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"New York Times"-Bericht: Navy Seals sind "wild geworden"
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Eine "globale Menschenjagd-Maschine: Ehemalige und aktuelle Mitglieder der US-Navy Seals berichten laut "New York Times" von exzessiven und gezielten Tötungen der Spezialeinheit. Sogar Straßendiebe hätten die Soldaten verfolgt.

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Ezechiel 08.06.2015, 11:54
50. Die besten der besten

Zitat von moomendema
Bei uns gilt eine Spezialeinheit wie KSK oder GSG 9 halt noch als eine Spezialeinheit. Also erstens Leute die im Umgang mit der Waffe und zweitens im Nahkampf bestens ausgebildet sind. In den ´merica sieht die Sache anders aus, so wie es auch schon im Artikel schön mit übersetzt wurde, die besten der besten, SIR mit Auszeichnung SIR! Die Kerle halten sich allein schon durch ihre ständigen Einsätze wirklich und ganz einfach für die besten der besten. Sie stehen morgens auf mit dem unerschütterlichen Wissen das sie die allerbesten sind, auf der Seite der Guten! Da bei den Herren aber die Tötung aller "bösen" zum Handwerk gehört, gestaltet sich eine ethische Betrachtung ihres tuns recht schwierig. Auch und weil sie immer was zu tun bekommen. Mal ehrlich, die Jungs kommen nie mal zur Ruhe, machen die eigentlich auch irgendwann mal Urlaub? Sowas kommt wenn man keine Ruhe zur selbstreflektion bekommt. So etwas wie Burn-Out mit Waffenunterstützung. Ich wette von denen begehen manche irgendwann im Ruhestand Suizid.
Ich kenne mich in diesem Thema nicht aus. Aber die Amis halten sich in allem für die besten der besten. Grundsätzlich halten sie sich immer für die guten. Aber es passt alles zu den Dingen die sich die Polizei in den letzten monaten geleistet hat und dazu, dass Buben zum 5. Geburtstag ihr erstes Gewehr bekommen. Irgendwie seltsam das ganze.

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schreckgespenst 08.06.2015, 11:55
51. Blubb

Zitat von Shoxus
man wohl drüber streiten, ob die USA noch am harmlosesten sind. Zumal wissenschaftlich belegt die USA keine Demokratie mehr sind. Als weiteres muss man sich das Gesamtbild betrachten und es gibt viele Forscher die erklären, das es viele Konflikte nicht geben würde, wenn die USA sich nicht einmischen würden usw. Wenn man dann liest, das der IS eine Erfindung der USA, die wissentlich und willentlich forciert wurde, ist, kann man diesen Leuten nur Recht geben.
Welche "Forscher" behaupten, dass es eine friedlichere Welt gäbe, ohne das Eingreifen der USA?
Und wie kann "wissenschafltich" belegt werden, dass die USA keine Demokratie mehr sind?

Zum IS liest man viele Verschwöhrungstheorien, Beweise liefert aber niemand.

Einzelne Aspekte der US-Politik kann und muss man kritisieren (bspw. die angesprochenen Seal-Einsätze, Drohnentötungen), eine Isolationspolitik der USA würde die Welt aber nicht stabiler machen. Man sieht dies doch am besten am afrikanischen Kontinent. Dort sind die Chinesen mittlerweile stärker als die USA engagiert, friedlich(er) geht es dort aber auch nicht zu.

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groova 08.06.2015, 11:56
52. Was SPON nicht erwähnt ist..

..dass Team 6 mittlerweile auf 300 kämpfende Soldaten aufgebläht ist, mehrere Organisationen auf Team 6 zugreifen können (u.a. auch CIA), und dass der Kern des Berichtes darauf ziel, dass sich eigentlich 'jeder' des Teams 6 bemächtigen kann. Also Strukturen und Organsisation werden bemängelt. 'Strassendiebe' es sind 'Kleinkriminelle' gemeint.

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james-100 08.06.2015, 11:57
53.

Zitat von kael
Gewissen und menschliche Empathie werden ihnen bereits während ihrer Ausbildung durch systematische Gehinrwäsche ausgetrieben. Übrig bleiben exzessiver Patriotismus, ein seelenloses Sendungsbewusstsein und ein fragwürdiger Ehrenkodex
Mit Sicherheit sind die meisten Mitglieder der Spezialeinheiten keine Roboter und töten auch nicht nur zum Spaß. Schwarze Schafe gehören aussortiert und die Organisationen wie Spezialeinheiten und Geheimdienste müssen wieder stärker an die Kette gelegt werden.

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vonschnitzler 08.06.2015, 11:58
54. was zu erwarten ist

wenn man Menschen immer wieder den Auftrag gibt zu töten, verlieren sie entweder ihr Gewissen oder drehen durch. Die Soldaten trifft hier meines Erachtens kaum eine Schuld.

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joergalexander 08.06.2015, 11:58
55. Zielpersonen?

Zitat von A. Schmidt-Ohren
Das möchte ich bezweifeln. Gut ausgebildete Spezialkräfte töten ausschließlich die Zielperson und keine Zivilisten.
Dieser Begriff lässt eine Menge (leider zu viel) Spielraum, so die Praxis weder Rücksicht auf Recht noch auf Zivilisten nimmt.

Waren es im Irak und Afghanistan keine Spezialeinheiten, die 'aus Spaß' Zivilisten (und Zivilgesellschaften) abknallten? "Eingebunkert" wurde hingegen der Whistleblower. Das sagt alles über das Rechtsverständnis aus, so dass man hier nicht groß weiter zu diskutieren braucht.

Daher teile ich Ihre Zweifel nur sehr bedingt.

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hockeyversteher 08.06.2015, 12:06
56. Da fällt mir ein Zitat ein:

Zitat von ratxi
Ich habe erst letztens jemanden auf einem Pilgerweg getroffen, der vor 30 Jahren gezielt, aber "legal" getötet hat. Und diese Getöteten "besuchen" ihn nun jede Nacht. Er leidet sehr darunter. Er läuft zum x-ten Male und hofft, dass es besser wird. Sagt aber selbst, dass es wohl nie mehr weggehen wird. Das sollte sich ein Jeder zu Herzen nehmen, der mit dem Gedanken spielt, einen solchen Job zu machen, weil`s "irgendiwe cool" ist oder warum auch immer...
Kurt Tucholsky:
"Soldaten sind Mörder!"

Nur so nebenbei: Vielleicht erklärt dies auch, wieso es in den 50er Jahren des letzten Jhd. so viel Schweigen um die Taten Einzelner im Krieg gegeben hat. Ca. 20 Mio Deutsche waren als Soldat im Krieg. Heute wissen wir, das ca. 50% der Soldaten aus den aktuellen Kriegsgebieten mit posttraumatischen Störungen heimkehren. Bei der BuWe ist das mit denen, die in Afghanistan gekämpft haben (Etappenhengste mal ausgenommen) ähnlich. Zuzüglich der Millionen Zivilisten, die dem Bombardement der Alliierten in Großstädten ausgesetzt waren kann mal also davon ausgehen, das es damals gut 15-20 Mio Menschen mit psychischen Störungen in Deutschland gab. Das sollte man, wenn man an diese Generation Vorwürfe der angeblich fehlenden Aufarbeitung verteilt, mit auf der Rechnung haben.

Natürlich fallen auch die Navy-Seals unter das Tucholskys Zitat. Eine Schuld bei den einzelnen Soldaten zu suchen, ist aber falsch. Verantwortlich sind immer die, die den Einsatz befehlen. Im Gefecht selbst, setzen sich bei jedem Menschen zuerst die Selbsterhaltungstriebe durch. Da wertet niemand sein Handeln unter dem hohen Moralstandart, den sich die heutige bundesdeutsche Gesellschaft auferlegt. Der Soldat mit einem Gewehr in der Hand, der im Gefecht sekündlich damit rechnen muss, selbst getötet zu werden, wird nicht fragen: "Ist das jetzt moralisch gerechtfertigt, was ich tue?", sondern "Wie kann ich als erster schießen?"
Wer einen Einsatz befiehlt, nimmt, das zynische Wort sei mal erlaubt, Kollateralschäden billigend in Kauf.

Und jeder, der sich moralisch überlegen fühlt, sollte sich auch selbst hinterfragen. Bin ich dafür, das Osama bin Laden und andere Terroristen gejagt werden? Bin ich dafür, die Führer des IS zu jagen? Ist ihr Tod angesichts ihrer Taten hinnehmbar (so wie man Göring und Co. in Nürnberg dem Galgen überantwortet hat) . Wer das bejat, muss auch mit den "Nebenerscheinungen" leben.

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bescheuert 08.06.2015, 12:06
57. Ersetzen wir doch einfach mal

das Wort USA gegen Putin oder Russland.
Wie liest sich der Artikel dann?
Evtl.nochmal den Arktil lesen über den Us-Drohnenangriff auf eine Pakistanische Trauergemeinschaft. Ergebnis 34 Tote und zig verstümmelte
Einfach mal das Wort USA gegen das Wort Russland austauschen
Was wäre da wohl los wenn Russland derartig wüten würde

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flesh 08.06.2015, 12:07
58. Re.: Dünger für Terroristen

Zitat von ky3
Wie hohl die Strategien der USA sind war schon lange klar. Wer die Philosophien von Hollywood-Filmen zur Militärstrategie macht erntet das Gegenteil von dem was es erreichen will. Drohnenmord an Zivilisten, Folter an Unschuldigen, Massenüberwachung und vieles mehr züchtet nur neuen Terrorismus statt ihn zu bekämpfen. Man wird den Gedanken nicht los, die USA wollen den Terror eigentlich gar nicht bekämpfen. Und so etwas nennt Frau Merkel "Freunde".
"Man wird den Gedanken nicht los, die USA wollen den Terror eigentlich gar nicht bekämpfen."

Das ist der entscheidende Satz - mittiger kann man einen Nagel gar nicht auf den Kopf treffen.

Wir sollten endlich aufhören, uns mit Nebensächlichkeiten wie Navy-Seals, Drohnen oder geheimen Gefängnissen zu beschäftigen. Das sind Werkzeuge, die so eingesetzt werden, wie es demjenigen, der darüber entscheiden kann, zum Vorteil gereicht. Wir sollten den Zusammenhängen im Kern auf den Grund gehen. Wer benutzt diese "Werkzeuge"? Und warum tut er das? Die Antworten auf diese Fragen sollte uns alle schon von daher brennend interessieren, weil man diese "Werkzeuge" nicht nur in Kabul, Damaskus oder Tripolis einsetzen kann, sondern auch in München, Frankfurt oder Köln.

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juter_mann 08.06.2015, 12:07
59.

Vor einigen Jahren haben wir in Kunduz den äußeren Ring für einen Zugriff der Seals gestellt. Das Gefühl meiner Jungs war vergleichbar mit seiner Mannschaft im Finale zu stehen und dann sitzt man doch 90 Minuten nur auf der Bank...

Die SF- Community ist in den USA massiv aufgebläht. Auch bei 300 Millionen Einwohnern ist es für mich schwer vorstellbar permanent eine Personalstärke von ca 25.000 SF Soldaten zu rekrutieren/ unterhalten, wenn Deutschland bei 80 Millionen Einwohnern nicht mal 1000 Dienstposten besetzt bekommt...
Folglich müssen die Amerikaner bei der durchschnittlichen Qualität wohl abstriche machen.
Aber die damals waren schon gut, ich glaub die waren aus Coronado/CA.

Btw Seal Team Six gibt es seit den 80ern nicht mehr. Folglich können die auch nicht in aktuellen Konflikten involviert gewesen sein.

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