Forum: Politik
Niederlande: Vier Szenarien zur Wahl
Getty Images

Die Parteienzersplitterung ist in den Niederlanden extrem: Sechs Parteien könnten bei der Wahl gewinnen, es gibt mehr als 4095 Koalitionsoptionen. SPIEGEL ONLINE stellt die plausibelsten Szenarien vor.

Seite 1 von 4
rantzau 15.03.2017, 12:29
1. Europa bangt

offensichtlich nicht zu 40 % plus. Sonst würden vielel Menschen doch nicht Wilders, Le Pen, AFD wählen. Ein bisschen mehr Objektivität bitte!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
benzle 15.03.2017, 12:31
2. Könnte, würde, denkbar, möglich ..

.. anscheinend können die Medien/wir es nicht abwartenbis eine Wahl ausgezählt ist.
Dieses ewige, voreilige Wenn und Aber ist doch müßig.Wie sagt der Volksmund so schön:
Man kann das Fell des Bären erst aufteilen, wenn er erlegt ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peterpahn 15.03.2017, 12:41
3. Ich stimme Ihnen zu, die ganze Welt schaut auf die Niederlanden ...

Ich stimme Ihnen zu, die ganze Welt schaut auf die Niederlanden, und ganau DAS scheint mir auch eines der großen Probleme zu sein: Aus Sicht der Niederländer findet die Wahl unter regelrechtem internationalem Meinungsdruck statt, wie schon beim Brexit oder den US-Wahlen; die Wahl wird hochstilisiert zu einer weltpolitischen, ja epochalen Weichenstellung - wie weit sind wir gekommen, wie sehr haben wir uns freiwillig in einer Logik der Alternativlosigkeit gefangennehmen lassen? Ich habe null Sympathien für Wilders PVV, aber ich vermute, viel Niederländer werden ihn wählen, um dem Gefühl der eigenen Ohnmacht wenigstens ein letztes mal noch etwas entgegenzusetzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Klotzscher 15.03.2017, 12:43
4. Immerhin - trotz aller postfaktischer Ideologie

Der Spiegel hält es für möglich, dass Wilders mit 16 % die stärkste Fraktion bildet. Und dann wird der -mit übrigens sehr skurrilen Mitgliedern seiner Partei- Ministerpräsident und bestimmender Mann der Koalitionsregierung.

Ich halte das -angesichts der Bepöbelung der niederländischen Nation durch Erdogan, was ein Hochdruckgebiet für Wilders Windmühlen gleicht- für die wahrscheinlichste Variante. Ich habe es mir schon als Student abgewöhnt, meine politischen Wünsche als Realität zu verkaufen, wie es die postfaktischen Spiegel-Redakteure machen. Die offenbar davon ganz gut leben.

Wenn der Wilderer in den politischen Gefilden der Holländer an die Regierung kommt, dann kommt der EU-Austritt und die Repatriierung von Ausländern, die nur das Sozialsystem ausplündern. Und es gibt einen beschleunigten Domino-Effekt in ganz Europa ohne Deutschland. Dass die AfD nach der Wahl im September die Bundeskanzlerin stellt, halte ich für unwahrscheinlich. Was nicht heisst, dass das bei einer islamischen Attentatsserien und einem Festhalten der Frau Merkel an ihren Freunden nicht stattfinden könnte.

Wenn Wilders n i c h t die Regierung bildet, kommt eine Volksbefragung über den EU-Austritt und eine Volksbefragung über die Handhabung der Einwanderungsfrage und es bleibt sich gleich. Politik in Demokratien heute ist nicht mehr das Gegenregieren zur Realität. Wie es noch Merkel versucht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nickleby 15.03.2017, 12:45
5. Wilders siegt ?

Die Fehleinschätzung der Journalisten bei Brexit und bei Trump resultiert aus ihrem Wunsch heraus, dass das Ergebnis nicht wahr werden möge. Ähnliche Fehleinschätzung gab es 1948 bei der Wahl Trumans. Ein Sieg Wilders' wäre ein Weckruf und eine Rückbesinnung auf europäische Werte, die bis zum Aufkommen des Islams in Europa nach dem Weltkrieg allgemeingültig waren. Durch den Islam sind unsere Werte in Frage gestellt worden. Nun versuchen Politiker das liberale westeuropäische Denken, geschult an Descartes, Spinoza, Hume, Kant, Montesquieu usw. gegen den Islam bestehen zu lassen. Man wünsche ihnen viel Erfolg.
Islam bedeutet Unterdrückung und entspricht nicht europäischen Traditionen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pr8kerl 15.03.2017, 12:56
6. Vorurteile und deutsche Arroganz

"Ziemlich kleine, flache, verregnete Nation blicken, die bisher vor allem für Coffeeshops, künstliche Landgewinnung oder knapp verlorene WM-Endspiele bekannt war"- das ist eine dem Spiegel sehr unwürdige Beschreibung Hollands, denn sie strotzt nur so vor deutscher Arroganz. Lieber Autor, fahren Sie doch einmal wenigstens hin, bleiben Sie eine Woche, und dann versuchen Sie sich erneut an einer Beschreibung des Landes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
james.n 15.03.2017, 13:02
7. Den Niederlanden geht ...

... es, wie es heißt, richtig gut. Wie würden die Wahlen bei der jetzigen Stimmungslage erst ausgehen, wenn es ihnen schlecht ginge? Wir brauchen in der EU einen Neuanfang, und zwar ohne die vermeintliche Weltversteherin Merkel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Max Super-Powers 15.03.2017, 13:02
8.

Wie man angesichts dieser Realität - die in meinen Augen schlichtweg nicht weniger als blankes Parteienchaos ist, allen ernstes dafür sein kann, auch in Deutschland, bei Land- und Bundestagswahlen die Fünfprozenthürde abzusenken, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
neanderspezi 15.03.2017, 13:04
9. Also schlankweg darf angenommen werden, dass Rutte locker das Rennen macht

Dieser langweilige Vorgriff auf das Wahlergebnis in den Niederlanden ist kaum beachtenswert. Erstens, muss man nur noch einen halben Tag auf die ersten Ergebnisse warten, Zweitens, hat ein Wilders mit seiner offen zur Schau gestellten Phobie gegen Ausländer und gegen Brüssel und sein Eifer sich als einen niederländischen Donald zu etablieren eine Reihe von Luschen gezogen, damit kann man keinen Staat machen, auch nicht in den Niederlanden, Drittens, Rutte hat nicht wie eine Reihe deutscher Politiker sein Rückgrat eingebüßt und vor einem Erdoğan gekuscht, wie wenn der in europäischen Demokratien seine autokratischen Anwandlungen aufführen lassen könnte, die Landeskinder haben zu Ruttes Verhalten schon ihr Wohlwollen gezeigt, Viertens, es dürfen Wetten abgeschlossen werden, dass Rutte die meisten Stimmen einfährt. Leider gibt es darauf keine nennenswerte Quoten, weil zu viele diesen Tipp abgeben und dann auch noch so wählen. Europa und speziell die EU sollten mit dem Angsthaben vor rechten Schreihälsen mal wieder auf den Teppich herunterkommen und den Bürgern nicht ständig davor Angst einblasen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4