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Neues Buch über Medienmacht: Die Mär vom armen Opfer Sarrazin
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Machen Sie sich bereit für den neuen Sarrazin: Die Startauflage liegt bei 100.000 Exemplaren. Nicht schlecht für ein Buch mit der These, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern dürfe.

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ernstrobert 13.02.2014, 12:59
30. Nicht schlecht...

Zitat von sysop
Machen Sie sich bereit für den neuen Sarrazin: Die Startauflage liegt bei 100.000 Exemplaren. Nicht schlecht für ein Buch mit der These, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern dürfe.
Nicht schlecht, Jan Fleischhauer. Ein geschickter Schachzug: Er versucht, sich zu profilieren mit Kritik an jemandem, der geeignet ist, ihm die Butter vom Brot zu nehmen. Denn die Kritik an der medialen Dominanz eines 'linken Mainstreams' ist ja eigentlich die Sache von Fleischhauer selbst.
Bin gespannt auf die Kommentare.

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gescherb 13.02.2014, 13:01
31. Meinungsfreiheit und Medien

Sicherlich und Gottseidank und unserer Demokratie sei Dank haben wir ein hohes Maß an Meinungsfreiheit - und eine sehr vielfältige Medienlandschaft.
Leider kenne ich Herrn Sarrazin nicht so gut wie ihn der Autor dieses Artikels anscheinend kennt. Ich bin aber der Meinung, dass Herr Sarrazin, auch wenn er sich in einzelnen Sätzen und Passagen seiner Bücher und Artikel verrennt und auch mal einen geradezu peinlichen Blödsinn von sich gibt, durchaus viele der politischen und gesellschaftlichen Probleme beim Namen nennt und auf Schwierigkeiten hinweist. Weder hat seine Meinung noch seine Lösungen den Anspruch auf Unfehlbarkeit und letzte Wahrheit.
Oftmals werde ich in meiner Meinung bestätigt, dass viele unserer Probleme in der Öffentlichkeit und den Medien fast tabuisiert oder stigmatisiert werden, Ob es sich um Hartz IV Bezieher, Zuwanderung, örtliche Problemviertel oder absolute Minderheitenthemen geht, finden kritische Stimmen weniger Diskussion und fairen Widerstreit als Verweigerung und das Brandmarken als rechtslastiges Gedankengut. Dies wird unserem Land und seinen Bürgern nicht gerecht.
Minderheiten müssen geschützt werden, aber dabei die Mehrheiten nicht vergessen werden. Positive Seiten und Aspekte einer Sache dürfen, ja müssen genannt und in Angriff genommen, neue Wege und Alternativen gesucht werden – aber auch Hinweise auf mögliche negative Begleiterscheinungen müssen möglich und gleichberechtigter Teil des Prozesses sein.

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leser-fan 13.02.2014, 13:03
32. Was ist denn wahre Meinungsfreiheit?

Im Kern trifft zu was F. schreibt. Aber mal was zum Nachdenken. Dienstlich viel im Osten. Der Ossi sagt, dass er seinem Chef sagen konnte, wie inkompetent er sei, zu nichts tauge ..z.B. ..keine politische Äußerung. Das blieb folgenlos. Würde er das heute zu einem Vorgesetzten sagen, wäre er ggf. In seiner wirtschaftlichen Existenz bedroht. Ist Meinungsfreiheit auf politische Freiheit begrenzt?

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Seneca001 13.02.2014, 13:03
33. Meinungsfreiheit ist wie ein Muskel

Zitat von sysop
Machen Sie sich bereit für den neuen Sarrazin: Die Startauflage liegt bei 100.000 Exemplaren. Nicht schlecht für ein Buch mit der These, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern dürfe.
Wenn man die Meinungsfreiheit nicht trainiert, wird sie verkümmern wie ein nicht genutzter Muskel. Herr Fleischhauer hat womöglich eine seiner eigenen Kolumnen vergessen, wo er die parteipolitische Präferenz der Medienschaffenden thematisierte. Über 60% waren dem rot-grünen Lager verhaftet und nur ca. 15 % bei den schwarz-gelben. Eva Hermann konnte ihre Meinung zwar äußern, wurde aber wirtschaftlich und gesellschaftlich eliminiert. Selbst Sarrazin mußte sich mit Anzeigen wegen "Volksverhetzung" herumschlagen und mit etwas Pech führt derartiges zur Verurteilung. Selbst die Drohung einer Anzeige wirkt wie eine Art "Chilling Cold" auf Umstehende, die in einer Art vorauseilendem Gehorsam dann eher schweigen. Vergleicht man die Meinungsfreiheit in der BRD mit der Freiheit in der USA, so treten die Unterschiede klar zu Tage. Horst Mahler hätte in den USA für seine Äußerungen wohl keine 12 Jahre Knast kassiert.

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kl1678 13.02.2014, 13:05
34. zähne

Ende der 90er Jahre wurde ich aufgrund einer harmlos ironischen Bemerkung zu hinduistischen Ernährungsvorschriften von einer glühenden deutschen Vegetarierin als Rassist bezeichnet, worauf ich damals fast einen Herzinfakt bekam, nichts mehr sagen konnte und mit kreideweißem Gesicht die Flucht ergriff. Heute würde ich in dieser Situation nur lachen.

Und auch Herr Fleischhauer schilderte hier neulich amusiert, wie er in einer Diskussionsrunde zum "Ende des weißen Mannes" aufgrund einer Frage zur damit verbundenen Zukunft westlicher Frauenrechte als ein solcher bezeichnet wurde.

Mir scheint, dass das politisch Korrekte zahloser geworden ist, ansonsten hätte Sarrazin die letzten Jahre auch nicht medial überleben können. Und Schuld daran könnte das Internet haben.

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lxnknwn 13.02.2014, 13:05
35. Herr Fleischhauer, das

erinnert mich an ein merkwürdiges Interview, von dem ich leider jetzt den Link nicht parat habe, in dem Sie auch sagten, daß wir hier die Meinungsfreiheit hätten und alle die das Gegenteil behaupten, falsch liegen.
Fakt ist, daß die Political Correctness in diesem Land (und nicht nur hier) allgegenwärtig ist und jeder Verstoß mit sofortiger sozialen Ächtung und Vernichtungskampagnen geahndet wird. Das ist keine Meinungsfreiheit, definitiv nicht. In Deutschland haben wir eine ganz erbärmliche Diskussionskultur, in der es nur darum geht, den Andersdenkenden menschlich zu vernichten. Über die eigentliche Sache wird fachlich nie diskutiert. Nein, wir haben keine Meinungsfreiheit. In dieser Hinsicht liegen Sie falsch.

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steuergeldvernichten 13.02.2014, 13:06
36. ...niemand hat die Absicht,die freie Meinung zu unterdrücken

...freie Meinungsäußerung in Deutschland? Ein Witz! Wer nicht im Gutmenschenmainstream mitschwimmt, wird verunglimpft und ins Abseits gestellt.
Sarrazin gehört dazu – man kann zu seinen Thesen stehen wie man will. Das seine Bücher zu hunderttausenden gekauft werden – es muss doch seinen Grund haben?
Weil bestimmte Probleme in Deutschland eben nicht abweichend offen diskutiert werden dürfen.
Und die Leute inzwischen merken, was sie äußern dürfen und was verschwurbelt wird in der Demokratur.
Genmais? Wird durchgewinkt. Nicht mit Vorlauf von den Medien thematisiert.
Nicht hinterfragt. Nicht diskutiert. Offene Diskussion Problemzonen der Zuwanderung? CSU-Seehofer-Bashing. Stromtrassen-Enteignung über Bürgerhäuser? Oder Erdverkabelung? Wird nicht um die beste Lösung gerungen – nur um die billigste. Rückkauf maroder Kernkraftwerke durch BaWü - kurz vor Schliessung? Wird nicht hinterfragt.
Radikale Islamisten in Deutschland? Ausländerkriminalität? Volksabstimmung in der Schweiz gegen Minarette und Zuwanderung? Rechtsradikal. NSU: geht! (und das ist gut so - aber andersherum?) Der Eklat um Martin Schulz in der Knesset, die Beschimpfungen – kein Thema für BILD online. Stattdessen die Seinsfrage:“Kann ich am Wochenende grillen?“
Was hier der Medienmacht nicht passt, findet nicht statt.
Deshalb ist Sarrazin kein Opfer - sondern ein Vorbild: weil er den Mund aufmacht und den Mut hat, Nachteile für die freie Äusserung seiner Meinung in Kauf zu nehmen.
Egal, ob man nun mit allem einverstanden ist, was er sagt. Das er es sagen kann muss möglich sein - ohne das Fleischhauer wieder seine Vorurteilskeule rausholt. Setzt euch mit anderen Meinungen auseinander - durch bessere Argumente - und verunglimpft nicht Menschen, die Abweichendes äussern.

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robbstark2 13.02.2014, 13:10
37. Meinungsfreiheit

Zitat von sysop
Machen Sie sich bereit für den neuen Sarrazin: Die Startauflage liegt bei 100.000 Exemplaren. Nicht schlecht für ein Buch mit der These, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern dürfe.
Klar kann in Deutschland jeder seine Meinung sagen. Das konnte man auch in der DDR nur landete man danach eben in der Psychatrie oder anderen, ähnlich gastlichen, Orten. Gott sei Dank haben wir uns zivilisatorisch weiter entwickelt, heute verliert man nur noch seinen Job wenn man gegen die political correctness verstößt und ist gesellschaftlich geächtet, siehe Sarrazin. Zum Glück verhindert die Mehrzahl unserer Medien mittels ausgeprägter Zensur in ihren Leserforen und Gästebüchern das den Normalsterblichen solch unerfreuliche Kosequenzen treffen. Da ist man auch gern bereit den Bürger schon weit im Vorfeld von unerwünschten Gedanken fernzuhalten. Im ARD Presseclub z.B. wird man mindestens 2 mal im Monat mit Vertretern von taz und SZ beglückt, einen Vertreter der Jungen Freiheit oder der Preußischen Allgemeine habe ich da noch nie sitzen sehen. Woran das wohl liegen mag?

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karsten.ohlig 13.02.2014, 13:10
38. Meinungsfreiheit

Zitat von plutinowski
Ja, und das ist auch vollkommen richtig so. Meinungsfreiheit ist ein sehr hohes Gut, aber die Würde und die Rechte anderer Menschen sind es auch. Wenn Sie jemand beleidigen oder beschimpfen würde, würden Sie das achselzuckend unter Meinungsfreiheit des Beleidigers verbuchen? Wohl eher nicht.
Das ist nicht ganz zu Ende gedacht, denn es geht hier nicht allein um Verleumdukng oder Beleidigung.

"Im Sommer 2008 kritisierten die ehemaligen Verfassungsrichter Winfried Hassemer und Wolfgang Hoffmann-Riem das Verbot der Holocaustleugnung:[13] Die auf § 130 Absatz 3 StGB beruhende Rechtsprechung sei ungeeignet, die Menschenwürde der Opfernachfahren zu schützen. Die streitbare Demokratie solle es unterlassen, „durch Repression Märtyrer zu schaffen“.["

http://de.wikipedia.org/wiki/Volksverhetzung

Interessant ist, dass die Verfassungsrichter erst nach Ihrer Pensionierung Klartext reden. Sie hatten wohl Angst Ihre Meinung im Amt zu äußern. Daran erkennt man, wie stark die Meinungsfreiheit in Gefahr ist, wenn selbst so priviligierte Menschen wir Verfassungsrichter sich davor ängstigen, klartext zu reden.

Wir glauben immer, dass es Meinungsfreiheit in Deutschland gäbe. Aber das stimmt nicht. Man kann natürlich frei Meinungen äußern, die niemandem weht tun. Aber kontroverse Meinungen werden selten toleriert. Statt argumentativ darauf einzugehen, werden in der Regel die Menschen niedergemacht. Die Angst davor hält viele Menschen davon ab, zu reden.

Erst wenn man ohne Furcht vor wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ausgrenzungen seine Meinung äußern kann, erst dann haben wir wirkliche Meinungsfreiheit in Deutschland. Der Weg dorthin ist noch sehr sehr lang.

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Greyjoy 13.02.2014, 13:12
39.

Zitat von keenox
Es geht ihm doch darum, dass bestimmte Themen oder Meinungen einfach nicht an-/ausgesprochen werden können, ohne einen Shitstorm erster Güte loszutreten....
Meinungsfreiheit bedeutet eben nicht frei von kritischen Reaktionen zu sein und nur mit Zustimmung rechnen zu dürfen.
Wer eine Meinung äußert die gegen die Meinung von vielen anderen Menschen geht, muss er auch mit entsprechend vielen Reaktionen rechnen.

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