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Niedriger Ölpreis: Fracking ist gut für die Menschenrechte
DPA

Schluss mit Luxus, und für Waffen und den Sicherheitsapparat ist auch kein Geld mehr da: Der niedrige Ölpreis könnte einige der schlimmsten Despoten aus ihren Palästen vertreiben. Gut so.

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willibaldus 22.01.2016, 17:17
40. Gut, für die Amerikaner im allgemeinen

ist ein niedriger Ölpreis gut. Wenn der durchschnittliche Haushalt statt 10% nur noch 5% für Benzin ausgibt (willkürliche Zahlen) und dafür Geld für anderes ausgeben kann ist das bedeutender als geplatzten Kredite von vielleicht 200Mia Dollar. Man schätzt auf ein BIP von 1% plus wegen des Ölpreises.

Warum sollten die Saudis auf Marktanteile verzichten und sie den Amerikanern schenken? Dasselbe trifft auf die Russen zu, die könnten auch die Förderung reduzieren um den Preis zu stützen...

Den Vorteil sehe ich nicht.
Ja einseitig orientierte Länder sind oft von einer Kleptokratie und Despotie geplagt. Stark schwankende Preise für ihre Produkte sind eindeutig eine Quelle von Destabilisierung. Wer kann daran Interesse haben, dass ein Drittel der Welt brennt? Den Menschen geht es nicht besser und da kann man auch keine Geschäfte machen. Ob die jetzige Situation für Venezuela langfristig vorteilhaft ist, kann man noch nicht absehen. Ja, Maduro und Freibiersozialismus war gut, aber was kann eine vernünftigere Regierung verbessern bei weniger finanziellem Spielraum, zerrütteten wirtschaftlichen Strukturen und Anlagen sowie einer beispiellosen Verbrechensrate?

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Tolotos 22.01.2016, 17:18
41. Die Frage ist leider was danach kommt!

Für sich betrachtet ist es sicher gut, wenn Diktatoren verschwinden. Aber leider hat der IS eindrucksvoll gezeigt, dass es nichts gibt, was andere Menschen nicht noch schlimmer machen können.

Und leider scheinen menschliche Gesellschaftsformen dazu zu neigen, die schlimmsten ihrer Art in die Führungspositionen zu spülen!

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ichwillauchpost 22.01.2016, 17:18
42. Fracking zerstört...

... die Umwelt nachhaltig. Ein System, mit dem wir potenziell uns und unseren Kindern die Lebensgrundlage, nämlich sauberes Wasser, zugunsten kurzfristiger und kurzsichtiger Gewinnmaximierung, opfern, muss gesellschaftlich geächtet werden!

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dol2day_er 22.01.2016, 17:25
43. Naiv

Eine ziemlich naive Sichtweise. Der arabische Frühling sollte gezeigt haben, dass es Staaten gibt, die nicht mal eben so einen erfolgreichen Demokratisierungsprozess durchlaufen können. Genau genommen gibt es mit Tunesien nur einen Staat in Nordafrika und dem Nahen Osten, der dies so halbwegs geschafft hat. Wobei aus Tunesien die meisten Dschihadisten kommen und es derzeit leider ziemlich unruhig ist. Mit Libyen und Teilen Syriens und des Irak haben wir failed states, mit Ägypten ein Land, das nicht allzu weit davon entfernt ist. Was kommt denn nach den Herrschen in Saudi-Arabien, Katar, Kasachstan usw.? Wie hoch ist wohl die Chance auf Demokratie in diesen Ländern? Wie hoch ist der Preis für den (ggf. auf Biegen und Brechen durchgeführten) Sturz irgendwelcher Herrscher? Und mir geht es nicht mal um das Thema Migration, sondern um die Sicherheit im Land und in der Region. Ja, manche Herrschaftshäuser sind unerträglich. Ja, es gibt genügend Menschen, die unter diesen leiden. Aber für den Sturz ist der Preis eines komplett aus den Fugen geratenen Staates mit zig Tausenden von Toten, Vergewaltigungen, rivalisierenden Clans usw. zu hoch. Wir müssen es endlich einsehen, auch wenn dies möglicherweise schwer zu verdauen ist: Nicht jeder Staat ist ohne weiteres für Demokratie geschaffen. Das betrifft insbesondere solche Staaten, die nicht von innen heraus homogen gewachsen sind, sondern die sich entweder militärisch oder anderweitig durch Druck Regionen einverleibten oder deren Grenzen von den Kolonialmächten festgelegt wurden. Ohne starke Herrscher sind viele Staaten in der Region ernsthafte Kandidaten für Bürgerkriege und den Status "failed state". Der fallende Ölpreis ist eher eine zusätzliche Gefahr für die Menschenrechte, denn es steht zu befürchten, dass sie in der Folge von Umwälzungen nicht gefördert werden. Negative Beispiele hierfür gibt es genug. Positive Beispiele für eine gelungene "Transformation" kann man hingegen mit der Lupe suchen.

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machsgut 22.01.2016, 17:27
44. Vor allem ist Fracking...

...mal schlecht fürs Fracking, weil es wirtschaftlich nicht zu betreiben ist, wenn die Opec ihre Fördermengen nicht reduziert um die Preise künstlich hochzutreiben. Und so blöd sind die dann auch nicht.
Fazit: Fracking-Firmen in absehbarer Zeit pleite, Umwelt kaputt. Und den Blödsinn wollte man uns auch noch für Deutschland andrehen.

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clearglass 22.01.2016, 17:34
45. Natürlich teile ich

die Wertung und Einschätzung der Öl-Despoten voll und ganz.
...Allerdings was kam nach den gestürzten Diktatoren im Nahen Osten?.... Verschlimmbesserung wäre eine moderate Umschreibung.
Insofern würde ich nicht so euphorisch die mögliche Entwicklung bejubeln... Der schon auflodernde Schwelbrand im Nahen Osten könnte zu einem Flächenbrand für die ganze Region werden, mit unabsehbaren Auswirkungen auf die ganze Welt. Insofern mit Bedacht und gebotener Vorsicht eine Beurteilung wagen und klug und umsichtig agieren.
Das wäre meine Hoffnung an die Mächtigen. Weiteres Politikversagen wäre fatal.... und da sei Trump vor, dieser Mann als US-Praesident wäre fürchterlich...

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fremde1 22.01.2016, 17:36
46.

Und dann nur die Gutmenschen haben das Geld für Waffen und können Nichtgutmenschen diktieren wem die Wählen sollen und bei wem / für welches Preis kaufen sollen, damit die Gutmenschen mehr Geld bekommen für Kampf gegen Nichtguten?
Das dabei Millionen sterben vom Krankheiten und Unterernährung stört keine . Das ist doch für ein Gutes Ziel doch. Leben Menschen nach stürz vom "Böse" Kaddafi und "Böse" Saddam besser? Haben die viel mehr Rechten jetzt, als frühe?

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willibaldus 22.01.2016, 17:36
47. Nein, das ist kein Humbug.

Zitat von kassandra21
Also, erstens muß ich da mal fragen, was denn der medial hochgehypte Fracking-"Boom" mit dem aktuellen Ölstau am Weltmarkt zu tun haben soll? Doch wohl nur sehr am Rande. Denn ansonsten hätte der Preis ja deutlich früher beginnen müssen, zu fallen. So ab 2012 etwa. Zweitens war "Saudi-Amerika" nun wohl mal der Griff ins sprichwörtliche Klo. Das der "Boom" gerade übrigens früher als erwartet zusammenbricht, hat was mit den Saudis zu tun - wie auch die niedrigen Ölpreise. Aber auch damit, daß die Weltwirtschaft seit 18 Monaten nicht aus dem Quark kommt, trotz niedriger Energiepreise. Eine Erklärung dafür vom Autoren vielleicht? Warum weitverbreitete politische Instabilität jetzt für die Versorgung mit dem global wichtigsten Rohstoff völlig unbedenklich sein soll, weiß wohl auch nur der Autor. Übrigens ist auch die Bevölkerung der kanadischen Provinz Alberta nicht gerade begeistert. Von wegen politische Instabilität gibt es ja nur in solchen Muckefuck-Staaten wie Saudi-Arabien. Die Arbeitsmarktzahlen in den USA dürften sich eher schlecht entwickeln die nächsten Monate und die Wirtschaft auch eher wieder in Rezession absacken. Das könnt letztlich die kleine pelzige Kreatur auf dem Kopf von Donald Trump als Präsidenten ins Weiße Haus spülen. Das Öl-Zeitalter wird nicht einfach so "zu Ende gehen". Eher nein.
innerhalb von ca 5 Jahren hat sich die Fördermenge um 4Mio Barrel gesteigert. Die Lager füllen sich immer schneller. Irgendwann schlägt das auf die Preise durch. Das kann schon etwas dauern.

Bezüglich Instabilität stimme ich zu.

Ich sehe eher einen weiteren Anstoss für die USA. Die Ölbranche ist für Amiland nicht so wichtig wie niedrige Spritpreise.

Wenn die Weltwirtschaft so durchsichtig wäre, dann gäbe es keine Blasen oder Gewinner und Verlierer an den Börsen.

Der Rückgang des Verbrauchs in den etablierten Industrieländern liegt meiner Meinung nach an einer Sättigung des Marktes sowie Effizienzsteigerungen besonders der Automotoren (trotz getürkter Zahlen der Hersteller) und der allgemeinen Schwäche seit dem grossen Crash vor einigen Jahren.

Bis vor ca 15 Jahren war der Aufwand um das Öl zu fördern ziemlich gleichbleibend. Seitdem sind die durchschnittlichen Kosten gestiegen. Selbst in Saudi Arabien haben die Ölfelder ihre Plateauphase hinter sich gelassen. Dazu kam der Beispiellose Aufstieg Chinas. Trotzdem war ein Ölpreis von über 100 Dollar übertrieben und war mich der Auslöser der Immobilienkrise in USA.

Ein Ölpreis von vielleicht 60 Dollar plus minus mit stetiger aber absehbarer Steigerung wäre für die Welt sicher das Beste.

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axth 22.01.2016, 17:36
48. Unsere Putinfreunde mal wieder ...

Zitat von sag-geschwind
Ach wie süüüüüß naiv! Der Fluch lässt sich sehr leicht erklären, da Länder mit Ressourcen beliebtes Ziel von Regime-Changes sind, bis das passende Regime für den Changer installiert ist. Klar leiden da die Menschenrechte. Übrigens, der geringe Ölpreis nutzt der despotischsten Nation des Planeten sogar überdurchnittlich!
Lassen Sie mich raten, wen Sie mit der despotischsten Nation der Erde meinen. Wie ich Sie kenne, meinen Sie nicht Eriträa oder Nordkorea.
Da ja alles Böse aus »Amiland« kommt, sind auch sämtliche Erhebungen der Völker gegen ihre Unterdrücker ein Werk der amerikanischen Teufel, die den Ölpreis nur dazu nutzen, um Russland fertig zu machen.
Die paar Foltergefängnisse oder verschwundenen Kinder, wie in Syrien – das ist ja nur das kleinere Übel.
Ihnen ist total entgangen, dass Saudiarabien auch die US Wirtschaft massiv auszubremsen versucht.

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kampfgnom555 22.01.2016, 17:39
49. #28 ChristophLangner

Unnatürlich niedriger Ölpreis? Schauen Sie sich doch mal an für wieviel Dollar ein Barrel in den verschiedenen Ländern gefördert wird. Da wird inmer noch kräftig mit verdient. Wenn diese Staaten sich natürlich darauf ausruhen dass ein völlig überhöhter Preis von 105 Dollar/ Barrel ihre Staatshaushalte auf ewig am Leben halten.... Tja Pech gehabt. Mein Mitleid hält sich da in engen Grenzen. Mittelfristig müssen wir, trotz des Momentan Realistischen Preises, sehen dass wir vom Öl als Energieträger wegkommen.

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