Forum: Politik
Neujahrsansprache in Nordkorea: Lässig im Ledersessel
AP/ KCNA

Ein gediegenes Ambiente, klare Ansagen an die USA - und eine merkwürdig schnelle Uhr: Kim Jong Uns Neujahrsansprache ist große Propaganda. Die wahre Botschaft lässt sich zwischen den Zeilen heraushören.

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tucson58 01.01.2019, 18:48
10.

Zitat von k70-ingo
Wenn die Autorin schon Prof. Frank, den profiliertesten deutschen Nordkorea-Experten, zu Rate zieht, dann bitte auch zu Sachfragen und nicht zu Kinkerlitzchen wie der defekten Uhr. Etwa der, daß Kim Jong Un kein kommunistischer Führer ist - in Nordkorea wurde der Kommunismus 1977 abgeschafft. Ebenso wurden in Nordkorea zu keinem Zeitpunkt Mao-Jacken getragen.
Sie können uns bestimmt aufklären was den Nordkorea für ein politisches System hat !

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HaraldSchicke 01.01.2019, 18:58
11. Die Haltung von Kim Jong-un ist positiv

Gemeinsam können Nord- und Südkorea viel erreichen. Der Norden hat die Bodenschätze, die dem Süden fehlen. Dafür hat der Süden die Technik und könnte endlich Anschluss finden an die Bahnlinen nach China, Russland und Europa. Für ein exportintensives Land ist das sehr wichtig. Die Eisenbahn ist schneller als das Schiff, aber wesentlich günstiger als der Flugtransport.

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claus7447 01.01.2019, 19:04
12. Schade...

Zitat von niska
Das dachte ich auch. Wann, wenn nicht jetzt? Wiedervereinigung forcieren und im Hintergrund unterstützen.
... Man sollte sich vorab mit der koreanischen Geschichte informieren. China und Russland sind seit 400 Jahren (China 1000 jahre) mit der koreanischen Geschichte eng verbunden. Die koreanischen Könige waren immer vom goodwill der Anrainer abhängig. NK überlebt derzeit dank China und Russland. Die notwendige Unterstützung kommt über die Landesgrenzen. Weder China noch Russland haben das geringste Interesse an einem wirtschaftlichen Kollaps und Zusammenbruch a la Zusammenbruch der UdSSR.

Damit wäre der Westen direkt an der Obergrenze. Dass die nukleare Bedrohung auch für beide Beschützerstaaten nicht akzeptabel war haben viele nicht mitbekommen und die diplomatischen Leitungen zwischen Beijing und Pönjang sind sicher sehr intensiv genutzt worden.

Eine Wiedervereinigung die übrigens in beiden Verfassungen steht wird nach Ansicht aller Fachleute aus der Region nicht passieren. Weder kann Südkorea dies wirtschaftlich nur halbwegs verkraften, noch wird die nordkoreanische Nomenklatura dies zulassen.

Kleine Schritte die die Grenze etwas "verträglicher" und billiger machen sind Symbolik.

Den Fachleuten empfehle ich mal einen Besuch vor Ort. Man kann in die demilitarisierte Zone. Auch Donny hätte sich da informieren können, aber das Wetter hätte beim letzten Besuch in Seoul seine Frisur durcheinander gebracht....

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janwilhelmine 01.01.2019, 19:10
13. Wie Trump gewandet

Super Bildersprache um gleiche Augenhöhe zu demonstrieren. Er zieht sich an wie Trump, aber andere Krawatte und dazu der Hintergrund, die Fahnen. Toll inszeniert.
Ob das die politische Aussage allein ist oder die Worte unterstützen soll, bleibt offen.

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k70-ingo 01.01.2019, 19:17
14.

Zitat von tucson58
Sie können uns bestimmt aufklären was den Nordkorea für ein politisches System hat !
Juche ("dschu-dsche" ausgesprochen)
Das ist, knapp ausgedrückt, ein selbstgestrickter "Korea first"-Sozialismus.

Der im übrigen nicht missioniert wird, eben weil er speziell auf Korea und die Koreaner zugeschnitten ist.
Allerdings auf alle Koreaner, auch die im Süden. Die bei einer Wiedervereinigung begeistert erkennen werden, daß Juche auch für sie Erlösung und Selbstverwirklichung bedeuten wird, so daß sie die Ideologie sofort übernehmen und ausüben werden.
Davon sind die Nordkoreaner fest überzeugt.

Da es in wirtschaftlicher Hinsicht mit dem Sozialismus nicht so hinhaut, wie auch in Nordkorea begriffen wurde -man läßt stückweise in kleinen Schritten immer mehr Kapitalismus zu-, kann man Juche bald schon als strammen Rassismus betrachten, unterfüttert vom klassischen Konfuzianismus.

Ich hätte bei meinem Besuch tiefergehende Erläuterungen bekommen können, aber ich hatte keine Lust auf Ideologiegedöns, sondern wollte Land und Leute erleben.

Auffällig war, daß es Nordkoreanern wichtig ist, daß es sich bei Juche um Sozialismus und nicht Kommunismus handelt. Einige werden geradezu fuchtig, wenn man Juche mit dem K-Wort bezeichnet.

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kochra8 01.01.2019, 19:33
15. Kalkül Hoch 2

Nordkorea liegt strategisch zwischen Japan und China. Befriedet sich Japan mit China, hätte PRK seine Daseinsberechtigung verwirkt. Siehe analog Feuerwall DDR zw. West und UdSSR. Statt Krieg zu führen, verbandelt sich China lieber mit den Seidenstrassen-Anrainern bis mithin Afrika. Wegen den Expansionsplänen Chinas wird sehrwahrscheinlich niemand einen Krieg wagen anzuzetteln. Bis Dato nämlich wäre die globale Wirtschaft neu so ausgerichtet, dass eine Attacke der USA, allenfalls mit Japan zus., verheerende Auswirkungen auf den Weltmarkt hätte.

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garten94 01.01.2019, 19:35
16. Propaganda

Aha gibt's nur bei Kim und Putin nicht vergessen.
Im demokratischen Westen kennt man daWort nicht, nurwenn es freie Journalisten wie i. Diesem Zusammenhang verwenden.
Die Aufregung um die Recht klaren Aussagen von Kim verstehe ich nicht. Ich kann nlchts dafür wenn ich die A... kriecherei unserer Politiker fürvöllig daneben halte. Klare Kante gegen die permanente Expansionspolitik ist richtig, wir brauchen keinen selbsternannten Weltpolizist, der nurdie Interessen des Großkapitals vertritt.
Ein friedliches neues Jahr!

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claus7447 01.01.2019, 19:59
17.

Zitat von k70-ingo
Juche ("dschu-dsche" ausgesprochen) Das ist, knapp ausgedrückt, ein selbstgestrickter "Korea first"-Sozialismus. Der im übrigen nicht missioniert wird, eben weil er speziell auf Korea und die Koreaner zugeschnitten ist. Allerdings auf alle Koreaner, auch die im Süden. Die bei einer Wiedervereinigung begeistert erkennen werden, daß Juche auch für sie Erlösung und Selbstverwirklichung bedeuten wird, so daß sie die Ideologie sofort übernehmen und ausüben werden. Davon sind die Nordkoreaner fest überzeugt. Da es in wirtschaftlicher Hinsicht mit dem Sozialismus nicht so hinhaut, wie auch in Nordkorea begriffen wurde -man läßt stückweise in kleinen Schritten immer mehr Kapitalismus zu-, kann man Juche bald schon als strammen Rassismus betrachten, unterfüttert vom klassischen Konfuzianismus. Ich hätte bei meinem Besuch tiefergehende Erläuterungen bekommen können, aber ich hatte keine Lust auf Ideologiegedöns, sondern wollte Land und Leute erleben. Auffällig war, daß es Nordkoreanern wichtig ist, daß es sich bei Juche um Sozialismus und nicht Kommunismus handelt. Einige werden geradezu fuchtig, wenn man Juche mit dem K-Wort bezeichnet.
JUCHE ist für Nordkoreaner die Ersatzreligion. Nach knapp 70 Jahren indoktriniert gibt es keinen Nordkoreaner der nicht daran glaubt. Da zudem NK eigentlich von der Außenwelt abgeschirmt ist, sind Kenntnisse über das Leben ausserhalb kaum vorhanden. Internet ist wenigen zugänglich, dies auch stark reglementiert, TV ist geschickt gemacht NK hat SECAM und nur solche Empfänger sind offiziell käuflich. Da China PAL und südkorea NTSC hat ist dieser Einfluss verhindert. Radiogeräte sind auf offizielle Frequenzen voreingestellt, der Empfang von ausländischen Sendern verboten, zudem ist der Geheimdienst überall, da war die STASI einen amateurtruppe.

Da man eigentlich nur via Beijing ins Land kommt ist der Weg reglementiert. Ein Besuch in NK ist beeindruckend, ob positiv bleibt dem jeweiligen überlassen. Ich kenne beide Seiten und das über einige Jahre vor Ort.

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rainbow-warrior999 01.01.2019, 20:06
18. @k70-ingo: Wegen "Juche"

könnten Sie weitgehend richtigliegen. In seinem hochinteressanten Buch "Koloss auf tönernen Füßen"-"Amerikas Spagat zwischen Nordkorea und Irak" berichtete Peter Scholl-Latour auch davon. Er war nämlich als einer der wenigen ausländischen Journalisten Mitte der neunziger Jahre in NK und hat einiges an detaillierten Einblicken erhalten, was in besagtem Buch seinen Niederschlag findet. Kann ich nur empfehlen-absolut lesenswert.

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k70-ingo 01.01.2019, 20:10
19.

Zitat von k70-ingo
Juche ("dschu-dsche" ausgesprochen) Das ist, knapp ausgedrückt, ein selbstgestrickter "Korea first"-Sozialismus. Der im übrigen nicht missioniert wird, eben weil er speziell auf Korea und die Koreaner zugeschnitten ist. Allerdings auf alle Koreaner, auch die im Süden. Die bei einer Wiedervereinigung begeistert erkennen werden, daß Juche auch für sie Erlösung und Selbstverwirklichung bedeuten wird, so daß sie die Ideologie sofort übernehmen und ausüben werden. Davon sind die Nordkoreaner fest überzeugt. Da es in wirtschaftlicher Hinsicht mit dem Sozialismus nicht so hinhaut, wie auch in Nordkorea begriffen wurde -man läßt stückweise in kleinen Schritten immer mehr Kapitalismus zu-, kann man Juche bald schon als strammen Rassismus betrachten, unterfüttert vom klassischen Konfuzianismus. Ich hätte bei meinem Besuch tiefergehende Erläuterungen bekommen können, aber ich hatte keine Lust auf Ideologiegedöns, sondern wollte Land und Leute erleben. Auffällig war, daß es Nordkoreanern wichtig ist, daß es sich bei Juche um Sozialismus und nicht Kommunismus handelt. Einige werden geradezu fuchtig, wenn man Juche mit dem K-Wort bezeichnet.
P.S. soweit die Theorie. In der Praxis ist nichts mit Sozialismus. In der Realität ist Nordkorea eine Monarchie.
Armee, Partei, Produktionsmittel und somit das ganze Land sind in der Hand von mächtgen und reichen Familienclans.

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