Forum: Politik
Niedriger Ölpreis: Fracking ist gut für die Menschenrechte
DPA

Schluss mit Luxus, und für Waffen und den Sicherheitsapparat ist auch kein Geld mehr da: Der niedrige Ölpreis könnte einige der schlimmsten Despoten aus ihren Palästen vertreiben. Gut so.

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lalito 22.01.2016, 18:37
80. wohl wahr

Zitat von Michael Strandt
In einer einfachen bildhaften Sprache Zusammenhänge erklären Sehe ich selten
Allerdings sagt das an sich noch nichts über den Plot aus.

Um einmal bei der bildhaften Sprache zu bleiben: Hier wird darüber sinniert, das Tempo eines Kettenkarusells zu verdoppeln, obwohl schon die Ersten schreiend durch die Gegend fliegen und die Zuschauer in Horden fliehen, na dann . . .

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querdenker101 22.01.2016, 18:43
81.

Zitat von willibaldus
wieder ruhig, so dass die Leute dachten Libyen wäre weiter und besser dran als Tunesien. Erst später kam es dann zu Differenzen zwischen den Muslimbrüdern und den eher Säkularen. Bis dann bei der zweiten Wahl die Säkularen die Mehrzahl der Sitze bekam und die Muslimbrüder des ersten Parlamentes die Macht nicht abgeben wollten. Die Muslimbrüder haben dann in Tripolis weitergemacht, das neue Parlament ist an die ägyptische Grenze ausgewichen. In der Mitte dazwischen hat sich der IS im Niemandsland breitgemacht. Die Islamisten in Tripolis stützen sich auf private Milizen, die Säkularen von Tobruk auf die neue libysche Armee unter General Haftar, der sich dem Parlament unterstellt hat und nicht den starken Mann spielen will. Gleichzeitig tagt in Beida die Verfassungsgebende Versammlung, die einfach nicht aus dem Quark kommt. Nein, es gab keine Flüchtlingswelle der Libyer nach Gaddafis Tod. Das sind Afrikaner und Syrer, die ihr Glück von Libyen aus versuchen.
Das von Ihnen vorgetragene ist uneingeschränkt richtig, berücksichtigt aber nicht, dass durch den "Fall" Libyens die alte Route der Tuareg von Mali bis Libyen dann als Fluchtweg durch die Sahara frei.

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spysong 22.01.2016, 18:44
82.

"Doch hinter diesem geostrategischen Argument steht blanker Zynismus. Kein Unterdrückungsstaat verdient es, gelobt und verteidigt zu werden, weil er mit brutalen Mitteln für Friedhofsruhe sorgt."

Und ihr Resumé is eine geostrategische Träumerei.

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h.hass 22.01.2016, 18:45
83.

Zitat von demiurg666
Nach dem Desaster mit dem Artikel wo uns erklärt werden sollte wie schlimm der günstige Erdölpreis ist, kommt jetzt ein Artikel der sich anfühlt, als ob jemand die Kommentare unter dem ersten, schlimmen Artikel zusammenfasst und es als eigene Meinung hinstellt. Beeindruckender Journalismus der Opportunität.
Fakt ist, dass eh niemand wissen kann, wie sich der niedrige Ölpreis längerfristig in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht auswirken wird. Die einen prophezeien das Chaos und die Katastrophe, die anderen freuen sich darüber, dass Despoten das Fracksausen kriegen und dann vielleicht sogar abtreten müssen.

Ich als Verbraucher habe auf jeden Fall keine Lust, durch überhöhte Ölpreise Diktaturen zu stabilisieren - in der Angst, es könne das Chaos ausbrechen, wenn diese zusammenbrechen, weil sie sich nicht mehr finanzieren können. Vielleicht bricht das Chaos auch dann aus, WENN ich diese Systeme stablisiere. Wer kann das schon wissen? Im letzteren Fall hätte ich mich dann an der Tankstelle jahrelang brutalstmöglich ausnehmen lassen, ohne dass ich das Chaos hätte verhindern können. Eindeutige Kausalitäten gibt es auf jeden Fall nicht.

Anders gesagt: Es ist einerseits naiv, zu glauben, mit dem Zusammenbruch der autokratischen Öl-Diktaturen würden in den jeweiligen Ländern Demokratie und Wohlstand ausbrechen. Andererseits ist es genauso naiv, zu glauben, man könne als Verbraucher über einen erhöhten Benzinpreis die (Schein-)Stabilität in diesen Ländern bezahlen - und sich so zukünftige Flüchtlingsströme vom Leib halten. Prognosen sind eben schwierig, vor allem, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen. Und deshalb habe ich als Konsument auch das gute Recht, mich zu freuen, wenn ich einen Blick auf die aktuellen Benzin- und Heizölpreise werfe.

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hatshepsut 22.01.2016, 18:46
84. Ersetzt werden die mäßgen bis schlimmen Despoten

dann durch die schlimmsten Hardcore Islamisten.

Wer denkt das es nach dem Ende des saudischen Herrscherhauses besser werden würde, hat nicht nur keine Ahnung von Saudi Arabien, sondern generell keine Ahnung von arabischen und nordafrikanischen Ländern.

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imlattig 22.01.2016, 18:50
85. venezuela...

mit den despotenregierungen in einen topf zu werfen ist schon sehr despotenhoerig. noch ist venezuela eine demokratie, dieser bericht
war ein kotau vor dem wirtschaftsliberalen mainstream.

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10tel 22.01.2016, 18:52
86. Öl-Verbrauch senken für die Menschenrechte

Der Gedanke dieses Artikels ist interessant. Fracking für die Menschenrechte. Kurzfristig ist das gar nicht mal so abwegig, wie ich anfangs dachte.

Funktionieren kann das langfristig natürlich nur, wenn die Öl-Nachfrage weltweit tatsächlich rückläufig wäre. Fracking hat aber am Öl-Verbrauch erstmal überhaupt nichts geändert, nur am momentanen Preis.

Ich würde das vielleicht so formulieren: Öl-Verbrauch senken für die Menschenrechte

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pfzt 22.01.2016, 19:00
87.

"…irre Freibier-Sozialisten…"? Na herzlichen Glückwunsch das dürfte wohl der größte Unsinn sein den ich hier in langer Zeit lesen musste. Herr Neubacher möge mal bitte nach Südamerika fahren und sich vor Ort anschauen wer dort die wahren Irren sind.

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fransfriedrich 22.01.2016, 19:06
88. Krass,

ganz schön zynisch und analysefeindlich zugleich. Einfach mal Venezuela mit Saudi Arabien gleichsetzen und Norwegen aussparen. Sich am Staatsbankrot anderer Länder erfreuen und auf die Umwelt scheißen. Eurozentrisch blinken und transatlantisch einparken und dabei immer schön menschenverachtend bleiben…

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halloerstmal 22.01.2016, 19:06
89. Guter Beitrag

Herr Neubacher beleuchtet eine bisher wenig beachtete Seite des Ölpreisverfalls.
Es gibt noch mehr Vorteile: die irrsinnigen Gewinne der Ölfirmen wie Exxon fallen zugunsten der Einkommen aller Verbraucher. Das ist ökoonomisch und sozial ein Riesen-Vorteil.
Denkt einmal an die vielen Verbraucher in armen Staaten (z.B die meisten in Afrika), die keine Ölförderung haben.
Natürlich ist das die eine Seite der Medaille, die andere sind massive Umweltschäden, Entlassungen in der Ölindustrie und große Probleme in den Förderstaaten.
Doch Hr Neubacher hat ja nicht den Anspruch erhoben, eine vollständige Analyse zu liefern, ihr Miesepeter.

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