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Neues Wahlgesetz: Erste Wahlen im Libanon seit neun Jahren - darum geht es
REUTERS

Es ist das Nachbarland Syriens, hat - bei einer Bevölkerung von vier Millionen Menschen - 1,5 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Jetzt wird im Libanon gewählt. Lassen sich die Probleme auch nur ansatzweise bewältigen?

Informationsskeptiker 06.05.2018, 09:44
1. Nicht sehr hilfreich dieser Artikel

1. Der Libanon ist ein schwieriges Land und muss das halbwegs friedlliche Verhältnis der vielfältigen Religionsgruppen aufrechterhalten. Das System der Sitze nach Konfessionen aufzugeben wäre allzu risikoreich
2. Natürlich ist das neue Wahlrecht ein grosser demokratischer Fortschritt. Das Verhältnisswahlrecht spiegelt die Verhältnisse besser als das Mehrheitswahlrecht. Dass es Wahlbümdnisse gibt darf wohl in einem Land wo es Parteien gibt nicht erstaunen. In Deutschland ist ein Einzelkanditat ohne Parteieinbindung völlig chancenlos
3 Sperrklausel gibt es in Deutschland auch 5%.. Die Zahl der 110.000 für Beirut 1 ist willkürlich und zu hoch.
3. Natürlich gibt es 2 Blöcke. Der Block 8.März der eher Syrien und Iran orientiert ist und der Block 14.März der eher Westorientiert ist und der auf Grund der Mehrheitswahlrechtes die Mehrheit der Sitze 2009 erreichte. Diesmal wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der Block 8. März der Mehrheit erringen. Die Hisbollah wird gestärkt aus der Wahl hervorgehen.

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haralddemokrat 06.05.2018, 09:57
2. .....dann Bedarf

es der Reformen. Aber die Probleme sind zahlreich und vielfältig. Weitere Probleme sind die ethnischen. Sie sind das eigentliche Problem zusammen mit der Korruption die in den arabischen Ländern eine andere Bedeutung hat, sie gehört dort zum Alltag.

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mwroer 06.05.2018, 10:30
3.

Zitat von haralddemokrat
es der Reformen. Aber die Probleme sind zahlreich und vielfältig. Weitere Probleme sind die ethnischen. Sie sind das eigentliche Problem zusammen mit der Korruption die in den arabischen Ländern eine andere Bedeutung hat, sie gehört dort zum Alltag.
Welches Wahlsystem ist schon perfekt? Das neue Wahlrecht ist ein enormer Fortschritt - zumal einige der 'Kritikpunkte' des Autors bei uns, wie in nahezu allen westlichen Demokratien, auch zutreffen.

Das Verhältniswahlrecht kann man mögen oder nicht. Es ist auf jeden Fall keine Ausnahme. Wird in vielen, auch westlichen, Ländern angewandt. Hat, wie das Mehrheitswahlrecht, potentielle Vor- und Nachteile.

Die Aufteilung nach Religion ist für uns natürlich ungewohnt aber gerade im Libanon extrem wichtig weil so vermieden wird dass religiöse Animositäten sich verstärken. Das muss man einfach so akzeptieren. Alles in allem muss man einem neu geschaffenen Wahlrecht auch eine grundsätzliche Chance geben. Man kann nicht blind immer weiter verbessern ohne jemals zu wählen.

Ein perfektes Wahlsystem wird es ohnehin nie geben weil es grundsätzlich keine perfekten Systeme gibt.

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Johnnie 06.05.2018, 13:26
4. Der Libanon

ist und bleibt die einzige wahre Demokratie im Nahen Osten. Keine Perfekte allerdings!

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Cyrano 06.05.2018, 14:09
5. Etwas dürftig dieser Artikel

Der Libanon ist ein junger Staat, der erst nach dem zweiten Weltkrieg aus der kolonialen Fremdherrschaft von Franzosen und Briten entlassen wurde. Trotz seines kolonialen Erbes konnte sich der Libanon schnell den Ruf eines freiheitlichen und wirtschaftlich dynamischen Landes erarbeiten und über lange Jahre erhalten. Bis weit in die 70er Jahre galt Beirut zu Recht als das "Paris des Nahen Osten".
Zu dem kolonialen Erbe des Libanon gehörte unter anderem die Feindschaft zwischen arabischen Nationalisten und prowestlichen Christenverbände, die sich, durch vielfältige ausländische Einmischungen angefeuert, in einem blutigen Bürgerkrieg (1975-1990) entlud. Die seitdem geltende paritätische Sitzverteilung von Moslems und Christen im Parlament war die naheliegende Konsequenz aus den Erfahrungen der Vergangenheit. Doch nach wie vor scheint das koloniale Erbe nachzuwirken: Unter dem Einfluss mächtiger ausländischer, sowohl regionaler wie auch globaler Kräfte haben sich die konfessionellen Lager zwar verschoben und neu formiert (z.B. Schiiten vs. Sunniten), die Trennlinien zwischen ihnen sind jedoch fragiler denn je und können jederzeit neu aufbrechen und zum Krieg führen. Da scheint mir der Versuch, durch ein neues Wahlrecht für mehr Ausgleich sorgen zu wollen, doch ein Schritt in die richtige Richtung zu sein. Nicht mehr und nicht weniger.
Dem Tenor des Artikels kann ich deshalb wenig abgewinnen. Aussagen wie "Wegen des neuen Wahlrechts gibt es keine stabilen, lagerübergreifenden, landesweiten Bündnisse" sind, sollten sie überhaupt zutreffen, im libanesischen Kontext ziemlich irrelevant. Auch das Beiruter Müllproblem oder die Stromausfälle im Lande (mit denen sich übrigens die Leute längst arrangiert haben) in der Liste der relevanten "Problemfelder" aufzuzählen, die nur durch "durchgreifende Reformen" (welche denn, Herr Sydow?) zu lösen seien, lenkt von den wahren Problemen ab. Sogar die Korruption ist nicht das brennenste Problem, sie gab es schon immer, ohne dass sich jemand über sie beschwert hätte, auch nicht der Westen.
Bliebe noch über die Staatsverschuldung (Abhängigkeit von "Geberstaaten") und die Flüchtlinge zu reden. Beide hängen miteinander und mit dem Krieg in Syrien zusammen, der, nebenbei bemerkt, auch vom Westen fleißig am Laufen gehalten wird. Hier hätte ich mir doch ein paar konstruktive Lösungsvorschläge des Autors gewünscht! Sollte der Libanon etwa dem deutschen Beispiel folgen und die syrischen Flüchtlinge abschieben, wenn nötig über den Umweg über Bayern?

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