachen und sprechen Menschen über ein Buch, dass sie nicht gelesen hatten.

Der ganze Medienhype war völlig an den Haaren herbei gezogen und ich war entsetzt, dass so etwas in Deutschland möglich ist. Mein Vertrauen in die Berichterstattung der Medien ist tief erschüttert und das geht vielen anderen auch so, die sich Sorgen um die Entwicklung dieses Landes machen.

Das miese Image deutscher Journalisten ist legendär und ehrlich verdient.

https://www.google.de/search?q=Image...icial&start=10

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fabrikarbeiter 14.02.2014, 20:09
289.

Zitat von adal_
Aha, hier gibt es auch Anhänger echter Meinungszensur, die Sarrazin sich bislang lediglich einbildet. :-)
Was heißt hier Meinungszensur? Die Medien müssen ihm nicht kostenlose Werbung schenken. Die berichten doch sonst auch nicht über alles, was passiert. Man muss den auch nicht zu Talkshows einladen und mich zwingen, ihn mit meinen Zwangsgebühren zu mästen.

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